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Storytelling als Interventionstechnik in der Logotherapie und Existenzanalyse

Title: Storytelling als Interventionstechnik in der Logotherapie und Existenzanalyse

Thesis (M.A.) , 2006 , 119 Pages , Grade: Ausgezeichnet

Autor:in: Magistra Beate Pottmann-Knapp (Author)

Psychology - Consulting and Therapy
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Summary Excerpt Details

Storytelling, das Geschichtenerzählen, ist ein uraltes Ritual der Menschheit. Es ist weiters eine Form des Gespräches. Die Verschiebung eines Konfliktes/einer persönlichen Fragestellung in einen anderen Bezugrahmen/Kontext, den einer Geschichte und deren dortige Bearbeitung schaffen gleichermaßen Nähe und Distanz zwischen Therapeut und Klient wie der Patient es braucht, erhalten die Würde und die Intimität der Person. Die in der Geschichte stattfindende Lösung / Wandlung / Neuorientierung sind therapeutische Angebote, die vom Patienten nach dessen Möglichkeiten angenommen werden. Die Grundmotivation dazu kommt vom Patienten selbst, ist er es doch, der dem Therapeuten bewusst oder unbewusst den „Auftrag dazu“ erteilt, indem er sich in die therapeutische Situation und Beziehung einlässt. Die Sprache der Metapher, ihr Symbolcharakter, und die „magischen Möglichkeiten“ arbeiten tief im Unterbewusstsein und können dort verborgene Prozesse direkter ansprechen als in einem üblichen therapeutischen Gespräch. Im Reich der Phantasie wo alles möglich ist, kann sich der Patient ohne Konsequenzen mit seinen Themen, Gefühlen und „Hindernissen“ freier bewegen und auf spielerische Art und Weise auf „vorweggenommene“ Lösungen reagieren. Dies ist der im Anschluss an das Hören der Geschichte stattfindende gemeinsame Prozess zwischen dem Therapeuten und seinem Klienten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINFÜHRUNG

1 Kurzfassung / Abstract

2 Schlüsselworte / Keywords

3 Vorwort / Idee zur Arbeit

4 Fragestellung der Arbeit

A THEORETISCHER TEIL

1 Eine Geschichte am Anfang – Das Bäumlein

2 Definition und Anwendung

2.1 Storytelling

2.2 Narration

2.3 Narratologie

2.4 Implizites Wissen

2.5 Bildung

2.6 Logotherapie und Existenzanalyse

2.7 Begriffssystematisierung

3 Das Storytelling

3.1 Historischer Rückblick

3.2 Erzählschemata

3.2.1 Romanze

3.2.2 Die Tragödie

3.2.3 Die klassische Komödie

3.2.4 Die Satire

3.3 Literaturgattungen

3.3.2 Die Fabel

3.3.3 Metapher

3.3.4 Das Symbol

3.4 Die Prozedur der Narration

4 Die therapeutische Geschichte

4.1 Definition und Anwendung

4.2 Entstehung und Entwicklungsgeschichte

4.2.1 Schlussfolgerung

4.3 Beziehungsstrukturen im Prozess der therapeutischen Geschichte

4.3.1 Basale Beziehungsprozeduren

4.3.1.1 Spiegeln

4.3.1.2 Urvertrauen / Geborgenheit / Sicherheit

4.3.1.3 Die soziale „Rolle“

4.3.1.4 Identifikation

4.4 Anwendungsbereiche von therapeutischen Geschichten

4.5 Ziel/Funktion der therapeutischen Geschichte

5 Logotherapie und Existenzanalyse

5.1 Allgemeines

5.2 Begriffserklärung im Speziellen

5.3 Methoden der Logotherapie und Existenzanalyse

5.3.1 Die Dereflexion

5.3.2 Paradoxe Intention

5.3.3 Einstellungsänderung/Einstellungsmodulation

5.3.4 Die Existenzielle Bilanz

5.3.5 Das Sinnwahrnehmungstraining

5.3.6 Der Sokratischer Dialog

5.3.7 Der phantastische Dialog

5.4 Literaturrecherche zum Thema

5.4.1 Bibliotherapie

5.4.2 Fallgeschichten

5.4.3 Narrative Logotherapie

5.4.4 Werteimagination nach Böschemeier

B PRAKTISCHER TEIL

1 Definition

2 Kriterien einer sinnvollen Geschichte

3 Auswirkungen

4 Der Prozess

4.1 Eingangsphase /Arbeitsschritte

4.1.1 Das Sammeln von Informationen

4.2 Kreative Phase

4.2.1 Das Imaginieren der Geschichte

4.2.2 Wahl des Erzählmodells

4.2.3 Wahl des Gestaltungsmodells

4.2.3.1 Die Geschlossene Geschichte

4.2.3.2 Das offene Ende

4.2.3.3 Die offene Geschichte

4.2.3.4 Die interaktive Geschichte

4.2.3.5 Die spontane Geschichte

4.3 Therapeutische Phase

4.3.1 Der Prozess des Schreibens

4.3.2 Das Vortragen /Das Erzählen

4.3.3 Das Aufarbeiten

5 Geschichten als Beispiele

5.1 Die geschlossene Geschichte

5.2 Offenes Ende

5.3 Die Offene Geschichte

5.4 Die Interaktive Geschichte

5.5 Die spontane Geschichte

6 Fallgeschichte

6.1 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der klassischen Tragödie

6.2 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen des Strukturphasenmodells

6.3 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der epischen Form

6.4 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der Drei-Ebenen- Kommunikation

6.5 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der Logotherapie

6.6 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der logotherapeutischen Geschichte

6.6.1 Eingangsphase

6.6.2 Kreative Phase und therapeutische Phase

6.7 Herausarbeiten von Ähnlichkeiten und Elementen der logotherapeutischen Philosophie

6.8 Exploration/Anamnese/Verlauf

6.9 Ergebnis

ZUSAMMENFASSUNG UND ABSCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial des Storytellings als Interventionstechnik innerhalb der Logotherapie und Existenzanalyse. Ziel ist es, ein Konzept zu entwickeln, wie durch gezieltes Erzählen therapeutischer Geschichten Einstellungsveränderungen und Neuorientierungen bei Klienten gefördert werden können.

  • Historische und soziokulturelle Bedeutung des Geschichtenerzählens
  • Wissenschaftliche Fundierung der therapeutischen Wirkung von Geschichten
  • Integration von logotherapeutischen Methoden (z. B. Dereflexion, paradoxe Intention) in narrative Strukturen
  • Strukturmodell für den therapeutischen Prozess: Eingangs-, Kreativ- und Therapiephase
  • Praktische Fallbeispiele zur Veranschaulichung der Intervention

Auszug aus dem Buch

DAS BÄUMLEIN

Das kleine Bäumlein lebt fröhlich in einem Jungwald, zusammen mit vielen anderen und entwickelt sich prächtig. Es hat starke Wurzeln, die die Nährstoffe und das Wasser aus dem weichen Humusboden aufsaugen und genug Sonnenlicht. Seine Baumkrone ist wunderbar.

Und während der ganzen Zeit scheint die Sonne und versorgt alle und alles. „Du bist aber ein schöner Baum“, ruft ein Vogelpaar entzückt, „hier bauen wir unser Nest und ziehen unsere Kinder groß. Das ist ein guter Platz zu leben!“ Das Bäumlein aber presst ganz fest die Äste zusammen, sodass die Vögel keinen Platz für ein Nest finden und schließlich weiter fliegen. Und währenddessen scheint die Sonne und versorgt alle und alles. Nun ist es zufrieden, denn das Bäumchen will keine Eindringlinge bewirten.

Einige Zeit später kommt eine Marienkäferfamilie und klettert am Stamm des Bäumleins hoch. „Du bist aber ein schöner Baum. Was für ein Glück, dass wir dich gefunden haben. Hier ist ein guter Platz zu leben!“ Die Marienkäfer freuen sich.

Das Bäumlein aber erschrickt und presst seine Rinde so fest zusammen, dass diese ganz glatt wird und die Käfer nicht hochklettern können. Schließlich geben sie auf und ziehen weiter. Und auch währenddessen scheint die ganze Zeit die Sonne und versorgt alle und alles. Der kleine Baum ist zufrieden, denn er will keine ungebetenen Gäste bewirten.

Zusammenfassung der Kapitel

EINFÜHRUNG: Erläutert die Grundlagen des Storytellings als uraltes menschliches Ritual und stellt die Verbindung zur Logotherapie her.

A THEORETISCHER TEIL: Vermittelt die theoretischen Grundlagen von Narration, Narratologie und logotherapeutischen Konzepten wie dem "Willen zum Sinn".

B PRAKTISCHER TEIL: Definiert das "logotherapeutische Storytelling" und beschreibt den dreiphasigen Prozess von der Informationssammlung bis zur therapeutischen Nachbesprechung.

EINE FALLGESCHICHTE: Analysiert an einem konkreten Beispiel ("Das Bäumlein") die praktische Anwendung der Interventionstechnik im Erziehungsberatungskontext.

Schlüsselwörter

Storytelling, Logotherapie, Existenzanalyse, Interventionstechnik, Therapeutisches Märchen, Metaphern, Narratologie, Psychotherapie, Sinnfindung, Einstellungsmodulation, Dereflexion, Paradoxe Intention, Fallgeschichte, Bildsprache, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial von Geschichten als therapeutisches Instrumentarium und leitet ein Konzept ab, wie diese in der Logotherapie und Existenzanalyse eingesetzt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Verknüpfung von narrativen Elementen (Märchen, Metaphern) mit logotherapeutischen Grundkonzepten, um Veränderungsprozesse beim Klienten anzustoßen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das "logotherapeutische Storytelling" als fundierte Interventionstechnik für Therapeuten zur Erweiterung ihres Methodenrepertoires vorzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche und der Analyse von Fallbeispielen, die phänomenologisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block zu narrativen Mustern und ein Praxismodell, das die Phasen Eingangs-, Kreativ- und therapeutische Phase detailliert beschreibt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit verbindet klassische Begriffe der Logotherapie (wie Wille zum Sinn) mit Methoden des Storytellings und der Narratologie.

Welche Rolle spielen Metaphern bei der Intervention?

Metaphern dienen dazu, komplexe Sachverhalte in eine bildhafte, nachvollziehbare Sprache zu übertragen, die emotionalen Zugang ermöglicht und den "geistigen Freiraum" des Klienten schont.

Wie unterscheidet sich die "geschlossene Geschichte" von anderen Modellen?

Bei der geschlossenen Geschichte schreibt der Therapeut das Narrativ vollständig selbst vor, während andere Formen wie die interaktive Geschichte den Klienten aktiv in den Entstehungsprozess einbeziehen.

Welche Bedeutung hat der Begriff "Kopernikanische Wende" in diesem Kontext?

Er beschreibt die existenzielle Wende, bei der der Klient erkennt, dass nicht er dem Leben Fragen stellt, sondern das Leben ihn befragt und er darauf mit seinem Handeln antworten muss.

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Details

Title
Storytelling als Interventionstechnik in der Logotherapie und Existenzanalyse
College
Sigmund Freud University Vienna  (Psychotherapiewissenschaft)
Grade
Ausgezeichnet
Author
Magistra Beate Pottmann-Knapp (Author)
Publication Year
2006
Pages
119
Catalog Number
V67220
ISBN (eBook)
9783638585439
ISBN (Book)
9783638727235
Language
German
Tags
Storytelling Interventionstechnik Logotherapie Existenzanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Beate Pottmann-Knapp (Author), 2006, Storytelling als Interventionstechnik in der Logotherapie und Existenzanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67220
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