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Interventionen fremder Truppen im Bürgerkrieg von Sierra Leone 1991-1999

Title: Interventionen fremder Truppen im Bürgerkrieg von Sierra Leone 1991-1999

Thesis (M.A.) , 2003 , 128 Pages , Grade: 5,0 (CH) = gut (D)

Autor:in: lic. phil. I Richard Müller (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Die Hauptfrage kristallisierte sich nach eingehender Beschäftigung mit dem Bürgerkrieg in Sierra Leone heraus. Es zeigte sich, dass nebst ‚internen Akteuren’ auch immer wieder ‚Akteure von aussen’ auf den Bürgerkrieg Einfluss nahmen. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist die Analyse der Interventionen der Economic Community of West African States (ECOWAS) mittels deren Eingreiftruppe ECOWAS Cease Fire Monitoring Group (ECOMOG) und der Vereinten Nationen. Dabei zeigt sich, dass die ECOMOG und die Vereinten Nationen zunehmend eine herausragende Rolle im Versuch zur Beendigung des Bürgerkriegs hatten. Steht diese Haltung der UNO nun im Zusammenhang mit der neu definierten UNO-Rolle in der Konfliktbewältigung oder nicht? Lassen sich konkrete Umsetzungsversuche dieser Rolle am Fallbeispiel Sierra Leone ausfindig machen? Um dieses Ziel zu erreichen, wird folgende Hauptfrage aufgestellt:

Welche Rolle spielten die Interventionen einzelner Staaten, regionaler Organisationen und der Vereinten Nationen im Bürgerkrieg von Sierra Leone?

Damit die Hauptfrage beantwortet werden kann, werden folgende Unterfragen gestellt:

1. Welcher Art waren die Interventionen?
2. Wer waren die wichtigsten Akteure und welche Motive hatten sie?
3. Was waren die Ziele der Interventionen?
4. Wie war das Verhältnis von Anspruch und Wirklichkeit?
5. Wie steht es um die Legitimation der jeweiligen Intervention?

In diesem Zusammenhang stellt sich zunächst die Frage nach dem Völkerrecht. Die UNO-Charta enthält verschiedene Möglichkeiten, wie der Sicherheitsrat einer Bedrohung des Friedens auf internationaler Ebene entgegenwirken kann.
Es darf angenommen werden, dass ein früheres und energischeres Eingreifen seitens der Verein-ten Nationen den Bürgerkrieg verkürzt hätte. Dass sich die Vereinten Nationen dessen bewusst sind, lässt sich aus dem Bericht des Generalsekretärs Kofi Annan vom 16. April 1998 schliessen, wonach sich die Vereinten Nationen mehrfach als unfähig erwiesen haben, den Frieden in innerstaatlichen Konflikten herzustellen. Auch im Fall Sierra Leone haben die Vereinten Nationen lange gezögert, energisch einzuschreiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Einführung ins Thema

2. Fragestellung

3. Die rechtlichen Grundlagen einer Intervention

4. Forschungsstand

5. Vorgehensweise, Literatur- und Quellenlage und Aufbau

II. Hauptteil

1. Die Vorgeschichte 1985-1991

1.1 Sierra Leone am Vorabend des Bürgerkriegs

1.2 1985, ein neuer Hoffnungsträger am Horizont: Präsident Momoh

1.3 Staat und Wirtschaft: 1985-1991

1.4 Die Gründung der Revolutionary United Front

2. Die Zeit von 1991-1996: Von der RUF-Rebellion zum Bürgerkrieg

2.1 Der Beginn der RUF-Rebellion im Jahr 1991

2.2 Die Eskalation zum Bürgerkrieg 1992-1996

2.3 Der lange Weg zum Frieden: Demokratische Wahlen und die Aufnahme von Friedensverhandlungen 1996

2.4 Der Friedensvertrag von Abidjan 1996

2.5 Die Rolle der UNO, ECOWAS und Executive Outcomes 1991-1996

3. Die Zeit von 1997-1999: Verstärktes Engagement von UNO, Nigeria und ECOWAS

3.1 Die Reaktion der Vereinten Nationen auf den Friedensvertrag von Abidjan

3.2 Mai 1997: Staatskollaps in Sierra Leone

3.3 Die Intervention Nigerias im Juni 1997

3.4 Regionales Peacekeeping: Die zunehmende Rolle der ECOWAS 1997

3.5 Die internationale Reaktion: halbherzig und verspätet

3.6 Die Sicherheitsratsresolution 1132 vom 8. Oktober 1997

3.7 Neue Verhandlungen und der Friedensvertrag von Conakry 1997

3.8 Vom Scheitern des Friedensvertrages von Conakry zu Beginn des Jahres 1998 bis zum Jahresende 1998

3.9 Die Reaktion der Vereinten Nationen 1998: Die UN-Sicherheitsratsresolution 1181

3.10 Vom Kampf um Freetown im Januar 1999 bis zur UN-Sicherheitsratsresolution 1270 im Oktober 1999

3.11 Der Vertrag von Lomé und die Vereinten Nationen 1999

4. Ausblick

III. Fazit:

1. Die Rolle der Interventionen einzelner Staaten, regionaler Organisationen und der UNO

1.1 Die Arten der Interventionen

1.2 Die wichtigsten Akteure und ihre Motivationen

1.3 Die Ziele der Interventionen

1.4 Anspruch und Wirklichkeit der Interventionen

1.5 Die Legitimation der Interventionen

2. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle und Wirksamkeit internationaler und regionaler Interventionen während des Bürgerkriegs in Sierra Leone zwischen 1991 und 1999. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwiefern das Engagement der Vereinten Nationen und der ECOWAS im Einklang mit einer neu definierten UN-Friedensrolle stand und welche Faktoren den Erfolg oder Misserfolg dieser Interventionen beeinflussten.

  • Analyse der Interventionen durch ECOWAS (ECOMOG) und die Vereinten Nationen.
  • Untersuchung der rechtlichen Grundlagen und der Legitimation von Interventionen in innerstaatlichen Konflikten.
  • Bewertung des Einflusses externer Akteure, einschließlich privater Sicherheitsfirmen wie Executive Outcomes.
  • Verhältnis zwischen den humanitären Zielen der Interventionen und den machtpolitischen Interessen der beteiligten Staaten.
  • Aufarbeitung der Entwicklung vom Peacekeeping zu Peace-Enforcement-Ansätzen im Kontext des Sierra-Leone-Konflikts.

Auszug aus dem Buch

3.2 Mai 1997: Staatskollaps in Sierra Leone

Zur Umsetzung des UN-Operationskonzeptes sollte es vorläufig nicht kommen, denn die Ereignisse begannen sich im Jahr 1997 zu überschlagen: Die RUF und die sierraleonische Regierung beschuldigten sich schon seit dem Frühjahr 1997 gegenseitig, die Umsetzung des Friedensvertrages von Abidjan zu behindern. Mitte Januar 1997 kam jegliche Kommunikation zwischen den beiden Kriegsparteien zum Erliegen. Hinzu kam die Befürchtung der sierraleonischen Regierung, dass der amerikanische Kongress, der zu diesem Zeitpunkt ausstehende Zahlungen an die Vereinten Nationen in der Höhe von 1 Million US-Dollar blockiert hatte, weiterhin seine Schulden bei der Weltorganisation nicht begleichen würde. Dadurch war die Hoffnung auf die Entsendung der neutralen UNO-Beobachtertruppe ernsthaft gefährdet. Diese Umstände waren massgeblich für das Scheitern des Friedensvertrages verantwortlich. Gleichzeitig kam es zu Unstimmigkeiten innerhalb der RUF, die darin gipfelten, dass Philip Palmer, ein RUF-Mitglied der ersten Stunde, mit der Erklärung an die Öffentlichkeit gelangte, Sankoh sei abgesetzt worden. Als Grund gab er an, Sankoh sei fest entschlossen gewesen, den Friedensprozess in Sierra Leone zu torpedieren und das Leiden des sierraleonischen Volkes zu verlängern. Fast zeitgleich mit der Bekanntgabe seiner Absetzung reiste Foday Sankoh Anfang März 1997 heimlich nach Nigeria. Am Mohammed Murtala Flughafen in Nigeria wurde er verhaftet, weil er eine Pistole und Munition mit sich führte. Angeblicherweise war der Rebellenführer aus persönlichen Gründen nach Nigeria gereist. Die nigerianischen Behörden vermuteten jedoch, dass er Waffen für die RUF beschaffen wollte. Sankoh wurde daraufhin in Abuja (Hauptstadt Nigerias) in einem Hotel unter Hausarrest gestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Bietet eine Einführung in das Thema, stellt die Forschungsfrage und erläutert die rechtlichen sowie theoretischen Grundlagen für Interventionen in innerstaatliche Konflikte.

II. Hauptteil: Analysiert chronologisch die Entwicklung des Konflikts von der Vorgeschichte (1985-1991) über die Zeit der Rebellion (1991-1996) bis hin zum verstärkten Engagement von UNO, Nigeria und ECOWAS (1997-1999).

III. Fazit: Fasst die Ergebnisse bezüglich der Rolle einzelner Staaten, regionaler Organisationen und der UNO zusammen und reflektiert die Legitimation sowie den Erfolg der durchgeführten Interventionen.

Schlüsselwörter

Sierra Leone, Bürgerkrieg, Intervention, Vereinte Nationen, UNO, ECOWAS, ECOMOG, RUF, humanitäre Hilfe, Friedensvertrag, Völkerrecht, Staatskollaps, Sicherheitsrat, Konfliktlösung, Demokratisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Lizentiatsarbeit befasst sich mit der Analyse der internationalen und regionalen Interventionen im Bürgerkrieg von Sierra Leone zwischen 1991 und 1999 und deren Auswirkungen auf den Friedensprozess.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die rechtlichen Rahmenbedingungen von Interventionen, die Rolle der ECOWAS und ihrer Eingreiftruppe ECOMOG, das Engagement der Vereinten Nationen sowie die Auswirkungen der Kriegsökonomie (insbesondere Diamanten) auf den Konflikt.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, die Rolle der beteiligten Akteure zu beleuchten und zu klären, wie effektiv diese Interventionen zur Beendigung des Bürgerkriegs und zur Stabilisierung des Landes beigetragen haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen historisch-kritischen sowie einen hermeneutisch-interpretativen Ansatz, kombiniert mit einer Analyse völkerrechtlicher Quellen und offizieller UN-Dokumente.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Untersuchung: Beginnend bei der politischen Situation unter Präsident Momoh, über die RUF-Rebellion und die Eskalation zum Bürgerkrieg bis zur Zeit des verstärkten Engagements durch die UNO und Nigeria von 1997 bis 1999.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sierra Leone, Bürgerkrieg, Intervention, Vereinte Nationen, ECOWAS, RUF, Völkerrecht und der "failed state"-Status.

Wie bewertet der Autor die Rolle von "Executive Outcomes"?

Die Arbeit betrachtet den Einsatz dieses südafrikanischen Söldnerunternehmens als symptomatisches Anzeichen für ein Sicherheitsvakuum, das durch das anfängliche Zögern internationaler Organisationen entstanden war.

Welchen Stellenwert hat der Friedensvertrag von Lomé in der Analyse?

Der Vertrag von Lomé wird als ambivalentes Dokument analysiert, das einerseits den Krieg offiziell beenden sollte, aber aufgrund der gewährten Amnestien und Machtbeteiligungen der RUF auch als "Kapitulation" vor den Rebellen kritisch hinterfragt wird.

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Details

Title
Interventionen fremder Truppen im Bürgerkrieg von Sierra Leone 1991-1999
College
University of Zurich  (Historisches Seminar der Universität Zürich)
Course
Lizentiatsprüfungen
Grade
5,0 (CH) = gut (D)
Author
lic. phil. I Richard Müller (Author)
Publication Year
2003
Pages
128
Catalog Number
V66550
ISBN (eBook)
9783638591164
ISBN (Book)
9783638725224
Language
German
Tags
Interventionen Truppen Bürgerkrieg Sierra Leone Lizentiatsprüfungen ECOWAS Civil War Westafrika West Africa Kindersoldaten Blutdiamanten Diamanten UNO Vereinte Nationen UNO-Sicherheitsrat UNAMSIL Foday Sanko Charles Taylor Sierra Leone Konflikt Bewaffneter Konflikt Friedensförderung Intervention Liberia Peace Keeping
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
lic. phil. I Richard Müller (Author), 2003, Interventionen fremder Truppen im Bürgerkrieg von Sierra Leone 1991-1999, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66550
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