Diese Arbeit beschäftigt sich mit den politischen und ökonomischen Faktoren der Entwicklung hin zur europäischen Währungsunion und der Einführung des Euro als gemeinsame europäische Währung.
Der 1. Teil beschreibt die Entstehung und Funktionsweise des europäischen Währungssystems (EWS). Außerdem wird das Scheitern dieses Systems in Verbindung mit der EWS-Krise dargestellt. Das EWS war das erste offizielle Wechselkurssystem in Europa und stellt somit einen wichtigen Schritt im Hinblick auf die Währungsunion dar
Der 2. Teil der Arbeit befasst sich mit der Entstehung der europäischen Währungsunion (EWU) mit dem letztendlichen Ziel der Einführung des Euros und der Errichtung des europäischen Systems der Zentralbanken. Die Entwicklungsschritte der EWU werden im Punkt 2.1 besprochen. Der Punkt 2.2 stellt die Konvergenzkriterien vor, die den Beitritt zur EWU regeln. Im Punkt 2.3 wird das gemeinsame Zentralbankensystem etwas näher erläutert.
Die Diskussion um die Errichtung der Währungsunion und die damit verbundene Fixierung der Wechselkurse innerhalb Europas führt dann zur Theorie der optimalen Währungsräume. Mit den allgemeinen Grundlagen dieser Theorie und der notwendigen Betrachtung von potentiellen Vor- und Nachteilen einer solchen Währungsunion beschäftigen sich dann die Gliederungspunkte 3.1 und 3.2.
Nach dieser Abhandlung der Theorie optimaler Währungsräume, handelt dann der letzte Teil der Arbeit von der Frage, ob Europa als optimaler Währungsraum bezeichnet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Das europäische Währungssystem
1.1 Die Entstehung des europäischen Währungssystems
1.2 Die Funktionsweise des europäischen Währungssystems
1.3 Die Entwicklung des europäischen Währungssystems hin zur EWS Krise
2. Die europäische Währungsunion
2.1 Die historische Entwicklung der europäischen Währungsunion
2.2 Die Konvergenzkriterien
2.3 Das gemeinsame Zentralbankensystem
3. Die Theorie optimaler Währungsräume
3.1 Die grundlegenden Annahmen zur Theorie optimaler Währungsräume
3.2 Die Betrachtung der Vor- und Nachteile einer Währungsunion
3.3 Ist Europa ein optimaler Währungsraum?
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die politischen und ökonomischen Faktoren, die zur Entstehung der Europäischen Währungsunion und zur Einführung des Euro führten. Dabei wird untersucht, inwieweit Europa den theoretischen Anforderungen eines optimalen Währungsraums entspricht.
- Entwicklung und Krise des Europäischen Währungssystems (EWS)
- Historischer Prozess und Konvergenzkriterien der Europäischen Währungsunion (EWU)
- Funktionsweise des gemeinsamen Zentralbankensystems
- Grundlagen der Theorie optimaler Währungsräume
- Bewertung der europäischen Wirtschafts- und Faktormarktintegration
Auszug aus dem Buch
1.2 Die Funktionsweise des europäischen Währungssystems
Ein zentraler Baustein des europäischen Währungssystems war die Schaffung der europäischen Währungseinheit ECU (European Currency Unit).
Der ECU ist eine sog. Korbwährung. Das heißt, er setzt sich aus Anteilen aller Beteiligten Währungen zusammen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Anteile der einzelnen Währungen der wirtschaftlichen Bedeutung des jeweiligen Landes entsprachen. Deshalb wurden zur Bestimmung der Anteile Größen wie z.B. das Handelsvolumen oder das Bruttosozialprodukt herangezogen.
Um eine ECU Gutschrift zu erhalten, mussten die Notenbanken der teilnehmenden Länder 20 % ihrer Dollar- und Goldreserven an das Europäische Währungsinstitut übertragen.
Die wichtigste Funktion des ECU war, dass er als Bezugsgröße für den Wechselkursmechanismus diente. Es wurde für jede Währung ein Leitkurs auf Grundlage des ECU festgelegt. Somit entstand ein Paritätengitter, mit dessen Hilfe man die Kurse der beteiligten Währungen untereinander bestimmen konnte.
Gilt beispielsweise für die D-Mark ein ECU-Leitkurs von 1 ECU = 3 D-Mark und für den Franc 1 ECU = 6 Franc, so ergibt sich daraus ein Kurs von 1 D-Mark = 2 Franc.
Um das Ziel einer geringeren Bandbreite der Wechselkursschwankungen zu erreichen, durften die jeweiligen Wechselkurse nur im Rahmen von ± 2,25 % gegenüber dem festgelegten Leitkurs schwanken. Für einige Länder wie z.B. Spanien, Portugal oder Italien wurden Ausnahmen von dieser Regelung zugelassen. Ihre Kurse durften zeitweise um ±6 % schwanken. Dies geschah, um diesen Ländern, die alle mit instabilen Inflationsraten zu kämpfen hatten, eine größere geldpolitische Handlungsfreiheit zu lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das europäische Währungssystem: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, Funktionsweise und den schließlichen Krisenverlauf des EWS als Vorläufer der heutigen Währungsunion.
2. Die europäische Währungsunion: Hier werden die historische Entwicklung, die Beitrittskriterien (Konvergenzkriterien) sowie die Struktur des gemeinsamen Zentralbankensystems detailliert erläutert.
3. Die Theorie optimaler Währungsräume: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen ökonomischen Grundlagen zur Bewertung von Währungsunionen mit einer kritischen Analyse der europäischen Integration.
Schlüsselwörter
Europäische Währungsunion, EWS, Euro, Zentralbankensystem, Konvergenzkriterien, Theorie optimaler Währungsräume, Wechselkursmechanismus, Faktormobilität, Inflation, Disinflationspolitik, Europäische Zentralbank, monetärer Effizienzgewinn, Wirtschaftsraum, Integration, Preisstabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den politischen und wirtschaftlichen Hintergründen, die zur Schaffung der europäischen Währungsunion und der Einführung des Euro führten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die Geschichte des EWS, die Architektur der EWU, die Theorie optimaler Währungsräume und die ökonomische Bewertung der europäischen Integration.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Weg zur europäischen Einheitswährung nachzuzeichnen und auf Basis der Theorie optimaler Währungsräume zu bewerten, ob Europa diese Kriterien tatsächlich erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf politik- und wirtschaftswissenschaftlicher Literatur sowie der Anwendung theoretischer Modelle (wie der Theorie optimaler Währungsräume) auf die europäische Realität basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des EWS, den Aufbau der EWU und die theoretische Fundierung sowie praktische Überprüfung der optimalen Währungsraumtheorie im europäischen Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Europäische Währungsunion, EWS, Konvergenzkriterien, optimale Währungsräume und europäische Integration.
Welche Rolle spielte die Wiedervereinigung Deutschlands für das EWS?
Die Wiedervereinigung führte zu einer fiskalischen Expansion und Zinserhöhungen in Deutschland, was den Druck auf die anderen EWS-Staaten erhöhte und letztlich zur EWS-Krise 1992/93 beitrug.
Warum wird Europa laut der Arbeit nicht als optimaler Währungsraum eingestuft?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass trotz Binnenmarkt die Integration der Güter- und vor allem der Faktormärkte – insbesondere die Mobilität der Arbeitskraft – hinter dem theoretisch notwendigen Niveau zurückbleibt.
- Citation du texte
- Frank Lesser (Auteur), 2006, Wechselkursregimes in Europa und die Theorie optimaler Währungsräume, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66682