Der Mythos Mafia hat in der Vergangenheit viele Menschen, vor allem Regisseure und Autoren in ihren Bann gezogen. Dabei hat sicher jeder eine andere, ganz eigene Vorstellung, welche Eigenschaften und Vorkommnisse er mit dem Begriff “Mafia” in Verbindung setzt.
Gegenstand dieses Aufsatzes ist das 1970 erschienene Buch von Henner Hess, dass den Namen “Mafia” trägt.
Der Zeitraum der Untersuchung die Hess anstellte und deren Ergebnisse sich zum größten Teil aus archivierten Akten und vergangenen Geschehen zusammensetzen, sind die Jahre zwischen 1880 und 1890, die Provinzen, auf die seine Ausführungen bezogen sind, liegen im westlichen Siziliens.
Die Jahre zw. 1880 und 1890 können als die “klassischen Jahre” der Mafiosi angesehen werden.
Inhaltsverzeichnis
- Der Mythos Mafia
- Mafiosi oder Organisation?
- Die Entstehung des Typus Mafioso
- Merkmale der sizilianischen Sozialstruktur
- Doppelte Moral
- Der Mafioso als "uomo di respetto"
- Machenschaften des Mafioso
- Die "Cosca"
- Das "Partito"
- Die "Faktio"
- Fehlschlüsse anderer Autoren
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Aufsatz von Henner Hess aus dem Jahr 1970 analysiert die Entstehung und Funktionsweise der Mafia in Sizilien zwischen 1880 und 1890. Hess untersucht die Ursachen für die Entstehung dieser gewalttätigen Strukturen, die durch eine besondere Form der Machtverschiebung geprägt sind.
- Das Konzept der Mafia als psychische Attitüde und moralischer Code
- Die Rolle der sizilianischen Sozialstruktur und der "omertà" bei der Entstehung der Mafia
- Die Machenschaften des Mafioso und seine Beziehungen zur "cosca", "partito" und "faktio"
- Die Unterscheidung der Mafia von anderen kriminellen Strukturen wie "Brigantaggio" und "ladrismo"
- Die Fehlinterpretationen des Begriffs "Mafia" durch andere Autoren
Zusammenfassung der Kapitel
Der Aufsatz beginnt mit einer Definition des Begriffs "Mafia", die sich von journalistischen und juristischen Interpretationen unterscheidet. Hess fokussiert auf die Mafia als eine psychische Attitüde und moralischen Code, geprägt von Stolz, Loyalität und Gewaltbereitschaft.
Im Anschluss wird die Entstehung des "Typus Mafioso" untersucht. Hierbei werden die Merkmale der sizilianischen Sozialstruktur, die "omertà" und die "doppelte Moral" als entscheidende Faktoren identifiziert.
Das nächste Kapitel beleuchtet den Mafioso als "uomo di respetto" innerhalb der ländlichen Bevölkerung. Es werden seine Fähigkeiten zur Gewaltanwendung und zur Respekteinforderung, sowie die Bedeutung der "cosca", des "partito" und der "faktio" für die Ausübung seiner illegalen Machenschaften beleuchtet.
Der Aufsatz endet mit einer kritischen Auseinandersetzung mit Fehlschlüssen anderer Autoren zum Thema "Mafia".
Schlüsselwörter
Mafia, Sizilien, "omertà", "uomo di respetto", "cosca", "partito", "faktio", Gewalt, Respekt, "Brigantaggio", "ladrismo", psychische Attitüde, moralischer Code.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Henner Hess unter dem Begriff „Mafia“?
Hess definiert die Mafia primär als eine psychische Attitüde und einen moralischen Code, geprägt von Stolz und Gewaltbereitschaft, weniger als eine straff organisierte Geheimgesellschaft.
Was bedeutet „omertà“?
Omertà bezeichnet die Pflicht zum Schweigen gegenüber staatlichen Behörden. Sie ist ein zentraler Bestandteil des mafiosen Ehrenkodex in Sizilien.
Wer ist ein „uomo di respetto“?
Ein „Mann des Respekts“ ist ein Mafioso, der durch Gewaltanwendung und soziale Einflussnahme Autorität in der ländlichen Bevölkerung Siziliens erlangt hat.
Was sind Cosca, Partito und Faktio?
Dies sind Begriffe für mafiose Bündnisse und Netzwerke: Die „Cosca“ ist die lokale Gruppe, während „Partito“ und „Faktio“ eher politische und interessengeleitete Seilschaften beschreiben.
In welchem Zeitraum siedelt Hess seine Untersuchung an?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Jahre 1880 bis 1890, die als die „klassischen Jahre“ des sizilianischen Mafioso gelten.
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- Daniel Valente (Author), 2006, Essay zum Thema 'Mafia', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66262