Ohne die Entnahme von natürlichen Ressourcen ist ein menschliches Wirtschaften und Leben nicht möglich. Bei den natürlichen Ressourcen handelt es sich aber nicht nur um regenerierbare Ressourcen, sondern auch um solche, welche die Literatur als erschöpflich ansieht und deren Gesamtbestand demnach konstant ist. Hierzu zählen z.B. Erdöl und Kohle. Folglich müssen gerade diese erschöpflichen Ressourcen der Natur als knapp eingestuft werden und der Mensch ihre Entnahme behutsam überdenken. Aber gerade diese Entnahme führte in den Industrieländern zu erheblichen materiellen Wohlstand. Dies brachte jedoch eine Beschränkung der Nutzungsmöglichkeiten von Nicht-Industrieländern und vor allem künftiger Generationen mit sich. Mit zunehmender Knappheit dieser Ressourcen erlangte der Umweltbegriff im Zuge eines Bewusstseinwerdens an der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlage mit Beginn der 70er Jahre zusehends an politischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Eckpfeiler dieser Bewegung war die internationale Umweltkonferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992, in welcher sich die Teilnehmerstaaten zu einer nachhaltigen Umweltpolitik verpflichteten. Spätestens seit diesem Erdgipfel von Rio gehört das Thema Nachhaltigkeit zur politischen Agenda. Das Aktionsprogramm der Agenda 21, welches auf der Rio-Konferenz beschlossen wurde, sieht die Erstellung nationaler Nachhaltigkeitsstrategien ausgerichtet auf die Gegebenheiten, Möglichkeiten und Prioritäten des jeweiligen Staates vor. Auch die Bundesrepublik Deutschland verpflichtete sich zur Aufstellung einer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie auf einer Sondergeneralversammlung der Vereinten Nationen in New York 1997. Im September 2002 soll diese dann auf dem Weltgipfel in Johannesburg vorgestellt werden. Die Johannesburg-Konferenz gilt als Fortsetzung des Erdgipfels von Rio mit dem Ziel, Kenntnisse über den Stand der Entwicklung von Strategien zur Nachhaltigkeit zu erlangen, welche Verpflichtung für die damaligen Teilnehmerstaaten ist. Ein erstes deutsches Konzept gab es mit dem Ausklang des letzten Jahres und erst am 17. April 2002, also kurz vor der „Deadline“ der Johannesburg-Konferenz im September, erschien die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie unter dem Namen „Perspektiven für Deutschland“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen von Nachhaltigkeitsstrategien
2.1 Nachhaltigkeit und deren wachsende Bedeutung im internationalem Konsens
2.2. Ziele und Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung
3. Kritische Diskussion der Nachhaltigkeitsstrategie
3.1 Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie auf dem Prüfstand
3.2 Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie im internationalen Vergleich
4. Schlussbemerkungen
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektiven für Deutschland“ kritisch zu hinterfragen, auf ihre theoretische Konsistenz zu prüfen und sie im internationalen Kontext zu vergleichen, um ihre tatsächliche Stellung und Effektivität zu bewerten.
- Theoretische Grundlagen und Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs
- Analyse der Ziele und Instrumente der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie
- Kritische Auseinandersetzung mit ordnungsrechtlichen und ökonomischen Instrumenten
- Internationaler Vergleich der Nachhaltigkeitsstrategien und des Umwelt-Audits
Auszug aus dem Buch
3.1 Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie auf dem Prüfstand
Im folgenden werden die Hauptinstrumente der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie analysiert und auf ihre theoretische Wertmäßigkeit hin überprüft. Die Instrumente der Bundesregierung lassen sich in ordnungsrechtliche, ökonomische und informatorische Instrumente untergliedern. Zur letzteren zählen auch freiwillige und organisatorische Instrumente. Im Mittelpunkt dieser Seminararbeit werden die ordnungsrechtlichen und ökonomischen Instrumente stehen, da sie den bedeutsameren Teil der staatlichen Umweltpolitik umfassen. Die Instrumente werden dabei in Anlehnung an GERKEN hinsichtlich der Ziel- und Systemkonformität, ökonomischer Effizienz sowie institutioneller Beherrschbarkeit untersucht, um anhand dieser Kriterien die Theoriegestütztheit der Strategie der Bundesregierung zu überprüfen.
Zu den ordnungsrechtlichen Instrumenten gehören Unterlassungs- und Verwendungsauflagen. Solche Verbote und Gebote sollen im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung zu einer Einhaltung von gesetzten Umweltstandards dienen. Bspw. soll so den Tierschutz gedient werden, wenn ein Verbot der Käfigbatteriehaltung bis 2007 ausgesprochen wird. Weiter ist der Nachhaltigkeitsstrategie zu entnehmen, dass Auflagen gerade im Bereich des Klimaschutzes und bei der Reduzierung der Flächennutzung in Zusammenhang mit problemlösenden Konzepten dienen sollen. In diesem Rahmen haben bereits einige Kommunen ein Flächenmanagement aufgestellt, wodurch eine umfassende Abstimmung von Aktivitäten und Maßnahmen zur Nutzung der knappen Ressource Fläche stattfindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Knappheit natürlicher Ressourcen und den historischen Kontext des Nachhaltigkeitsbegriffs, der seit der Rio-Konferenz 1992 ein zentraler Bestandteil der globalen und nationalen politischen Agenda ist.
2. Grundlagen von Nachhaltigkeitsstrategien: Dieses Kapitel definiert Nachhaltigkeit als Leitbild für Generationengerechtigkeit und erläutert den Strategiebegriff sowie die Einbettung der deutschen Strategie in den europäischen und internationalen Konsens.
3. Kritische Diskussion der Nachhaltigkeitsstrategie: Hier werden die ordnungsrechtlichen und ökonomischen Instrumente der Bundesregierung hinsichtlich ihrer Effizienz und Zielkonformität analysiert und mit internationalen Ansätzen verglichen.
4. Schlussbemerkungen: Das Fazit stellt fest, dass die Strategie der Bundesregierung zwar umweltpolitisch vorteilhafte Ziele enthält, aber durch die Dominanz klassischer Instrumente und eine gewisse Strategielosigkeit in ihrer Effektivität eingeschränkt bleibt.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeitsstrategie, Nachhaltigkeit, Bundesregierung, Umweltpolitik, Nachhaltigkeit, Instrumente, ordnungsrechtliche Instrumente, ökonomische Instrumente, Generationengerechtigkeit, Klimaschutz, Ressourceneffizienz, internationale Verantwortung, Umwelt-Audit, Umweltplanung, Emissionsminderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektiven für Deutschland“ und untersucht, ob es sich dabei um eine qualifizierte, zukunftsfähige Strategie handelt oder lediglich um eine Reaktion auf internationalen Druck.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung von Nachhaltigkeit, der Evaluation der eingesetzten Instrumente (Auflagen, Abgaben, Subventionsabbau) und dem internationalen Vergleich der Strategie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, eine qualifizierte Aussage über die theoretische Wertmäßigkeit und die internationale Stellung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt eine kritische Analyse der eingesetzten umweltpolitischen Instrumente in Anlehnung an theoretische Kriterien wie Ziel- und Systemkonformität sowie ökonomische Effizienz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden ordnungsrechtliche Verbote und Gebote sowie ökonomische Steuerungsinstrumente wie Abgaben und Subventionen im Detail untersucht und auf ihre Innovationsfreundlichkeit sowie Implementierbarkeit geprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nachhaltigkeitsstrategie, Generationengerechtigkeit, Umweltpolitik, Effizienz, ordnungsrechtliche Instrumente und internationaler Vergleich.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der deutschen Bundesregierung?
Die Arbeit kritisiert eine gewisse Strategielosigkeit und vage Zielvorgaben, bemängelt die Verwendung klassischer, teils ineffizienter Instrumente und sieht Deutschland nicht mehr in der internationalen Vorreiterrolle.
Warum schneidet Deutschland im internationalen Umweltranking laut Arbeit schlecht ab?
Die Autorin/der Autor führt dies auf die starke Verrechtlichung der deutschen Politik, den konfrontativen Politikstil und wirtschaftliche Probleme nach der Wiedervereinigung zurück, die Deutschland im Vergleich zu anderen Nationen zurückfallen ließen.
- Citation du texte
- Sebastian Skrzipek (Auteur), 2002, Nachhaltigkeitsstrategien im politischen Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6653