„Aus der Vergangenheit kann jeder lernen. Heute kommt es darauf an, aus der Zukunft zu lernen.“ (Herman Kahn)
Heutzutage begegnen uns Schreckgespenste wie „Globalisierung“, „Demografischer Wandel“ und „Ressurcenknappheit“ praktisch jeden Tag. Die Medien sind voll von Angstszenarien, was unsere Zukunft betrifft. Schwarzmaler und pessimistische Realisten haben Hochkonjunktur.
Tatsächlich befindet sich unsere Welt in einer Zeit, in der es, anders als in der Vergangenheit, von immenser Bedeutung ist, sich immer schneller weiter zu entwickeln, mit der Masse Schritt zu halten und dabei, vielleicht aus Zeitmangel, nur noch den eigenen Vorteil, oder eigentlich die Angst vor dem eigenen Nachteil, vor Augen zu haben. Das Wohl der Gemeinschaft leidet darunter. In den kurzen Augenblicken, in denen wir Zeit zum Durchatmen und Umsehen haben bemerken wir: Wir steuern auf eine ungewisse Zukunft zu, wir wissen nicht was kommt. Dabei haben wir ein schlechtes Gefühl.
Die Angst vor der Zukunft, wie auch vor allem anderen Ungewissen, lässt sich nur bekämpfen, in dem man versucht, sich mit dem Unbekannten vertraut zu machen. Was bekannt ist, ist berechenbar und dadurch nicht mehr beängstigend.
Wenn wir versuchen, uns alle möglichen Varianten, in denen die Zukunft in Erscheinung treten könnte, vertraut zu machen, können wir uns auf sie einstellen. Wir erkennen, dass nicht die Zukunft uns dominiert, sondern dass wir durch unser Handeln das Aussehen der Zukunft bestimmen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Zukunftsorientierung in der politischen Didaktik
1.1 Prinzip der Zukunftsorientierung
1.1.1 Funktionen des Prinzips
1.1.2 Ziele und Inhalte
1.2 Klassische Methoden
1.2.1 Zukunftswerkstatt
1.2.2 Szenariotechnik
2 Unterrichtsplanung zum Lerngebiet 12.2
2.1 Lernziel und Lerninhalt
2.2 Grundintention und Themenfindung
2.3 Sachanalyse
2.3.1 Institutionelle Voraussetzungen
2.3.2 Adressatenanalyse
2.3.3 Lernvoraussetzungen
2.4 Didaktisch - methodische Begründung zum Verlauf
2.5 Unterrichtsverlaufsplanung
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz und praktische Umsetzung des Prinzips der Zukunftsorientierung im Sozialkundeunterricht an beruflichen Schulen, wobei die Methode der Zukunftswerkstatt anhand eines Unterrichtsbeispiels zur Nachhaltigkeit und Energieverfügbarkeit evaluiert wird.
- Grundlagen der Zukunftsorientierung in der politischen Didaktik
- Vergleich der Methoden Zukunftswerkstatt und Szenariotechnik
- Unterrichtsplanung zum Thema Nachhaltigkeit und Energieverfügbarkeit
- Detaillierte Verlaufsplanung für eine vierstündige Kurzwerkstatt
- Kritische Reflexion der Anwendbarkeit im schulischen Alltag
Auszug aus dem Buch
1.2.1 Zukunftswerkstatt
„Zukunftswerkstätten sind Zusammenkünfte von Menschen, die in Sorge um die Zukunft der Erde und das Überleben der Menschheit bemüht sind, wünschbare, aber vorläufig auch unmögliche Zukünfte zu entwerfen und deren Durchsetzungsmöglichkeiten zu überprüfen“9 Die Idee der Zukunftswerkstatt entstand bereits in den Sechzigerjahren und wurde später von Robert Jungk verfeinert und ausgebaut. Er führte in den Jahren 1986-1988 einige Projekte durch, um im Auftrag der Landesregierung Nordrhein-Westfahlen die Visionen und Vorstellungen der Bürger zu erfassen. Seit dieser Zeit gilt die Methode Zukunftswerkstatt als etabliert und wird auch an Schulen, Hochschulen und in der Aus und Weiterbildung verwendet.
Die Zielsetzungen und Merkmale der Methode Zukunftswerkstatt lassen sich wie folgt beschreiben10. Sie ist: basisdemokratisch, also eine Demokratisierungsplattform für eine Bürgerbeteiligung an der Ausgestaltung des Kommenden. integrativ, was bedeutet, dass sowohl Fachleute als auch Laien, Aktive und Passive, Mächtige und Schwache, Wissende und Unwissende gleichermaßen an ihr beteiligt sind. holistisch, sie versucht Selbst- und Gesellschaftsveränderung, Rationalität und Intuition, Intellektualität und Spiritualität sowie Kognition und Emotion zu integrieren. kreativ, sie fordert sozialen Erfindergeist und Schöpferische Phantasie. kommunikativ, so dass jeder, auch der ansonsten Ungefragte, die Chance erhält, seine Ideen, Vorstellungen, Ängste und Befürchtungen frei zu artikulieren. provokativ, da sie staatliche und wirtschaftliche Institutionen herausfordert, sich mit den Lösungsvorschlägen aus der Bevölkerung ernsthaft zu befassen. politisch, weil sie sich um soziale Missstände und Zukunftsprobleme annimmt, ideale Modelle entwirft, diese auf ihre politische Realisierbarkeit überprüft, sowie erste Schritte zur Umsetzung erprobt.
Es wird ersichtlich, dass sich die Zukunftswerkstatt vom „gewöhnlichen“ Unterricht enorm unterscheidet. Die Lehrerrolle verschiebt sich hin zum Organisator, Initiator und Zuhörer. Trotz der vielen Freiheiten, die die Methode bietet ist sie in ihrer Verlaufsstruktur klar reguliert. Man unterscheidet fünf Verlaufsphasen:
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Zukunftsangst in einer komplexen Welt und betont die Notwendigkeit, durch Handeln in der Gegenwart die Zukunft aktiv mitzugestalten.
1 Zukunftsorientierung in der politischen Didaktik: Dieses Kapitel erläutert den didaktischen Ansatz der Zukunftsorientierung, die notwendige Perspektivenerweiterung und stellt die Methoden Zukunftswerkstatt und Szenariotechnik vor.
2 Unterrichtsplanung zum Lerngebiet 12.2: Hier wird eine konkrete Unterrichtseinheit zum Thema Energieverfügbarkeit geplant, die institutionelle Rahmenbedingungen, die Klassensituation sowie die methodische Strukturierung durch eine vierstündige Zukunftswerkstatt umfasst.
Fazit: Der Verfasser kommt zu dem Ergebnis, dass der Zeit- und Materialaufwand der Zukunftswerkstatt im schulischen Kontext in keinem angemessenen Verhältnis zum Ergebnis steht und die Methode eher für die Erwachsenenbildung geeignet ist.
Schlüsselwörter
Zukunftsorientierung, Politische Didaktik, Zukunftswerkstatt, Szenariotechnik, Nachhaltigkeit, Energieverfügbarkeit, Unterrichtsplanung, Handlungsorientierung, Politische Bildung, Berufsschule, Zukunftsgestaltung, Sozialkundeunterricht, Gesellschaftliche Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie das Prinzip der Zukunftsorientierung in den Sozialkundeunterricht an beruflichen Schulen integriert werden kann, um Schülern einen konstruktiven Umgang mit globalen Herausforderungen zu ermöglichen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die theoretische Fundierung zukunftsorientierter Didaktik, die Vorstellung spezifischer Methoden (Zukunftswerkstatt, Szenariotechnik) sowie deren konkrete praktische Anwendung im Rahmen des Lehrplanthemas zur ökologischen Nachhaltigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung und Evaluation eines konkreten Unterrichtsverlaufsplans zur Energieverfügbarkeit, um die Anwendbarkeit der Zukunftswerkstatt im schulischen Alltag zu erproben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verknüpft didaktische Theoriearbeit mit einer praxisorientierten Unterrichtsplanung und reflektiert das Ergebnis kritisch auf Basis seiner praktischen Erfahrungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Zukunftsdidaktik und deren Methoden sowie eine detaillierte Ausarbeitung einer Unterrichtseinheit inklusive Adressaten- und Sachanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Zukunftsorientierung, Zukunftswerkstatt, Politische Didaktik, Nachhaltigkeit und Unterrichtsplanung definieren.
Warum hält der Autor die Zukunftswerkstatt für ungeeignet an Berufsschulen?
Aufgrund des hohen Zeit- und Materialaufwands sowie einer von ihm wahrgenommenen Lethargie bei Berufsschülern sieht der Autor das Verhältnis von Aufwand und Ertrag als nicht gegeben an.
Welche Rolle nimmt der Lehrer in der Zukunftswerkstatt ein?
Der Lehrer wandelt seine Rolle vom klassischen Wissensvermittler hin zu einem Organisator, Initiator und aktiven Zuhörer, der die Gruppenprozesse moderiert.
- Quote paper
- Volker Lankes (Author), 2006, Zukunftsorientierung im Sozialkundeunterricht an beruflichen Schulen. Eine Unterrichtseinheit zum Thema 'Nachhaltigkeit', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67328