Paulus - durch Glauben gerecht


Hausarbeit, 2003
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Die Person Paulus
1.1 Wichtige Lebensdaten von Paulus
1.2 Woher stammte Paulus?
1.3 Von Saulus zu Paulus
1.4 Saulus, der Christenverfolger
1.5 Das Damaskuserlebnis
1.6. Paulus, der Christusjünger und Missionar
1.7. Seine Missionsreisen
1.7.1 Die erste Missionsreise
1.7.2 Die zweite Missionsreise
1.7.3 Die dritte Missionsreise
1.8 Seine wichtigsten Botschaften

2.Paulus und seine Briefe
2.1 Der antike Brief als Vorlage für die Briefe des Paulus
2.1.1. Der Briefaufbau
Das Praeskript
Das Proömium
Der Briefkorpus
Das Postskript
2.1.2 Das Schreibmaterial und der Schreibvorgang
Das Schreibmaterial
Der Schreibvorgang
2.2 Die Briefe des Paulus
2.2.1 Die echten Paulusbriefe
2.2.2 Die unechten Paulusbriefe
2.2.3 Die zentralen Inhalte seiner Briefe

Literaturverzeichnis

Paulus und seine Briefe

>Durch Glauben gerecht<

1.Die Person Paulus

Dass Paulus eine der bedeutsamsten Gestalten der ersten christlichen Generation ist[1], lässt sich wohl kaum anzweifeln. Was für ein Mensch war[2] Paulus? Wo kam er her? Wie verlief seine Wandlung vom Christenverfolger zum glühenden Missionar des Christentums? Was brachte ihn dazu, sich so stark für die Verbreitung des Christentums einzusetzen? Was war seine zentrale Botschaft? Diesen Fragen möchte ich unter anderen in der hier vorliegenden Hausarbeit auf den Grund gehen.

Ich konnte aus den Paulusbriefen schon viel für meinen eigenen Glauben herausziehen. Sie sind sehr anschaulich geschrieben und oftmals auch kontrovers. Ich erinnere hier nur kurz an einen Satz aus dem 1. Korinther 14, 34: „sollen die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung; (...) sie sollen sich unterordnen.“ Oder seine Ansichten über die Eheschließung in 1. Korinther 7,8: „Den Ledigen und Witwen sage ich: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich.“

Paulus selbst diskutierte auch kontrovers mit seinem Mitstreiter und Freund Petrus über die Frage der Rechtfertigung durch Werke oder Glauben.

Ich war in den letzten Jahren vor der Agora in Athen, wo Paulus gesprochen hat, in Ephesus, in der Stadt, in der er gegen „wilde Tiere“ (1. Kor. 15,32) gekämpft hat und an verschiedenen Orten in Israel, wie Cäsarea oder Jerusalem. Die Vorstellung, dass Paulus an genau diesen Orten gelebt und gewirkt hat, hat mich jedes Mal wieder fasziniert und mein Verständnis seiner Briefen anschaulicher gestaltet.

Alle diese Punkte haben mich dazu gebracht, mich nun noch einmal genau mit dem Menschen Paulus auseinanderzusetzen.

1.1 Wichtige Lebensdaten von Paulus

- 34 Berufung des Paulus
- 35 erster Jerusalembesuch
- 48 Apostelkonvent
- 48 Antiochenischer Konflikt
- 50/51 Paulus in Korinth, Abfassung des ersten Briefs (1. Tessalonicher)
- 52-55 Paulus in Ephesus
- 55/56 Paulus in Korinth, Abfassung des letzten Briefs (Römerbrief)
- 56 letzter Jerusalembesuch
- 59 Ankunft in Rom[3]

1.2 Woher stammte Paulus?

Paulus Geburtsjahr ist unbekannt. Laut Bornkamm liegt es um die Jahrhundertwende.[4] Das Religionslexikon wagt sogar eine genauere Angabe: Um 10 n. Chr.[5] Er wurde in Tarsus, der Hauptstadt der römischen Provinz Zilizien und einer bedeutenden hellenistischen Großstadt, geboren. Dies steht in Apg 21,39; 22,3. Dort besaß Paulus neben seinem Status als Jude auch das römische Reichsbürgerrecht, das er von seinem Vater vererbt bekam. Diese besondere Stellung als „civis Romanus“[6] hat in seinem späteren Leben bei der Verhaftung in Jerusalem noch eine wichtige Rolle gespielt, wie wir wissen. Dadurch hatte Paulus die Möglichkeit, nach der Verhaftung Einspruch beim Kaiser in Rom einzulegen und auch dort seine Mission fortzuführen.

Seine Eltern waren fromme Juden, die sich mit anderen Diasporajuden in Synagogen trafen. Seine Familie wird dem Stamm Benjamin zugeordnet. Das schließen wir aus Röm 11,1 und Phil 3,5.

Der Beruf des Paulus war tuch- oder lederverarbeitendes Handwerk (Apg 18, 3). Wenn es sich dabei um kostbare Stoffe für Privatleute handelte, dann gehörte Paulus, der ehemals Saulus hieß, auf jeden Fall nicht zu den unteren Gesellschaftsschichten. Er kam schon früh nach Jerusalem, wo er sich zum pharisäischen Schriftgelehrten, auch Rabbi genannt, ausbilden ließ. Wir haben durch die Schriften der Evangelisten ein falsches Bild von Pharisäern, die meist allein als die Gegner Jesu dargestellt werden. Dabei waren Pharisäer angesehene Männer, die so lebten, wie die Bibel es vorschreibt. Dazu gehörten[7]:

- Die Heiligung des Schabbat
- Keine Berührung mit Heiden
- Genaue Beachtung der Tora
- Einhaltung der Gebetszeiten
- Keine Teilnahme an Festen fremder Götter

1.3 Von Saulus zu Paulus

Den jüdischen Vornamen „Saulus“(auch Schaul) benutzt Paulus(auch Paulos) in seinen Briefen nie. Das dies sein Name war, der ihm von seinen Eltern gegeben worden war, wissen wir aber beispielsweise aus Apg 9,1: „Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn (...)“.

Der Name Saul, bzw. Saulus, sollte an den ersten König Saul eines der Stämme Israels erinnern, auf dessen Abstammung Paulus stolz war.

Ich war bisher der Ansicht, dass Paulus erst seit seiner Berufung diesen Namen trug, sozusagen als Zeichen seiner Bekehrung. Dies ist eine weit verbreitete Ansicht, die aber nicht richtig ist. Dazu Bornkamm: „Das behauptet auch die Apostelgeschichte nicht, die mit den Worten „Saulus, alias Paulus“ (13,9) vom Beginn seiner Missionstätigkeit ab(...) ihn nur noch mit seinem allgemein bekannten Namen einführt. Sein jüdischer Name Saul ist als ein mehr familiärer, unter seinen Glaubensgenossen gebräuchlicher, zusätzlicher Name (...) zu verstehen.“[8] Saulus war also ein jüdischer Name, Paulus ein lateinischer.

1.4 Saulus, der Christenverfolger

„Ich wurde beschnitten, als ich eine Woche alt war.

Ich bin von Geburt ein Israelit aus dem Stamm Benjamin,

ein Hebräer von reinster Abstammung.

Was die Stellung zum Gesetz angeht,

gehörte ich zur strengen Richtung der Pharisäer.

Mein Eifer ging so weit,

dass ich die christliche Gemeinde verfolgte.“

(Philipper 3, 5;6)[9]

Warum war Paulus zuerst ein derartiger Christenhasser, dass er es sich sogar zur Lebensaufgabe gemacht hatte, diese zu verfolgen? Paulus war ein jüdischer Pharisäer. Er glaubte, dass derjenige das Heil erreiche, der sich streng an die jüdischen Gesetze halte. Das Jesu Tod und Auferstehung nun das Heil mit sich bringen solle, musste für ihn gotteslästerlich klingen. Zu seiner Zeit begannen die ersten christlichen Gemeinden zu entstehen. In der Apostelgeschichte ist eindeutig belegt, dass Paulus Christen verfolgte.

Apg 8, 3: „Saulus aber suchte die Gemeinde zu zerstören, ging von Haus zu Haus, schleppte Männer und Frauen fort und warf sie ins Gefängnis.“

Apg 26, 10: „(...) wenn sie getötet werden sollten, gab ich meine Stimme dazu.“

Apg 22, 4: „Ich habe die neue Lehre verfolgt bis auf den Tod.“

Apg 22, 19: „(...) dass ich die, die an dich glaubten, gefangen nahm und in den Synagogen geißeln ließ.“

Paulus ließ es aber nicht dabei bewenden, Christen in der „näheren Umgebung“ zu verfolgen. Er weitete die Verfolgung bis nach Damaskus aus. Auf dem Weg dorthin hatte er die berühmte Christusvision, aufgrund derer er sich bekehrte und vom Verfolger zum Missionar wurde.

[...]


[1] Ich verwende in Bezug auf Paulus und die Menschen seiner Zeit teilweise das Präsens und teilweise das Praeteritum. Wenn ich den Autoren Paulus mit seinen Botschaften meine, verwende ich das Präsens und wenn ich über die geschichtliche Person schreibe, benutze ich das Präteritum.

[2] Siehe Fußnote 1.

[3] Welt und Umwelt der Bibel, S. 14.

[4] Vgl. Bornkamm, S. 10.

[5] Vgl. Religionslexikon, S. 246.

[6] Bornkamm, S. 29.

[7] Religion 7/8, S. 121.

[8] Bornkamm, S. 29.

[9] Dies habe ich der Verständlichkeit halber im Gegensatz zu den sonstigen Bibelzitaten aus der „Guten Nachricht“ entnommen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Paulus - durch Glauben gerecht
Hochschule
Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg; Standort Reutlingen
Veranstaltung
Intensivkurs Theologie
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V66237
ISBN (eBook)
9783638589109
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Herkunft Paulus, vom Christusverfolger zum Christusjünger, sein Wirken und seine Botschaft sehr übersichtlich und fachlich kompetent zusammengefasst.
Schlagworte
Paulus, Glauben, Intensivkurs, Theologie
Arbeit zitieren
Heidi Christina Kohlstock (Autor), 2003, Paulus - durch Glauben gerecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66237

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