In diesem Heft werden zwei Fragen zum Geben von Feedbacks bearbeitet:
Wie soll der Feedbackempfänger am Besten mit Feedback umgehen? Soll er sich zunächst alles anhören und in Ruhe ein anderes Mal darüber nachdenken, so wie ein „Eichhörnchen, dass Nüsse sammelt und sie nach und nach knackt“? Oder ist es ratsamer sich direkt mit der Rückmeldung des Gegenübers auseinander zu setzten?
Und welche Bedingungen sind hilfreich, um es dem Feedbackempfänger zu erleichtern, die Rückmeldung anzunehmen? Denn nur wenn er das Feedback innerlich annimmt, kann er einen Nutzen aus der Rückmeldung ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Eine Definition des Feedbackbegriffs
3 Ursprung des Feedback-Konzepts
4 Wirkungsweise und Probleme des Feedbacks
5 Das SABS-Modell
6 Förderliche Bedingungen zur Akzeptanz von Feedback
7 Verhaltenstipps für Feedbackempfänger: Eichhörnchen- oder Kuhstrategie?!
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die förderlichen Bedingungen für die Akzeptanz von interpersonellem Feedback, um Feedbackempfängern einen konstruktiven Umgang mit Rückmeldungen zu erleichtern und den Nutzen von Feedback für die persönliche oder professionelle Weiterentwicklung zu maximieren.
- Grundlagen und Definition des Feedbackbegriffs
- Die Wirkungsweise von Feedback unter Berücksichtigung des Johari-Fensters
- Kommunikationspsychologische Analyse mittels SABS-Modell
- Förderliche Strategien zur Steigerung der Feedback-Akzeptanz
- Umgangsstrategien für Feedbackempfänger (Eichhörnchen- vs. Kuhstrategie)
Auszug aus dem Buch
7 Verhaltenstipps für Feedbackempfänger: Eichhörnchen- oder Kuhstrategie?!
Der Empfänger eines Feedbacks sollte versuchen keine Abwehrhaltung einzunehmen und sich zu rechtfertigen.
Stattdessen sollte er zuhören, über das Gesagte nachdenken, bei Bedarf, nachdem der Andere ausgesprochen hat, Rückfragen stellen und anmerken, wenn es ihm zu viel wird. Der Feedbackempfänger könnte sich fragen: „Was will er mir sagen?“, „Finde ich mich darin wieder?“ oder „Wie kommt es zu dieser Wahrnehmung?“13. Oft werden Feedbacks abgelehnt, zum Beispiel indem man die Autorität des Senders herabsetzt oder seinen Eindruck „falsch“ nennt. Der Eindruck des Senders ist jedoch niemals falsch, da er subjektiv ist.
Auch wenn sich das Beobachtete des Senders nicht mit dem Eindruck des Empfängers deckt, muss der Empfänger eingestehen, „dass gerade hierin sein „Blinder Fleck“14 bestehen kann (vergleiche Abschnitt 2.4). Häufig wird auch versucht, ein Feedback mit dem Satz „Das ist wohl dein Problem“15 abzutun. Es ist zwar möglich, dass der Sender tatsächlich seine Probleme auf den Empfänger überträgt, „aber warum der Mitteilungsimpuls gerade in der Begegnung mit dieser Person aufkam, diesbezüglich mag der Feedback-Empfänger durchaus sich selbst prüfen“16.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Arbeit und stellt die zentrale Frage nach hilfreichen Bedingungen zur Annahme von interpersonellem Feedback.
2 Eine Definition des Feedbackbegriffs: Dieses Kapitel definiert Feedback als Rückmeldung zur Verringerung der Diskrepanz zwischen Ist- und Soll-Werten und grenzt es gegen rein technische Regelprozesse ab.
3 Ursprung des Feedback-Konzepts: Der Abschnitt skizziert die historische Entstehung der Feedbackmethode im Jahr 1946 durch Forschungen von Kurt Lewin.
4 Wirkungsweise und Probleme des Feedbacks: Unter Einbezug des Johari-Fensters wird erläutert, wie Feedback den Bereich des „blinden Flecks“ verringern kann, wobei die Problematik der Akzeptanz im Vordergrund steht.
5 Das SABS-Modell: Das Kapitel erläutert das 4-Seiten-Modell der Kommunikation und seine Relevanz für das Verständnis von Feedback-Botschaften.
6 Förderliche Bedingungen zur Akzeptanz von Feedback: Hier werden Strategien vorgestellt, wie Feedback formuliert sein muss, um als glaubwürdig und wertschätzend wahrgenommen zu werden.
7 Verhaltenstipps für Feedbackempfänger: Eichhörnchen- oder Kuhstrategie?!: Dieses Kapitel vergleicht zwei spezifische Verhaltensweisen – das Eichhörnchen und die Kuh – als Strategien, um Feedback reflektiert aufzunehmen und zu verarbeiten.
Schlüsselwörter
Interpersonelles Feedback, SABS-Modell, Johari-Fenster, Feedback-Akzeptanz, Kommunikation, Beratungsgespräch, Verhaltensänderung, Feedbackgeber, Feedbackempfänger, Selbstexploration, Ich-Botschaften, Glaubwürdigkeit, Eichhörnchenstrategie, Kuhstrategie, Gruppendynamik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen und praktischen Bedingungen, unter denen interpersonelles Feedback von Empfängern angenommen und konstruktiv genutzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Feedback, die psychologische Wirkungsweise mittels Johari-Fenster und SABS-Modell sowie Strategien für Feedbackgeber und -empfänger.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Feedback so gestaltet und aufgenommen werden kann, dass es zu einer tatsächlichen Verhaltensreflexion und -optimierung führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und bezieht sich insbesondere auf empirische Erkenntnisse der Doktorarbeit von Bernd Oberhoff sowie praxisorientierte Konzepte der Gruppendynamik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Definition, die Wirkungsweise von Feedback, das SABS-Modell der Kommunikation, förderliche Bedingungen für die Akzeptanz von Feedback und konkrete Verhaltenstipps für Empfänger.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Feedback-Akzeptanz, Kommunikation, SABS-Modell, Johari-Fenster und interpersonelles Feedback charakterisiert.
Was unterscheidet das „Eichhörnchen“ von der „Kuh“ bei der Feedback-Verarbeitung?
Das Eichhörnchen hört sich das Feedback zunächst in Ruhe an und verarbeitet es später, während die Kuh sofort über das Feedback nachdenkt und es intensiv durchkaut.
Warum spielt die „Glaubwürdigkeit“ beim negativen Feedback eine so große Rolle?
Negative Rückmeldungen bedrohen das Selbstwertgefühl; daher versuchen Empfänger oft, die Informationsquelle abzuwerten, sofern das Feedback nicht als informativ und glaubwürdig wahrgenommen wird.
Warum ist das SABS-Modell für Feedbackgeber relevant?
Es hilft dem Feedbackgeber zu verstehen, dass jede Nachricht auf mehreren Ebenen (Sachinhalt, Appell, Selbstoffenbarung, Beziehung) verstanden werden kann und somit eine bewusste Formulierung erfordert.
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- Benjamin Finkenrath (Autor), 2006, Förderliche Bedingungen für die Akzeptanz von interpersonellem Feedback, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66447