Sport als historisch-kulturell geprägte Aktivität kann für den Menschen Auswirkungen auf seine Gesundheit bewirken. Diese Effekte sind sehr deutlich zu beobachten, so beispielsweise auf Grundlage medizinischer Untersuchungen, als auch durch soziologische Methoden, die durch verschiedenste Untersuchungen herausstellen können, wo die Unterschiede zwischen den Gruppen liegen, die Sport treiben und denen, die sportlich nicht aktiv sind. Um Analysen mit der größten Validität zum Zusammenhang von Gesundheit und sportliche Aktivität zu erarbeiten, haben sich Kombinationen verschiedenster Disziplinen als beste Methode herausgestellt. So können durch die Berücksichtigung von sportwissenschaftlichen, medizinischen und soziologischen Parametern wesentlich differenzierte Aussagen über die Effekte von Sport auf die Gesundheit getroffen werden.
In der vorliegenden Arbeit werden exemplarisch Studien aus Deutschland vorgestellt, die Sport und Gesundheit thematisieren, vor allem seien einige Ergebnisse des telefonischen Gesundheitssurveys vorgestellt, der vom Robert-Koch-Institut im Jahr 2003 herausgegeben wurde. Erwähnt werden weiterhin spezifische Aspekte bei Kindern und Jugendlichen, die Formen der Institutionalisierung von Sport, sowie gesundheitsökonomische Aspekte sportlicher Aktivität im Zusammenhang mit Public Health.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. GESUNDHEITLICHE ASPEKTE VON SPORT
2.1. PERSPEKTIVEN AUF SPORTLICHE AKTIVITÄT
2.2. POSITIVE AUSWIRKUNGEN DES SPORTS AUF DIE GESUNDHEIT
3. SPORT UND GESUNDHEIT BEI ERWACHSENEN IN DEUTSCHLAND – DER GESUNDHEITSSURVEY DES ROBERT-KOCH-INSTITUTS
3.1. DEMOGRAPHISCHE UND SOZIOGRAPHISCHE ERGEBNISSE
3.2. ERGEBNISSE ZUR SUBJEKTIVEN GESUNDHEIT UND ZUM GESUNDHEITLICHEM LEBENSSTIL
4. SPORT UND GESUNDHEIT BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN
5. KRITIK AN DEN STUDIEN
6. INSTITUTIONALISIERUNG VON SPORT
7. GESUNDHEITSÖKONOMISCHE ASPEKTE
8. SCHLUSSBEMERKUNG
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und gesundheitlichem Wohlbefinden in Deutschland auf Basis aktueller Studien zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
- Gesundheitliche Auswirkungen von sportlicher Aktivität bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen
- Analyse des Gesundheitssurveys des Robert-Koch-Instituts
- Untersuchung der Institutionalisierung von Sport (Vereinssport und Fitnessstudios)
- Gesundheitsökonomische Bewertung sportlicher Interventionen
- Kritische Reflexion wissenschaftlicher Studiendesigns
Auszug aus dem Buch
2.1. Perspektiven auf sportliche Aktivität
Die Auswirkungen sportlicher Aktivität werden in der Sportwissenschaft und Medizin von zwei Blickwinkeln betrachtet. Im Anforderungs-Ressourcen-Ansatz wird dem Sport zugeschrieben, dass er physische, psychische und soziale Ressourcen eines Menschen stärkt. So werden beispielsweise motorische Fähigkeiten verbessert, im mentalen Bereich kann der soziale Rückhalt gestärkt werden und das persönliche Selbstkonzept positiv verändert werden. Wenn so die Ressourcen verbessert werden können, ergibt sich eine Minderung von Gesundheitsbeeinträchtigungen bzw. stellt sich gesundheitliches Wohlbefinden ein.
Das Risikofaktorenmodell betrachtet demgegenüber die positiven und negativen Auswirkungen sportlicher Aktivität. Gesundheitsrisiken werden durch Sport vermindert, vor allem Krankheiten, die auf Bewegungsmangel und Übergewicht zurückzuführen sind (z. B. Bluthochdruck oder Diabetes mellitus Typ II). Auch wirkt Sport präventiv gegenüber Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krankheit des Stütz und Bewegungsapparates. Der Sport selbst birgt aber auch Risiken, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Zu nennen sei hier gesundheitsriskanter Körpereinsatz mit der Gefahr von Verletzungen (vgl. SYGUSCH, 2005, S. 863).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Relevanz von Sport und skizziert die interdisziplinäre Herangehensweise zur Untersuchung des Zusammenhangs von Aktivität und Gesundheit.
2. GESUNDHEITLICHE ASPEKTE VON SPORT: Dieses Kapitel differenziert zwischen allgemeiner körperlicher Aktivität und Sport und erläutert theoretische Ansätze zur gesundheitlichen Wirkung von Bewegung.
3. SPORT UND GESUNDHEIT BEI ERWACHSENEN IN DEUTSCHLAND – DER GESUNDHEITSSURVEY DES ROBERT-KOCH-INSTITUTS: Es werden demographische Daten sowie Ergebnisse zur subjektiven Gesundheit von Erwachsenen auf Basis des RKI-Surveys von 2003 präsentiert.
4. SPORT UND GESUNDHEIT BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN: Dieser Abschnitt analysiert das Sportverhalten junger Menschen, inklusive gesundheitlicher Ressourcen sowie spezifischer Risiken wie Essstörungen.
5. KRITIK AN DEN STUDIEN: Das Kapitel reflektiert methodische Limitationen existierender Untersuchungen, insbesondere die Notwendigkeit von Längsschnittstudien statt reiner Querschnittsdesigns.
6. INSTITUTIONALISIERUNG VON SPORT: Hier wird die Bedeutung des organisierten Vereinssports und privater Fitnesseinrichtungen als Orte sportlicher Betätigung untersucht.
7. GESUNDHEITSÖKONOMISCHE ASPEKTE: Es wird erörtert, inwiefern körperliche Aktivität zur Senkung der Gesundheitskosten beitragen kann und welche ökonomische Bedeutung dies für das Gesundheitssystem hat.
8. SCHLUSSBEMERKUNG: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass regelmäßige sportliche Aktivität einen entscheidenden positiven Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leistet und eine aktivitätenfördernde Lebensumwelt essenziell ist.
Schlüsselwörter
Sport, Gesundheit, Gesundheitssurvey, Robert-Koch-Institut, körperliche Aktivität, Prävention, Risikofaktorenmodell, Vereinssport, Public Health, Lebensstil, Morbiditätsrisiko, Bewegungsarmut, Gesundheitsökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen sportlicher Aktivität und dem gesundheitlichen Zustand der Bevölkerung in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die gesundheitlichen Effekte von Sport, der Einfluss von Alter und Geschlecht, die Rolle von Sportvereinen sowie die ökonomischen Aspekte von Prävention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den wissenschaftlichen Kenntnisstand über den Zusammenhang von Sport und Gesundheit anhand aktueller Daten und Studien zusammenzufassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse, die auf Erkenntnissen aus Sportwissenschaft, Medizin und Soziologie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert empirische Daten des Robert-Koch-Instituts, beleuchtet Unterschiede bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und diskutiert die methodische Kritik an bisherigen Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Gesundheitssurvey, Sport, körperliche Aktivität, Prävention, Lebensstil und Public Health.
Warum wird das Risikofaktorenmodell erwähnt?
Das Modell dient zur Erklärung, wie Sport spezifische Krankheiten, die auf Bewegungsmangel beruhen, präventiv beeinflussen kann.
Welchen Stellenwert nimmt die Institutionalisierung ein?
Die Institutionalisierung, etwa in Sportvereinen, wird als wesentlicher Anlaufpunkt für die physische Fitness der Gesellschaft gewertet, wobei soziale Unterschiede bei der Mitgliedschaft bestehen.
Wie hoch ist das gesundheitsökonomische Einsparpotential durch Sport?
Sportliche Interventionen werden als kosteneffiziente Public-Health-Maßnahme betrachtet, da sie im Vergleich zu medikamentösen Behandlungen pro gewonnenem Lebensjahr deutlich günstiger sind.
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- Martin Deschauer (Author), 2006, Lebensstil und Gesundheitsverhalten: Sportliche Aktivität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67151