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Zu: Reinhold Schneider "Las Casas vor Karl V. - Szenen aus der Konquistadorenzeit" - Die Disputation - ein Protest gegen die Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland?

Title: Zu: Reinhold Schneider "Las Casas vor Karl V. - Szenen aus der Konquistadorenzeit" - Die Disputation - ein Protest gegen die Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Kristina Horn (Author)

German Studies - Modern German Literature
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In dem Zeitraum zwischen Oktober 1937 und März 1938 1 schrieb Reinhold Schneider die Erzählung Las Casas vor Karl V. Szenen aus der Konquistadorenzeit 2 . Als Grundlage für die Geschichte, die noch im selben Jahr erschien, verwendete er historisches Material. Der deutsche Autor wählte zwei zentrale Situationen aus dem Leben des Dominikanermönches Bartolomé de Las Casas, der durch seinen Einsatz für die Rechte der Indios bekannt wurde. In diesem Kontext thematisierte er die Disputation aus dem Jahr 1550 und die Audienz bei Karl V. 1954 erklärte Reinhold Schneider, dass es ihm bei der Niederschrift nicht allein um die Aufarbeitung eines historischen Stoffes gegangen sei. Vielmehr habe er die Erzählung genutzt, um verdeckt gegen die Judenverfolgung im Dritten Reich zu protestieren. 3 Eine scheinbar eindeutige Aussage. Allerdings ist die Glaubwürdigkeit dieser Behauptung nicht zweifellos, da die diesbezüglichen Aussagen des Autors zu Zeiten des NS-Regimes nie so eindeutig gewesen sind. 4 In Anbetracht dieser Tatsache stellt sich die Frage, inwiefern die Selbstaussage Schneiders von 1954 der Wahrheit entspricht. Ist es möglich, dass der Autor mit seiner Erzählung 1938 Widerstand gegen die Rassenpolitik der Nationalsozialisten leistete? Zumindest ein verdeckter Protest ist nicht ohne Weiteres auszuschließen. Oder aber ist seine Selbstaussage fast 10 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Machtherrschaft in Deutschland ein Postulat, das sich durch eine interpretative Vorbelastung des Werkes ergibt? Diese Fragestellung soll exemplarisch an Hand der Disputation im dritten Kapitel der Erzählung geprüft werden. Zur Erörterung des Themas wird zunächst die literarische Umsetzung der Disputation untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Disputation vor Karl V.

2.1. Die literarische Umsetzung des historischen Stoffes

2.2. Der Bezug zum nationalsozialistischen Deutschland

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die Erzählung „Las Casas vor Karl V. Szenen aus der Konquistadorenzeit“ von Reinhold Schneider als verdeckter Protest gegen die Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland interpretiert werden kann, indem sie die literarische Darstellung der Disputation mit zeitgeschichtlichen und rechtstheoretischen Kontexten verknüpft.

  • Analyse der literarischen Umsetzung der Disputation in Schneiders Erzählung
  • Gegenüberstellung von naturrechtlichen und rechtspositivistischen Rechtsauffassungen
  • Untersuchung des Bezugs zur nationalsozialistischen Staatsrechtslehre
  • Diskussion über die Absicht des Autors und die Interpretationsmöglichkeiten des Werkes

Auszug aus dem Buch

2. Die Disputation vor Karl V.

Reinhold Schneiders Erzählung ist in vier Kapitel gegliedert. In diesem Rahmen dienen die ersten zwei Kapitel zur Einführung der Hauptfigur Bartolomé de Las Casas und zur Schilderung der Lebenssituation der Indios seit dem Eintreffen der spanischen Eroberer in Südamerika. Vor allem durch den Augenzeugenbericht des Ritters Bernadino de Lares wird der Zustand in Südamerika veranschaulicht und die in der Disputation behandelte Materie vorbereitet.

Das Streitgespräch, der Höhepunkt der Handlung im dritten Kapitel, bezieht sich auf die reale Diskussion vor Karl V. zwischen Las Casas und Sepulveda in Valladolid 1550. Obwohl der Autor in seiner Erzählung keine Jahreszahlen nennt, kann durch eine Betrachtung der geschichtlichen Zusammenhänge davon ausgegangen werden, dass er die Chronologie der historischen Ereignisse so verändert hat, dass die Disputation in der Erzählfolge bereits im Jahr 1542 stattgefunden haben müsste. Die Disputation in Reinhold Schneiders Darstellung lässt sich in zwei Teile gliedern, wobei der erste Teil etwa zwei Drittel des gesamten Streitgespräches einnimmt.

Der erste Abschnitt beginnt mit den einleitenden Worten des Kardinals Loaisa von Sevilla, der die Teilnehmer der Diskussion vorstellt und den Ausgangspunkt des Disputes der Gelehrten Sepulveda und Bartolomé de Las Casas benennt. Dabei handele es sich um ein von Sepulveda geschriebenes Buch „über die gerechten Gründe des Krieges gegen die Indios“ (LC/76), dessen Unterdrückung Las Casas betrieben habe, da „er der Überzeugung sei, daß des Doktors Sätze falsch und widerchristlich seien“ (LC/77). Obwohl der Kardinal betont, er versuche, „einen jeden der Opponenten zu verstehen“ (LC/77), zeigt er von Beginn an eine Affinität zu Sepulvedas Position. Der Kardinal bringt dies zum Ausdruck, indem er Sepulveda in seinen Ausführungen als Ersten erwähnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung dar, ob die Erzählung als verdeckter Widerstand gegen die Rassenpolitik der Nationalsozialisten zu verstehen ist.

2. Die Disputation vor Karl V.: Das Kapitel analysiert den argumentativen Aufbau der Disputation, die unterschiedlichen Rechtsauffassungen der Kontrahenten und deren Bezug zum nationalsozialistischen Deutschland.

3. Schluss: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass die Intention des Autors aufgrund der Subjektivität wissenschaftlich nicht eindeutig belegbar ist, das Werk jedoch als Mahnmal für Naturrechte und menschliches Gewissen fungiert.

Schlüsselwörter

Reinhold Schneider, Las Casas, Disputation, Naturrecht, Rechtspositivismus, Nationalsozialismus, Judenverfolgung, Widerstandsliteratur, Kolonialpolitik, Indios, Menschenrechte, Gewissen, Staatsrechtslehre, Rassengedanke, Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert Reinhold Schneiders Erzählung „Las Casas vor Karl V.“ hinsichtlich ihrer potenziellen Funktion als verdeckter Protest gegen den Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der literaturwissenschaftlichen Analyse der Disputation, der Gegenüberstellung von Naturrecht und Rechtspositivismus sowie dem historischen Kontext der Entstehungszeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob Reinhold Schneiders Selbstaussage von 1954, das Werk sei ein verdeckter Protest gegen die Judenverfolgung gewesen, historisch und textanalytisch stichhaltig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine textimmanente Analyse der Erzählung mit einer Untersuchung rechtshistorischer und zeithistorischer Kontexte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auswertung der Disputation zwischen Las Casas und Sepulveda sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Staatsrechtslehre des Dritten Reiches.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Begriffe wie Naturrecht, Rechtspositivismus, Rassenideologie, Gewissen und Widerstandsliteratur sind zentral für die Argumentation.

Warum spielt das Gleichnis vom Papageienbaum eine besondere Rolle?

Das Gleichnis dient als bildliche Metapher für die Tragik der Unterdrückung und fungiert als Ausdruck für den Wert menschlicher Vielfalt gegen rassistische Ideologien.

Wie unterscheidet sich die Rechtsauffassung von Sepulveda und Las Casas?

Sepulveda vertritt eine rechtspositivistische Position, die Macht und staatliche Ordnung in den Vordergrund stellt, während Las Casas für ein übergeordnetes Naturrecht eintritt, das die moralische Verantwortung des Einzelnen betont.

Zu welchem Ergebnis kommt die Arbeit bezüglich der Absicht des Autors?

Die Arbeit stellt fest, dass eine eindeutige Bestätigung der Intention des Autors kaum möglich ist, da Interpretationen stark subjektiv geprägt sind und das Werk auch als allgemeines Mahnmal für überzeitliche Menschenrechte gelesen werden kann.

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Details

Title
Zu: Reinhold Schneider "Las Casas vor Karl V. - Szenen aus der Konquistadorenzeit" - Die Disputation - ein Protest gegen die Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland?
College
Free University of Berlin
Course
Literatur des Dritten Reichs
Grade
2,3
Author
Kristina Horn (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V66229
ISBN (eBook)
9783638589031
ISBN (Book)
9783656786863
Language
German
Tags
Reinhold Schneider Casas Karl Szenen Konquistadorenzeit Disputation Protest Judenverfolgung Deutschland Literatur Dritten Reichs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristina Horn (Author), 2005, Zu: Reinhold Schneider "Las Casas vor Karl V. - Szenen aus der Konquistadorenzeit" - Die Disputation - ein Protest gegen die Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66229
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