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Die Kraft von Legitimität und Fairness im Völkerrecht - Vom internationalen Regelgehorsam trotz Fehlens internationaler Regierungsgewalt

Title: Die Kraft von Legitimität und Fairness im Völkerrecht - Vom internationalen Regelgehorsam trotz Fehlens internationaler Regierungsgewalt

Seminar Paper , 2006 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Kristina Horn (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Die deutsche Übersetzung des Wortes fair lautet: 1. anständig, gerecht, ehrlich; 2. den [Spiel]regeln entsprechend, sie beachtend. Damit ist fair primär eine moralische Aufforderung, deren Einhaltung auf den ersten Blick theoretisch nur Vorteile mit sich bringt - denn was fair und dementsprechend gerecht ist schadet zumindest niemandem. Dennoch ist Fairness innerhalb einer Gesellschaft respektive Gemeinschaft zuweilen nicht ohne weiteres vorauszusetzen. Daher stellt sich die Frage ob Fairness mit Hilfe anderer Mittel erzielt werden kann, sollte oder der alleinigen Auffassung eines jeden Einzelnen zu unterliegen hat. Bereits Sokrates hat die Frage aufgestellt wie das Wohlergehen der Menschheit in einem geordneten Zustand zu erhalten sei. Der Ausgangspunkt für eine entsprechende Antwort mutet simpel an: „we must do that which is fair.“
Besonders für das Völkerrecht erscheint die Frage: „Ist internationales Recht fair?“ existenziell. Denn welchen Sinn ergibt ein Recht, das von seinen Adressaten als unfair empfunden wird aber auf Grund eines relativen Mangels an Zwanghaftigkeit ganz besonders dem Aspekt der ‚freiwilligen Befolgung’ unterliegt?
Zur Beurteilung der aufgeworfenen Fragestellung gilt es die grundlegenden Bestandteile von Fairness hinsichtlich ihrer Aufgabe und Bedeutung zu überprüfen. Thomas M. Franck sieht dabei die Legitimität und die ausgleichende Gerechtigkeit bzw. Billigkeit als die wesentlichen Elemente an. Bevor diese beiden Aspekte im Weiteren erörtert werden, ist zunächst auf die Voraussetzungen einzugehen, die einen Fairness-Diskurs überhaupt entstehen lassen. Darüber hinaus gilt es die so genannten gatekeeper, die dabei zu beachten sind zu erörtern. Im Anschluss folgt eine Betrachtung von Legitimität, Billigkeit und Fairness. Die Arbeit endet mit einer Schlussbeurteilung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fairness im internationalen Recht

2.1 Die Voraussetzungen für einen Fairness-Diskurs

2.2 Gatekeeper für den Fairness-Diskurs

3 Legitimität, Billigkeit und Fairness

3.1 Die Kluft zwischen Legitimität und Billigkeit

3.2 Legitimität und Fairness

3.3 Billigkeit als Fairness

3.3.1 Allgemeine Rechtsgrundsätze

3.3.2 Die Unterscheidung von Billigkeit und ex aequo et bono

3.3.3 Verschiedene Modelle für die Durchsetzung von Billigkeit

4 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Legitimität und Fairness im Völkerrecht, insbesondere unter der Fragestellung, wie internationaler Regelgehorsam ohne eine übergeordnete internationale Regierungsgewalt erreicht werden kann. Sie analysiert die theoretischen Grundlagen und Mechanismen, durch die Fairness als stabilisierendes Element in der globalen Rechtsordnung fungieren kann.

  • Fairness als moralische und rechtliche Kategorie im Völkerrecht
  • Voraussetzungen für einen produktiven Fairness-Diskurs
  • Rolle von Gatekeepern bei der Konsensfindung
  • Wechselspiel zwischen Legitimität und Billigkeit
  • Modelle zur gerechten Ressourcenverteilung

Auszug aus dem Buch

2.2 Gatekeeper für den Fairness-Diskurs

Im Vorfeld eines Diskurses sollten bestimmte gatekeeper (Schrankenwerte) abgesprochen werden. Anderenfalls können sich Probleme auf Grund der subjektiven Vorstellungen von Fairness ergeben, die durch den sozialen Kontext und die Geschichte individuell geprägt sind.

It is [...] a human, subjective, contigent quality which merely captures in one word a process od discourse, reasoning, and negotiation leading, if successful, to an agreed formula located at a conceptual intersection betwenn various plausible formulas for allocation.

Ein produktiver Fairness-Diskurs braucht eine durchdachte Absicht von dem was John Rawl als “the idea of an overlapping consensus” bezeichnet hat. Ein faires Verteilungsreglement bedeutet nicht ein System zu schaffen, das von jedem als ein unabdingbar zu befürwortendes Regelwerk angesehen wird. Vielmehr ist von der Idee eines ermittelbaren ‚jedermann’ auszugehen.

Auf der Suche nach einem Konsens über das was Fairness bedeutet ist es unabdingbar, dass zumindest eine Übereinkunft einiger Basis-Werte besteht, die die geteilte Auffassung davon repräsentieren was als vorbehaltlos unfair angesehen wird. Wobei diese Werte nicht als unanfechtbar, sondern vielmehr als gatekeeper eines Diskurses angesehen werden sollten. Nun stellt sich die Frage: was zeichnet solche gatekeeper aus? :

I. Ein solcher geteilter Kern an Voraussetzung ist der minimale Beleg dafür, dass eine Gemeinschaft mit einem gemeinsamen Grundstein existiert auf dem ein rechtliches System konstruiert werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die moralische Bedeutung von Fairness ein und stellt die zentrale Frage nach der existenziellen Notwendigkeit von Fairness für den Regelgehorsam im Völkerrecht.

2 Fairness im internationalen Recht: Dieses Kapitel erläutert, unter welchen Bedingungen (angemessener Mangel, globale Gemeinschaft) ein Fairness-Diskurs entstehen kann und welche Gatekeeper als notwendige Basis für Konsens dienen.

3 Legitimität, Billigkeit und Fairness: Hier wird das Spannungsfeld zwischen verfahrensrechtlicher Legitimität und substanzieller Billigkeit analysiert sowie verschiedene Modelle zur Durchsetzung von Billigkeit im internationalen Kontext untersucht.

4 Schluss: Das Schlusskapitel betont die Notwendigkeit, Fairness als Ausgangspunkt für dauerhafte Verteilungsregelungen zu etablieren, um den Herausforderungen einer sich wandelnden Weltgemeinschaft zu begegnen.

Schlüsselwörter

Völkerrecht, Fairness, Legitimität, Billigkeit, internationaler Regelgehorsam, angemessener Mangel, Gatekeeper, Konsens, Gerechtigkeit, Gesellschaftsvertrag, Maxim-Prinzip, Berechtigungstheorie, Handelsabkommen, globale Gemeinschaft, Ressourcenverteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie in einem internationalen System ohne zentrale Weltregierung Akteure dazu bewegt werden können, Regeln freiwillig zu befolgen, wobei Fairness und Legitimität als entscheidende Bindeglieder fungieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Fairness, die Bedingungen für Fairness-Diskurse, die Rolle von Gatekeepern sowie das Verhältnis von Legitimität zur Billigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Grundlagen zu identifizieren, die ein internationales Recht fair und damit für seine Adressaten akzeptabel machen, um eine stabile internationale Ordnung zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechts- und staatstheoretische Analyse, die auf den Werken von Denkern wie Thomas M. Franck und John Rawls basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Voraussetzungen für Fairness-Diskurse und Gatekeeper definiert, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Spannungsfeldes zwischen Legitimität und Billigkeit sowie deren Umsetzung durch verschiedene rechtliche Modelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Völkerrecht, Fairness, Legitimität, Billigkeit und internationaler Regelgehorsam definieren.

Was versteht man unter dem Begriff "angemessener Mangel"?

Dies ist eine von John Rawls geprägte Situation, in der Ressourcen beschränkt sind und eine Verteilung notwendig wird, was wiederum eine Diskussion über faire Strukturen auslöst.

Welche Funktion haben die "Gatekeeper" im Diskurs?

Gatekeeper fungieren als minimale Basiswerte oder Schrankenwerte, auf die sich eine Gemeinschaft einigt, um einen produktiven Diskurs zu ermöglichen und extrem subjektive Fehlinterpretationen von Fairness zu vermeiden.

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Details

Title
Die Kraft von Legitimität und Fairness im Völkerrecht - Vom internationalen Regelgehorsam trotz Fehlens internationaler Regierungsgewalt
College
Free University of Berlin
Course
Völkerrecht und Außenpolitik
Grade
2,3
Author
Kristina Horn (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V66238
ISBN (eBook)
9783638589116
ISBN (Book)
9783656804949
Language
German
Tags
Kraft Legitimität Fairness Völkerrecht Regelgehorsam Fehlens Regierungsgewalt Völkerrecht Außenpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristina Horn (Author), 2006, Die Kraft von Legitimität und Fairness im Völkerrecht - Vom internationalen Regelgehorsam trotz Fehlens internationaler Regierungsgewalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66238
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