Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Unterrichtssprachen in afrikanischen Schulsystemen und untersucht die Folgen der fast ausschließlichen Verwendung der Kolonialsprachen in den Bildungssystemen.
Die Wahl der Unterrichtssprache ist eine Machtfrage. Sie entscheidet, wer in einer Gesellschaft Zugang zu Wissen erhält und damit, wie die Macht im Staat (um)verteilt wird. Die zentrale These dieser Arbeit sieht die verbreitete Verwendung der europäischen Kolonialsprachen als Unterrichtssprache in den Bildungssystemen Afrikas als fatal für die Bildungschancen afrikanischer Schüler und damit auch für die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Länder.
An die Erläuterung der (negativen) Folgen der Vergangenheit und einer fortgesetzten Sprachpolitik, die afrikanische Sprachen ignoriert oder gar unterdrückt, schließt sich die Untersuchung der Alternative an: Die Verwendung afrikanischer Sprachen im Unterricht. Es wird gezeigt, dass die Wahl der Unterrichtssprache entscheidend ist für die Entwicklung und den Lernerfolg des einzelnen Schülers. Bedenken wie zu hohe Kosten oder ein gegenläufiger Wille der Betroffenen werden ebenfalls diskutiert, bevor auf die Interessen und die Macht der internationalen Gebergemeinschaft eingegangen wird. Vor einem Fazit wird noch die Sprachpolitik in verschiedenen Ländern des Kontinents in Theorie und Praxis betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Sprache und Sprachpolitik in Kultur, Gesellschaft und Politik
- 2.1. Kulturelle und soziale Bedeutung
- 2.2. Politische und demokratietheoretische Bedeutung
- 3. Kolonialsprachen in afrikanischen Schulen
- 3.1. Koloniale Geschichte
- 3.2. Folgen
- 4. Muttersprache als Unterrichtssprache
- 4.1. Rechtliche Grundlagen und Vereinbarungen
- 4.2. Lernerfolge bei muttersprachlichem Unterricht
- 4.3. Kostenaspekte
- 4.4. Nachfrage der Eltern nach „,Weltsprachen“
- 4.5. Die Gebergemeinschaft
- 5. Sprachpolitik in Bildungssystemen afrikanischer Staaten
- 5.1. Sprachpolitik in Tansania
- 5.2. Sprachpolitik in der Republik Südafrika
- 5.3. Projekte und Erfahrungen in weiteren Staaten
- 6. Sprache und Bildung im „,Entwicklungsprozess“
- 7. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Bedeutung der Unterrichtssprache in afrikanischen Bildungssystemen. Sie argumentiert, dass die weit verbreitete Verwendung europäischer Kolonialsprachen die Bildungschancen afrikanischer Schüler und somit auch die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Länder negativ beeinflusst.
- Die Bedeutung von Sprache und Sprachpolitik auf kultureller, sozialer und politischer Ebene
- Die Auswirkungen der kolonialen Sprachpolitik auf afrikanische Bildungssysteme
- Die Vorteile und Herausforderungen der Verwendung von Muttersprachen im Unterricht
- Die Sprachpolitik in verschiedenen afrikanischen Staaten
- Der Zusammenhang zwischen Sprache, Bildung und Entwicklungsprozessen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die zentrale These der Arbeit vor. Kapitel 2 erläutert die Bedeutung von Sprache für Kultur, Gesellschaft und Politik. Kapitel 3 befasst sich mit der Geschichte der Kolonialsprachen in Afrika und deren negativen Folgen für die Bildung. Kapitel 4 analysiert die Vorteile und Herausforderungen der Verwendung von Muttersprachen im Unterricht. Kapitel 5 stellt die Sprachpolitik in verschiedenen afrikanischen Staaten vor.
Schlüsselwörter
Sprache, Sprachpolitik, Bildungssysteme, Afrika, Kolonialismus, Muttersprache, Entwicklung, Bildung für Alle, Multilingualität, Kultur, Gesellschaft, Politik.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Wahl der Unterrichtssprache in Afrika eine Machtfrage?
Die Sprache entscheidet darüber, wer Zugang zu Bildung und Wissen erhält. Die Bevorzugung von Kolonialsprachen kann Eliten stärken und große Teile der Bevölkerung von Aufstiegschancen ausschließen.
Welche Folgen hat die Verwendung von Kolonialsprachen in Schulen?
Sie führt oft zu geringeren Lernerfolgen, da Schüler Inhalte in einer Sprache lernen müssen, die sie im Alltag kaum beherrschen. Dies hemmt die allgemeine Entwicklung des Landes.
Was sind die Vorteile von muttersprachlichem Unterricht?
Studien zeigen, dass Kinder, die in ihrer Muttersprache unterrichtet werden, schneller lernen, eine stärkere kulturelle Identität entwickeln und später Fremdsprachen besser erwerben.
Warum fordern viele Eltern dennoch Unterricht in "Weltsprachen"?
Eltern assoziieren Kolonialsprachen wie Englisch oder Französisch oft mit wirtschaftlichem Erfolg und besseren Berufsaussichten, auch wenn dies pädagogisch im frühen Alter oft kontraproduktiv ist.
Wie sieht die Sprachpolitik in Tansania oder Südafrika aus?
Tansania nutzt Swahili als Nationalsprache im Bildungswesen, während Südafrika eine Politik der Multilingualität verfolgt, die jedoch in der Praxis oft zugunsten des Englischen vernachlässigt wird.
- Quote paper
- Christof Mauersberger (Author), 2005, Sprache in den Bildungssystemen Afrikas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66917