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Berufsfindung als zentrale Aufgabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Title: Berufsfindung als zentrale Aufgabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Seminar Paper , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alexandra Anna-Maria Gewiese (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Berufsfindung, Berufswahl, Berufsausübung, spätere berufliche Anpassung oder Umorientierung sind Themen, denen sich kaum ein Mitglied der modernen Gesellschaft entziehen kann. Vor allem die Analyse des ersten prägenden Schrittes in diese Richtung, die Berufsfindung, ist von besonderem Interesse, da hier die Weichen für die weitere berufliche Entwicklung gestellt werden.
Die Berufsfindung fällt in die Adoleszenz, eine Entwicklungsphase, in der Autonomie und die Ausbildung einer Ich-Identität angestrebt werden. Da Berufstätigkeit u.a. finanzielle Unabhängigkeit und die Einordnung des Individuums in die Gesellschaft ermöglicht, ist es nicht überraschend, dass verschiedene Untersuchungen der letzten Jahre ergaben, dass die berufliche Zukunft von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch selbst als zentral erachtet wird (vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2003).
Die Berufsarbeit hat sich stark gewandelt: zunächst durch die Industrialisierung, welche Arbeitsteilung, Bürokratisierung sowie die Entstehung neuer Industriezweige und Berufe mit sich brachte und schließlich durch den Übergang zu einer Informations- und Dienstleistungsgesellschaft. Auch wenn der mittlerweile ständige und immer schneller sich vollziehende Wandel zur Folge hat, dass der einmal gewählte Beruf nicht mehr der ein Leben lang ausgeübte bleibt, „der Beruf ist und bleibt auch in absehbarer Zukunft die Startposition, von der aus Spezialisierung, Aufstieg, Neuorientierung, Berufs- oder Betriebswechsel überhaupt erst möglich werden. Damit wird die Bedeutung der Berufswahl für jeden jungen Menschen an der Schwelle von der Schule ins Erwerbsleben hervorgehoben“ (learn:line).
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der Berufsfindungsprozess deshalb so wichtig ist, weil nahezu jeder Mensch diesen durchmacht, weil er eine hohe Priorität in der Adoleszenz genießt und weil er zu einer für das Leben so bedeutsamen Aufgabe hinführt: der Berufstätigkeit. Dies macht eine Auseinandersetzung mit dem Thema ausgesprochen interessant und wichtig. Im Rahmen dieser Arbeit soll daher die Frage geklärt werden, wodurch dieser Prozess eigentlich bestimmt wird, dem sich Jugendliche und junge Erwachsene gegenübersehen.
Zur Erklärung bietet die Wissenschaft eine Fülle von Berufswahltheorien an. Einige davon werden auf den folgenden Seiten vorgestellt. Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, alle je veröffentlichten Theorien und Ansätze zum Berufswahlprozess darzulegen.

Excerpt


Gliederung

1. Problemstellung

2. Berufswahltheorien und –ansätze

2.1. Der Differentialpsychologische Ansatz (Trait-and-Factor-Theorie)

2.2. Entwicklungspsychologische Theorien

2.2.1. Der Ansatz Ginzbergs

2.2.2. Die Theorie von Super

2.3. Psychodynamische Theorien

2.3.1. Die Theorie von Bordin und seinen Mitarbeitern

2.3.2. Die Theorie von Roe

2.4. Die Typologische Theorie von Holland

2.5. Soziologische Ansätze

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Berufsfindung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um zu klären, welche Faktoren diesen für die Lebensgestaltung zentralen Übergang maßgeblich bestimmen.

  • Analyse der Bedeutung der Berufsfindung in der Adoleszenz
  • Gegenüberstellung verschiedener Berufswahltheorien (differentialpsychologisch, entwicklungspsychologisch, psychodynamisch)
  • Untersuchung der Rolle von Persönlichkeitsmerkmalen und Eignung
  • Diskussion des Einflusses von Erziehungspraktiken und Eltern-Kind-Beziehungen
  • Einordnung soziologischer Determinanten wie Herkunft und Umfeld

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Theorie von Super

Die Theorie der beruflichen Entwicklung von Donald E. Super wurde im Jahre 1953 erstmals publiziert und in den Folgejahren immer wieder erweitert. Es ist kaum möglich im Rahmen dieser Arbeit umfassend über die Forschungsarbeit Supers zu berichten, daher orientieren sich die folgenden Absätze an seinem Rahmenprogramm. Super selbst fasste seine Theorie in zehn Thesen folgenden Inhalts zusammen (vgl. Super 1953, S. 187-190):

Genau wie Menschen über unterschiedliche Talente verfügen, erfordern Berufe unterschiedliche Eignungen. Auf beiden Seiten besteht eine gewisse Toleranzbreite, so dass jedes Individuum für eine Reihe von Berufen geeignet ist und jeder Beruf auch für mehr als eine Person zugänglich ist. Da Super die Berufswahl als lebenslangen Prozess ansieht, der in verschiedenen Lebensstadien abläuft (s. u.), spricht er nicht von beruflicher Wahl, sondern von beruflicher Entwicklung. Als Grund für die kontinuierliche Veränderung führt Super an, dass sich Präferenzen, Qualifikationen, das Umfeld und das Selbstkonzept der Individuen mit der Zeit und der zunehmenden Erfahrung verändern. Unter diesem Selbstkonzept sind Wahrnehmung und Beschreibung der eigenen Person im Hinblick auf die eigenen Einstellungen, Urteile und Wertvorstellungen zu verstehen. Die berufliche Entwicklung besteht „danach im Kern in der Entwicklung und Verwirklichung eines Selbstkonzeptes“ (Seifert 1977, S. 185). Das Individuum strebt die Ergreifung eines Berufs an, der eine möglichst gute Kongruenz zwischen seinem Selbstkonzept und dem Berufskonzept verspricht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die hohe Relevanz der Berufsfindung für Jugendliche im Übergang ins Erwerbsleben und stellt die grundlegende Forschungsfrage nach den Determinanten dieses Prozesses.

2. Berufswahltheorien und –ansätze: Hier werden zentrale wissenschaftliche Modelle vorgestellt, die versuchen, den Berufsfindungsprozess durch psychologische und soziologische Faktoren zu erklären.

2.1. Der Differentialpsychologische Ansatz (Trait-and-Factor-Theorie): Dieser Ansatz betrachtet die Berufswahl als rationalen Abgleich zwischen individuellen Fähigkeiten und beruflichen Anforderungen.

2.2. Entwicklungspsychologische Theorien: Diese Theorien begreifen die Berufsfindung nicht als einmaliges Ereignis, sondern als lebenslangen Entwicklungsprozess in verschiedenen Stadien.

2.2.1. Der Ansatz Ginzbergs: Ginzberg beschreibt die Berufswahl als einen irreversiblen Prozess, der in drei Stufen verläuft und in einem Kompromiss zwischen Wünschen und Möglichkeiten endet.

2.2.2. Die Theorie von Super: Super fokussiert auf die Entwicklung eines Selbstkonzepts und unterteilt die berufliche Laufbahn in fünf spezifische Stadien.

2.3. Psychodynamische Theorien: Diese Ansätze betrachten unbewusste Bedürfnisse und frühkindliche Triebe als zentrale Treiber für die berufliche Orientierung.

2.3.1. Die Theorie von Bordin und seinen Mitarbeitern: Bordin untersucht, inwieweit Berufe dazu dienen, grundlegende psychische Bedürfnisse des Individuums zu befriedigen.

2.3.2. Die Theorie von Roe: Roe stellt eine Verbindung zwischen der frühen Eltern-Kind-Beziehung, den daraus resultierenden Bedürfnissen und der späteren Berufswahl her.

2.4. Die Typologische Theorie von Holland: Holland klassifiziert Personen und Berufe in sechs Persönlichkeitstypen, um eine optimale Passung zwischen Individuum und Arbeitswelt zu identifizieren.

2.5. Soziologische Ansätze: Dieses Kapitel betrachtet die soziale Herkunft und das Umfeld als entscheidende Faktoren, die den Berufsfindungsprozess maßgeblich mitbestimmen.

Schlüsselwörter

Berufsfindung, Berufswahl, Adoleszenz, Trait-and-Factor-Theorie, Selbstkonzept, Berufliche Entwicklung, Psychodynamik, Erziehungspraktiken, Persönlichkeitstypen, Soziale Herkunft, Holland, Super, Ginzberg, Roe, Bordin

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den Prozess der Berufsfindung als eine zentrale Entwicklungsaufgabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim Eintritt in das Berufsleben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der wissenschaftlichen Analyse verschiedener Berufswahltheorien, der Untersuchung persönlicher Eignung und der Bedeutung von Umwelteinflüssen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es zu klären, durch welche Faktoren der Berufsfindungsprozess, dem sich Jugendliche und junge Erwachsene gegenübersehen, bestimmt wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand zu verschiedenen psychologischen und soziologischen Theorien zusammenzutragen und kritisch zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene theoretische Ansätze: den differentialpsychologischen Ansatz, entwicklungspsychologische Theorien (Ginzberg, Super), psychodynamische Ansätze (Bordin, Roe), das Modell von Holland sowie soziologische Erklärungsversuche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Berufsfindung, Berufswahltheorien, Selbstkonzept, Persönlichkeitsmodelle, Sozialisation und der Übergang von der Schule in den Beruf.

Warum spielt das Selbstkonzept bei Super eine so große Rolle?

Super geht davon aus, dass die berufliche Entwicklung im Kern die Verwirklichung des eigenen Selbstkonzepts darstellt, da berufliche Zufriedenheit durch die Übereinstimmung mit dem eigenen Bild der Person entsteht.

Welche Rolle spielt die Eltern-Kind-Beziehung nach Anne Roe?

Roe postuliert, dass frühkindliche Erfahrungen und die Erziehungspraktiken der Eltern maßgeblich darüber entscheiden, ob ein Mensch später eher einen personenorientierten oder einen sachorientierten Beruf anstrebt.

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Details

Title
Berufsfindung als zentrale Aufgabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen
College
University of Frankfurt (Main)  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften)
Course
Seminar zum Thema "Jugendliche und junge Erwachsene im Übergang zum Berufsleben"
Grade
1,7
Author
Alexandra Anna-Maria Gewiese (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V67230
ISBN (eBook)
9783638601962
ISBN (Book)
9783656798071
Language
German
Tags
Berufsfindung Aufgabe Jugendlichen Erwachsenen Seminar Thema Jugendliche Erwachsene Berufsleben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Anna-Maria Gewiese (Author), 2006, Berufsfindung als zentrale Aufgabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67230
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