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Störungen des Sozialverhaltens im schulischen Kontext. Intervention und Gewaltprävention

Title: Störungen des Sozialverhaltens im schulischen Kontext. Intervention und Gewaltprävention

Scientific Study , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Verena Wendel (Author)

Sociology - Children and Youth
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In den vergangenen Jahren hat sich eine dramatische Entwicklung bezüglich des Sozialverhaltens von Jugendlichen vollzogen. Zunehmende Gewaltbereitschaft, eine stark gesunkene Hemmschwelle, die Verstärkung der Intensität bei praktizierten Gewalthandlungen, fehlendes Unrechtsbewusstsein sowie mangelnde Zivilcourage gehören mittlerweile zum Schulalltag. Pädagogen, Elterinitiativen, Mitschüler, das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport sowie die Polizei versuchen über verschiedenste Angebote und Projekte zu intervenieren. Vielerlei Projekte verzeichnen Erfolgserlebnisse und zeigen dadurch auf, dass man im Schulalltag auch auf eine andere Art und Weise das Miteinander gestalten kann.
Familiäre Situationen, persönliche Isolation und Brutalität in den Angeboten der Medien sind nur einige Ursachen, die zur Entwicklung des Gewaltpotentials beitragen.
Der kontinuierliche Anstieg von erfassten Gewalttätigkeiten gibt zwar Anlass zur Beunruhigung, jedoch verfälschen spektakuläre Fälle, die durch die Medien aufgebauscht werden, die Sichtweise auf die Problematik der Gewalt an Schulen.
Kinder und Jugendliche sind vielen aggressionsfördernden und gewaltauslösenden Einflüssen ausgesetzt. Die Schule muss noch stärker ihre Funktion überdenken. Sie kann nicht nur Ort der Wissensvermittlung sein, sondern muss gemeinsame Handlungs- und Erfahrungsräume ermöglichen in denen die Defizite aus dem sozialen Kontext zumindest teilweise aufgefangen und ausgeglichen werden können.
Ausgehend von der Beobachtung von Lehrern, Eltern, Erziehern und Ausbildern, dass sowohl die soziale Sensibilität als auch das konkrete Verhalten im menschlichen Umgang miteinander und dass das soziale Engagement von Jugendlichen im schulischen und außerschulischen Bereich sehr zu wünschen übrig lässt, muss sich die Schule zunehmend dieser Herausforderung stellen.

Bei der Recherche, der Beobachtung der Schüler sowie Gesprächen mit Lehrern, der Schulleitung und den Streitschlichtern der Schule, habe eröffneten sich verschiedenste Zugänge zu dieser Problematik. Um meine Erkenntnisse zu dokumentieren habe ich ergänzend dazu eine Evaluation an der Albert-Schweizer-Realschule durchgeführt.
Neben der Unterrichtstätigkeit verbanden sich somit pädagogische, didaktische und methodische Aspekte unter anderem mit grundlegenden soziokulturellen Fragen sowie interessanten Erkenntnissen über die Phänomenologie von Gewalt und die Formen aggressiven Verhaltens.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort zum Blockpraktikum I

Anmerkung zur formalen Gestaltung

1. Anmerkung zur Wahl des Themas

2. Einführung

3. Stichwortsammlung zum Vorteil von Gewalt

4. Zur Phänomenologie

5. Formen aggressiver Verhaltensweisen in der Schule

5.1. Mobbing, Bullying

5.2. Verbalaggression

5.3. Physische Aggression

5.4. Paraverbale Aggression

5.5. Nonverbale Aggression

5.6. Sachbeschädigung

5.7. Erpressung

5.8. Waffen

5.9. Schulwegproblematik

5.10. Fremdenfeindlichkeit

5.11. Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen

5.12. Sexuelle Belästigung

5.13. Drogenmissbrauch

6. Varianten der Prävention und Intervention

6.1. Persönlichkeit stärken

6.2. Empathie fördern

6.3. Kommunikationsfähigkeit erweitern

6.4. Normverdeutlichung

6.5. Sanktionen

6.6. Streitschlichtung / Mediation

6.7. Soziales Lernen als Schulprogramm

6.8. Schulsozialarbeit

6.9. Elternarbeit

6.10. Erlebnispädagogik

6.11. Kommunale Kriminalprävention

6.12. Bewegte Schule

6.13. Verantwortung übernehmen lernen

6.14. Gender Mainstreaming

6.15. Täter-Opfer-Ausgleich

6.16. Zivilcourage

6.17. Schulvereinbarung

6.18. Europäische Charta für eine demokratische Schule ohne Gewalt

6.19. Gewaltpräventionsberater / -innen

6.20. Kriseninterventionsteams

7. Präventive und intervenierende Maßnahmen an der Xxx-Realschule

7.1. Patenschaften

7.2. Streitschlichter

8. Fragebogen zu Gewalt an der Schule

9. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen aggressiven Sozialverhaltens im schulischen Kontext an der Xxx-Realschule und analysiert praxisnahe Ansätze zur Intervention und Gewaltprävention, um ein respektvolles Miteinander im Schulalltag zu fördern.

  • Analyse der Formen aggressiven Verhaltens unter Jugendlichen
  • Evaluation von Präventions- und Interventionskonzepten
  • Untersuchung der Bedeutung von Sozialkompetenz und Werteerziehung
  • Empirische Erhebung zum Gewaltempfinden und zur Klimaanalyse an einer Realschule
  • Praktische Implementierung von Patenmodellen und Streitschlichtung

Auszug aus dem Buch

4. Zur Phänomenologie

Es kommen zahlreiche Formen aggressiven Verhaltens vor. Sie unterscheiden sich im Modus, der Gerichtetheit, der Direktheit, durch die Anzahl der Beteiligten, über die verwendeten Mittel sowie über die Aktivität bzw. Spontaneität. „Gewalt“ wurde daher in den letzten Jahren als Oberbegriff gewählt, der all diese unterschiedlichen Formen aggressiver Handlungen umfasst (vgl. Jäger 1999).

Der Modus beschreibt, ob es sich um eine physische, verbale, paraverbale (sprachbegleitende) oder nonverbale (symbolische) Form von Gewalt handelt. Die Gerichtetheit gibt an, ob das aggressive Verhalten autoaggressiv oder fremdaggressiv ist. Es kann aber auch impersonell als Vandalismus oder Sachbeschädigung auftreten. Zudem unterscheidet sich aggressives Verhalten in der Direktheit. Es kann sich direkt auf Personen richten, indirekt in Form von Nachrede auftreten oder verschoben sein bezüglich der Form oder der Objekte. Bei der Anzahl der Beteiligten kann es sich entweder um aggressives Verhalten einzelner Personen handeln oder es kann in der Gruppendynamik entstehen.

Gewalt unterscheidet sich zudem über die verwendeten Mittel. Meist dienen körperliche Mittel im Schulalltag wie Stauchen, Raufen oder verbale Attacken zum Abbau von Aggressionen. Aber auch zusätzliche Mittel, wie Stöcke oder Steine, kommen zum Einsatz. Ein weiteres Kriterium um das aggressive Verhalten einzustufen ist, ob es sich um ein spontan-aggressives oder reaktiv-aggressives Verhalten handelt. Letzteres ist als Antwort auf Vorangegangenes zu sehen und nicht so schwerwiegend wie Ersteres. Spontan aggressives Verhalten benötigt keine erkennbaren äußeren Impulse und tritt meist völlig unerwartet auf. Bei genauer Beobachtung lässt sich mit Hilfe der genannten Unterschiede eine genaue Beschreibung aggressiven Verhaltens durchführen, was die Voraussetzung für eine erfolgreiche Intervention und Prävention darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Anmerkung zur Wahl des Themas: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch Beobachtungen während des Blockpraktikums und die Notwendigkeit einer didaktischen Aufarbeitung der Gewaltproblematik.

2. Einführung: Dieses Kapitel erläutert den Anstieg von Gewalt als gesellschaftliches Massenphänomen und die Rolle der Schule bei der Bereitstellung von Erfahrungsräumen.

3. Stichwortsammlung zum Vorteil von Gewalt: Hier wird der Bedarf an Primärprävention skizziert, indem verdeutlicht wird, welche Bedürfnisse Schüler durch Gewalt unzulässig zu kompensieren versuchen.

4. Zur Phänomenologie: Es werden theoretische Differenzierungen aggressiven Verhaltens hinsichtlich Modus, Direktheit und Mitteln vorgenommen.

5. Formen aggressiver Verhaltensweisen in der Schule: Eine detaillierte Übersicht verschiedener Gewaltformen, von Mobbing bis zu Drogenmissbrauch, wird präsentiert.

6. Varianten der Prävention und Intervention: Das Kapitel bietet ein breites Portfolio an Lösungsansätzen, von der Stärkung der Persönlichkeit bis hin zu institutionellen Maßnahmen wie der Schulvereinbarung.

7. Präventive und intervenierende Maßnahmen an der Xxx-Realschule: Es werden zwei spezifische, erfolgreich implementierte Projekte – Patenschaften und Streitschlichtung – an der untersuchten Schule vorgestellt.

8. Fragebogen zu Gewalt an der Schule: Beschreibung der methodischen Durchführung der schulinternen Befragung zur Klimaanalyse.

9. Resümee: Die Autorin resümiert die Ergebnisse und betont die Notwendigkeit stetiger Beobachtung sowie die Etablierung eines gewaltfreien Schulklimas.

Schlüsselwörter

Gewaltprävention, Interventionsmaßnahmen, Schulalltag, Sozialverhalten, Mobbing, Streitschlichtung, Patenschaftsmodell, Soziales Lernen, Schulsozialarbeit, Aggressionsformen, Gewaltphänomenologie, Erlebnispädagogik, Schülerbefragung, Gender Mainstreaming, Zivilcourage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Problematik von Störungen des Sozialverhaltens an Realschulen und untersucht konkrete Ansätze zur Gewaltprävention und Intervention.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die phänomenologische Einordnung aggressiven Verhaltens sowie die Analyse verschiedenster pädagogischer und präventiver Maßnahmen im schulischen Umfeld.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es, den Status quo der Gewaltproblematik an der Xxx-Realschule zu ermitteln und anhand von Theorie und Praxis Empfehlungen für eine effektive Präventionskultur abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literaturanalyse und einer empirischen Erhebung in Form einer Fragebogenauswertung unter Schülern der Klassen 6 bis 9.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Formen von Gewalt definiert, Interventionsvarianten diskutiert und die konkrete Umsetzung von Paten- und Streitschlichterprojekten an der Xxx-Realschule vorgestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Gewaltprävention, Intervention, Sozialverhalten, Streitschlichtung, Patenschaften und Schulklima.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen spontanem und reaktivem Verhalten eine Rolle?

Die Unterscheidung ist für die Prävention entscheidend, da reaktive Gewalt auf vorherige Auslöser folgt, während spontane Gewalt ohne erkennbare äußere Impulse auftritt und unterschiedliche pädagogische Interventionen erfordert.

Wie bewerten die Schüler der Xxx-Realschule das bestehende Schulklima?

Die Auswertung zeigt ein relativ gutes Schulklima, in dem Schüler ihre Umgebung aufmerksam wahrnehmen und eine positive Haltung gegenüber Mitschülern sowie den Streitschlichter-Projekten einnehmen.

Welche Rolle spielen die Streitschlichter an dieser Schule?

Die Streitschlichter agieren als Gleichaltrige vermittelnd in Konfliktsituationen und werden von Mitschülern oft eher als Ansprechpartner akzeptiert als Lehrkräfte, was die Konfliktlösung konstruktiver gestaltet.

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Details

Title
Störungen des Sozialverhaltens im schulischen Kontext. Intervention und Gewaltprävention
College
University of Education Ludwigsburg  (Pädagigische Psychologie)
Grade
1,0
Author
Verena Wendel (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V67350
ISBN (eBook)
9783638603379
ISBN (Book)
9783638671941
Language
German
Tags
Störungen Sozialverhaltens Kontext Intervention Gewaltprävention
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Wendel (Author), 2006, Störungen des Sozialverhaltens im schulischen Kontext. Intervention und Gewaltprävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67350
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