Die Frage nach den Erwartungen an die schulpraktischen Studien lässt sich im Nachhinein und für meine Person generell nur schwer beantworten. Lehrer zu werden, war schon als recht junger Schüler mein auserkorenes Ziel. Seit fast 10 Jahren gebe ich regelmäßig Nachhilfe in Mathematik und bereits seit meinem 16. Lebensjahr bin ich als Jugendgruppenleiter sehr aktiv, leite wöchentlich eine Jugendgruppe und organisiere/begleite im Jahr unzählige Freizeiten, Wochenenden und Aktionen. Mein Berufswunsch hat sich also schon sehr früh gebildet und im Laufe der Jahre durch die vielen Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen, aber auch durch die sehr positiven Erfahrungen in meinem ersten Schulpraktikum, immer weiter gefestigt, so dass ich von diesen fachspezifischen Schulpraktischen Studien keinen Aufschluss mehr darüber erwartet habe, ob Lehrer der richtige Beruf für mich ist oder nicht. Stattdessen erwartete ich in den Schulpraktischen Studien didaktische Konzeptionen für Mathematikunterricht kennen zu lernen, anhand derer ich meinen Mathematikunterricht begründen kann. Darüber hinaus vermutete ich mit den Möglichkeiten zur Planung und Reflexion von Unterricht und diversen Vermittlungsmethoden konfrontiert zu werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Persönliche Erwartungen an die schulpraktischen Studien
2 Rahmenbedingungen
3 Bisheriger Unterricht
4 Lerngruppe
5 Hospitation – Beobachtungen und Eindrücke hinsichtlich des Lehrerverhaltens
6 Eigene Unterrichtsversuche
6.1 Unterrichtsversuch im Fach Mathematik – Planung
6.2 Unterrichtsversuch im Fach Mathematik – Durchführung und Reflexion
7 Résumé und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit dokumentiert und reflektiert die Erfahrungen eines Schulpraktikums im Fach Mathematik an einem altsprachlichen Gymnasium. Dabei liegt der Fokus auf der didaktischen Planung und praktischen Durchführung eigener Unterrichtsstunden sowie der Beobachtung des Lehrerverhaltens in einer Grundkursklasse der Jahrgangsstufe 13.
- Reflexion der eigenen Lehrerrolle und Erwartungshaltung
- Analyse der schulischen Rahmenbedingungen und der Lerngruppe
- Didaktische Planung von Unterrichtseinheiten zur Analytischen Geometrie
- Durchführung und kritische Selbstreflexion von Unterrichtsversuchen
- Beobachtung und Evaluation von Lehr-Lern-Prozessen in der gymnasialen Oberstufe
Auszug aus dem Buch
6.2 Unterrichtsversuch im Fach Mathematik – Durchführung und Reflexion
Bezogen auf die Durchführung ließen sich folgende Abweichungen von der Planung feststellen. Die zeitliche Abfolge wurde eingehalten, die Länge der Blöcke jedoch an manchen Stellen (z.B. im Fall Abstand Gerade/Punkt) je nach Bedarf verschoben. Das empfand ich aber auch nicht als tragisch, da ich denke, der Unterricht sollte den Schülern und nicht die Schüler dem Unterricht angepasst werden. Insofern plädiere ich generell für eine gewisse zeitliche Flexibilität. Strukturell kam es zu zwei größeren Abweichungen. Zum einen ließ ich nicht wie geplant einen Schüler die Hausaufgabe zur Abstandsberechnung Ebene/Punkt an der Tafel rechnen, sondern rechnete es mit Unterstützung der Schüler selbst vor, da sich kein Schüler freiwillig gemeldet hatte. Zum anderen deutete ein Schüler bei der Entwicklung der Vorstellung, wie man den Abstand Gerade/Punkt bestimmen kann einen anderen als den gesuchten Lösungsweg (Lotfußpunktberechnung über den Schnitt einer Hilfsebene mit der Geraden) an. Dieser Lösungsweg ist mir bekannt, war jedoch von der vorerst Lehrerin nicht gewünscht. Da ich einen solchen Ansatz jedoch nicht unter den Tisch fallen lassen wollte, erklärte ich den Schülern, dass es einen solchen Lösungsweg gibt und stellte ihnen die freiwillige Aufgabe im Buch auf einer angegebenen Seite diesen Lösungsweg nachzuvollziehen.
Zur Reflexion der Stunde, muss ich vor allem angeben, dass ich am Anfang ungewohnt nervös gewesen bin. Ich habe an und für sich überhaupt keine Probleme vor Gruppen souverän zu sprechen, die Aussicht eine 13. Klasse zu unterrichten, die ich im Prinzip noch kaum kenne, hat mich jedoch zunächst schon etwas beeinflusst. Aufgrund dessen war ich am Anfang ein wenig unsicher im Umgang mit der Klasse und hatte nicht die gewohnte Lockerheit, die mich sonst so auszeichnet. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum ich die Hausaufgabe dann selbst an der Tafel gerechnet habe, anstatt darauf zu bestehen, dass ein Schüler diese Aufgabe übernimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Persönliche Erwartungen an die schulpraktischen Studien: Der Autor reflektiert seine langfristige Berufswahl zum Lehrer und formuliert seine Lernziele für das Praktikum, insbesondere den Wunsch nach didaktischen Konzeptionen.
2 Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel beschreibt den Standort, die Schülerschaft sowie die organisatorischen Besonderheiten der Schule, wie die Unterrichts- und Pausenregelungen.
3 Bisheriger Unterricht: Hier wird der inhaltliche Stand des Mathematikkurses kurz vor dem Abitur dargestellt, wobei der Fokus auf dem Übergang zum Bereich Analytische Geometrie liegt.
4 Lerngruppe: Die Leistungsstruktur, das soziale Gefüge sowie das mathematische Interesse der 13er-Grundkursklasse werden analysiert und charakterisiert.
5 Hospitation – Beobachtungen und Eindrücke hinsichtlich des Lehrerverhaltens: Der Autor schildert seine Beobachtungen zum Medieneinsatz, zu den Sozialformen und dem Lehrerverhalten während der Phasen der Hospitation.
6 Eigene Unterrichtsversuche: Dieses Kapitel dokumentiert drei gehaltene Doppelstunden; dabei wird eine Stunde exemplarisch hinsichtlich Planung und Durchführung sowie Reflexion detailliert analysiert.
7 Résumé und Ausblick: Der Autor zieht ein Fazit zum Praktikum, bestätigt seinen Berufswunsch und bewertet die Qualität des begleitenden Seminars.
Schlüsselwörter
Praktikumsbericht, Mathematikunterricht, Analytische Geometrie, Schulpraktische Studien, Unterrichtsplanung, Unterrichtsreflexion, Grundkurs 13, Lehrerverhalten, Didaktik, Hospitation, Unterrichtsversuch, Gymnasiale Oberstufe, Lehrerrolle, Unterrichtsmethoden, Leistungsdifferenzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Es handelt sich um einen Praktikumsbericht im Rahmen der Schulpraktischen Studien II, der Einblicke in den Mathematikunterricht an einem altsprachlichen Gymnasium gibt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Planung von Mathematikstunden, die Beobachtung der Lehrerrolle im Unterricht sowie die praktische Umsetzung didaktischer Konzepte in der Oberstufe.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit eigenen Unterrichtsversuchen sowie die Reflexion über die Eignung des Lehrerberufs basierend auf den gemachten Praxiserfahrungen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor verwendet das Unterrichtsskizzenmodell nach Kretschmer / Stary (1998) zur Planung und reflexiven Beleuchtung seiner gehaltenen Stunden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Analyse der Rahmenbedingungen und der Lerngruppe, die Hospitationsergebnisse sowie eine ausführliche Planung, Durchführung und Reflexion der eigenen Unterrichtsstunden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Mathematikunterricht, Unterrichtsreflexion, Analytische Geometrie und die pädagogische Praxis in der gymnasialen Oberstufe.
Wie geht der Autor mit Unterrichtsstörungen oder unerwarteten Situationen um?
Der Autor versucht, flexibel auf die Situationen zu reagieren, erkennt Fehler in der eigenen Durchführung (z.B. bei der Tafelarbeit) und integriert Schülerbeiträge auch dann, wenn sie vom ursprünglichen Plan abweichen.
Welche Erkenntnis gewinnt der Praktikant für seinen weiteren Weg?
Trotz anfänglicher Nervosität und Unsicherheit festigt der Praktikant seinen Berufswunsch und erkennt, dass der Weg zum professionellen Lehrer anspruchsvoll, aber lohnenswert ist.
- Quote paper
- Christian Klaas (Author), 2006, Schulpraktische Studien im Fach Mathematik - Praktikumsbericht , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66754