Der Wettkampf ist für den Sportler das entscheidende Bewährungsfeld für die Bewertung seiner individuellen Leistungs- und Handlungsfähigkeit. Subjektiv erlebte Erfolge oder Misserfolge im Wettkampf bestimmen zunehmend die weitere Motivation für das Sporttreiben und im Leistungssport immer öfter auch die beruflichen Perspektiven der Sportler.
Persönliche Bestleistungen werden häufig in Wettkämpfen unmittelbar vor dem Hauptwettkampf oder in der Phase nach dem Wettkampfhöhepunkt erbracht. Ursachen für diese unplanmäßigen Leistungsausprägungen sind in einer unzureichenden Beherrschung trainingsmethodischer Prinzipien des langfristigen Leistungsaufbaus, in Störungen der Leistungsentwicklung durch Krankheit oder Verletzungen der Athleten, aber auch in einer ungenügenden Beherrschung psychischer Regulationsprozesse durch die Sportler unter den Besonderheiten der Wettkampftätigkeit zu sehen. Die Sportler wurden im langfristigen Ausbildungsprozess und in der Phase der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung mental nicht ausreichend befähigt, die physischen Leistungsreserven unter psychisch belastenden Wettkampfbedingungen wirksam freizusetzen und diese Bedingungen leistungsfördernd zu verarbeiten. Reserven bestehen dabei besonders in einer problemorientierten und aufgabenbezogenen Regulation des aktuellen Zustandes, des Verhaltens im Wettkampf und in einer optimalen Regulation der Bewegungsausführung.
Der der vorliegenden Hausarbeit sollen mentale Vorbereitungsstrategien für eine erfolgreiche Wettkampfgestaltung aufgezeigt werden.
Praxisbeispiele und die Auswertung eines Fragebogens, der unter Spielerinnen und Spielern des Wettkampfbetriebes des TTVSA und NTTV erhoben wurde sollen diese Strategien belegen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ziele des mentalen Trainings
3 Mentale Wettkampfvorbereitung
3.1 Sportliche Identität
3.2 Periodisierte Einteilung mentalen Trainings
3.3 Unmittelbare mentale Wettkampfvorbereitung
3.4 Gegneranalysen und Zielsetzungstraining
4 Methoden mentalen Trainings
4.1 Entspannungstraining
4.1.1 Atementspannung
4.1.2 Progressive Muskelrelaxation (PMR)
4.1.3 Autogenes Training
4.1.4 Feldenkrais Methode
4.1.5 Biofeedbackverfahren
4.2 Selbstmotivierung
4.3 Mentales Training durch Coaching
5 Fragenbogen-Erhebung
5.1 Analyse des Fragebogens
5.2 Auswertung und Diskussion
6 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Vorbereitung von Tischtennisspielern auf den Wettkampf. Ziel ist es, mentale Strategien und Techniken aufzuzeigen, die Sportlern helfen, ihre Leistungsfähigkeit zu optimieren, mit psychischem Druck umzugehen und eine stabile sportliche Identität aufzubauen.
- Bedeutung der psychologischen Wettkampfvorbereitung im Tischtennis.
- Vorstellung wissenschaftlich fundierter Entspannungsmethoden (PMR, Autogenes Training, etc.).
- Die Rolle des Coachings in der ganzjährigen Betreuung und während des Wettkampfs.
- Empirische Untersuchung des Status Quo der mentalen Vorbereitung in verschiedenen Leistungsklassen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Sportliche Identität
„Ich bin Tischtennisspieler!“
Durch diese Aussage identifiziert sich der junge Spieler mit seinem sportlichen Handlungsfeld. Die Rolle des Tischtennisspielers stellt aber nur einen Teil seiner Gesamtidentität dar. Der junge Sportler muss sich jederzeit bewusst sein, dass der Sport nur ein Teil seines Lebens ist. Er ist ebenso Schüler (o. ä.), Freund und Familienmitglied. Nur ein optimales Bewusstsein für alle Teilidentitäten des Menschen stehen für ein stabiles Selbstverständnis und von einer klaren Gesamtidentität geprägtes ICH. Dieses stabile Gleichgewicht führt dazu, dass sich der Sportler mit seinen Gegnern und seiner Umwelt optimal auseinander setzen kann.
Voraussetzung für einen erfolgreichen Wettkampf ist, dass sich der/die Spieler/in mit seinen sportlichen Zielen identifiziert. Die Selbstidentifikation mit der persönlichen Leistungserwartung gilt als eine der dringlichsten Aufgaben der mentalen Wettkampfvorbereitung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Wettkampfs als Bewährungsfeld und identifiziert psychische Regulationsdefizite als Ursache für Leistungsschwankungen.
2 Ziele des mentalen Trainings: Dieses Kapitel definiert mentales Training als ideomotorische Methode zum Lernen, Präzisieren und Stabilisieren sportlicher Bewegungen.
3 Mentale Wettkampfvorbereitung: Es werden Strategien wie die Identitätsbildung, Periodisierung und unmittelbare Vorbereitung sowie Gegneranalysen als essenzielle Bausteine für den Erfolg beschrieben.
4 Methoden mentalen Trainings: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Entspannungstechniken, Selbstmotivierung und die psychologische Lenkung durch Coaching.
5 Fragenbogen-Erhebung: Hier werden die Ergebnisse einer Umfrage unter 188 Spielern hinsichtlich ihrer mentalen Gewohnheiten vor dem Wettkampf analysiert und diskutiert.
6 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass mentale Vorbereitung entscheidend für die Leistungsstabilität ist, in der Praxis jedoch oft noch zu intuitiv erfolgt.
Schlüsselwörter
Mentales Training, Tischtennis, Wettkampfvorbereitung, Psychologie, Sportliche Identität, Entspannungstechnik, Coaching, Progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training, Gegneranalyse, Selbstmotivierung, Leistungsstabilität, Fragebogenanalyse, Sportpsychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die psychologische Vorbereitung von Tischtennisspielern, um ihre Leistung im Wettkampf durch mentale Strategien zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Entspannungstechniken, sportliche Identitätsbildung, methodisches Coaching und die praktische Umsetzung mentaler Trainingsformen im Wettkampf.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Spielern und Trainern mentale Vorbereitungsstrategien an die Hand zu geben, um physische Leistungsreserven unter psychischer Belastung besser abzurufen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer empirischen Fragebogen-Erhebung unter Sportlern verschiedener Spielklassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen der mentalen Vorbereitung, konkrete Entspannungsmethoden sowie die wichtige Rolle des Trainers als Coach detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind mentales Training, Tischtennis, Entspannungstechniken, Coaching und psychologische Wettkampfvorbereitung.
Warum ist die Identifikation mit dem Sport für den Spieler wichtig?
Ein gesundes Selbstverständnis als Sportler in Kombination mit anderen Lebensrollen sorgt für das stabile Gleichgewicht, das nötig ist, um sich optimal mit Gegnern auseinanderzusetzen.
Welche Rolle spielt die Ausbildung der Trainer?
Der Autor stellt fest, dass in den unteren Lizenzstufen sportpsychologische Inhalte fehlen, was dazu führt, dass mentale Vorbereitung oft nur intuitiv statt professionell angeleitet stattfindet.
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- Alexander Röhrig (Author), 2006, Tischtennis. Die mentale Vorbereitung auf den Wettkampf im Leistungssport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66623