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Die Geschichte des komischen Trivialromans

Titre: Die Geschichte des komischen Trivialromans

Dossier / Travail , 1998 , 37 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Susanne Prang (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Thema vorliegender Hausarbeit ist die komische Trivialliteratur in der Epoche der Aufklärung (17./18.Jhd.), und zwar speziell der komische Trivialroman. Triviale Merkmale finden sich zwar auch in anderen humoristischen Genres jener Zeit, wie zum Beispiel dem Lustspiel oder dem Volksschwank, eine Beschränkung auf den Roman erfolgt in dieser Arbeit aber vor allem deshalb, weil dieses Genre nach seiner Etablierung auch schon in den Augen der meisten Aufklärer besonders gut geeignet schien, aufklärerisches Gedankengut nahe zu bringen und zu vermitteln. Als umfangreiche Prosaerzählform kann der Roman sowohl unterhalten als auch gleichzeitig belehren, und bei einer Ausgeglichenheit dieser beiden Faktoren könne Aufklärung, laut der Wirkungsästhetik Johann George Sulzers (1720 - 1779), am effektivsten geschehen.
In dieser Arbeit soll nun die Geschichte des komischen Trivialromans dargestellt werden, mit einem Hinweis auf die Prosasatiren Liscows und Rabeners als eine der literarischen Gattungen, die den komischen Trivialroman in seiner Entwicklung beeinflussen.
Darüber hinaus folgt eine Beschreibung der ersten Schelmenromane Don Quijote und Simplicissimus, durch die der komische Trivialroman sicherlich am meisten geprägt wird, sowie der ersten satirischen Romane in Deutschland. Andere literarische Gattungen wie die Narrenliteratur, die Schwankliteratur, die Wundererzählung und das Märchen, welche ebenfalls im Zusammenhang mit der Geschichte des Trivialromans stehen, sollen hier allerdings ausgeklammert werden. Es werden des Weiteren einige komische Trivialromane vorgestellt und in einigen Punkten mit ihrem direkten Vorgänger, dem Abenteuerlichen Simplicissimus von Grimmelshausen (1668), der als der erste bedeutende Prosaroman in Deutschland gilt, verglichen. Der Vergleich soll Aufschluß darüber geben, ob und in welcher Art Qualitätsunterschiede vorliegen und worauf diese Qualitätsunterschiede zurückzuführen sind.
Am Schluß soll anhand der in dieser Arbeit getroffenen Aussagen und Ergebnisse versucht werden, die These Hans Naumanns, es handele sich bei der Trivialliteratur um abgesunkenes Kulturgut, zu diskutieren. So soll auch zunächst eine Erklärung dessen erfolgen, was Naumann unter „abgesunkenem Kulturgut“ versteht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Die These vom abgesunkenen Kulturgut

III Die Geschichte der komischen Trivialliteratur

III.1 Die Satire

III.2 Der satirische Roman

III.2.1 Vorbild Don Quijote von CERVANTES

III.2.2 Vorbild Der abenteuerliche Simplicissimus von GRIMMELSHAUSEN

III.2.3 Der satirische Roman in Deutschland um 1750

IV Gründe für eine Trivialisierung und Abnahme an Qualität in zahlreichen Romanen des 18. Jahrhunderts

V Beispiele für komische Trivialromane des 18. und 19. Jahrhunderts:

VI Vergleich von Schelmenroman, satirischem Roman und komischen Trivialroman

VII Diskussion der Naumannschen These und Schluß

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des komischen Trivialromans während der Epoche der Aufklärung und analysiert, inwieweit dieser Prozess als eine Form des "abgesunkenen Kulturguts" nach Hans Naumann betrachtet werden kann, wobei die Rolle der Lesebedürfnisse und des literarischen Marktes kritisch beleuchtet wird.

  • Analyse der Transformation vom satirischen Roman zum komischen Trivialroman.
  • Untersuchung des Einflusses klassischer Schelmenromane auf die Struktur und Thematik.
  • Diskussion der sozio-ökonomischen Hintergründe für Trivialisierungstendenzen im 18. Jahrhundert.
  • Vergleich der qualitativen Unterschiede zwischen exemplarischen Beispielromanen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie vom abgesunkenen Kulturgut.

Auszug aus dem Buch

III.2.1 Vorbild Don Quijote von CERVANTES

Miguel de Cervantes Saavedra (1547 – 1616) veröffentlicht diesen Pikaroroman (span. „Picaro“ = Schelm) in zwei Teilen 1605 und 1615. Diese Jahre fallen in die Zeit des sogenannten „Goldenen Zeitalters“ Spaniens (1519 – 1659), das wegen der Verfolgungen durch die Inquisition (im Zuge der Gegenreformation) eine beklemmende Zeit für die Spanier darstellt.

Hauptfigur in Cervantes` Roman ist Don Quijote, wie der Held sich selber nennt, ein verarmter Nachkomme des niederen Adels, der durch leidenschaftliche und übertriebene Lektüre von unrealistisch-märchenhaften Ritterromanen den Verstand verliert. Er hat keinen anderen Gedanken mehr, als die Welt der Ritterbücher selbst in die Wirklichkeit umzusetzen, und so zieht er aus, auf einer betagten Mähre reitend, eine Barbierschüssel als Helm tragend und in Begleitung des Bauern Sancho Pansa, den er zu seinem Knappen ernennt. Sancho Pansa ist das genaue Gegenteil von Don Quijote, nämlich dickleibig und realistisch, während Don Quijote als sehr hager (er wird auch „der Ritter der traurigen Gestalt“ genannt) und eben völlig realitätsfremd beschrieben wird, so dass dieses Paar eine recht groteske Kombination vorstellt.

Der Roman setzt sich nach dem Vorbild der aus „Aventûren“ bestehenden mittelalterlichen Ritterepen aus zahlreichen Abenteuern zusammen, die Don Quijote und Sancho Pansa zusammen bestehen. Dabei handelt es sich selten um echte Abenteuer als vielmehr um viele lächerliche und komische Situationen, denen die beiden Antihelden bei dem Versuch, die Welt der Ritter auf die Gegenwart zu übertragen, fortwährend ausgesetzt sind. So erlebt Don Quijote beispielsweise eine Episode, in der er an ein Wirtshaus kommt, vor dessen Tür einige Mädchen, vermutlich Huren, stehen. Der Wirt ist ein ehemaliger Betrüger aus Andalusien. In Quijotes Augen allerdings stellt sich das Wirtshaus als eine Burg und die Anwesenden als Kastellan und Burgfräulein dar. Quijote bittet den „Burgherrn“, ihn zum Ritter zu schlagen. Dieser hat genügend literarische Bildung, um auf Quijote einzugehen und erfüllt die ihm aufgetragene Bitte im angrenzenden Stall. Allerdings ist er bemüht, den verrückten Quijote so schnell wie möglich wieder loszuwerden und verzichtet dafür sogar auf die Zeche.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Vorstellung der Thematik des komischen Trivialromans im 18. Jahrhundert und Festlegung des Untersuchungsrahmens durch einen Vergleich mit dem Simplicissimus.

II Die These vom abgesunkenen Kulturgut: Erläuterung der Theorie Hans Naumanns über den Diffusionsprozess kultureller Güter von der Ober- in die Unterschicht.

III Die Geschichte der komischen Trivialliteratur: Historischer Abriss der Entwicklung der Satire und der satirischen Romane sowie deren Vorbilder.

III.1 Die Satire: Analyse der ironisch-bissigen Prosa von Liscow und der gemäßigteren, gefallenden Satire Rabeners.

III.2 Der satirische Roman: Darstellung der Entstehung des satirischen Romans vor dem Hintergrund des Verlusts an Innerlichkeit im 18. Jahrhundert.

III.2.1 Vorbild Don Quijote von CERVANTES: Untersuchung der Bedeutung des Pikaroromans für die literarische Kritik und die Form des satirischen Romans.

III.2.2 Vorbild Der abenteuerliche Simplicissimus von GRIMMELSHAUSEN: Analyse der Bedeutung des Werkes als bedeutender Prosaroman und dessen Einfluss auf die satirische Literatur.

III.2.3 Der satirische Roman in Deutschland um 1750: Überblick über parodistische Tendenzen und die Rolle von Autoren wie Neugebauer und Wieland.

IV Gründe für eine Trivialisierung und Abnahme an Qualität in zahlreichen Romanen des 18. Jahrhunderts: Untersuchung des literarischen Marktes und der Auswirkungen des Publikumsgeschmacks auf die Literaturqualität.

V Beispiele für komische Trivialromane des 18. und 19. Jahrhunderts: Vorstellungen von Werken wie "Siegfried von Lindenberg", "Thomas Kellerwurm" und weiteren.

VI Vergleich von Schelmenroman, satirischem Roman und komischen Trivialroman: Synthese der Gemeinsamkeiten, wie des Wegmotivs und des Zufalls, zwischen den Gattungen.

VII Diskussion der Naumannschen These und Schluß: Kritische Evaluierung, ob die Trivialliteratur tatsächlich aus einem Abwärtssog von Kulturgut resultiert oder durch die Dynamik der Aufklärung selbst geprägt wurde.

Schlüsselwörter

Komischer Trivialroman, Aufklärung, Satire, Schelmenroman, Don Quijote, Simplicissimus, Trivialisierung, Kulturgut, Literaturmarkt, Rezeptionsgeschichte, Leserbedürfnisse, Sozialkritik, Romanmanufakturen, literarische Unterhaltung, 18. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Aufstieg und die Trivialisierung des komischen Romans in der deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts im Kontext der Aufklärung.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Themen sind die literarische Qualität, die Rolle des Marktes für Unterhaltungsliteratur, die Einflüsse barocker Vorbilder sowie soziologische Aspekte des Leseverhaltens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung zum komischen Trivialroman aufzuzeigen und dabei die These vom "abgesunkenen Kulturgut" von Hans Naumann kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von Werken (z.B. Vergleich von satirischen Romanen mit späteren Trivialformen) in Kombination mit einer diskursiven Auseinandersetzung mit Literaturtheorien durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der satirischen Wurzeln, die Untersuchung der Markteinflüsse auf die Trivialisierung und eine detaillierte Betrachtung konkreter Beispielromane wie etwa "Thomas Kellerwurm".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Trivialisierung, Satire, Aufklärung, Romanmarkt und die Interdependenz von Autor und Leserschaft charakterisiert.

Wie unterscheidet sich der satirische vom komischen Roman laut Verfasserin?

Der satirische Roman zeichnet sich durch größere ironische Schärfe und eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Missständen aus, während der komische Trivialroman stärker der reinen Unterhaltung dient.

Warum wird der Begriff "abgesunkenes Kulturgut" hinterfragt?

Die Autorin stellt die Auffassung infrage, dass Kultur nur automatisch nach unten durchsickert; sie argumentiert, dass auch die gebildeten Schichten durch den "Verlust an Innerlichkeit" einen starken Bedarf an Unterhaltung entwickelten, der die Trivialisierung mit vorantrieb.

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Résumé des informations

Titre
Die Geschichte des komischen Trivialromans
Université
University of Hamburg
Cours
Neuere deutsche Literatur
Note
1,7
Auteur
Susanne Prang (Auteur)
Année de publication
1998
Pages
37
N° de catalogue
V66311
ISBN (ebook)
9783638589598
ISBN (Livre)
9783656776369
Langue
allemand
mots-clé
Geschichte Trivialromans Neuere Literatur
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Susanne Prang (Auteur), 1998, Die Geschichte des komischen Trivialromans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66311
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Extrait de  37  pages
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