Die Taufe des Kornelius und der Begin der Heidenmission ( Apostelgeschichte 10,1-10,48)


Referat (Ausarbeitung), 2006

13 Seiten


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Judenchristen, Heiden, Gottesfürchtige und Proselyten

3. Apostelgeschichte 10, 1-48
3.1. Der Verfasser der Apostelgeschichte
3.2. Die Adressaten der Apostelgeschichte
3.3. Die Protagonisten in Apostelgeschichte 10,1-48
3.3.1. Der Apostel Petrus
3.3.2. Der Hauptmann Kornelius
3.4. Die Bedeutung von Apostelgeschichte 10,1-48 im Hinblick auf die Heidenmission
3.5. Die Rolle des Petrus in Apg 10,1-48

4. Schlussbetrachtung

1. Einleitung

Die Apostelgeschichte ist nicht als Geschichtsschreibung im heutigen Sinne zu verstehen. Sie erfüllt deshalb auch nicht die Funktion eines historischen Tatsachenberichtes. Vielmehr schreibt der Verfasser der Apostelgeschichte für eine bestimmte Leserschaft und die Vermittlung eines theologischen Sinnes steht im Vordergrund. Die Frage, für welche Leserschaft der Autor der Apostelgeschichte schreibt, soll im Weiteren geklärt werden. Im Rahmen dieser Ausarbeitung soll ebenso auf die Person des Verfasser und auf deren Hintergründe eingegangen werde. Dadurch wird der im Folgenden genauer zu untersuchende Abschnitt Apostelgeschichte 10,1-48 mit notwendigem Basiswissen untermauert, sodass sie leichter zugänglich und verständlich wird.

Die Apostelgeschichte selbst, beschäftigt sich nicht wie der Name vermuten lässt mit den Taten der Apostel. Sie beschreibt vielmehr die Ausbreitung des Evangeliums von Jerusalem bis nach Rom oder wie es in der Apg 1,8 heißt „und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“ Die Grenzen der bekannten Welt bezeichnen hier die Grenzen des römischen Reiches, welche im damaligen Weltverständnis als Grenzen der Erde galten.

2. Judenchristen, Heiden, Gottesfürchtige und Proselyten

In der Apostelgeschichte findet sich eine Reihe von Bezeichnungen für Nicht-Juden, die an dieser Stelle kurz erläutert werden sollen.

Judenchristen bezeichnen Juden, die sich zum Christentum bekannt haben. Jude ist man durch Geburt, wenn die Mutter eine Jüdin ist. Die Konversion vom Juden zum Judenchristen war der Weg, den die ersten Urchristen, wie z.B. die Apostel und deren Jünger, genommen haben. Ein Übertritt vom Judentum zum Judenchristentum war vermutlich relativ unproblematisch.

Auf Grund der strengen jüdischen Glaubenregeln war den Juden die Tischgemeinschaft mit Nicht-Juden verboten. Besonders im Hinblick auf das Diasporajudentum ist davon auszugehen, das jüdische Vorschriften der Situation in der Diaspora entsprechend pragmatischer und liberaler ausgelegt und praktiziert wurden.

Als Heiden bezeichnet man im Verständnis des Neuen Testaments Menschen, die keine Juden sind, später auch solche, die weder Jude noch Christ sind. Heiden sind im Verständnis des Neuen Testaments Anhänger polytheistischer oder indigener Religionen. Der Begriff ‚Heide’ kommt jedoch weder im AT noch im NT in dieser Form vor. Die christlichen und jüdischen Schriften sprechen in diesem Zusammenhang von den ‚Völkern’ im Gegensatz zum ‚Volk Gottes’.

Unter dem Begriff der Gottesfürchtigen versteht man Menschen, die dem Judentum und dem jüdischen Monotheismus zugetan sind, sich aber nicht den strengen Gesetzen des Judentums unterworfen haben. Sie folgen beispielsweise nicht den Speiseregeln, wie es gesetzesobservante Juden tun, noch sind sie beschnitten. Ein Gottesfürchtiger begegnet uns beispielsweise in der Person des Hauptmannes Kornelius.

Proselyten bezeichnen hingegen zum Judentum konvertierte Ungläubige aus dem Heidentum. Sie haben sich den jüdischen Gesetzten voll und ganz unterworfen. Das Proselytentum stellt die größtmögliche Annäherung eines Nicht-Juden an das Judentum dar.

3. Apostelgeschichte 10, 1-48

3.1. Der Verfasser der Apostelgeschichte

Die Einheitsübersetzung[1] nennt Lukas als Verfasser der Apostelgeschichte. Über die Person des Verfassers ist nur wenig bekannt und sowohl das Lukasevangelium als auch die Apostelgeschichte nennen keinen Verfassernamen. Kliesch beispielsweise vertritt die Ansicht, dass der Verfasser der Apostelgeschichte traditionell als Lukas bezeichnet und als der in Phlm 24, 2, Tim 4,11 und Kol 4,14 genannte Paulusbegleiter gesehen wird. Den Verfasser als unmittelbaren Paulusbegleiter zu bezeichnen beruht vermutlich darauf, dass so eine Bindung an die Autorität der urkirchlichen Apostel gewährleistet wird (vgl. Kliesch 2002: 13). Die Bindung des Verfassers an den Apostel verdeutlicht den Legitimitätsanspruch der Schrift. Dass es sich bei Lukas um den Paulusbegleiter handelt ist allerdings unwahrscheinlich. Hätte es sich bei Lukas um einen Paulusbegleiter oder gar Paulusschüler gehandelt, läge die Vermutung nahe, dass die Apostelgeschichte auf die Paulusbriefe Bezug nehmen würde. Diese werden allerdings im gesamten Werk nicht erwähnt. Auch die Tatsache, dass die paulinische Theologie keinen Niederschlag in der Apostelgeschichte findet stützt die These, dass es sich nicht, wie Kliesch vermutet, um den oben erwähnten Paulusbegleiter handelt. Der Grund warum der angebliche Paulusbegleiter die Briefe nicht erwähnt lässt zwei Erklärungen möglich erscheinen. Entweder kennt der Verfasser die Briefe nicht oder er verschweigt sie absichtlich.

Der Einfachheit halber soll im Folgenden der Verfasser der Apostelgeschichte weiter als ‚Lukas’ bezeichnet werden. Im Kontext dieser Ausarbeitung ist unter der Verfasserschaft vielmehr eine literarische Tradition, denn ein konkreter Autor zu verstehen. Hinsichtlich des Verfassers kann als gesichert angesehen werden, dass er weder Augenzeuge Jesu noch ein unmittelbarer Zeitgenosse jener Zeit der Urkirche war, die in der Apostelgeschichte dargestellt wird (vgl. ebd.: 13). Schilles Ausführungen stimmen diesbezüglich mit Kliesch überein, wenn er bemerkt, dass Lukas vermutlich Aposteltraditionen kannte. Er meint damit Berichte Dritter über die Apostel, nicht jedoch authentische Berichte der Apostel selbst, die literarisch verarbeitet wurden (vgl. Schille: 1983: 16). Der Verfasser der Apostelgeschichte war wahrscheinlich ein Mann am Ende des ersten Jahrhunderts, der nur Teile der Paulustradition kannte.

Aufgrund der in der Apostelgeschichte benutzten orthographischen und grammatischen Formen, sowie des Stils, geht die gegenwärtige Forschung davon aus, dass der Verfasser der Apostelgeschichte ein gebildeter Grieche war der seine Wurzeln im Heidentum hatte.

[...]


[1] Die Bibel: Altes und Neues Testament. Einheitsübersetzung. Freiburg u.a.: Herder 1991. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit beziehen sich sämtliche Bibelzitate auf diese Ausgabe und werden auf Grund dessen nach der gängigen Form: Buchname, Kapitelnummer, Versziffer zitiert. (ebd.: 1226)

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Taufe des Kornelius und der Begin der Heidenmission ( Apostelgeschichte 10,1-10,48)
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Fachbereich katholische Theologie)
Veranstaltung
Der Anfnag der Kirche als Ideal und Norm
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V66649
ISBN (eBook)
9783638595964
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Referatsausarbeitungen aus dieser Veranstaltung wurden nciht benotet. Anmerkungen des Dozenten hinsichtlich der Ausarbeitung wurden in der vorliegenden Form berücksichtigt und entsprechend eingearbeitet.
Schlagworte
Taufe, Kornelius, Begin, Heidenmission, Apostelgeschichte, Anfnag, Kirche, Ideal, Norm
Arbeit zitieren
Benjamin Kirchler (Autor), 2006, Die Taufe des Kornelius und der Begin der Heidenmission ( Apostelgeschichte 10,1-10,48), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66649

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