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Wo sind die Toten? Auferstehung, Gericht und ewiges Leben in Jürgen Moltmanns "Das Kommen Gottes"

Title: Wo sind die Toten? Auferstehung, Gericht und ewiges Leben in Jürgen Moltmanns "Das Kommen Gottes"

Seminar Paper , 2006 , 36 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Maja Lengert (Author)

Theology - Systematic Theology
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Der Tod markiert die Grenze zwischen dem, was wir noch wahrnehmen können, und dem, was wir nur zu hoffen vermögen. Alles, was jenseits der Todesgrenze liegt, entzieht sich unserer irdischen Wahrnehmung und ist gerade deshalb ein ständiges und bleibendes Thema in der Theologie. Darum möchte ich mich in dieser Arbeit näher mit diesem Thema und besonders mit der Frage „Wo sind die Toten?“, wie sie sich Jürgen Moltmann in seiner Eschatologie „Das Kommen Gottes“ stellt, beschäftigen. Hierzu möchte ich zunächst seine Gedanken vorstellen und abschließend meine eigenen Gedanken dazu formulieren. Zuerst werde ich mich mit seinen Überlegungen über die Vorraussetzungen zum ewigen Lebenbeschäftigen. Also damit, was vom Menschen nach seinem irdischen Tod bleibt um sich auf den Weg zum ewigen Leben zu machen. Moltmann nennt hier die zwei Denkmodelle von der Unsterblichkeit der Seele und der Auferstehung des Fleisches,die ich näher betrachten möchte
In einem zweiten Abschnitt wird es dann um die Vorstellungen vom Weg selbst,seinen möglichen Stationen und seinem Ziel gehen. Hier werde ich zunächst Moltmanns Gedanken zum Purgatorium und dem Seelenschlaf, als mögliche „Zwischenstationen“ bis zur allgemeinen Auferstehung betrachten und mich dann den Vorstellungen einer individuellen Auferstehung zuwenden. Im dritten Abschnitt meiner Arbeit werde ich mich dann mit dem Ausgang des Gerichts als endgültige Entscheidung über den Verbleib der Toten beschäftigen. Abschließend werde ich mich dann noch einmal kritisch mit Moltmanns Überlegungen insgesamt auseinandersetzen und diese im Hinblick darauf betrachten, in wie weit sie die Frage nach dem Verbleib der Toten beantworten sowie die Hoffnungen und Befürchtungen, die hiermit verbunden sind, aufnehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bleibt vom Menschen nach dem Tod?

2.1 Unsterblichkeit der Seele

2.2 Auferstehung des Fleisches

2.3 Göttlicher Lebensgeist als unsterbliche Seele

3. Wo sind die Toten? - Der Weg zum ewigen Leben

3.1 „Purgatorium“ oder „Seelenschlaf“ als mögliche Zwischenstationen zwischen irdischem Tod und allgemeiner Auferstehung

3.2 „Auferstehung im Tod“ oder „Gemeinschaft Christi mit den Lebenden und den Toten“ als persönliche Auferstehung

3.3 Das Jüngste Gericht und sein Ausgang als endgültige Entscheidung über den Verbleib der Toten

4. Das Leben nach dem Tod

4.1 Schrecken, Hoffnung oder Trost im irdischen Leben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Jürgen Moltmanns eschatologischen Überlegungen in seinem Werk „Das Kommen Gottes“ auseinander, um zu ergründen, wie das christliche Verständnis vom Verbleib der Toten, der Auferstehung und dem Jüngsten Gericht heute hoffnungsvoll und tröstlich formuliert werden kann.

  • Die Differenzierung zwischen den Denkmodellen der Unsterblichkeit der Seele und der leiblichen Auferstehung.
  • Die Untersuchung verschiedener Zwischenzustände wie Purgatorium und Seelenschlaf im Vergleich zur individuellen Auferstehung.
  • Die Analyse der eschatologischen Frage nach dem Ausgang des Jüngsten Gerichts (Allversöhnung vs. doppelter Gerichtsausgang).
  • Die Herausarbeitung der Bedeutung der „Gemeinschaft Christi mit den Lebenden und den Toten“ für das christliche Hoffnungskonzept.

Auszug aus dem Buch

3.1 „Purgatorium“ oder „Seelenschlaf“ als mögliche Zwischenstationen zwischen irdischem Tod und allgemeiner Auferstehung

Bevor Moltmann fünf Diskussionsanregungen zum Fegefeuer aufzeigt, erläutert er Herkunft und Inhalt dieser Vorstellung vom „Purgatorium“.

Als dogmatischen Ausgangspunkt für diese Lehre nennt er die Erklärung „Bededictus Deus“ von Papst Benedikt XII aus dem Jahr 1336, in der davon ausgegangen wird, dass die Entscheidung für die Ewigkeit mit dem Tod gefallen ist und bereits direkt nach dem Tod ein persönliches Gericht über den Menschen gefällt wird. In diesem Gericht werden dem, der an Christus glaubt, zwar die Sünden vergeben, er muss aber noch von ihnen gereinigt werden. Diese Aufgabe übernimmt das Purgatorium, indem der Mensch zum Einen dadurch leidet, dass die ersehnte Gottesschau aufgeschoben wird (poena damni), und zu Anderen durch Bußleiden, die sich in ihrer Intensität an den Sünden des Lebens orientieren (poena sensus). Dadurch, dass alle, die an Christus glauben, in der Gemeinschaft der Heiligen verbunden sind, können die noch Lebenden durch Fürbitten und Eucharistiefeiern für die Toten bitten und die Strafen des Purgatoriums mildern. Anders als die Hölle, die die endgültige Verdammung bedeutet, ist das Purgatorium zeitlich begrenzt und garantiert die Aussicht auf das ewige Leben, da es nur einen Ausgang kennt – das ewige Leben.

Moltmann kommt als Antwort auf die Frage, welche Hoffnung in Bezug auf Christus diese Vorstellung bringt, zu der Auffassung, dass das Purgatorium der bedingungslosen Liebe, die Gott in Christus zeigt, zu widersprechen scheint. Die Vorstellung einer Gemeinschaft zwischen Lebenden und Toten in der Gemeinschaft der Heiligen als Element der Purgatoriumsvorstellung beurteilt er zwar als gut und notwendig, in der Vorstellung einer körperlosen Seele sieht er die Suche nach einer Gemeinschaft mit den Toten, die mit Leib und Seele geliebt wurden, jedoch nicht befriedigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung steckt das Thema der persönlichen Eschatologie ab und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dem Verbleib der Toten im Kontext von Moltmanns Werk.

2. Was bleibt vom Menschen nach dem Tod?: Dieses Kapitel kontrastiert die klassischen Modelle der Unsterblichkeit der Seele mit der christlichen Hoffnung auf die Auferstehung des Fleisches und diskutiert Moltmanns Verständnis des göttlichen Lebensgeistes.

3. Wo sind die Toten? - Der Weg zum ewigen Leben: Hier werden Modelle wie Purgatorium und Seelenschlaf kritisch geprüft und Moltmanns Entwurf einer „Gemeinschaft Christi mit den Lebenden und Toten“ als Alternative entwickelt.

4. Das Leben nach dem Tod: Das abschließende Kapitel reflektiert die persönlichen Erkenntnisse der Autorin hinsichtlich der Hoffnung und des Trostes, die Moltmanns Theologie für das irdische Leben und das Verständnis der Verstorbenen bietet.

Schlüsselwörter

Jürgen Moltmann, Eschatologie, Auferstehung, Jüngstes Gericht, Unsterblichkeit der Seele, Purgatorium, Seelenschlaf, Allversöhnung, Gemeinschaft Christi, christliche Hoffnung, ewiges Leben, Theologie, Gerichtsausgang, Verwandlung, Glaube.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert Jürgen Moltmanns eschatologische Vorstellungen zur Frage „Wo sind die Toten?“ und reflektiert deren Bedeutung für das christliche Verständnis von Auferstehung und Gerechtigkeit.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Seele und Leib, der Weg der Toten in der „Zwischenzeit“ sowie die kontroversen Interpretationen des Jüngsten Gerichts.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwieweit Moltmanns Konzepte, insbesondere die Allversöhnung und die Gemeinschaft mit Christus, eine tragfähige Antwort auf die Frage nach dem Verbleib der Toten und den damit verbundenen Hoffnungen bieten.

Welche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematisch-theologische Analyse, die Moltmanns Denkmodelle vorstellt, kontrastiert und anschließend kritisch auf ihre Tröstlichkeit und biblische Fundierung hin untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Unsterblichkeitslehren, die Analyse der „Zwischenstationen“ (Purgatorium/Seelenschlaf) und die Diskussion der Ausgänge des Jüngsten Gerichts.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Allversöhnung, christliche Hoffnung, Auferstehung, Personale Eschatologie und das Verhältnis von Mensch und göttlicher Gerechtigkeit geprägt.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „Seelenschlaf“ und „Purgatorium“ relevant?

Diese Konzepte versuchen, die Zeitspanne zwischen irdischem Tod und Auferstehung zu überbrücken; während das Purgatorium die Reinigung betont, fokussiert Luther beim Seelenschlaf auf den schlafähnlichen Zustand bis zur Wiederkunft Christi.

Was bedeutet Moltmanns „Allversöhnung“ in Bezug auf den Mörder?

Moltmann sieht darin die Hoffnung, dass die Liebe Gottes auch Mörder verwandeln kann, sodass diese nicht in Ewigkeit in ihrer schuldhaften Identität verharren müssen, sondern in das Leben Gottes integriert werden.

Warum lehnt Moltmann eine „objektive Unsterblichkeit“ tendenziell ab?

Er befürchtet, dass sie zu einem automatischen Registrierungsvorgang ohne die liebevolle, zurechtbringende Instanz Gottes verkommt und somit wenig Trost für die Hinterbliebenen bietet.

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Details

Title
Wo sind die Toten? Auferstehung, Gericht und ewiges Leben in Jürgen Moltmanns "Das Kommen Gottes"
College
University of Paderborn  (Institut für Kulturwissenschaften)
Course
Neue und bleibende Fragen der systematischen Theologie
Grade
sehr gut
Author
Maja Lengert (Author)
Publication Year
2006
Pages
36
Catalog Number
V66562
ISBN (eBook)
9783638591287
Language
German
Tags
Toten Auferstehung Gericht Leben Jürgen Moltmanns Kommen Gottes Neue Fragen Theologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maja Lengert (Author), 2006, Wo sind die Toten? Auferstehung, Gericht und ewiges Leben in Jürgen Moltmanns "Das Kommen Gottes", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66562
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