Ob „Europas schneeige Pelzboa“ oder einfach nur das unbeugsame neutrale Kreuz in Mitten der Alpen, ein Unikat ist die Schweiz zweifelsfrei, sei es in ihrer politischen Struktur oder in ihrer unverwechselbaren verschwenderisch reichen Landschaft. Dank ihrer spektakulären Natur gilt die Schweiz weltweit als stärkste Alpenmarke überhaupt. Dass die Marke Schweiz heute international mit positiven Inhalten assoziiert und das Land selber in erster Linie als Reise- und Ferienziel wahrgenommen wird, ist das Resultat eines fast hundertjährigen, erfolgreichen Destinationsmarketings. Nichts desto Trotz können es sich die Tourismusbehörden der Schweiz nicht leisten, über Wachstumsschwächen und aufstrebende Konkurrenzmärkte hinwegzusehen. Damit der Schweizer Tourismus eine solide Zukunft hat und seine Wachstumschancen effektiv nutzen kann, besteht Handlungsbedarf, der sich aus kontinuierlichen Qualitäts-verbesserungs- und Marketingmaßnahmen zusammensetzt.
Ziel dieser Projektarbeit ist es, die Schweiz als touristische Destination mit ihrem vielfältigen Kultur- und Urlaubsangebot darzustellen, einen kurzen Exkurs in die Geschichte des Reisens in der Schweiz zu unternehmen und aktuelle Tourismusformen und deren Marketingkonzepte aufzuführen. Dabei soll vor Allem die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsmotor für die Schweiz hervorgehoben und durch statistische Grundlagen untermauert werden. Hauptsächlich wird dabei auf die zahlreichen Bestrebungen eingegangen, die die Behörden, ob Parlament oder private Tourismusorganisationen, in den letzten Jahren unternommen haben, um die Schweiz wettbewerbsfähig zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1 Auftakt
2 Attraktivität der Schweiz als Tourismusdestination
2.1 Exkurs: Die geschichtliche Entwicklung des Schweizer Tourismus
2.2 Touristisches Angebot der Schweiz heute
3 Die Bedeutung des Tourismus für die Schweiz
3.1 Rückblick auf das Tourismusjahr 2005
3.2 Prognosen für die Branche von 2006 bis 2008
4 Der Tag der Tourismuswirtschaft am 2. März 2005
4.1 Megatrends und ihre Folgen für die Schweizer Tourismuswirtschaft
4.2 Einfluss der Schweizer Politik auf die touristische Entwicklung
4.3 KMU-freundliche Rahmenbedingungen
5 Einfluss des Bundesamtes für Kultur (BAK) auf den Tourismus
6 Schweiz Tourismus (ST) – Nationale Marketingorganisation
6.1 Innovatives Vermarktungskonzept des ST
6.2 Notwendigkeit von Investitionen
6.3 Zukünftige Finanzierung der Marketingorganisation
7 Der Schweizer Tourismus-Verband (STV)
7.1 Tourismus- und Informationspolitik
7.2 Mitglieder des STV
7.3 Qualitäts-Gütesiegel für den Schweizer Tourismus
7.3.1. Drei Stufen der Qualitätsoffensive:
7.3.2. Bewertung des Gütesiegel Programms – Stärken und Schwächen
8 Wachstumschancen und Risiken für den Schweizer Tourismus
Zielsetzung & Themen
Die Projektarbeit verfolgt das Ziel, die Schweiz als touristische Destination vorzustellen, ihre historische Entwicklung sowie aktuelle Tourismusformen und Marketingkonzepte zu beleuchten. Dabei soll insbesondere die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsmotor durch statistische Daten fundiert und die Anstrengungen der Akteure zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit analysiert werden.
- Historische Entwicklung des Reisens in der Schweiz
- Die Rolle des Tourismus als Wirtschaftsmotor
- Einfluss von Megatrends auf die Tourismusbranche
- Staatliche und verbandsseitige Rahmenbedingungen
- Qualitätsmanagement und Marketingstrategien im Tourismus
- Zukunftschancen und Marktanalyse
Auszug aus dem Buch
2.1 Exkurs: Die geschichtliche Entwicklung des Schweizer Tourismus
Die touristische Vergangenheit der Schweiz beginnt vor rund zwei Jahrtausenden, als die im Land gelegenen Thermen ein beliebtes Reiseziel für badefreudige Römer darstellten. Die Hospize als weitere Vorboten des Tourismus wurden nach dem 8. Jahrhundert am Fuße oder auf der Höhe bekannter Alpenübergänge wie am Großen St. Bernhard und Gotthard errichtet und nahmen die Durchreisenden auf. Schon damals begünstigte die zentrale Lage der Schweiz die touristische Entwicklung.
Im Mittelalter verbreitete sich zunehmend der Brauch der Erholungskultur und so entstanden Heilbäder, die zum Teil heute noch bestehen. Auch Bildungsstätten, insbesondere die Universität Basel, übten während dieser Zeit ihre Anziehungskraft auf Wissensdurstige aus aller Welt aus. Naturwissenschaftler wie Albrecht von Haller, Dichter und Schriftsteller wie Jean-Jacques Rousseau beschrieben und verherrlichten in ihren Werken die Schönheit der Schweiz, was einen entscheidenden Impuls zum kometenhaften Aufstieg des Reiselandes gab.
Im 19. Jahrhundert, in Folge der anbahnenden Industrialisierung und des wachsenden wirtschaftlichen Wohlstandes, führten stetige Verbesserungen des Beförderungs- und Beherbergungsangebotes zu einem noch stärkeren Auftrieb in der Tourismusbranche der Schweiz. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts stellten die Briten, die gleichzeitig auch als die eigentlichen Entdecker des Alpinismus gelten, die meisten Gäste im Schweizer Tourismus dar. Der Bau der Alpenbahnen Gotthard (1882), Simplon (1906) und Lötschberg (1913) im Zusammenhang mit einer weiteren Zunahme des materiellen Wohlstandes, führten den Schweizer Tourismus um die Jahrhundertwende zu einer Blütezeit, die durch die zwei folgenden Weltkriege jäh beendet werden sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Auftakt: Einleitung in die Bedeutung der Marke Schweiz im Tourismus sowie Darlegung der Zielsetzung und der Forschungsabsicht der Arbeit.
2 Attraktivität der Schweiz als Tourismusdestination: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Schweizer Tourismus und Überblick über das aktuelle touristische Angebot.
3 Die Bedeutung des Tourismus für die Schweiz: Analyse der ökonomischen Relevanz des Tourismussektors inklusive Rückblick auf 2005 und Ausblick auf 2006 bis 2008.
4 Der Tag der Tourismuswirtschaft am 2. März 2005: Diskussion zentraler Megatrends sowie Untersuchung des politischen Einflusses auf die Branche und notwendige Rahmenbedingungen.
5 Einfluss des Bundesamtes für Kultur (BAK) auf den Tourismus: Beschreibung der Rolle von Kulturpolitik und -förderung als essenzielle Grundlagen für den Tourismussektor.
6 Schweiz Tourismus (ST) – Nationale Marketingorganisation: Vorstellung der Marketingorganisation, ihrer Konzepte und der notwendigen Investitionen zur Marktpositionierung.
7 Der Schweizer Tourismus-Verband (STV): Darstellung der Verbandsaufgaben, der Tourismuspolitik sowie des Qualitäts-Gütesiegels als Instrument der Qualitätssicherung.
8 Wachstumschancen und Risiken für den Schweizer Tourismus: Synthese der zukünftigen Potenziale in internationalen Märkten und Bewertung der aktuellen Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Schweizer Tourismus, Destinationsmarketing, Qualitätssicherung, Wirtschaftsmotor, Megatrends, Schweiz Tourismus, Schweizer Tourismus-Verband, Qualitäts-Gütesiegel, Infrastruktur, Wettbewerbsfähigkeit, Wachstumschancen, Kulturförderung, Marketingkonzept, KMU, Tourismuspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die den Schweizer Tourismus als wirtschaftlich bedeutende Branche definieren und wie durch kontinuierliche Qualitätsverbesserungen und Marketingmaßnahmen zukünftige Wachstumschancen gesichert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die historische Entwicklung, die ökonomische Bedeutung, der Einfluss von Megatrends, politische Rahmenbedingungen, das Marketing durch "Schweiz Tourismus" und die Qualitätsoffensiven des "Schweizer Tourismus-Verbandes".
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Schweiz als Destination darzustellen, die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsmotor zu belegen und die Bemühungen von Behörden und Organisationen aufzuzeigen, die zur Wettbewerbsfähigkeit des Landes beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer deskriptiven Analyse von Sekundärdaten, Berichten von Tourismusorganisationen, statistischen Grundlagen und der Auswertung von Fachstudien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zum touristischen Angebot, zur volkswirtschaftlichen Rolle, zum politischen Einfluss, zur Marketingstrategie der nationalen Organisation und zur spezifischen Qualitätssicherung durch Gütesiegel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Schweizer Tourismus, Destinationsmarketing, Qualitätssicherung, Wettbewerbsfähigkeit, Wachstumschancen und politische Rahmenbedingungen.
Wie bewerten die Praktiker das Qualitäts-Gütesiegel-Programm?
Viele Betriebe sehen positive Effekte bei der Verbesserung des Betriebsmanagements, der Produktivität und des Firmen-Images, bemängeln jedoch teilweise den geringen Bekanntheitsgrad bei Kunden und fehlende Umsetzungskontrollen.
Welche Rolle spielt die Politik für die zukünftige Entwicklung?
Die Politik ist entscheidend für tourismusfreundliche Rahmenbedingungen, wie etwa bei Steuerreformen, bilateralen Abkommen und der Finanzierung der Landeswerbung, da die Branche stark von diesen Vorgaben abhängig ist.
- Quote paper
- Juliane Dittrich (Author), 2006, Der Schweizer Tourismus und seine zukünftigen Wachstumschancen als Resultat kontinuierlicher Qualitätsverbesserungs- und Marketingmaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67020