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Das Verhältnis der Geschlechter in der Passio Sanctuarum Perpetuae et Felicitatis

Title: Das Verhältnis der Geschlechter in der Passio Sanctuarum Perpetuae et Felicitatis

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ramona Aulbach (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Die Passio Sanctarum Perpetuae et Felicitatis ist das einzige erhaltene Selbstzeugnis einer Frau des frühen Christentums. In Form eines Tagebuches schildert es auf sehr subjektive Weise die Geschehnisse, die sich in den Tagen vor dem siebten März im Jahre 203 nach Christus in einem karthagischen Gefängnis ereigneten. Die Verfasserin, Vibia Perpetua, hält in ihren Niederschriften ihr Erleben der Tage bis zu ihrem Tod durch Hinrichtung fest. Monique Alexandre beschreibt den Status des Tagebuches sehr treffend, wenn sie schreibt, dass es „[a]n der Seite all jener schweigenden Frauen […] hier eine Frau zu geben [scheint], die sich schriftlich äußert und eine seltene Stimme hören lässt.“ 1 Weitere weibliche Selbstzeugnisse sind nach dem zweiten Jahrhundert nicht mehr bekannt, da seit dieser Zeit die Stellung der Frau in der Kirche an Bedeutung verlor, weibliche Theologinnen wurden zurückgedrängt. Dieser Tatsache verdankt Perpetuas Tagebuch seine Einzigartigkeit. Es gelangte unter anderem nur zu solcher Berühmtheit, weil weitere Schriftstücke seiner Art nicht existieren.

Des Weiteren ist die Passio, wie sie im Folgenden verkürzt genannt wird, eine der ersten christlichen Schriften, die in lateinischer Sprache verfasst ist und zu großen Teilen aus einer Ich-Erzählung besteht. Es gibt ebenfalls eine griechische Fassung, die aber aller Wahrscheinlichkeit nach eine Übersetzung des lateinischen Originals ist und erst einige Zeit später erschienen ist. 2

Die Autorin der Ich-Erzählung ist Vibia Perpetua, deren Tagebuch von einem Erzählerbericht umrahmt ist. Der Erzähler ist unbekannt, wohlgleich es Spekulationen über seine Identität gibt. Weit verbreitet ist die Vermutung, dass Tertullian, der erste bedeutende Schriftsteller und Theologe des frühen Christentums, der Erzähler bzw. Redaktor gewesen sein könnte. Es existieren jedoch keine gesicherten Informationen zu dieser Person.

Perpetuas Tagebuch, das sich von Kapitel drei bis einschließlich Kapitel zehn erstreckt, wird von einem Prolog, einem Epilog und der Schilderung des Hinrichtungstages durch den Erzähler eingerahmt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Perpetua

2.1 Die Tochter

2.1.1 Der erste Besuch – Kapitel drei

2.1.2 Der zweite Besuch – Kapitel fünf

2.1.3 Der dritte und vierte Besuch – Kapitel sechs und neun

2.1.4 Perpetuas Mutter

2.2 Die Ehefrau und Mutter

2.3 Die Schwester

2.4 Die Katechumenin

3 Perpetua und Felicitas – Frauen in der Arena

4 Schlussbetrachtung

5 Bibliographie

5.1 Veröffentlichte Quellen

5.2 Sekundärliteratur

5.3 Zeitschriftenartikel

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das für die römische Kaiserzeit typische Verhältnis der Geschlechter anhand der Passio Sanctarum Perpetuae et Felicitatis, wobei der Fokus auf Perpetuas Auseinandersetzung mit männlichen Autoritäten wie ihrem Vater und dem Tribun liegt.

  • Analyse der Geschlechterrollen in der römischen Antike
  • Konflikt zwischen familiärer Verpflichtung und christlichem Glauben
  • Die Bedeutung der Ich-Erzählung von Vibia Perpetua
  • Interpretation der visionären Traumsequenzen
  • Solidarität und Martyrium von Frauen in der Arena

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Der erste Besuch – Kapitel drei

Bei der ersten Begegnung mit ihrem Vater sitzen Perpetua und ihre Mitchristen noch in Untersuchungshaft. Perpetua versucht vergebens ihren Vater, durch für sie logische Argumente, davon zu überzeugen, dass sie Christin ist. Sie versucht ihm dies durch den folgenden Vergleich näher zu bringen:

„Pater, inquam, vides verbi gratia vas hoc iacens, urceolum sive aliud? et dixi: Video. et ego dixi ei: Numquid alio nomine vocari potest quam quod est? et ait: Non. sic et ego aliud me dicere non possum nisi quod sum, Christiana.“

Ihre Logik erweist sich als völlig unverträglich mit den emotionalen Argumenten ihres Vaters, der diese aus Liebe zu seiner Tochter vorbringt. Diese Liebe, mit der er gerade noch versucht hat sie umzustimmen, schlägt daraufhin in Wut um. „tunc pater motus hoc verbo mittit se in me ut oculos mihi erueret[…]“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung der Passio Sanctarum Perpetuae et Felicitatis als seltenes Selbstzeugnis einer Frau der frühen Kirche.

2 Perpetua: Vorstellung der Protagonistin, ihrer gesellschaftlichen Stellung und ihrer klassischen Bildung als Ausgangspunkt für ihre schriftstellerische Tätigkeit.

2.1 Die Tochter: Untersuchung des Konflikts zwischen Perpetua und ihrem Vater, der ihre Abkehr vom Glauben fordert, und die daraus resultierende Rollenumkehr.

2.1.1 Der erste Besuch – Kapitel drei: Analyse der ersten Gefängnisbegegnung, bei der Perpetua ihre christliche Identität gegen die väterliche Autorität verteidigt.

2.1.2 Der zweite Besuch – Kapitel fünf: Beschreibung der zweiten Begegnung, die durch das Flehen des Vaters und die zunehmende emotionale Entfremdung geprägt ist.

2.1.3 Der dritte und vierte Besuch – Kapitel sechs und neun: Betrachtung der finalen Konfrontationen, in denen die häusliche Verbundenheit endgültig zugunsten der religiösen Bestimmung aufgegeben wird.

2.1.4 Perpetuas Mutter: Analyse des Verhältnisses zu ihrer Mutter, welches weniger intensiv geschildert wird als der Konflikt mit dem Vater.

2.2 Die Ehefrau und Mutter: Diskussion der Rolle Perpetuas als Ehefrau und Mutter sowie ihrer Distanzierung von diesen sozialen Pflichten während der Haft.

2.3 Die Schwester: Untersuchung der Geschwisterbeziehungen, insbesondere im Hinblick auf den verstorbenen Bruder Dinocrates und die visionäre Deutung dessen Rettung.

2.4 Die Katechumenin: Analyse von Perpetuas Rolle als Anführerin der Taufanwärter und ihrer charismatischen Autorität in der christlichen Gemeinschaft.

3 Perpetua und Felicitas – Frauen in der Arena: Vergleich der beiden Märtyrerinnen und ihrer solidarischen Unterstützung im Kontext des Martyriums.

4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse: Perpetua überwindet ihre gesellschaftliche Ohnmacht durch den Tausch ihrer Weiblichkeit gegen männlich konnotierte Standhaftigkeit.

5 Bibliographie: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

5.1 Veröffentlichte Quellen: Angabe der edierten Fassungen der Passio.

5.2 Sekundärliteratur: Verzeichnis der historischen und literaturwissenschaftlichen Sekundärtexte.

5.3 Zeitschriftenartikel: Zusammenstellung der wissenschaftlichen Fachbeiträge.

Schlüsselwörter

Passio Sanctarum Perpetuae et Felicitatis, Vibia Perpetua, frühes Christentum, Märtyrerin, Geschlechterverhältnis, römische Kaiserzeit, Katechumenin, Martyrium, Visionen, patria potestas, Geschlechterrollen, antike Frauenrolle, religiöse Selbstbehauptung, soziale Stigmatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Geschlechterverhältnis in der Passio Sanctarum Perpetuae et Felicitatis und untersucht, wie die Protagonistin Perpetua traditionelle Rollenmuster in der römischen Gesellschaft durch ihr Martyrium durchbricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Spannung zwischen familiärer Hierarchie (patria potestas) und christlichem Bekenntnis, der Rolle der Frau in der frühen Kirche sowie der Analyse von Perpetuas Visionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Perpetua durch ihr Handeln und ihre Reden die Machtverhältnisse gegenüber männlichen Autoritäten umkehrt und eine neue christliche Identität aufbaut.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine textnahe Analyse der lateinischen Quelle in Verbindung mit aktueller Sekundärliteratur zu Mentalitätsgeschichte und antiken Geschlechterrollen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Rollen von Perpetua als Tochter, Ehefrau, Mutter und Katechumenin sowie ihre Solidarität mit Felicitas in der Arena.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Perpetua, Märtyrerin, Geschlechterrollen, römische Kaiserzeit, Martyrium und Visionen.

Wie verändert sich Perpetuas Rolle während ihrer Inhaftierung?

Sie löst sich schrittweise von ihren weltlichen und familiären Bindungen, um in ihrer Rolle als Märtyrerin und von Gott begnadete Frau aufzugehen, wobei sie männliche Eigenschaften der Standhaftigkeit annimmt.

Welche Bedeutung hat die Figur der Felicitas?

Felicitas dient als solidarische Gefährtin, deren Schwangerschaft und Geburt im Gefängnis das Thema der unvereinbaren Rollen von Mutter und Märtyrerin verdeutlicht.

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Details

Title
Das Verhältnis der Geschlechter in der Passio Sanctuarum Perpetuae et Felicitatis
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Geschichts- und Kulturwissenschaften)
Course
Geschlechterverhältnisse in der römischen Kaiserzeit
Grade
1,0
Author
Ramona Aulbach (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V67298
ISBN (eBook)
9783638602501
ISBN (Book)
9783656722397
Language
German
Tags
Verhältnis Geschlechter Passio Sanctuarum Perpetuae Felicitatis Geschlechterverhältnisse Kaiserzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ramona Aulbach (Author), 2006, Das Verhältnis der Geschlechter in der Passio Sanctuarum Perpetuae et Felicitatis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67298
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