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Geschichtsbilder in Virginia Woolf´s Between the Acts

Title: Geschichtsbilder in Virginia Woolf´s Between the Acts

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Elisabeth Kaulen (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Geschrieben zur Zeit des zweiten Weltkriegs wird Virginia Woolf`s Roman Between the Acts meist als Kommentar der Autorin zu den geschichtlichen Ereignissen und zu Geschichte im Allgemeinen gelesen. So äußert sich auch Deiman: “The tragic intensity and desperation of the time forced her to an almost obsessive preoccupation with history on virtually every page of this posthumous novel.” In der Forschungsliteratur wird dabei die Frage behandelt, welche Konzeptionen von Geschichte Virginia Woolf in ihrem Roman vermittelt und welche Schlussfolgerungen sich auf daraus für die Geschichtssicht Virginia Woolfs ziehen lassen. Ewald Mengel unterscheidet in seinem Werk “Geschichtsbild und Romankonzeption“ drei verschiedene Geschichtskonzeptionen. Während die lineare Konzeption von einer Einmaligkeit der Ereignisse ausgeht, die sowohl als Höherentwicklung als auch als Verfall gedeutet werden kann, wird Geschichte innerhalb des zyklischen Geschichtsbildes als kontinuierliche Auf- und Abwärtsbewegung interpretiert. Das kontingente Geschichtsbild hingegen sieht Geschichte nicht als festgelegtes Konstrukt, sondern betont, dass der Sinn der Geschichte immer nur als vorläufig verstanden werden kann und vom jeweils späteren Zeitpunkt neu interpretiert werden muss.
Angewendet auf Virginia Woolf`s Between the Acts soll nun innerhalb dieser Arbeit die Frage geklärt werden, welche verschiedenen Geschichtskonzeptionen Virginia Woolf in ihrem Roman darstellt, auf welche Weise dies geschieht und welche Funktion dadurch erfüllt wird. Dazu sollen verschiedene Bereiche, wie das Setting, die Protagonisten sowie das Pageant hinsichtlich der hier vermittelten Geschichtsmuster untersucht werden. Abschließend soll in diesem Zusammenhang festgestellt werden, ob und inwiefern Virginia Woolf eine bestimmte Geschichtskonzeption einer anderen vorzieht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Landsitz Pointz Hall

3. Geschichtsbilder der Protagonisten

3.1 Bart

3.2 Lucy

3.3 Giles

3.4 Isa

4. Bedeutung von Geschichte für verschiedene Generationen

5. Geschichtsdarstellung im Pageant

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Geschichtskonzeptionen Virginia Woolf in ihrem Roman "Between the Acts" vermittelt und welche Funktionen diese für die Charaktere sowie das Setting erfüllen. Dabei wird analysiert, wie das Verständnis von Geschichte die Identität der Protagonisten prägt und inwiefern der Roman als Kommentar zur Zeit des Zweiten Weltkriegs sowie zum allgemeinen menschlichen Erleben von Zeit und Wandel gelesen werden kann.

  • Analyse verschiedener Geschichtskonzeptionen (linear, zyklisch, kontingent)
  • Untersuchung des Settings Pointz Hall als historischer Spiegel
  • Charakterisierung der Protagonisten (Bart, Lucy, Giles, Isa) hinsichtlich ihres Geschichtsbewusstseins
  • Die Rolle des Pageant als gemeinschaftsstiftendes und zugleich irritierendes Element
  • Das Spannungsfeld zwischen Tradition, Isolation und dem Wunsch nach Veränderung

Auszug aus dem Buch

3. Geschichtsbilder der Protagonisten

Für Bartholomew Oliver, auch Bart genannt, hat die Geschichte einen hohen Stellenwert und erfüllt verschiedene Funktionen. Schon zu Beginn des Romans fällt auf, wie oft Bart auf Geschichte referiert. In seinen Erzählungen lässt er sowohl persönliche Erinnerungen als auch die Geschichte von Pointz Hall oder der Umgebung wiederauferstehen: “Then he told her the famous story of the great eighteenth-century winter; when for a whole month the house had been blocked by snow.“(4). Als das Ehepaar Haines zu Besuch ist, erzählt er, wie seine Mutter ihm 60 Jahre zuvor ein Werk von Byron geschenkt hat. Diese Erzählungen dienen jedoch nicht immer nur der privaten Erinnerung. Geschichte gehört zu den Themen, die die Konversation bei gesellschaftlichen Anlässen in Gang halten können:

But he remembered his guest. The family was not a family in the presence of strangers. He must, rather laboriously, tell them the story of the pictures at which the unknown guest had been looking when Giles came in. (29).

Ganz zu Recht wird der Vorfahre in diesem Zusammenhang als “talk-producer“ bezeichnet. Trotzdem ist Geschichte für Bart zunächst persönliche Erinnerung, die er sich gerne ins Gedächtnis ruft. Seine Vergangenheit empfindet er nicht als bedrückend, sondern kann sich mit ihr identifizieren. Wie groß dieses Identifikationspotential ist, zeigt die Art und Weise, wie er, als ehemaliges Mitglied des Indian Civil Service, seinen Aufenthalt in Indien im Traum vergegenwärtigt:

But the master was not dead; only dreaming; drowsily, seeing as in a glass, ist lustre spotted, himself, a young man helmeted; and a cascade falling. But no water; and the hills, like grey stuff pleated; and in the sand a hoop of ribs; a bullock maggot-eaten in the sun; and in the shadow of the rock, savages; and in his hand a gun. The dream hand had clenched; the real hand lay on the chair arm, the veins swollen but only with a brownish fluid now. (10).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Kontext des Zweiten Weltkriegs ein und skizziert die methodische Untersuchung von Geschichtskonzeptionen bei Virginia Woolf.

2. Der Landsitz Pointz Hall: Dieses Kapitel beschreibt das Setting als Ort historischer Kontinuität und gleichzeitiger Bedrohung durch die Moderne und bevorstehende kriegerische Ereignisse.

3. Geschichtsbilder der Protagonisten: Eine detaillierte Analyse der individuellen Geschichtsauffassungen von Bart, Lucy, Giles und Isa, die jeweils unterschiedliche Bewältigungsmechanismen für ihre Identität darstellen.

4. Bedeutung von Geschichte für verschiedene Generationen: Zusammenfassende Betrachtung, wie unterschiedliche Altersgruppen Geschichte entweder als identitätsstiftende Tradition oder als erdrückenden Zwang erleben.

5. Geschichtsdarstellung im Pageant: Untersuchung des Pageant als sozial-integratives, jedoch gleichermaßen irritierendes Experiment, das die Zuschauer zur Reflexion über ihre eigene Zeit und Identität zwingt.

6. Schlussbemerkung: Resümee, dass Woolf keine feste Geschichtsdeutung vorgibt, sondern Geschichte als offenes Angebot zur individuellen Subjektkonstituierung darstellt.

Schlüsselwörter

Virginia Woolf, Between the Acts, Geschichtskonzeption, Identität, Pointz Hall, Pageant, Kontinuität, Moderne, Kolonialismus, Erinnerung, Zyklisches Geschichtsbild, Isolation, Kommunikation, Gesellschaftskritik, Vorkriegszeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Geschichtsbilder in Virginia Woolfs Roman "Between the Acts" und analysiert, wie diese die Wahrnehmung der Protagonisten sowie deren Identität und gesellschaftliche Stellung beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Erinnerung, die Bedeutung von Tradition gegenüber modernem Wandel, das Phänomen der sozialen Isolation sowie die Funktion des literarischen und geschichtlichen Erbes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu klären, welche spezifischen Geschichtskonzeptionen Woolf im Roman darstellt und ob sie dabei eine bestimmte Sichtweise bevorzugt oder die Geschichte als vielschichtiges, subjektives Konstrukt thematisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur (wie etwa die Modelle von Ewald Mengel) auf Symbole, Motive und Aussagen der Protagonisten hin untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Setting Pointz Hall, die individuellen Sichtweisen der Hauptfiguren Bart, Lucy, Giles und Isa sowie die Funktion des Pageants als Spiegel für die gesellschaftliche Zerrissenheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind u.a. Geschichtskonzeption, Identität, Kontinuität, Zyklus, Entfremdung, Kommunikation und die Fragmenthaftigkeit der Moderne.

Wie unterscheidet sich die Geschichtsauffassung von Bart und Lucy?

Während Bart als Rationalist und ehemaliger Kolonialbeamter auf Tradition und imperiale Geschichte setzt, nutzt Lucy ihre religiösen und evolutionären Vorstellungen, um Geschichte als harmonisches, zyklisches Ganzes zu begreifen.

Warum empfinden Isa und Giles die Geschichte als belastend?

Im Gegensatz zur älteren Generation empfinden Isa und Giles die Geschichte als determinierenden Zwang; sie fühlen sich in ihren Rollen gefangen und sehen in der ständigen Wiederholung der Vergangenheit eher ein Hindernis für die eigene Entfaltung.

Welche Funktion hat das Pageant im Roman?

Das Pageant fungiert als ein Experiment, das die Zuschauer durch das Aufzeigen fragmentarischer Szenen ihrer eigenen Zerrissenheit und Sprachlosigkeit konfrontiert und sie so aus ihrer Lethargie zu reißen versucht.

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Details

Title
Geschichtsbilder in Virginia Woolf´s Between the Acts
College
University of Bonn  (Englisches Seminar)
Course
Der englische historische Roman
Grade
1,3
Author
Elisabeth Kaulen (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V66319
ISBN (eBook)
9783638589642
ISBN (Book)
9783656811480
Language
German
Tags
Geschichtsbilder Virginia Woolf´s Between Acts Roman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elisabeth Kaulen (Author), 2005, Geschichtsbilder in Virginia Woolf´s Between the Acts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66319
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