Einführung in den Defensivrebound


Hausarbeit, 2005
13 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Überlegungen zur Lerngruppe

2 Diskussion und Definition des Themas

3 Ziele der Unterrichtseinheit
3.1 Motorische Lernziele
3.2 Kognitive Lernziele
3.3 Sozial-affektive Lernziele

4 Didaktisch-methodische Überlegungen

5 Geplanter Unterrichtsverlauf

6 Literaturverzeichnis

1 Überlegungen zur Lerngruppe

Auf diese soll in diesem Fall verzichtet werden, da es sich bei der Lerngruppe nicht um Schüler, sondern um Studenten handelt.

2 Diskussion und Definition des Themas

Der Rebound, definiert als das Sichern des vom Brett oder Korb abprallenden Balles im Angriff (Offensivrebound) und in der Verteidigung (Defensivrebound) nach erfolgtem Korbwurf (vgl. Brill & Prinz, 1993, S. 45) wird in der Unterrichts- und Trainingspraxis häufig zu Unrecht vernachlässigt. Tatsächlich stellt der Rebound eines der wichtigsten Spielelemente im Basketballspiel dar und verleiht diesem mehr Aggressivität und Spannung. Während in anderen Ballsportarten der Ball nach einem Fehlwurf oder Fehlschuss meistens im Aus landet, bleibt er im Basketballspiel durch das Korbbrett im Spiel und prallt ins Spielfeld zurück. Aus diesem Grund ist es für eine Mannschaft von herausragender Bedeutung diese abprallenden Bälle zu bekommen, denn mehr Rebounds bedeuten mehr Ballbesitz und mehr Ballbesitz bedeutet mehr Möglichkeiten „Körbe zu machen“ und weniger Möglichkeiten für den Gegner, das Gleiche zu tun. „Wer die Bretter beherrscht, beherrscht das Spiel“ trifft in dieser Hinsicht den Kern (vgl. Kyriasoglou, 1971, S. 49).

Im Zentrum dieser Unterrichtseinheit steht der Defensivrebound, der von den Verteidigern mit dem Ziel ausgeführt wird, den Ball zu sichern und dem Angreifer damit eine zweite Wurfchance zu verwehren. Zudem bildet der Defensivrebound die Grundlage für das Einleiten eines erfolgreichen Schnellangriffs.

Die Technik des Defensivrebounds gliedert sich in zwei Phasen: das Ausblocken des Gegners (Hinausboxen) und den eigentlichen Rebound, die Brettarbeit (vgl. Schlick & Schumacher, 1979, S. 51). In der Grundstellung für den eigentlichen Rebound ist die Front des Rebounders dem Korb zugewandt, die Füße stehen mindestens schulterweit auseinander, die Knie sind gebeugt, die Arme sind seitlich vom Körper in Schulterhöhe angewinkelt, die Handinnenflächen zeigen fangbereit nach oben, der Oberkörper ist leicht vorgeneigt (stabile Position durch Verlagerung des Körperschwerpunkts über die Beine) und die Augen schauen zum Ring bzw. zum abprallenden Ball.

Der beidbeinige Absprung erfolgt explosiv nach einer kurzen Ausholbewegung der Beine, die Arme werden zur Unterstützung des senkrechten Absprungs seitlich vor dem Körper hochgerissen (vgl. Brill & Prinz, 1993, S. 46) Beim Sprung wird die Hüfte leicht gebeugt (Spreizbuckelsprung), wodurch sich das Gesäß nach hinten verlagert und der Angreifer im Rücken des Verteidigers auf Distanz gehalten wird. Im höchsten Punkt des Sprungs wird der Ball bei gestreckten Armen mit beiden Händen fest gefasst und sofort zur Sicherung zur Brust heruntergerissen. Wenn der Ball mit beiden Händen nicht erreicht werden kann, wird er zunächst mit einer Hand unter Kontrolle gebracht, die zweite Hand greift so früh wie möglich nach. Die Landung erfolgt beidbeinig in Grätschstellung, der Ball wird in Brusthöhe dicht am Körper gehalten und mit dem Körper und den nach außen gerichteten Ellbogen geschützt (vgl. Steinhöfer, 1979, S. 51)

Aus dieser Position befreit sich der Rebounder schnell entweder mit einem Sternschritt in Angriffsrichtung mit anschließendem Pass zu einem outlet-Spieler oder einem Dribbling aus der Zone heraus. Zur Einleitung eines schnellen Gegenangriffs erweist es sich insbesondere für große oder sprunggewaltige Spieler auch als sinnvoll, den Ball, wenn möglich, noch im Sprung einem outlet-Spieler zuzupassen. Dieser Pass sollte aufgrund des großen Risikos jedoch nicht „blind“ erfolgen.

Entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg des Rebounders ist die eingenommene Grundposition, orientiert an Korb, Gegnern und Mitspielern. Der Reboundspieler ist grundsätzlich bestrebt, die günstige Position zwischen Gegenspieler und Korb (Innenposition) zu behalten (man bedenke, dass ca. 90% der abprallenden Bälle unterhalb des Korbs / Bretts herunterkommen) und den Gegner durch geschicktes Ausblocken vom Korb fernzuhalten. Die ganze Aufmerksamkeit gilt also zunächst dem Angreifer, dessen Weg zum Korb versperrt werden soll, erst nach dem Ausblocken erfolgt der Blick zum Korb (geübte Rebounder beherrschen jedoch beides gleichzeitig). Beim Ausblocken unterscheidet man das aktive Ausblocken des Werfers und das reaktive Ausblocken des Angreifers ohne Ball.

Wenn der Angreifer mit Ball geworfen hat, braucht er einen Moment, um wieder in eine stabile Position zu gelangen, dies nutzt der Verteidiger aus, um mit der rechten Hand an der rechten Schulter (Rechtswerfer) des Werfers Kontakt aufzunehmen. Wenn der Angreifer nun anfängt sich dem Ball hinterher zu bewegen, dreht sich der Verteidiger mit einem Sternschritt vorwärts in den Angreifer hinein und nimmt Körperkontakt auf. Dabei bietet er dem Angreifer mit den Beinen und / oder dem Gesäß Widerstand („butt to gut“), die Beine sind gebeugt und in breiter Fußstellung, die Arme erhoben, die Ellbogen leicht angewinkelt. Ausweichbewegungen des Angreifers werden mit seitlichen Gleitschritten verhindert.

Beim reaktiven Ausblocken des Angreifers ohne Ball befindet sich der Verteidiger vor dem Wurf in Verteidigungsgrundstellung, um den Passweg zu verteidigen. Mit dem Wurf nimmt der Verteidiger mit der Rückhand Kontakt zum Angreifer auf und dreht sich mit einem Sternschritt rückwärts in den Angreifer hinein, der weitere Verlauf ist mit obigem identisch (vgl. Müller, 2004, S. 1).

Besonders erfolgreich ist das Ausblocken, wenn es in Zusammenarbeit mit möglichst mehreren Mitspielern erfolgt, etwa durch Bilden eines so genannten Verteidigungsdreieckes in unmittelbarer Korbnähe.

Der technisch perfekte Rebound ist recht schwierig umzusetzen. Voraussetzungen sind gute Orientierung im Raum, zu Gegnern und Mitspielern (koordinativ), Sprungkraft (konditionell), ein ausgezeichnetes Timing, um den Ball im Sprung so früh wie möglich unter Kontrolle zu bringen (technisch), sowie Konzentration und Einsatzwille (psychisch). Aus diesen Gründen sollte mit der technischen Schulung des Rebounds nicht zu früh begonnen werden, ab einer gewissen Könnensstufe sollte er jedoch aufgrund seiner spielentscheidenden Bedeutung regelmäßig geübt werden.

3 Ziele der Unterrichtseinheit

3.1 Motorische Lernziele

Die Spieler(innen) sollen:

- ihre Sprungkraft verbessern
- ihr Sprungtiming verbessern
- lernen, vom Korb oder vom Brett abprallende Bälle sicher zu fangen und zu beschützen, indem sie die Technik des Rebound-Sprungs anwenden
- lernen, den Laufweg des Gegners zum Korb durch die Technik des Ausboxens zu verhindern
- lernen, nach Sicherung des Rebounds einen schnellen, ersten Pass zu spielen

3.2 Kognitive Lernziele

Die Spieler(innen) sollen:

- wissen, dass der Rebound zu den spielentscheidenden Elementen des Basketballspiels gehört
- die wesentlichen Merkmale der Rebound-Technik artikulieren können
- wissen, warum die Innenposition beim Rebound so günstig ist
- wissen, wie sie durch Ausboxen den Gegner vom Brett fernhalten und ihre Innenposition verteidigen können
- erkennen, dass Rebounden mit intensivem Körpereinsatz verbunden ist
- erkennen, dass psychische Faktoren wie Konzentration und Einsatzwille für das Rebounden eine bedeutende Rolle spielen

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Einführung in den Defensivrebound
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Aufbaukurs Vermittlung Basketball
Note
1,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V66762
ISBN (eBook)
9783638584869
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung, Defensivrebound, Aufbaukurs, Vermittlung, Basketball
Arbeit zitieren
Christian Klaas (Autor), 2005, Einführung in den Defensivrebound, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66762

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