Die Begriffe strategische Allianz und Unternehmensverbindung werden oft synonym verwendet. Jedoch gelten auch Fusionen und Akquisition als Verbindungen von Unternehmen. In dieser Arbeit wir die Abgrenzung zwischen den verschiedenen Formen der Unternehmerischen Zusammenarbeit dargestellt.
Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dies ist zum einen dadurch begründet, dass die Märkte immer internationaler werden und die Zusammenarbeit mit Partnern in anderen Teilen der Welt einfacher realisiert werden kann. Zum anderen werden die Forschungs- und Entwicklungskosten durch immer spezieller werdende Technologie immer höher, die Produktlebenszyklen aber immer kürzer. Eine Zusammenarbeit von Unternehmen kann hierbei eine Alternative zur Eigenentwicklung darstellt.
Dem Controlling fällt bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit einer strategischen Allianz eine wichtige Rolle zu. Chancen und Risiken müssen vor und während der Zusammenarbeit erkannt und bewertet werden. Diese Arbeit zeigt welche komplexen Tätigkeiten dem Controlling zufallen.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
1 Grundlagen
1.1 Der Begriff: Controlling
1.2 Der Begriff: Strategie
1.3 Der Begriff: strategische Allianz
1.3.1 Unternehmensverbindungen
1.3.2 Arten strategischer Allianzen
1.3.3 Ziele strategischer Allianzen
1.3.4 Lebenszyklus einer Allianz
2 Controlling vor der Allianz
2.1 Zielsetzung
2.2 Potentielle Partner
2.2.1 Grundlagen
2.2.2 Metafaktoren
2.2.3 Grundlagenfaktoren
2.2.4 Wirkung auf den Unternehmenswert
2.3 Alternativen
3 Controlling während der Allianz
3.1 Planung
3.1.1 Ziele, Ressourcen und Zeit
3.1.2 Gesellschaftsform
3.2 Kontrolle
3.2.1 Soll-Ist-Vergleich
3.2.2 Ist-Ist-Vergleich
3.2.3 Strategische Überwachung
4 Beispiele strategischer Allianzen
4.1 California Fuel Cell Partnership (CaFCP)
4.2 Toll Collect
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die zentrale Rolle des Controllings bei der Initiierung, Gestaltung und Überwachung strategischer Allianzen, um die Leistungsfähigkeit solcher Kooperationen zu bewerten und Wettbewerbsvorteile nachhaltig zu sichern.
- Theoretische Einordnung des Controlling-Begriffs im Kontext strategischer Unternehmensführung
- Kriterien für die Partnerwahl und Bewertung von Erfolgsaussichten vor Kooperationsbeginn
- Methoden der operativen und strategischen Steuerung während der Allianz
- Analyse der finanziellen Auswirkungen und der Wertschöpfungsdeterminanten
- Praxisbeispiele zur Verdeutlichung von Allianzstrukturen (CaFCP, Toll Collect)
Auszug aus dem Buch
1.3.1 Unternehmensverbindungen
Eine strategische Allianz ist eine mögliche Form eines Unternehmenszusammenschlusses. Um diese Form zwischenbetrieblicher Verbindungen von anderen Durchführungswegen abgrenzen zu können, bietet sich ein Vergleich der Merkmale Selbstständigkeit, zeitliche Begrenztheit und inhaltliche Zielsetzungen an. Durch diese Unterscheidung gelingt es, die Merkmale der strategischen Allianz darzustellen und zu verdeutlichen, dass strategische Allianzen nur eine mögliche Form von Unternehmensverbindungen darstellen.
Die Vielzahl an Möglichkeiten eine Zusammenarbeit von mehreren Unternehmen zu organisieren und strukturieren, macht es schwer, einen umfassenden Überblick zu geben. Es ist jedoch mit den gewählten Unterscheidungsmerkmalen möglich, eine einfache Typologisierung vorzunehmen.
Bei dem Merkmal der Selbstständigkeit unterscheidet man zwischen den Ausprägungen der kooperativen und der konzentrierten Unternehmensverbindung. In konzentrierten Verbindungen wird das Recht der ökonomischen Selbstständigkeit von mindestens einem beteiligten Unternehmen uneingeschränkt aufgegeben und an eine hierarchisch übergeordnete Instanz delegiert. Die juristische Selbstständigkeit bleibt jedoch erhalten. Derartige Verbindungen heißen Akquisition und werden in der Regel über eine Übertragung von Gesellschaftsanteilen oder Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten vollzogen.
Wird über die ökonomische Selbstständigkeit hinaus auch noch die juristische Selbstständigkeit von mindestens einem beteiligten Unternehmen aufgegeben, spricht man von einer Fusion. Diese Formen der Zusammenarbeit von Unternehmen werden auch „Mergers & Acquisitions“, kurz „M&A“ genannt.
Mitglieder einer kooperativen Unternehmensverbindung geben ihre Selbstständigkeit nur in den Bereichen auf, die Gegenstand der durch Vertrag oder Absprache geregelten Zusammenarbeit sind. Innerhalb dieser Gruppe dient die zeitliche Begrenztheit als weiteres Merkmal zur Unterscheidung. Genossenschaften, Kammern und Verbände sowie Kartelle stellen Zusammenschlüsse von Unternehmen dar, die grundsätzlich auf Dauer und ohne eine zeitliche Begrenzung eingegangen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende Bedeutung strategischer Allianzen und stellt die Notwendigkeit einer fundierten Controlling-Unterstützung zur Bewertung von Chancen und Risiken heraus.
1 Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Controlling, Strategie und strategische Allianz, klassifiziert Unternehmensverbindungen und erläutert den Lebenszyklus einer Allianz.
2 Controlling vor der Allianz: Fokus liegt auf der Zielsetzung, der systematischen Auswahl geeigneter Partner anhand von Meta- und Grundlagenfaktoren sowie der Bewertung der Auswirkungen auf den Unternehmenswert.
3 Controlling während der Allianz: Das Kapitel behandelt die Planungsphase inklusive der Ressourcenverteilung sowie die Kontrollmechanismen, bestehend aus Soll-Ist- und Ist-Ist-Vergleichen und der strategischen Überwachung.
4 Beispiele strategischer Allianzen: Anhand der California Fuel Cell Partnership (CaFCP) und Toll Collect wird die praktische Umsetzung und Strukturierung strategischer Allianzen illustriert.
5 Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht, dass Controlling durch die kontinuierliche Planungs- und Überwachungsfunktion maßgeblich über den Erfolg einer Allianz entscheidet.
Schlüsselwörter
Controlling, Strategische Allianz, Unternehmensverbindungen, Kooperation, Akquisition, Fusion, Soll-Ist-Vergleich, Joint Venture, Unternehmenswert, Partnerwahl, Zielsetzung, Wettbewerbsvorteile, Strategische Überwachung, Ressourcenplanung, Risikomanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die unterstützende und steuernde Rolle des Controllings bei der Entstehung und Durchführung strategischer Allianzen zwischen Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition strategischer Allianzen, der Partnerauswahl, den Planungsprozessen, den Kontrollinstrumenten sowie der praktischen Anwendung anhand von Fallbeispielen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Controlling durch fundierte Bewertung und kontinuierliche Überwachung dazu beitragen kann, den Erfolg von Allianzen zu sichern und Wettbewerbsvorteile zu realisieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch eine Literaturanalyse fundiert ist und durch zwei prominente Fallstudien (CaFCP und Toll Collect) praxisnah veranschaulicht wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen vor der Allianz (Partnerwahl, Bewertung) und während der Allianz (Planung, Kontrolle, strategische Überwachung).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Controlling, Strategische Allianz, Kooperation, Joint Venture und Unternehmenswert definieren.
Warum spielt die Selbstständigkeit bei der Abgrenzung von Allianzen eine Rolle?
Die Selbstständigkeit ist ein entscheidendes Kriterium, um kooperative von konzentrierten Unternehmensverbindungen (wie Fusionen oder Akquisitionen) zu unterscheiden.
Welche Bedeutung kommt dem Soll-Ist-Vergleich zu?
Er dient als primäres Kontrollinstrument, um den Fortschritt bei der Erreichung der gesetzten Ziele zu messen und frühzeitig Abweichungen zu identifizieren, die Gegenmaßnahmen erfordern.
Wie unterscheidet sich die CaFCP von anderen Allianzen?
Die CaFCP fungiert als Gemeinschaft zur Demonstration und Bekanntmachung von Brennstoffzellentechnologien und nicht als klassisches, gewinnorientiertes Joint Venture.
- Quote paper
- Andreas Ehspanner (Author), 2006, Controlling in strategischen Allianzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66918