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Genderspezifische Beschäftigungshemmnisse in Deutschland - ein Vergleich mit anderen Sozialstaaten auf der Basis von Gøsta Esping-Andersens Typologie

Title: Genderspezifische Beschäftigungshemmnisse in Deutschland -   ein Vergleich mit anderen Sozialstaaten auf der Basis von   Gøsta Esping-Andersens Typologie

Seminar Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jens Wutzke (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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„Der Sozialstaat im politischen System der Bundesrepublik Deutschland“so der Titel des Seminars, dessen Besuch Grundlage für die vorliegend Arbeit war. Hierbei spielten die historische Entwicklung des Sozialstaates sowie die gesetzlichen Eckpfeiler der Sozialgesetzgebung in Deutschland eine gewichtige Rolle; von besonderem Interesse waren hierbei Struktur des Sozialstaates und die Rechtsansprüche auf Leistungsbezug von Bedürftigen. Spätestens bei der näheren Betrachtung dieser Leistungen kamen im Seminar - und kommen auch in der Öffentlichkeit -Diskussionen mit dem Schwerpunkt der „sozialen Gerechtigkeit“ auf. Sollen sich die ausgezahlten Leistungen an den in die Sozialversicherungssysteme eingezahlten Beiträgen bemessen?
Sollen sie vielmehr an den persönlichen Bedürfnissen der Betroffenen orientiert sein? Oder soll eine für alle Leistungsbezieher gleiche Grundsicherung übernommen werden? Die Schwerpunkte der Diskussionen finden sich also hauptsächlich im Bereich der Gerechtigkeitsdefinitionen (Leistungs- versus Bedarfsgerechtigkeit); genderspezifische Erwägungen werden nur begrenzt berücksichtigt. Dies hat seinen Grund darin, dass bei der Berechnung von Sozialleistungen mit wenigen Ausnahmen (z.B. Erschwerniszulagen bei Schwangerschaften) das Geschlecht des Leistungsbeziehers keine Rolle spielt, da diese auf der Basis von Beschäftigungszeiten und -volumina sowie dem ehemaligen Verdienst stattfindet.
In der vorliegenden Arbeit soll nun daher untersucht werden, welche geschlechtsspezifischen Unterschiede im Bereich der Beschäftigungsvolumen und Verdienste in Deutschland vorzufinden sind, wo deren Ursachen liegen und wie andere Sozialstaaten vorgehen, um Männern und Frauen - zumindest annähernd - gleiche Beschäftigungssituationen zu ermöglichen.
Um dieser Frage nachzugehen, wird in dieser Arbeit zunächst in einem empirischen Teil auf die aktuelle Beschäftigungssituation von Frauen auf dem deutschen Arbeitmarkt eingegangen werden. Besondere Berücksichtigung sollen hierbei die Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes finden. Im Anschluss daran soll auf der Grundlage der Darstellung gesellschaftspolitischer sowie finanz- bzw. steuerpolitischer Sachverhalte versucht werden, einige der Ursachen für die mangelnde Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt auszumachen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Empirie: Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt

2.1. Die Beschäftigungssituation von Frauen in Deutschland

2.2. Ausbildung versus Beschäftigung:

2.3. Die Rolle der Teilzeitarbeit

3. Politische Einflüsse auf die Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt

3.1. Einflüsse in der Gesetzgebung

3.2. Gesellschaftspolitisches Hindernis: Die Bereitstellung haushaltsnaher Dienstleistungen am Beispiel der Kinderbetreuung

3.3. unterschiedliche Sozialstaatsmodelle: Merkmale und Auswirkungen auf die Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt

4. Zusammenfassung

5. Ausblick

6. Literaturverzeichnis

6.1. Empirie

6.2. Internetquellen

6.3. Sonstige Quellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht geschlechtsspezifische Unterschiede bei Beschäftigungsvolumen und Verdiensten in Deutschland, analysiert deren Ursachen im politischen und gesellschaftlichen Kontext und vergleicht diese mit anderen Sozialstaatsmodellen, um Ansätze für eine bessere Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt aufzuzeigen.

  • Empirische Analyse der aktuellen Beschäftigungssituation von Frauen in Deutschland.
  • Einfluss der Gesetzgebung, insbesondere des Steuerrechts (Ehegattensplitting) und Familienrechts, auf die Erwerbsentscheidung.
  • Die Rolle der Kinderbetreuung als gesellschaftspolitisches Hindernis für die Erwerbstätigkeit von Frauen.
  • Vergleich unterschiedlicher Sozialstaatsmodelle basierend auf der Typologie von Gøsta Esping-Andersen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Einflüsse in der Gesetzgebung

Obwohl Frauen und Männer grundgesetzlich gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft sind, gibt es dennoch Einflüsse auf die Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, die ihre Ursache in der Gesetzgebung haben. So mag der Wortlaut des §1356 BGB „Die Ehegatten regeln die Haushaltsführung im Einvernehmen. Beide Ehegatten sind berechtigt, erwerbstätig zu sein. Bei der Wahl und Ausübung einer Erwerbstätigkeit haben sie auf die Belange des Ehegatten und der Familie die gebotene Rücksicht zu nehmen.“ selbstverständlich erscheinen, doch bis 1977 lauteten die entsprechenden Bestimmungen „Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist“.

Somit war bis dahin im Widerspruch zum grundgesetzlichen Gleichberechtigungsanspruch die Rollenverteilung in Haushalt und Berufswelt gesetzlich manifestiert. Doch auch die seit 1977 geltende Regelung beinhaltet indirekt die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit von Frauen: so ist einerseits Einvernehmen bezüglich der Haushaltsführung zu erzielen und andererseits auf die Belange des Gatten und der Familie Rücksicht zu nehmen, bevor ein Einstieg in die Arbeitswelt erfolgen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema der geschlechtsspezifischen Beschäftigungshemmnisse in Deutschland vor und skizziert das Ziel der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise.

2. Empirie: Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt: Dieses Kapitel liefert eine empirische Bestandsaufnahme der quantitativen und qualitativen Beschäftigungssituation von Frauen, inklusive der Aspekte Bildung, Teilzeitarbeit und berufliche Positionierung.

3. Politische Einflüsse auf die Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt: Der Hauptteil analysiert, wie gesetzliche Rahmenbedingungen und gesellschaftspolitische Strukturen die Erwerbsentscheidungen von Frauen maßgeblich beeinflussen und vergleicht diese mit anderen Sozialstaatsmodellen.

4. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden gebündelt, wobei die Diskrepanz zwischen rechtlicher Gleichstellung und tatsächlicher Erwerbssituation sowie der Einfluss des Versorgermodells hervorgehoben werden.

5. Ausblick: Es wird die Notwendigkeit weiterer Forschung betont, wie Sozialstaatsmodelle so gestaltet werden könnten, dass sie Vorteile für die Erwerbstätigkeit von Frauen fördern und Nachteile neutralisieren.

6. Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Quellen, gegliedert in Empirie, Internetquellen und sonstige Quellen, aufgelistet.

Schlüsselwörter

Beschäftigungshemmnisse, Frauen, Arbeitsmarkt, Deutschland, Sozialstaat, Gøsta Esping-Andersen, Ehegattensplitting, Kinderbetreuung, Teilzeitarbeit, Erwerbsquote, Steuergesetzgebung, Geschlechtervertrag, Beruf, Ausbildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Gründe für geschlechtsspezifische Beschäftigungshemmnisse von Frauen in Deutschland im Vergleich zu anderen Sozialstaatsmodellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Felder sind die aktuelle Beschäftigungssituation, der Einfluss der Steuergesetzgebung, das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen und die Auswirkungen unterschiedlicher Sozialstaatsmodelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit verfolgt das Ziel zu untersuchen, welche geschlechtsspezifischen Unterschiede in Deutschland bestehen, wo deren Ursachen liegen und wie andere Sozialstaaten eine bessere Integration von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine empirische Analyse der Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt und eine vergleichende Betrachtung der Gesetzgebungsmodelle anhand der Typologie von Gøsta Esping-Andersen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden politische Einflüsse durch die Gesetzgebung, gesellschaftspolitische Hindernisse bei der Kinderbetreuung sowie die Charakteristika verschiedener Sozialstaatsmodelle und deren Auswirkungen detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Beschäftigungshemmnisse, Sozialstaat, Ehegattensplitting, Kinderbetreuung, Teilzeitarbeit und Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt charakterisiert.

Wie beeinflusst das Ehegattensplitting die Erwerbstätigkeit von Frauen?

Das Ehegattensplitting mindert den finanziellen Anreiz für den geringer verdienenden Partner – in der Regel die Frau –, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder auszuweiten, da die Steuervorteile bei einer hohen Einkommensdifferenz am größten sind.

Welche Rolle spielen Kinderbetreuungseinrichtungen im deutschen Modell?

Die mangelnde Versorgung mit Ganztagesbetreuungsplätzen für Kinder fungiert als ein bedeutendes gesellschaftspolitisches Hindernis, das die Erwerbstätigkeit von Müttern einschränkt.

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Details

Title
Genderspezifische Beschäftigungshemmnisse in Deutschland - ein Vergleich mit anderen Sozialstaaten auf der Basis von Gøsta Esping-Andersens Typologie
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Grade
2,0
Author
Jens Wutzke (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V67296
ISBN (eBook)
9783638602495
ISBN (Book)
9783656811466
Language
German
Tags
Genderspezifische Beschäftigungshemmnisse Deutschland Vergleich Sozialstaaten Basis Gøsta Esping-Andersens Typologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Wutzke (Author), 2005, Genderspezifische Beschäftigungshemmnisse in Deutschland - ein Vergleich mit anderen Sozialstaaten auf der Basis von Gøsta Esping-Andersens Typologie , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67296
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