Der Anspruch an Information und Kommunikation nimmt an Bedeutung zu, je komplexer und unruhiger eine Zeit ist. Das ausgehende Mittelalter und der Beginn der Neuzeit war ein solcher Zeitraum der Veränderung. Neue geistige bzw. kulturelle Strömungen wie Renaissance, Humanismus und später die Reformation, das Aufblühen der Städte, sich ausdehnende Handelsbeziehungen, technische und geographische Entdeckungen, die Entstehung von Staaten sowie religiöse Unruhen prägten die sich neu ordnende Gesellschaft. Ein zuvor recht starres Weltbild begann sich zu lockern und komplizierter zu werden. All dies ließ neue Bedürfnisse wach werden, allen voran das Bedürfnis nach Information und Kommunikation, nach Austausch und Verständigung. Zunächst waren es Kirche und Wissenschaft, dann Fürsten und Handelshäuser, die durch intensiven Briefverkehr nicht nur ihre Beziehungen zueinander pflegten, sondern zunehmend auch Nachrichten austauschten. Mit der Erfindung des Buchdrucks wurden weitere gesellschaftliche Schichten in das sich ausbreitende Kommunikationsnetz einbezogen. Neben den geschriebenen entstanden nun auch verschiedene gedruckte Medien mit oft unscharfen Grenzen. In ihrer Gesamtheit kann man sie als Vorläufer der periodischen Presse bezeichnen, die sich im beginnenden
17. Jahrhundert herausbildete. Zwei dieser Frühformen der Presse sollen hier näher betrachtet werden: Zeitungsbrief und Neue Zeitung. Dabei soll weniger auf institutionelle Aspekte wie Produktion oder Erscheinungsbild eingegangen werden, als vielmehr auf den heutigen Wert dieser historischen Medien als Quelle. Zeitungsbrief und Neue Zeitung sind nicht nur als bloßer Forschungsgegenstand anzusehen, sondern dienen zudem als Quellenmaterial für Themen, Struktur und Wandel gesellschaftlicher Kommunikation. Der Schwerpunkt dieser Hausarbeit soll aber auf den Neuen Zeitungen liegen. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Zeitungsbrief: Historische Entwicklung
- Neue Zeitung: Historische Entwicklung, Inhalt, Form und Vertrieb
- Forschungsstand Neue Zeitung und Zeitungsbrief
- Formale Aspekte
- Inhaltliche Aspekte
- Zeitungsbrief und Neue Zeitung als Quelle
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Entwicklung und Bedeutung von Zeitungsbriefen und Neuen Zeitungen als Vorläufer der periodischen Presse. Der Fokus liegt dabei auf deren Wert als Quellenmaterial für Themen, Struktur und Wandel gesellschaftlicher Kommunikation, insbesondere im ausgehenden Mittelalter und im beginnenden 17. Jahrhundert.
- Die Bedeutung von Information und Kommunikation in Zeiten des Wandels
- Die Entstehung des Zeitungsbriefes aus dem Briefverkehr verschiedener gesellschaftlicher Gruppen
- Die Entwicklung der Neuen Zeitung als Medium und ihre Bedeutung für die öffentliche Kommunikation
- Der Wert von Zeitungsbriefen und Neuen Zeitungen als Quellen für die Erforschung gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse
Zusammenfassung der Kapitel
- Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Information und Kommunikation im Kontext der gesellschaftlichen Veränderungen des ausgehenden Mittelalters und des beginnenden 17. Jahrhunderts. Sie stellt die Vorläufer der periodischen Presse, insbesondere Zeitungsbrief und Neue Zeitung, vor und erläutert deren Wert als Quelle.
- Zeitungsbrief: Historische Entwicklung: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung des Zeitungsbriefes aus dem Briefverkehr von Kaufleuten, politischen Machthabern und Gelehrten. Es beschreibt die unterschiedlichen Funktionen des Zeitungsbriefes und die Entwicklung von privaten Briefen zu öffentlichen Nachrichtenbriefen.
- Neue Zeitung: Historische Entwicklung, Inhalt, Form und Vertrieb: Der Abschnitt erörtert die Entwicklung der Neuen Zeitung als eigenständiges Medium und beschreibt Inhalt, Form und Vertrieb dieser frühen Publikationen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Forschungsstand zur Neuen Zeitung und dem Zeitungsbrief sowie auf den formalen und inhaltlichen Aspekten dieser Medien.
Schlüsselwörter
Zeitungsbrief, Neue Zeitung, Vorläufer der periodischen Presse, gesellschaftliche Kommunikation, Information, Briefverkehr, Nachrichten, Renaissance, Humanismus, Reformation, Quellenmaterial, Forschungsstand.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Zeitungsbriefe und Neue Zeitungen?
Sie sind Vorläufer der modernen periodischen Presse des 17. Jahrhunderts. Zeitungsbriefe entwickelten sich aus privatem Briefverkehr, während Neue Zeitungen gedruckte Einblattdrucke zu aktuellen Ereignissen waren.
Warum stieg der Informationsbedarf am Ende des Mittelalters so stark an?
Durch Renaissance, Humanismus, Reformation und die Ausdehnung des Handels wurde das Weltbild komplexer, was ein größeres Bedürfnis nach Austausch und Nachrichten weckte.
Welchen Wert haben diese Medien heute als historische Quelle?
Sie dienen als wichtiges Quellenmaterial zur Erforschung der Themen, der Struktur und des Wandels der gesellschaftlichen Kommunikation im Übergang zur Neuzeit.
Wie beeinflusste die Erfindung des Buchdrucks die Pressevorläufer?
Der Buchdruck ermöglichte es, Informationen über Neue Zeitungen in größeren Auflagen an breitere gesellschaftliche Schichten zu verteilen, über die Eliten hinaus.
Wer waren die Hauptakteure des frühen Nachrichtenaustauschs?
Zunächst waren es die Kirche und Wissenschaftler, später vor allem Fürstenhäuser und große Handelshäuser wie die Fugger.
Was unterscheidet Neue Zeitungen von der späteren periodischen Presse?
Neue Zeitungen erschienen oft unregelmäßig und anlassbezogen zu einzelnen Ereignissen, während die periodische Presse ab dem 17. Jahrhundert regelmäßige Erscheinungsweisen etablierte.
- Citation du texte
- M.A. Kathleen Deutschmann (Auteur), 2001, Vorläufer der periodischen Presse: Zeitungsbrief und Neue Zeitung als Quelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66664