Die Brehnaer Kirche. Beschreibung und Gebäudeanalyse


Ausarbeitung, 2005

52 Seiten


Leseprobe

Die Brehnaer Kirche

Von Armin Feldmann

Vorwort

Die Brehnaer Kirche ist ein imposantes Gebäude. In der Vergangenheit ist sie von verschiede-

nen Verfassern beschrieben worden. Diese Beschreibungen finden sich beispielsweise in den bedeutenden Handbüchern von Dehio, Schönermark, Schwineköper, aber auch bei Köhler, Schmidt und Obst (vgl. Literaturverzeichnis am Ende dieses Aufsatzes).

Da diese Handbücher größere Territorien mit ihren Bauwerken erfassen, können sie sich bei einzelnen Objekten häufig nur auf das Wesentliche beschränken. Deshalb bot es sich an, ihre Aussagen zusammenzufassen und um eigene Eindrücke und Abbildungen zu ergänzen. Gelegentlich mussten auch frühere Aussagen korrigiert werden, da sich neue Erkenntnisse ergeben haben.

Dieser Aufgabe habe ich mich unterzogen und lege nun das Ergebnis meiner Arbeit vor. Ihre Absicht ist, die Kirche in Brehna zunächst von außen, dann von innen zu beschreiben und so Einwohner und Besucher auf Dinge aufmerksam zu machen, die des Betrachtens würdig sind.

Ich habe das getan als gebürtiger Brehnaer. Animiert wurde ich dazu durch die Aktivitäten des Fördervereins Stadt- und Klosterkirche Brehna e.V., besonders durch das Fest anlässlich des 800. Gründungstages des Augustiner-Chorfrauenstifts im Jahre 2001.

Alle Bilder ohne Angabe ihrer Herkunft sind eigene Fotoaufnahmen. Die Zahlen in eckigen Klammern verweisen auf den entsprechenden Titel im Literaturverzeichnis am Ende dieser Arbeit und die Seitenzahl. Text in eckigen Klammern enthält Ergänzungen bzw. Erläuterungen von mir.

Wittenberge 2005. Armin Feldmann

Beschreibung der Brehnaer Kirche

Jeder Ort hat das Bedürfnis, sich mit einem möglichst angenehmen Aussehen zu präsentieren, jede Stadt hat ein Interesse an ihrem spezifischen Image.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wenn man sich in Brehna umschaut, in einem Ort, der keine Burg, kein Schloss, kein großes Herrenhaus besitzt, dessen weitere Sehenswürdigkeiten das Alte Rathaus, die Postdistanzsäule, zwei Windmühlen und ein aus dem alten Friedhof umgestalteter Park sind, dann ist das bemerkenswerteste Bauwerk in der Stadt die Kirche, „ein ansehnliches, sehr altes Gebäude in antikem Geschmack, nach gotischer Bauart, mit großen und starken Pfeilern und felsenfesten Mauern erbaut. Die Erbauer derselben sind Hedwig mit ihren Söhnen Otto und Friedrich gewesen, welche sie im Jahr 1202 von dem Erzbischof zu Magdeburg einweihen ließen“, wie Pastor Köhler schreibt [vgl. Literaturverzeichnis Nr. 7; S. 63], denn Brehna gehörte damals zu diesem Erzbistum. Nach Köhler erfolgte in dem genannten Jahr die Weihe der zum Kloster gehörigen „Kirche, die an die Pfarrkirche angebaut ist“ [7; 50].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Statue des heiligen Augustinus aus dem Jahre

1909 im Augustiner-Chorherrenstift Neustift in Vahrn/Südtirol (Italien)

Das Brehnaer Kloster war ein Augustiner-Chorfrauenstift, die Klosterfrauen lebten nach der Regel des Augustinus, jenes bedeutenden Theologen und Kirchenvaters, der von 354 bis 430 lebte und seit 395 Bischof von Hippo Regius war, einer antiken Hafenstadt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste beim heutigen Annaba in Algerien.

Köhlers Angabe vom Anbau einer Klosterkirche an die Pfarrkirche beruht nur auf dessen Vermutung: Eine Pfarrkirche in Brehna ist bis zur Klostergründung urkundlich noch nicht erwähnt, obwohl davon auszugehen ist, dass es sie bereits gab. Obendrein kann in der kurzen Zeit von der Klostergründung am 15. August 1201 bis zur Weihe kein großer Bau errichtet worden sein, dazu hätte die Zeit nicht ausgereicht. So können wir nur davon ausgehen, dass es zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Brehna zwar einen Kirchenbau gab, wir haben aber von seiner Größe, seinem Aussehen und dem verwendeten Baumaterial keine näheren Vorstellungen. Die Kirche war dem heiligen Jacobus, genauer sogar St. Jakobus Major [dem Älteren], einem der Jünger Jesu, geweiht. Es ist eine häufig umgebaute und erweiterte Anlage, von der mancher Autor behauptet, dass sie für das sich südlich daran anschließende Nonnenkloster bestimmt gewesen sei. Wenn sie zusammen mit mit dem Kloster gebaut worden sein soll, so müsste sie also aus der Zeit kurz nach 1200 stammen [13; 7]. Ein anderer Verfasser geht allerdings davon aus, dass bei Gründung des Klosters bereits ein Kirchenbau vorhanden gewesen sei, er hätte dann der Gemeinde und den Burgbewohnern gedient, wäre eine Pfarrkirche gewesen. Die 1202 geweihte Kirche hätte dann den Charakter einer reinen Klosterkirche getragen [9; 139]. Jedoch haben die Burgbewohner vor dieser Zeit auch schon eine eigene Kapelle besessen, die dem Märtyrer und Apostel Bartholomäus gewidmet war. Schließlich hält ein weiterer Autor [15; 13] sogar das Bestehen einer Kirche in Brehna im Jahr 1000 nicht für ausgeschlossen, bezeichnet diese Annahme aber in aller Deutlichkeit als rein hypothetisch. Wenn nun aber die Annalen oder Jahrbücher von Altzelle, die Annales Vetero Cellenses, zu 1124 schreiben, dass Graf Friedrich I. von Brehna in diesem Jahr hier eine Kirche gegründet habe, kann dem nicht gefolgt werden, da dieser Friedrich 1124 noch nicht geboren war.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Grundriss [aus 1; 90] (Die Abbildung zeigt zur Pfarrkirche gehörig

auch den Bereich der Nonnenkirche)

Die einzelnen Teile der Gesamtanlage:

Nördliches Seitenschiff der Pfarrkirche mit Eingangstür

Turm – Hauptschiff der Pfarrkirche – Chor der Pfarrkirche

Nonnenkirche (südlich des Chores der Pfarrkirche gelegen, Vorraum südlich des Hauptschiffes)

Errichtet wurde die Kirche als ein großer, unverputzter Bruchsteinbau mit einem im Westen quer davor stehenden Turm und polygonalem [mehreckigem, tatsächlich dreiseitigem] Abschluss im Osten [1; 89]. Das gesamte Bauwerk ist jedoch nicht in einem Zuge errichtet worden, die vom Kloster erhalten gebliebene Nonnenkirche St. Clemens und die Pfarrkirche St. Jacobus bilden „eine bemerkenswerte bauliche Einheit“ [4; 54], und es hat dieser „wunderliche Grundriss ... natürlich auch ein nicht minder auffälliges Aeussere hervorgebracht“ [13; 7].

Während das Kloster nach der Reformation eingegangen ist, zeigt die Kirche die Veränderun-gen und Ergänzungen, die in den Jahrhunderten hinzugekommen sind. Der Grundriss umfasst die folgenden Teile:

Im Westen – es war gerade schon gesagt worden – steht ein in Nord-Süd-Richtung oblonger [länglicher, rechteckiger] Turm, „etwas über die Südwand des mit ihm ursprünglich gleich breiten Schiffes vorspringend“. Der Turm ist in seinem unteren Teil, der etwa bis zur Uhr reicht, romanischen Baustils (10.-12. Jh.), obwohl „sein Erdgeschoss von zwei spätgothischen Kreuzgewölben in Backstein überdeckt wird“ [13; 7]. Das Turmmauerwerk, soweit es romanisch ist, besteht aus Bruchsteinen in guter Verbindung [13; 8]. Erbaut wurde der Turm mit Hausteinen in Buntsandstein entweder aus Bernburg oder dem Unstrutgebiet und mit Aufsetzern aus handgespaltenem Porphyr der

Quetzer Berge; wegen ihres unregelmäßigen Gefüges haben die Wände die erstaunliche Dicke von 2

m, die sich nach oben zu über zunächst 1,80 m auf schließlich 1,50 m verjüngt, im achteckigen Aufbau sogar auf 50 cm (Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Schnitt durch den Turm (aus: Rupprecht, Heimatkalender 1931)

links: West- und Südseite rechts: Westseite

des Turms des Turms

Es gibt Vermutungen, dass der Turm eventuell auch Landsberg. Für Brehna ist aber ein Burgward aus dieser Zeit nicht überliefert, sondern erst 1156 wird in den Quellen von einem Burgward Brehna gesprochen. Wir können demnach für den Baubeginn der Brehnaer Kirche nur sagen: Entweder erfolgte er am Ende des Frühmittelalters, das die Zeit vom 5.-10. Jh. umfasste, oder im Hochmittelalter [11. bis Mitte 13. Jh.]. Das Sockelgesims

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Wappenstein an der Westseite des Kirchturms.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Zeichnung aus Schönermark [13; 8]

Foto: 2001 (den Herzen fehlen die Stiele)

des Turms [ein Gesims ist ein aus der Mauer hervortretendes, waagerecht verlaufendes

Bauglied, das der Horizontalgliederung des Bauwerks und der Ableitung des Regenwassers dient] zeigt eine einfache Schräge. In die Westwand des Turms wurde in gotischer Zeit [12.-16. Jh.] ein Stein

eingefügt, der das sächsische und das Brehnaer Wappen zeigt [13; 8] (Abb. 4 u. 5 S. 4). Dieser Datierung wird jedoch von anderen widersprochen. Der Turm wurde 1618 umgebaut: Ein achteckiges Oberteil mit einer barocken Spitze wurde dem Turm unmittelbar bei Beginn des Dreißigjährigen Krieges aufgesetzt. Bei dem einen Autor wird diese Spitze „Helm“ [13; 8] und bei einem anderen „Haube“ [1; 89] genannt, ein dritter charakterisiert das als Renaissancehaube mit doppelter Laterne [15; 439]. Dieses Oberteil bestand aus Backsteinen mit spätgotischen Fenstern, wie wir diesen Turmteil von Wilhelm Dilichs Zeichnung aus der Zeit zwischen 1626 und 1629 kennen [2; I 40]. Die Jahreszahl 1618 ist in den oberen Sturz des südlichen Fensters an der Westseite eingemeißelt. Dieser Aufbau wurde jedoch beim Brand von 1713 zerstört und danach nicht erneuert, sondern durch das jetzt noch vorhandene Zeltdach ersetzt. Im romanischen Turmteil, welcher – wie gesagt – unterhalb der Uhr

endet, befinden sich entsprechend die „romanischen Schalllöcher ..., je zwei gegen Westen und Osten, je eins an den anderen Seiten“. Die nach Osten zeigenden wurden später bei Höherführung des Kirchenschiff-Daches zu großen Teilen verdeckt. Sie „sind durch eine mit der Aussenflucht bündig stehende Säule mit zwei Rundbogen getheilt. Diese Säule ist aus grauem Granit und zeigt meist Palmettenkapitelle [fächerförmiges Ornament, das in streng symmetrischer Bildung das Blatt der Fächerpalme mehr oder weniger stilisiert darstellt; in der romanischen Kunst spielen sie besonders in der Kapitellplastik eine große Rolle], seltener die Würfelform. Die Basis ist eine attische mit Eckblatt“ (Abb. 8 S. 6) [13; 8]. Es handelt sich um einfache Kapitellformen. Nach Norden zu ist die Teilungssäule herausgeschlagen, die Öffnung wurde später, wohl im Zusammenhang mit der kriegsbedingten Abnahme von Glocken, zu einem größeren Rundbogen erweitert. Im untersten Stockwerk des Turmes, welches – wie bereits erwähnt – gewölbt ist, stand früher ein Kasten mit alten nach Mönchsart und sehr sauber geschriebenen Messbüchern, die dem ehemaligen Kloster gehörten [7; 67]; bis 2002 befand sich hier das Archiv des Pfarramts, jetzt ist es der „Raum der Stille“ in der am 10. Mai 2003 geweihten Autobahnkirche Brehna. Der Zugang erfolgt aus dem romanischen Kirchenschiff. Dieses unterste Stockwerk des Turmes hat zwei schmale Öffnungen nach Westen, die sich im Inneren nach

beiden Seiten merklich erweitern, wie man solche Öffnungen in mittelalterlichen Befestigungsanlagen findet. Im zweiten Stockwerk sind die Blasebälge der Orgel untergebracht, das dritte ist leer, im vierten ist das Uhrwerk und im fünften befinden sich die Glocken. In Mannshöhe finden sich in der

Glockenstube rings um das Mauerwerk herum eingearbeitete Löcher von etwa 10 cm Ø, deren Bestimmung nicht ermittelt werden konnte; vielleicht waren es Auslugsöffnungen [13; 8]. Da sich

solche Löcher in mehreren Höhen fast um das gesamte Kirchengebäude herum feststellen lassen, handelt es sich aber offensichtlich um Löcher für die Gerüstbalken.

Vor dem Brand von 1713 hingen in diesem Turm vier alte und wohlklingende Glocken, welche aber am 12. April des genannten Jahres im Feuer zerschmolzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Kirchturm Ostseite mit den vermauerten bzw.

durch das Dach des Kirchenschiffes verdeckten

Schallöffnungen (Foto von 2003).

Anstelle der alten wurden in Halle nacheinander drei neue Glocken gegossen [7; 67]: Am 14. Okt. 1714 goss Michael Becker aus den Trümmern der vier alten Glocken eine große Glocke, welche heute

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: Raum der Stille (Eingang). Foto: 2003

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Raum der Stille: Altar. Foto: 2003

noch vorhanden ist. Schönermark vermerkt ihren Durchmesser mit 1,48 m, nennt das darauf dargestellte sächsische Kurfürstenwappen und gibt auf ihr folgenden lateinischen Text wieder [13; 11], der durch Aufzeichnungen, die Dipl.-Landwirt Gerhard Dörge, Brehna, 2003 freundlicherweise zur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 11: Raum der Stille: Taufstein, nach Hinz

(16; 74) Teil der Ausstattung der romanischen Fensteröffnungen. Foto: 2003

Kirche. Foto: 2003

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 12: Raum der Stille: Schießscharten ähnliche

Verfügung stellte, vervollständigt werden konnte:

DIE · XII · APRIL · AI · MDCCXIII · EX · COMVNI · RVINA · SVAM · SACRA · CONCEPERVNT · AERA · ET · LAPSA · AMISERVNT · PONDERE · PONDVS · NVNC · EX · FLAMIS · ET · TRISTI · SILENTIO · REDVUCTA · SVNT · SVB · REGIMINE · SERENISS · DUCIS · Sax · MARTISB · MAURITII · WILHELMI · CURA · INSPECTORIS · ET · SENATUS · BRENENSIS · IMPENSIS · CIVITATIS · ET · PAROCHIORUM · SUPERINT · M · CHRISTIAN · RÖS · M · JOH · DAVID · KOENIGI · PASTOR · PRIMARII · GEORG · ABRAHAM · SALOMONIS · INSPECTORIS · JOH · STECHII · JEREMIAS · DEISSNERI · CONSULUM · ELIAS · STECHII · CHRISTIAN · KRAMERI · PRAETORUM · CHRTOP · MUELLERI · SENATORIS · QVORVM · DE · MELIORI · RECORDETUR · DEVS · ANNO · MDCCXIV · D · XIV [Brehnaer Angabe: XVI] · OCT · GOS · MICH · PETER · BECKER · IN · HALLE ·

Eine in Leipzig dazu angefertigte Übersetzung lautet:

Am 12. Tag des April des Jahres 1713 haben aus allgemeinem Sturz (oder: Einsturz, auch Unglück) den ihren (bzw. das ihre) die geweihten Erze (Glocken) empfangen und die durch ihr Gewicht (oder die Schwerkraft) herabgefallenen haben ihr Gewicht (oder ihre Schwere, Masse) verloren. Jetzt sind sie aus den Flammen und ihrem traurigen Schweigen zurückgeführt (-gebracht) worden unter der Herrschaft des durchlauchtigsten Herzogs von Sachsen-Merseburg, Moritz Wilhelm, unter der Aufsicht des Inspektors und des Brehnaer Rats, auf Kosten der Bürgerschaft und der Pfarrangehörigen, des Superintendenten Magister Christian Rös, des Oberpfarrers Johann David Koenig, des Inspektors Georg Abraham Salomon, der Bürgermeister Johann Stechius [und] Jeremias Deissner, der Schultheißen Elias Stechius [und] Christian Kramer, des Ratsherrn Chr(is)top(h) Mueller.

Möge Gott sich an deren Besseres erinnern.

Im Jahr 1714 am 14. [Brehnaer Aufzeichnungen: 16.] Tag des Oktober gos mich Peter Becker in Halle.

Unter dem lateinischen Text befand sich das Brehnaer Wappen, ohne dass Schönermark hier angibt, um welches Wappenbild es sich handelte. Die Brehnaer Aufzeichnungen nennen dafür drei Herzen und Palmetten mit Akanthusblättern, eine Zierform nach dem Blatt des Bärenklaugewächses (Acanthus), die an korinthischen Kapitellen seit dem 5. Jh. v. Chr. verwendet wurde.

1746 goss Friedrich August Becker eine zweite große Glocke mit einem Durchmesser von 1,14 m, nach Schönermark [13; 11] hatte sie „oben ein barockes Ornament; einerseits findet sich unter dem Brehnaischen Wappen eine Anzahl Namen eingeritzt und erhaben gegossen, andererseits diese Schrift“, wieder vervollständigt aus den Brehnaer Aufzeichnungen:

DEO · EIVSQUE · CHRISTO · L · H · G · ANNO · MDCC XXXXV · FRIDERICO · AUGUSTO · REG · POLON · ELECT · SAXON · etc. REGN · M · DAN · LUDOVICO · STOETERO · SUPER · AUG · FRID · KANNENBERGIO · CONS · C · ET · PRAEF · M · JO · MAUR · LANGIO · PAST · JOH · FRID · KRONBIEGELIO · INSP · SEN · JOH · ROETHINGIO · AER · ECCL · CUR · FUSA · HALAE · A · FRIDERICO · AUGUSTO · BECKERO · HALLELUJAH

Nach den Brehnaer Aufzeichnungen folgt hier noch: 1745. {Wappen} Christp. Mueller et Joh. Ern. Kessler Consules Joh. Gottl. Deissner et Joh. Christp. Frenze Praetores Joh. Aug. Sernau Senator.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 13: Die gesprungene Glocke wird zur Reparatur

aus dem Turm gehoben. Foto: MZ/Stefan Reinke 1999

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 14: Die reparierte Glocke wird im sanierten Glo-

ckenstuhl befestigt. Foto: MZ/Wolf Lux 1999

[Gott und seinem {Sohn} Christus L{Lob}. H{Ehre}. G{Dank}. Im Jahre 1745 unter der Regierung Friedrich Augusts, König von Polen {und} Kurfürst von Sachsen usw. Magister Daniel Ludwig Stöter, Superintendent, August Friedrich Kannenberg, Konsul und Präfekt, Magister Johann Moritz Lange, Pastor, Johann Friedrich Kronbiegel, Senatsinspektor, Johann Röthing, Kirchenschatzmeister. Gegossen in Halle von Friedrich August Becker Halleluja {Lobet Gott}. 1745. {Wappen} Christoph. Müller und Joh. Ernst Kessler, Konsuln, Joh. Gottl. Deissner und Joh. Christoph Frenze, Prätoren, Joh. Aug. Sernau Senator.]

Das bei Schönermark erwähnte barocke Ornament bestand aus dem alten Brehnaer Wappen mit drei Herzen und zwei Palmettenkränzen, wie es die dortigen Aufzeichnungen nennen. Diese kleinere Glocke zersprang am 10. Juli 1761, als zur Betstunde geläutet wurde; sie wurde mit gleichen Inschriften und Zeitangaben in Leipzig im Jahr darauf unter Bezahlung von 60 Talern umgegossen. Am 28. Mai 1762 wurde zum ersten Mal mit ihr geläutet. Eine kleine Glocke, vom Volke die Bimmel genannt, die zum Schulbeginn und bei Taufen geläutet wurde – die Brehnaer Aufzeichnungen nennen sie deshalb die Taufglocke – hat L. G. Becker 1826 umgegossen. Über sie schreibt Schönermark [13; 11]: „Die Glocke von 0,59 m Durchmesser hat einerseits das Brehnaische Wappen, andererseits Namen und schliesslich:

[...]

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Die Brehnaer Kirche. Beschreibung und Gebäudeanalyse
Autor
Jahr
2005
Seiten
52
Katalognummer
V66839
ISBN (eBook)
9783638603102
ISBN (Buch)
9783638670104
Dateigröße
1779 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brehnaer, Kirche
Arbeit zitieren
Dipl.-Lehrer Armin Feldmann (Autor), 2005, Die Brehnaer Kirche. Beschreibung und Gebäudeanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66839

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