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Natürlicher grammatischer Wandel der temporalen Paradigmen - Schwund der alten markierten Futurparadigmen und die Neubildung des Futurs im modernen Russischen

Title: Natürlicher grammatischer Wandel der temporalen Paradigmen - Schwund der alten markierten Futurparadigmen und die Neubildung des Futurs im modernen Russischen

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Natalie Schnar (Author)

Russian / Slavic Languages
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Summary Excerpt Details

Jede Sprache basiert auf der Existenz eines ihr entsprechenden Sprachsystems, das sich die Sprecher im Prozess des Spracherwerbs angeeignet haben. Aber die Sprache ist nichts statisches, sie unterliegt einem ständigen Wandel, der überwiegend grammatisch initiiert ist.

Gegenstand der vorliegenden Seminararbeit ist der natürliche grammatische Sprachwandel und der damit verbundene Abbau von markierten grammatischen Einheiten, der der Entlastung der Sprachkapazität dient. Die im Rahmen des Hauptseminars „Einführung in die natürliche Grammatik“ durchgeführte Hausarbeit richtet den Fokus auf den grammatischen Wandel der russischen Futurparadigmen und zeichnet den Entwicklungsverlauf vom 11. Jahrhundert bis in die russische Gegenwartsprache nach. Als Erklärungsansatz für den Weg der russischen Futurparadigmen bis in die heutige Form wird das Konzept des natürlichen grammatischen Wandels herangezogen. Diese Entwicklung soll anhand konkreter Beispiele nachvollzogen und dargestellt werden.

Die Arbeit ist in vier Teile gegliedert. Nach einer kurzen Einführung in das Phänomen des natürlichen Sprachwandels geht es im ersten Kapitel darum, den theoretischen Rahmen für die vorliegende Untersuchung vorzustellen. Dabei werden die Begriffe Markiertheitstheorie und das dem grammatischen Sprachwandel zugrunde liegende Prinzip des natürlichen grammatischen Wandels definiert. Um die historische Entwicklung des Futurs nachzuvollziehen, soll im Kapitel zwei zunächst die Entwicklung des russischen Futurs im Verlauf der Sprachgeschichte nachvollzogen werden.

Im darauf folgenden dritten Kapitel wird der Schwund der alten markierten Futurparadigmen sowie die Neubildung der neuen Formen des perfektiven und imperfektiven Futurs anhand konkreter Beispiele dargestellt. Dabei soll der grammatische Wandel anhand des Prinzips des natürlichen grammatischen Wandels erklärt werden. Im letzten Teil der Arbeit werden die Ergebnisse zusammen gefasst. Das Gebiet der natürlichen Sprachwandels ist noch weitgehend unerforscht. Die vorliegende Arbeit bietet daher nur einen kleinen Einblick in die Entwicklungsgeschichte des russischen Futurs und einen Erklärungsansatz für diesen Verlauf, ohne allerdings Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Natürlicher grammatischer Sprachwandel

1.2. Markiertheit und ihr Abbau

1.3. Prinzip des natürlichen grammatischen Wandels

2. Futur im Wandel der Sprachgeschichte

2.1. Futur im Altrussischen (11. – 14. Jahrhundert)

2.1.1. Einfaches Futur

2.1.2. Futur I

2.1.3. Futur II

2.2. Futur im Mittelrussischen (15. – 17. Jahrhundert)

2.2.1. Einfaches Futur

2.2.2. Futur I

2.2.3. Futur II

2.3. Futur im modernen Russischen

2.3.1. Perfektives Futur

2.3.2. Imperfektives Futur

3. Abbau der Markiertheit bei den Futurparadigmen

3.1. Schwund von Futur II

3.2. Herausbildung des imperfektiven Futurs

3.3. Schwund von Futur I

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den historischen grammatischen Wandel der russischen Futurparadigmen vom 11. Jahrhundert bis zur modernen Sprache, wobei der Fokus auf dem Abbau markierter grammatischer Einheiten im Sinne einer Vereinfachung des Sprachsystems liegt.

  • Prinzipien des natürlichen grammatischen Wandels
  • Die Markiertheitstheorie und ihr Einfluss auf die Sprachentwicklung
  • Entwicklung des russischen Tempussystems und der Aspektkategorie
  • Transformation der Futurformen: Von altrussischen Paradigmen zur modernen Struktur
  • Rolle des Ökonomieprinzips bei der Vereinfachung grammatischer Konstruktionen

Auszug aus dem Buch

1. Natürlicher grammatischer Sprachwandel

Das Sprachsystem einer jeden Sprache besteht aus der Gesamtheit von Einheiten und Regeln, aufgrund derer sich zu einer bestimmten Zeit in einer Sprache die gegenseitige Zuordnung von Bedeutungsstrukturen und Lautstrukturen vollzieht. Dabei gilt jede Veränderung des Sprachsystems, ob lexikalisch, morphologisch, phonologisch oder syntaktisch, als Sprachwandel.

Der Sprachwandel ist ein universelles Phänomen und kann wie folgt definiert werden: „Veränderungen in Sprachen in der Zeit werden als S. bezeichnet. Jede natürl. Spr. ist dem Prozess des S. unterworfen; lediglich sog. ‚tote Sprachen’, die v.a. schriftl. tradiert werden, aber niemals S1 sind, sind gegen S. (relativ) resistent“1. Dabei ist mit Sprachwandel jede Veränderung des Sprachsystems gemeint, gleich, ob durch Wegfallen alter oder Ersetzung dieser durch neue Regeln bzw. Spracheinheiten2.

Nach Wolfgang Wurzel wird der überwiegend Sprachwandel nicht normativ phonologisch, morphologisch und syntaktisch, demnach also grammatisch, initiiert somit durch sprachsystem-interne Faktoren. Vorangetrieben wird der natürliche grammatische Wandel durch den Sprecher, der im Sinne der Sprachkapazität unbewusst handelt und alles tut um das Sprachsystem zu vereinfachen. Zu diesem Zweck entscheidet sich der Sprecher, ohne das bewusst zu steuern, für die einfacheren und eindeutigeren grammatischen Konstruktionen und schafft so eine Veränderung des Sprachsystems.3

Zusammenfassung der Kapitel

1. Natürlicher grammatischer Sprachwandel: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Sprachwandels und führt in die Markiertheitstheorie sowie das Prinzip des natürlichen grammatischen Wandels ein.

2. Futur im Wandel der Sprachgeschichte: Hier wird die historische Entwicklung der russischen Futurformen vom Altrussischen über das Mittelrussische bis hin zum modernen Russischen systematisch nachgezeichnet.

3. Abbau der Markiertheit bei den Futurparadigmen: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Mechanismen des Schwunds alter Futurformen und die Etablierung neuer, aspektsensitiver Paradigmen unter Anwendung des Prinzips des natürlichen grammatischen Wandels.

Schlüsselwörter

Natürlicher grammatischer Wandel, Russisch, Futurparadigmen, Markiertheitstheorie, Sprachgeschichte, Altrussisch, Aspektkategorie, Sprachsystem, Ökonomieprinzip, Sprachkapazität, Tempussystem, Perfektiv, Imperfektiv, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den historischen Veränderungen des russischen Futurs und analysiert diese Prozesse durch das theoretische Modell des natürlichen grammatischen Wandels.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des Tempussystems, die Interaktion von Tempus und Aspekt sowie die theoretische Fundierung durch die Markiertheitstheorie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den historischen Wandel der Futurformen im Russischen zu dokumentieren und als einen unbewussten Prozess der Sprachökonomie und Markiertheitsreduktion zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die theoretischen Konzepte des natürlichen grammatischen Wandels und der Markiertheitstheorie, um historische Sprachdaten und deren morphosyntaktische Entwicklung zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Etappen des Futurs, den Schwund der Formen Futur I und II sowie die Herausbildung des heutigen perfektiven und imperfektiven Futurs.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Markiertheitsabbau, Aspektkorrelation, sprachsystem-interne Faktoren und die Ökonomisierung der Sprachkapazität.

Warum spielt die Aspektkategorie eine so wichtige Rolle für das russische Futur?

Die Arbeit zeigt, dass die Entwicklung der Aspektkategorie die Stabilisierung des perfektiven Futurs erzwang und die ursprünglichen, aspektindifferenten Futurformen dadurch funktional verdrängt wurden.

Welche Bedeutung hat das Futur II im historischen Kontext?

Das Futur II diente im Altrussischen der Darstellung einer Handlung in der Zukunft mit besonderem Bezug zur Vergangenheit, verschwand jedoch aufgrund seiner stärkeren Markiertheit gegenüber einfacheren Konstruktionen.

Wie unterscheidet sich das moderne russische Futur vom altrussischen System?

Während das Altrussische drei Futurformen (einfaches Futur, Futur I, Futur II) kannte, verfügt das moderne Russische nur noch über zwei aspektsensitive Futurformen, was als Ergebnis eines langfristigen Vereinfachungsprozesses gedeutet wird.

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Details

Title
Natürlicher grammatischer Wandel der temporalen Paradigmen - Schwund der alten markierten Futurparadigmen und die Neubildung des Futurs im modernen Russischen
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Slawistik)
Course
Einführung in die natürliche Grammatik
Grade
1,7
Author
Natalie Schnar (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V66243
ISBN (eBook)
9783638589161
ISBN (Book)
9783656204572
Language
German
Tags
Natürlicher Wandel Paradigmen Schwund Futurparadigmen Neubildung Futurs Russischen Einführung Grammatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalie Schnar (Author), 2006, Natürlicher grammatischer Wandel der temporalen Paradigmen - Schwund der alten markierten Futurparadigmen und die Neubildung des Futurs im modernen Russischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66243
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