Bei meinem Praktikum in einer Regelschule habe ich mich speziell dem Sportunterricht gewidmet und dabei sehr viele Eindrücke gewinnen können. Eindrücke, die die Einstellungen zum Sport in der Schule aus Lehrer- Schüler- und Elternsicht betreffen, die sich mit den äußeren Bedingungen dieser Sportstätte beschäftigen, die aber auch den pädagogischen Inhalt einer Sportstunde widerspiegeln. Was den Sportunterricht allgemein betrifft, so sind sich Pädagogen und Wissenschaftler einig, und auch mein persönlicher Eindruck kann dies nur bestätigen, dass sich etwas ändern muss. Wie die Situation des Schulsports allgemein aussieht, beschreibe ich im Kapitel 2 und das Kapitel 3, nämlich der konkrete Sportunterricht an meiner Praktikumsschule, bildet den Kernpunkt dieser Arbeit. Ich möchte dabei auch besonders mit der Erhebung einer kleinen Statistik zur Schülerbeteiligung am Sportunterricht beweisen, dass im heutigen Schulsport einiges schief läuft und von Grund auf neu durchdacht werden muss.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die aktuelle Situation des Schulsports in Deutschland
3. Der Sportunterricht an der Regelschule
3.1. Die äußeren Bedingungen
3.1.1. Die Sportstätte
3.1.2. Organisation des Sportunterrichts
3.2. Der Unterrichtsinhalt
3.3. Schülerbeteiligung
3.3.1. Eigene Statistik
3.3.2. Gründe
3.3.3. Lösungsansätze
4. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der aktuellen Situation des Sportunterrichts an deutschen Regelschulen, wobei der Fokus insbesondere auf der mangelnden Schülerbeteiligung und den zugrunde liegenden Ursachen liegt.
- Analyse der äußeren Rahmenbedingungen wie Sportstätten und Unterrichtsorganisation
- Untersuchung von Schülereinstellungen und Motivationsdefiziten
- Durchführung einer empirischen Statistik zur Unterrichtsteilnahme
- Kritische Reflexion der pädagogischen Ansätze und Notenvergabe
- Erörterung von Lösungsansätzen zur Steigerung der Sportmotivation
Auszug aus dem Buch
3.3.2. Gründe
Die Gründe liegen also ganz wo anders. Ich habe mich gefragt, warum der Schüler diese fehlende Motivation für den Sportunterricht hat und bin durch viele Gespräche mit Lehrern und Schülern auf ganz verschiedene Ansätze gestoßen.
Der am nahe liegenste und einfachste wahre Grund ist sicher ein zu schlechter Unterricht oder mit einem zu schlechten Lehrer. Auf dieser Schule trifft dies teilweise auch zu, denn wie bereits erwähnt sind die Bedingungen schon so schlecht, dass Abwechslung kaum möglich ist. Dass Sportlehrer an dieser Schule es deswegen auch kaum schaffen, ihre Schüler ohne Noten- und Leistungsdruck zum Sportunterricht zu motivieren, musste ich leider auch feststellen.
Dazu ein Gespräch mit einem Schüler einer 10. Klasse: Ich: „Warum machst du nicht mit?“ Schüler: „Ich hab kein bock auf diesen laschen Unterricht!“ Ich: „Aber du treibst doch in deiner Freizeit auch Sport, oder?“ Schüler: „Ja, ich mache Krafttraining und Boxen, aber das ist was ganz anderes. Das hier ist langweilig.“
In diesem Fall könnte doch der Lehrer mit den Schülern Kampf- und Raufspiele machen und genau diesen Schüler dazu um Rat fragen.
Aber auch schon das Elternhaus spielt dabei eine große Rolle. Wenn der Schüler aus einem Elternhaus kommt, in dem Sport als wichtig angesehen und auch gemeinsam Sport getrieben wird, dann ist die Einstellung zu diesem eine ganz andere, als wenn das Elternhaus Sport als Vergeudung und gar unnötig betrachtet. Der letztere Fall ist leider sehr häufig und das auch gerade an dieser Schule, die in einem sozialen Brennpunkt Erfurts liegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation für die Themenwahl basierend auf Praktikumserfahrungen und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor.
2. Die aktuelle Situation des Schulsports in Deutschland: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Zustand des Schulsports, gestützt durch aktuelle Studien und historisch bekannte Defizite.
3. Der Sportunterricht an der Regelschule: Der Hauptteil analysiert konkret die Bedingungen, Inhalte und die Schülerbeteiligung an der besuchten Praktikumsschule.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einem Appell an die Sportlehrer, die Gestaltung des Unterrichts grundlegend zu überdenken und positiver zu beeinflussen.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Schülerbeteiligung, Schulsport, Motivation, Regelschule, Sportstätte, Leistungsdruck, Sportpädagogik, Unterrichtsorganisation, Sportlehrer, Bewegungsfreude, Sportnote, Jugendlich, Praktikumsbericht, Schulsportreform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation des Sportunterrichts an deutschen Schulen, speziell unter dem Aspekt der Schülerbeteiligung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die äußeren Bedingungen (Sportstätten, Organisation), die pädagogische Gestaltung der Sportstunden und die Faktoren, die zu einer Verweigerung der Teilnahme durch Schüler führen.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Frage ist, warum Schüler die Teilnahme am Sportunterricht verweigern und durch welche Faktoren dies motiviert oder verhindert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf Literaturanalysen sowie eine selbst durchgeführte empirische statistische Erhebung der Schülerbeteiligung während seines Praktikums.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die konkrete Situation an einer Regelschule, untersucht die Gründe für Motivationsverluste bei Schülern und diskutiert Lösungsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sportunterricht, Schülerbeteiligung, Motivation, Leistungsdruck und Sportpädagogik.
Warum wird im Sportunterricht der Schule zwischen Jungen und Mädchen getrennt?
Die Trennung erfolgt aufgrund didaktisch-wissenschaftlicher Überlegungen, um insbesondere den Mädchen eine höhere Wohlfühlatmosphäre und mehr Selbstbewusstsein zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt das soziale Umfeld für die Sportmotivation?
Das Elternhaus hat einen großen Einfluss: Wenn Sport dort als wichtig erachtet wird, ist die Einstellung der Kinder meist positiver, während ein negatives Umfeld Desinteresse fördert.
Welche Rolle spielt die Notengebung laut dem Autor?
Der Autor sieht in der permanenten Notengebung und dem damit verbundenen Leistungsdruck ein Hemmnis, da dies den eigentlichen Sinn des Sports in den Hintergrund drängt.
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- Theresia Meier (Author), 2006, Die aktuelle Situation des Sportunterrichts in Deutschland mit einer Analyse der Schülerbeteiligung - Praktikumsbericht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66296