Gerade durch die Umstellung von Magister- auf Bachelor- und Masterstudiengängen musste das Lehrangebot von Studienfächern neu geordnet werden. Doch neben den Anforderungen der Lehrenden an die Studierenden sollten auch die Wünsche der Studierenden an das Studienangebot beachtet werden. Für den Magisterstudiengang Kunstgeschichte wurde eine Untersuchung angestellt, welche mittels Befragung und Auswertung herausfand, welche 'basic skills', also welche Fähigkeiten und Fertigkeiten, sich die Studenten der Universität Trier durch das bestehende Lehrangebot aneignen konnten und welche sie vermissen.
'Basic Skills' - das sind elementare Grundlagen des kunstgeschichtlichen Studiums wie Interpretieren, Datieren, Bewerten. Obgleich eigentlich 'nur nebenbei', also mit und durch fachliches Wissen der Veranstaltungen vermittelt, stellen diese Fertigkeiten doch die Grundlage, die Basis dar, mit welcher sich, wenn beherrscht, Studierende thematisch neue, unbekannte Gebiete leicht erschließen können.
Daher muss die Vermittlung dieser Fähigkeiten einen gesonderten Stellenwert erhalten und sollte auch bei der Veranstaltungsplanung, gerade für das Grund-, bzw. Bachelorstudium, beachtet werden.
Die verschiedenen 'Skills', welche im Laufe eines Kunstgeschichtestudiums erreicht werden können, sind in dieser Untersuchung einmal in ihrer Gesamtheit aufgelistet - allein schon deren Fülle sollte Dozenten dazu bewegen, ihre Seminare didaktisch zu konzipieren. Die Lektüre dieser Untersuchung bietet einen guten Überblick über Desiderate und Erreichtes, welcher nicht nur für die Kunstgeschichte der Universität Trier, sondern sicherlich auch repräsentativ für die studentische Rezeption des Faches im Allgemeinen gelten kann.
Obwohl von einer Studentin verfasst, wurde versucht, beide Sichtweisen, die des Lehrenden wie die des Lernenden, zu beachten und vorurteilsfrei miteinander zu vereinen.
Die Arbeit präsentiert daher die Ansprüche, Wünsche und Vorschläge der Studierenden an ihr Fach in komprimierter, ausgewerteter und durch die Anzahl der Fragebögen aussagekräftiger Form.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Forschungsstand
3. Der Fragebogen – Aufbau und Intension
4. Die Ergebnisse
a. Allgemeines
b. Zur Definition von ‚Basic Skills’
c. Die einzelnen Fähigkeiten
d. Eigene Vorschläge
e. Die Berufswünsche
f. Das Vorbereitungsgefühl hinsichtlich der betreffenden Berufswahl
g. Positive und negative didaktische Methoden der Kunstgeschichte
h. Die Eigeneinschätzung der bereits erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten
i. Die Fähigkeiten vermittelnden Unterrichtsformen
j. Anmerkungen, Kritik und Ergänzungen
5. Die andere Seite – einige Einschätzungen seitens der Lehrenden
6. Ausblick: Der Bachelorstudiengang in Dresden
7. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Vermittlung und den Erwerb grundlegender Fähigkeiten („Basic Skills“) im Kunstgeschichtestudium an der Universität Trier zu untersuchen und zu bewerten, um herauszufinden, ob eine Diskrepanz zwischen studentischen Anforderungen und der bestehenden universitären Lehre besteht.
- Analyse der fachspezifischen Fertigkeiten wie Beschreiben, Datieren und Interpretieren
- Untersuchung des Vorbereitungsgefühls hinsichtlich des angestrebten Berufsziels
- Vergleich zwischen studentischen Erwartungen und Einschätzungen der Lehrenden
- Evaluierung didaktischer Methoden und Seminarformen
- Ausblick auf zukünftige Studienstrukturen (Bachelor-Modell)
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Im Wintersemester 2005/2006 bot Frau Prof. Dr. S.-L. das Seminar ‚Basic Skills’ an, welches sich mit den grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten des Kunstgeschichtestudiums beschäftigt. Die Studentinnen und Studenten wurden explizit und mehrmals aufgefordert, sich zum einen mit ihren eigenen Fähigkeiten zu beschäftigen, also ihre Lücken zu schließen, zum anderen wurde in diesem Kreis von vielleicht 25 Studenten versucht festzustellen, welche Fertigkeiten sie bereits erlernen konnten und welche sie im Rahmen der angebotenen Lehrveranstaltungen vermissen. Die daraufhin genannten, nicht erlernten ‚Skills’ wurden dann in einzelnen Sitzungen von verschiedenen Seiten beleuchtet, erklärt und geübt.
Das sprichwörtliche Fragezeichen, das ganz gewollt über diesem Seminar schwebte, veranlasste mich zu der Überlegung, wie wohl die KunstgeschichtestudentInnen in Trier allgemein über ihre Fähigkeiten dachten. Ist die Unsicherheit, die ein jeder sicherlich während der ersten zwei Semester verspürte, ein temporäres Phänomen oder durchzieht es auch die nächsten Semester? Besitzt das Kunstgeschichtestudium für den angestrebten Berufswunsch genügend praktische Bezüge oder wird man mit einer Menge theoretischen Wissens in das nächste unbekannte Feld entlassen?
Und schließlich ist gerade die zum Wintersemester 2007/2008 geplante Umstellung der Magister- und Promotionsstudiengänge zum Bachelor- und Masterstudiengang und damit einhergehende Verkürzung und Umstrukturierung des Studiums eine Tatsache, die Fragen nach den ‚Basics’, den elementaren benötigten Fähigkeiten, aufwirft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung des Seminars ‚Basic Skills’ und führt in die Fragestellung ein, wie Trierer Kunstgeschichtestudenten ihre praktischen Fähigkeiten einschätzen.
2. Zum Forschungsstand: Das Kapitel stellt fest, dass nur wenig Literatur zu geforderten Fähigkeiten im Kunstgeschichtestudium existiert und beschreibt den zweigeteilten Charakter der eigenen Untersuchung.
3. Der Fragebogen – Aufbau und Intension: Hier wird der methodische Aufbau des Fragebogens detailliert beschrieben, der sowohl in Seminaren als auch in der Diathek verteilt wurde.
4. Die Ergebnisse: Dieses umfangreiche Kapitel präsentiert und analysiert die statistischen Auswertungen der 75 ausgefüllten Fragebögen zu verschiedenen fachlichen und methodischen Teilbereichen.
5. Die andere Seite – einige Einschätzungen seitens der Lehrenden: Dieser Teil konfrontiert die studentischen Sichtweisen mit Zitaten und Ansichten von Dozenten aus der Fachdiskussion.
6. Ausblick: Der Bachelorstudiengang in Dresden: Das Kapitel untersucht exemplarisch die Studienordnung des neuen Bachelorstudiengangs in Dresden als Modell für mögliche zukünftige Entwicklungen.
7. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Möglichkeiten und Grenzen einer stärkeren Praxisorientierung im Kunstgeschichtestudium.
Schlüsselwörter
Basic Skills, Kunstgeschichte, Studium, Trier, Fragebogen, Fertigkeiten, Kompetenzen, Lehre, Didaktik, Praxisbezug, Bachelorstudiengang, Berufswunsch, Kunsthistoriker, Epochenwissen, Vermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung der grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten (‚Basic Skills’) von Kunstgeschichtestudenten an der Universität Trier und deren Vorbereitung auf das Berufsleben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen fachliche Fähigkeiten wie das Analysieren, Datieren und Beschreiben von Kunstwerken sowie überfachliche Kompetenzen wie Rhetorik, Diskussionsfähigkeit und der Umgang mit wissenschaftlicher Literatur.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wo Studierende eine Diskrepanz zwischen ihrem theoretischen Wissen und den Anforderungen für die spätere Praxis wahrnehmen und inwiefern das Studium diese Lücken schließt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Untersuchung verwendet?
Die Autorin entwickelte einen Fragebogen, der in Seminaren und in der Diathek verteilt wurde, um die Einschätzungen der Studierenden empirisch zu erfassen und zu quantifizieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Kategorien der Fähigkeiten, von allgemeinen Methoden wie dem Vergleichen und Interpretieren bis hin zu berufsvorbereitenden Aspekten wie dem Verfassen von Ausstellungskritiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind ‚Basic Skills’, Praxisbezug, Kunstgeschichtestudium, didaktische Vermittlung, Berufsorientierung und Bachelor-Modell.
Welche Diskrepanz besteht laut der Befragung zwischen Studium und Praxis?
Die Studierenden wünschen sich häufig eine stärkere Praxisorientierung, insbesondere in Bereichen wie Kunsthandel, Museumsbetrieb und journalistischem Schreiben, während sich das Studium bisher primär auf theoretische Grundlagen und wissenschaftliche Hausarbeiten konzentriert.
Was zeigt der Ausblick auf den Bachelorstudiengang in Dresden?
Der Ausblick dient als Fallbeispiel für eine stärker strukturierte, „verschulte“ Studienform, die durch Module versucht, eine klare Verbindung zwischen Studium und notwendigen berufspraktischen Qualifikationen herzustellen.
- Citation du texte
- Franziska Irsigler (Auteur), 2006, 'Basic Skills' in Trier - Eine Untersuchung zu den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Trierer Kunstgeschichtestudenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66724