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Das Phänomen Leiharbeit aus der Perspektive der Transaktionskostentheorie

Title: Das Phänomen Leiharbeit aus der Perspektive der Transaktionskostentheorie

Diploma Thesis , 2006 , 35 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Karina Boldyreva (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Das Phänomen Leiharbeit ist für die Bundesrepublik nicht neu. Seit den siebziger Jahren wird die Leiharbeit in den Betrieben angewendet und durch das Gesetz zur Regelung der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung (AÜG) von 1972 gesteuert. Eine stetige Verbreitung dieser Beschäftigungsform bewirkte jedoch die Veränderung des AÜG: Ab dem 01.01.2003 galt, dass ab dem dreizehnten Überlassungsmonat eines Arbeitnehmers an einen Entleiher dem Leiharbeitnehmer die Lohn- und Arbeitsbedingungen vergleichbarer Arbeitnehmer im Entleihbetrieb (‚Stammarbeitnehmer’) gewährt werden müssten. Später sollte dieses Gleichbehandlungsgebot sogar schon ab dem ersten Monat der Arbeitnehmerüberlassung gelten.
Die daraufhin abgeschlossenen Tarifverträge haben in der Gesellschaft sowie in der Wissenschaft eine Diskussion über die Handhabung des „Equal Pay“-Prinzips ausgelöst, oft mit der Argumentation, dass durch die niedrigen Tarifverträge ein Instrument zur Umgehung dieses Gleichbehandlungsgebots geschaffen wurde.
Auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene bewirkten die Tarifverträge einerseits einen „Lohndumping“ auch in anderen Branchen, wie in der Gebäudereinigung, andererseits kam es zu einem „Strukturwandel“ und sogar zu einer „Erosion“ auf dem Arbeitsmarkt. In diesem Zusammenhang wurde von einer „Abkehr vom „Normalarbeitsverhältnis“ mit einer langfristigen Bindung der Arbeitnehmer an ein Unternehmen“ in die Richtung der neuen Beschäftigungsformen gesprochen.
In der Betriebswirtschaft wird diese Tendenz durch die Flexibilisierungsstrategien im Personalmanagement erklärt. Theoretische Begründungen werden aber auch mit Hilfe des Transaktionskostenansatzes ausgearbeitet, und zwar nach dem Muster von „Make-or-Buy“-Entscheidungen. Erfüllt die betriebliche Situation bestimmte Voraussetzungen, so gilt es als ineffizient, z.B. in Form von Weiterbildung in das Humankapital zu investieren („Make“). Die Arbeitsleistungen – andererseits – bezieht man auf dem Markt („Buy“).
Die erwähnten Voraussetzungen basieren auf solchen Elementen der Transaktionskostentheorie wie Spezifität, Unsicherheit und Häufigkeit. Je nach Ausprägung dieser Merkmale lässt sich die gesamte Belegschaft eines Unternehmens in vier verschiedene Segmente aufteilen, wobei jedes Segment spezifische personalwirtschaftliche Maßnahmen erfordert und die Entscheidung der „Eigenerstellung“ oder des „Fremdbezugs“ der Arbeitsleistung argumentiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leiharbeit

2.1 Rechtliche und tarifvertragliche Aspekte der Leiharbeit

2.2 Wesen und Struktur

2.3 „Prekarität“ der Leiharbeit

3. Personalstrategien

3.1 Stabilisierungsstrategie

3.2 Flexibilisierungsstrategie

4. Anwendung der Transaktionskostentheorie zur Erklärung der Leiharbeit

4.1 Elemente der Transaktionskostentheorie

4.2 Personalwirtschaftliche Transaktionskosten

4.3 Transaktionskostentheoretische Erklärung der Personalstrategien

4.4 Theorie der internen Arbeitsmärkte nach Williamson

4.5 Transaktionskostenspezifische Merkmale der Leiharbeit

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Leiharbeit aus der Perspektive der Transaktionskostentheorie, um theoretisch zu begründen, warum Unternehmen zunehmend auf diese Beschäftigungsform zurückgreifen und ob sich dies als effizientes Instrument zur Flexibilisierung der Personalstrategie erklären lässt.

  • Analyse der rechtlichen und tarifvertraglichen Rahmenbedingungen der Leiharbeit
  • Untersuchung von Stabilisierungs- gegenüber Flexibilisierungsstrategien im Personalmanagement
  • Anwendung des Transaktionskostenansatzes auf das Outsourcing von Arbeitsleistungen
  • Diskussion des prekären Charakters der Leiharbeit und der Disziplinierungseffekte auf die Stammbelegschaft

Auszug aus dem Buch

4.3 Transaktionskostentheoretische Erklärung der Personalstrategien

Der Transaktionskostenansatz ermöglicht eine theoretisch fundierte Analyse des Problems der Entscheidung zwischen unternehmensinterner Durchführung von Personalfunktionen und deren externem Bezug mit Hilfe der sogenannten „Make or Buy“-Entscheidung. Unterschiedliche Personalfunktionen können daraufhin untersucht werden, ob eine Eigenerstellung oder der Marktbezug kostengünstiger ist. Durch die Einbeziehung von Transaktionskosten umgeht er die einseitige Ausrichtung der Entscheidung an Produktionskosten. Die Untersuchungsmerkmale sind dabei Spezifität, Häufigkeit und Unsicherheit.

Nicht oder gering spezifische personalwirtschaftliche Transaktionen verursachen selbst bei Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung oder über das Verhalten der Akteure keine Probleme. Da für unspezifische Leistungen jederzeit andere Transaktionspartner zu finden sind, besteht über diesen Konkurrenzdruck ein Anreiz für die Akteure, schnell auf geänderte Bedingungen zu reagieren und Kostenvorteile weiterzugeben. Einseitige Abhängigkeiten, die das Risiko opportunistischen Verhaltens des nicht durch Investitionen gebundenen Transaktionspartners in sich bergen, existieren nicht bzw. können durch den Wechsel des Transaktionspartners leicht umgangen werden. Vorteile des Marktbezugs sind dabei sowohl hohe autonome Anpassungsfähigkeit und geringe Kontrollkosten als auch die Möglichkeit zur Realisierung von Produktionskostenvorteilen durch Aggregation der Nachfrage. Gering spezifische personalwirtschaftliche Transaktionen werden am kostengünstigsten über Personaldienstleister abgewickelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Leiharbeit in der Bundesrepublik Deutschland, ihre wachsende Bedeutung seit den neunziger Jahren sowie die gesetzlichen Regulierungen bis hin zum Hartz-Konzept.

2. Leiharbeit: Dieses Kapitel erläutert das Wesen der Leiharbeit, beleuchtet rechtliche Aspekte und diskutiert den oft als „prekär“ bezeichneten Charakter dieser Beschäftigungsform in Bezug auf Arbeitsplatzunsicherheit und Status.

3. Personalstrategien: Hier werden die betriebswirtschaftlichen Grundlagen von Personalstrategien dargelegt, wobei zwischen der auf Humankapitalbindung fokussierten Stabilisierungsstrategie und der auf Anpassung ausgerichteten Flexibilisierungsstrategie differenziert wird.

4. Anwendung der Transaktionskostentheorie zur Erklärung der Leiharbeit: Dieses zentrale Kapitel überträgt den Transaktionskostenansatz auf die Leiharbeit, analysiert die Rolle von Spezifität, Unsicherheit und Häufigkeit und diskutiert die Theorie der internen Arbeitsmärkte nach Williamson.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der Einsatz von Leiharbeit aus transaktionskostentheoretischer Sicht vor allem bei geringen Anforderungen an die Humankapitalspezifität eine effiziente Strategie zur numerischen Flexibilisierung darstellt.

Schlüsselwörter

Leiharbeit, Transaktionskostentheorie, Personalstrategie, Flexibilisierung, Normalarbeitsverhältnis, Make-or-Buy-Entscheidung, Humankapital, Prekarität, Interne Arbeitsmärkte, Williamson, Arbeitnehmerüberlassung, Personalkosten, Personalmanagement, Ex-ante-Transaktionskosten, Ex-post-Transaktionskosten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum Unternehmen Leiharbeit als personalpolitische Strategie einsetzen, und nutzt hierfür den wissenschaftlichen Erklärungsrahmen der Transaktionskostentheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Leiharbeit in Deutschland, die Abgrenzung zwischen Stabilisierungs- und Flexibilisierungsstrategien von Betrieben sowie die ökonomische Bewertung von Fremdpersonal durch den Transaktionskostenansatz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, theoretisch zu untermauern, unter welchen Bedingungen (z.B. geringe Humankapitalspezifität) der Fremdbezug von Arbeitskräften effizienter ist als deren interne Eigenerstellung.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse betriebswirtschaftlicher Ansätze, insbesondere der Transaktionskostentheorie nach Williamson, und verknüpft diese mit empirischen Befunden zur Leiharbeit.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Leiharbeit, eine Erläuterung der betrieblichen Personalstrategien und eine detaillierte Anwendung der Transaktionskostentheorie auf personalwirtschaftliche Transaktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Leiharbeit, Transaktionskostentheorie, Personalstrategie, Humankapital, Flexibilisierung und Make-or-Buy-Entscheidung.

Inwiefern beeinflusst die Leiharbeit das Verhältnis zur Stammbelegschaft?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass die Leiharbeit neben der direkten Kostenersparnis auch indirekte Effekte wie die Disziplinierung der Stammbelegschaft durch Droheffekte bewirken kann.

Kann die Problematik der Leiharbeit allein transaktionskostentheoretisch erklärt werden?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass der gewählte theoretische Rahmen das Phänomen weitgehend erklären kann, jedoch bei hoher Umweltunsicherheit noch Forschungsbedarf besteht.

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Details

Title
Das Phänomen Leiharbeit aus der Perspektive der Transaktionskostentheorie
College
University of Hamburg  (Department für Wirtschaft und Politik)
Course
Personal
Grade
1,3
Author
Karina Boldyreva (Author)
Publication Year
2006
Pages
35
Catalog Number
V66586
ISBN (eBook)
9783638591461
ISBN (Book)
9783638671521
Language
German
Tags
Phänomen Leiharbeit Perspektive Transaktionskostentheorie Personal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karina Boldyreva (Author), 2006, Das Phänomen Leiharbeit aus der Perspektive der Transaktionskostentheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66586
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