Die Anhänger der neoliberalen Theorie befürworten die Globalisierung im Sinne einer Förderung des Freihandels zwischen den Staaten, sei es durch globale Organisationen wie der WTO mit ihren Vereinbarungen wie GATT , durch Freihandelszonen und vermehrte Sonderwirtschaftszonen oder die Abschaffung der Grenzen der Nationalstaaten. Der freie Handel trägt nach Einschätzung des Neoliberalismus zur Förderung von weltweitem Wohlstand bei. Die Einschränkung des Handels mittels tarifärer (Schutzzölle) und nicht-tarifärer Handelshemmnisse und eine Förderung bestimmter Wirtschaftszweige durch den Staat (Subventionen) hingegen führt nach neoliberaler Vorstellung zu Ungleichverteilung und Armut auf der Welt. Die Neoliberalen gehen dabei von folgenden Grundannahmen aus: 1) Alle Weltregionen unterliegen in gleichem Maße der Globalisierung, d.h. die abnehmende Bedeutung von Zeit u. Raum trifft überall zu 2) Globalisierung bedeutet globale Vereinheitlichung
3) Globalisierung bedeutet das Ende der politische Geographie der Ersten Moderne 4) Globalisierung ist ein exogener Prozess mit eigener Logik 5) Globalisierung bedeutet den weltweiten Siegeszug der liberal-demokratischen Regierungssysteme
Im Folgenden soll nun geprüft werden, ob diese Annahmen zutreffen und wie sich Globalisierung auf den Süden auswirkt. Dabei soll das Hauptaugenmerk auf der ökonomischen Globalisierung liegen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definitionen
- Entwicklung
- Ursachen
- Ökonomische Globalisierung
- Szenarien ökonomischer Globalisierung
- Globalisierung des Hungers?
- Politische Globalisierung
- Internationale Steuern und Globalisierung
- Regionalisierung
- Schlussfazit/Lösungsansätze
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit der Globalisierung im Kontext der Nord-Süd-Beziehungen. Dabei werden die Annahmen der neoliberalen Theorie zur Globalisierung, die von einem weltweiten Siegeszug des Freihandels und einer globalen Vereinheitlichung ausgehen, kritisch hinterfragt. Die Arbeit analysiert die Entwicklung und Ursachen der Globalisierung, insbesondere die ökonomische Globalisierung, und untersucht deren Auswirkungen auf den Süden. Dabei wird die Frage diskutiert, ob die Globalisierung tatsächlich zu einer globalen Gleichheit führt oder ob sie vielmehr die Ungleichheiten zwischen Nord und Süd verstärkt.
- Die neoliberale Theorie der Globalisierung
- Die Auswirkungen der Globalisierung auf den Süden
- Ökonomische Globalisierung und deren Szenarien
- Politische Globalisierung und ihre Auswirkungen
- Schlussfolgerungen und Lösungsansätze
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Problematik der Globalisierung im Kontext der Nord-Süd-Beziehungen dar und stellt die wichtigsten Annahmen der neoliberalen Theorie zur Globalisierung vor.
- Definitionen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Globalisierung sowie die verwandten Begriffe Globalität und Globalismus. Die ökonomische Globalisierung wird als Motor der gesamten Globalisierung beschrieben.
- Entwicklung: Hier wird die historische Entwicklung der Globalisierung in verschiedenen Phasen beleuchtet. Es wird die Frage diskutiert, wann die aktuelle Phase der Globalisierung begann und welche Faktoren zu ihrer Entstehung führten.
- Ursachen: Dieses Kapitel untersucht die Ursachen der heutigen Globalisierung und stellt zwei gegensätzliche Positionen gegenüber: die neoliberale Position, die die Globalisierung als exogenen Prozess betrachtet, und die Position, die die Bedeutung von staatlichen Maßnahmen für die Globalisierung betont.
- Ökonomische Globalisierung: Dieses Kapitel widmet sich der ökonomischen Globalisierung und diskutiert verschiedene Szenarien, die sich aus dieser Entwicklung ergeben können. Die Frage nach der Globalisierung des Hungers wird aufgeworfen.
- Politische Globalisierung: Dieses Kapitel untersucht die politische Dimension der Globalisierung und behandelt Themen wie internationale Steuern und Regionalisierung. Die Auswirkungen der Globalisierung auf das politische System werden beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den zentralen Themen der Globalisierung, insbesondere der ökonomischen Globalisierung. Dabei werden Schlüsselbegriffe wie Nord-Süd-Beziehungen, neoliberale Theorie, Freihandel, WTO, GATT, Freihandelszonen, Sonderwirtschaftszonen, Weltwirtschaft, Globalität, Globalismus, und die Zweite Moderne thematisiert. Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Globalisierung auf den Süden, insbesondere die ökonomischen und politischen Folgen.
Häufig gestellte Fragen
Was besagt die neoliberale Theorie zur Globalisierung?
Neoliberale befürworten Freihandel und den Abbau von Handelshemmnissen durch Organisationen wie die WTO, da dies angeblich zu weltweitem Wohlstand führt.
Wie wirkt sich die ökonomische Globalisierung auf den Süden aus?
Die Arbeit prüft kritisch, ob Globalisierung zu Gleichheit führt oder die Ungleichheiten zwischen Nord und Süd verschärft und möglicherweise Hungerprobleme globalisiert.
Was ist der Unterschied zwischen Globalität und Globalismus?
In der Arbeit werden diese Begriffe definiert, wobei Globalität den Zustand der Weltgesellschaft und Globalismus die neoliberale Ideologie der Marktbeherrschung beschreibt.
Sind tarifäre Handelshemmnisse laut Neoliberalismus schädlich?
Ja, Schutzzölle und Subventionen werden als Ursachen für Marktverzerrungen, Ineffizienz und globale Armut betrachtet.
Bedeutet Globalisierung das Ende der politischen Geographie?
Die Arbeit untersucht die These, ob die „Erste Moderne“ und nationale Grenzen durch den globalen Siegeszug liberal-demokratischer Systeme abgelöst werden.
- Quote paper
- Torsten Wieland (Author), 2006, Globalisierung im Kontext der Nord-Süd-Beziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66932