Ursachen und Formen des gesellschaftlichen Problems der Jugendkriminalität


Hausarbeit, 2007

21 Seiten, Note: 21


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition
2.1 Abweichendes Verhalten
2.2 Kriminalität
2.3 Das Problem „Jugendkriminalität“

3 Deutschlands Kriminalitätsstatistik

4 Formen der Jugendkriminalität

5 Ursachen der Jugendkriminalität
5.1.1 Peer – groups
5.1.2 Die Medien
5.1.3 Drogen
5.1.4 Armut und Jugendarbeitslosigkeit
5.1.5 Ausgewählte Kriminalitätstheorien in Verbindung mit sozialen Schichten
5.2 Psychologische und affektive Ursachen

6 Kriminelle ausländische Jugendliche

7 Maßnahmen gegen Jugendkriminalität
7.1 Vorbeugende Maßnahmen
7.2 Intervenierende Maßnahmen

8 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit zum Thema Jugendkriminalität möchte ich mit Hilfe verschiedener Veröffentlichungen untersuchen, wie es zu kriminellem Verhalten Jugendlicher komm, und warum solche Phänomene ein gesellschaftliches Problem darstellen.

Aus den veröffentlichten Statistiken, z.B. des Bundeskriminalamtes oder des Bundesamtes für Statistik, erkennt man, dass die Anzahl der kriminellen Jugendlichen in den letzten Jahren in der Bundesrepublik Deutschland erheblich angewachsen und zu einer starken Gruppe in unserer Gesellschaft geworden ist. Zurzeit beträgt der stetig steigende Anteil an Delikten der unter 21jährigen an der Gesamtkriminalität, fast ein Drittel. In den typischen Delikten der Jugendlichen spiegelt sich häufig eine fehlende jugendliche Weitsicht wider, so gehören z.B. das leichtsinnige Autofahren unter Alkoholeinfluss dazu, sowie das Beschaffen von Gütern auf illegale Weise, wenn keine Mittel zur Verfügung stehen sie legal zu erwerben.

Angesichts des Umfangs dieses Themas ist mir in meiner Auseinandersetzung damit eine ausführliche Darstellung leider nicht möglich. Somit sehe ich es als Notwendig an, mich auf die mir am wichtigsten erscheinenden Aspekte zu konzentrieren. Zunächst möchte ich versuchen den Unterschied zwischen Abweichendem Verhalten und Kriminalität im Allgemeinen und von Jugendlichen im Speziellen, zu klären. Im darauf folgenden Kapitel komme ich, ausgehend von einigen statistischen Befunden, auf die aktuelle Lage in Deutschland und die vorherrschenden Taten krimineller Jugendlicher zu sprechen. Anschließend werde ich, als eine logische Erweiterung, die Ursachen untersuchen, die dazu führen dass ein Jugendlicher kriminell wird, und in dem Zusammenhang weiterhin beleuchten, welche Rolle die Umgebung bzw. die soziale und staatliche Herkunft des Jugendlichen einnimmt. Nach dieser Ausarbeitung möchte ich mich dann abschließend mit der Frage nach möglichen Gegenmaßnahmen zur Lösung des Problems der Jugendkriminalität in unserer Gesellschaft beschäftigen.

2 Begriffsdefinition

2.1 Abweichendes Verhalten

Wenn man davon ausgeht, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, das ohne andere Menschen nicht existieren kann, dann lässt sich folgern, dass jedes Individuum in die Gesellschaft eingebunden und von ihr abhängig ist.

Verschiedene Gesellschaftsformen unterscheiden sich untereinander, allerdings besitzt jede Gesellschaft bestimmte, für sich gültige, Normen und Wertvorstellungen, die die Gesellschaft aufrechterhalten und an denen sich menschliches Handeln ausrichtet. Ausgehend von der Tatsache dass es Normen gibt, muss man weiter folgern, dass es ebenso Normverletzungen gibt. Denn beides, übereinstimmendes und abweichendes Verhalten, stellen einen weltweiten Bestandteil gesellschaftlichen Lebens dar. Man kann also abweichendes Verhalten folgendermaßen verstehen: jemand verhält sich abweichend wenn er einerseits mit seinem Verhalten gesellschaftlich anerkannten Normen und Werte verletzt, und diese Verletzung von Strafgesetzen und Strafverfolgungsstellen ausdrücklich als kriminell definiert wird (z.B. Betrug, Diebstahl), oder jemand zeigt Verhaltensweisen, die von denen der Mehrheit abweichen, aber in einem gewissen Maß geduldet werden (z.B. Alkoholismus, Obdachlosigkeit).[1]

2.2 Kriminalität

Der Begriff Kriminalität (lat.: Beschuldigung, Anklage, Schuld, Verbrechen) beschreibt im juristischen Sinn eine Form abweichenden Verhaltens, dass gegen ein Strafgesetz verstößt und teilweise von zuständigen Stellen der Strafverfolgung wie Polizei, Staatsanwaltschaft und Strafjustiz rechtskräftig sanktioniert wird.[2] Während die Straftat vor allem das individuelle Strafverhalten beschreibt, werden mit Kriminalität sämtliche Straftaten innerhalb der Gesellschaft, zu einem Gesamtbegriff zusammengefasst.

2.3 Das Problem „Jugendkriminalität“

In der Bundesrepublik Deutschland wird Jugendkriminalität definiert als die Kriminalität der Jugendlichen und unter der Bedingung eines niedrigen Reifegrades auch die der Heranwachsenden, wobei unter Kriminalität – wie bei den Erwachsenen – die Gesamtheit der begangenen Straftaten zu verstehen ist[3]. Jugendliche sind nach § 1 Abs. 2 JGG Personen, die zur Zeit der Tat vierzehn, aber noch nicht achtzehn Jahre alt sind, also die 14 – 17jährigen; als Heranwachsend bezeichnet man demgegenüber die Gruppe der jungen Menschen die zur Zeit der Tat 18, aber noch nicht 21 Jahre alt sind. Kinder unter 14 Jahren sind nicht strafmündig[4].

Jugendliche, die sich strafbar gemacht haben, können in Deutschland vor Gericht gestellt, und nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden. Wie man dem Statistischen Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland entnehmen kann, traf das im Jahr 2004 auf 56.760 Jugendliche und 48.763 Heranwachsende zu, womit ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr 2003 zu verzeichnen ist[5].

3 Deutschlands Kriminalitätsstatistik

2005 wurden in der Bundesrepublik Deutschland 3.518.567 der festgestellten Fälle aufgeklärt, dabei wurden 2.313.136 Tatverdächtige ermittelt. Verglichen mit dem Jahr 2004 ist das ein Rückgang um 3 %[6].

Das Diagramm des Bundeskriminalamtes stellt eine Übersicht der Tatverdächtigen nach Alters- und Geschlechtsstruktur in der BRD für das Jahr 2005 dar. Demnach machten Jugendliche und Heranwachsende 23 % aller Tatverdächtigen aus, wovon ein Anteil von 12,3 % auf Jugendliche (284.450) und 10,7 % (247.450) auf Heranwachsende fiel[7]. Diese Altersgruppen machen damit fast ein Drittel aller Straftäter aus, was besonders markant ist, wenn man sich vor Augen führt, dass die Zeitspanne der Jugendlichen und Heranwachsenden nur sieben Jahre beträgt. Erfreulicherweise ist zum Vorjahr 2004 erstmals seit langem ein Rückgang der Tatverdächtigen Jugendlichen um 4,3 %, und der Heranwachsenden um 1,2 % festzustellen, bisher war in den letzten zehn Jahren allerdings ein stetiger Anstieg zu beobachten: so ist die Zahl der Tatverdächtigen Jugendlichen seit 1995 um 11,8 % (254.329) und die der Heranwachsenden um 19,5 % (207.136) gestiegen[8].

Als ein schwerwiegendes Problem, dass die Jugendkriminalitätsrate um ein Vielfaches verfälscht, ist außerdem zu beachten, dass viele Verbrechen entweder aus Scham, Angst oder aus dem Glauben heraus, dass die Polizei sowieso nichts tun kann, nicht angezeigt werden. In diese Dunkelziffer fallen vor allem Sexualverbrechen sowie andere Gewalttaten.

4 Formen der Jugendkriminalität

Anhand der statistischen Aufgliederung der tatverdächtigen Jugendlichen und Heranwachsenden nach Straftaten des Bundeskriminalamtes ist deutlich zu erkennen, dass innerhalb des weiten Straftatenfeldes der Jugendkriminalität die am häufigsten vorkommenden Delikte die Bereicherungskriminalität, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und kriminellen Gewaltanwendungen betreffen; wobei berücksichtigt werden muss, dass es häufig innerhalb einer Tat zu einer Verbindung mehrerer Delikte kommt.[9] Die Bereicherungskriminalität, also konkret Diebstahl, Unterschlagung, Raub, Erpressung, Betrug und Hehlerei, macht mit 60 % den größten Teil der Jugendkriminalität aus.[10] Sie ist in allen sozialen Schichten vorzufinden und einerseits auf die Ursache einer schlechten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation der Täter zurückzuführen (wenn z.B. eine Notlage oder Hunger zu Diebstahl und Betrug führen), auf der anderen Seite jedoch vor allem auch auf das heutige Verlangen der Jugendlichen, Luxusgüter mit allen Mitteln zu erreichen, da sie sich davon einen höheren Status und die Maximierung ihres Lebensstandards versprechen.

Die quantitativ bedeutendsten Delikte mit Gewaltanwendung unter Jugendlichen und Heranwachsenden sind allen voran Körperverletzungen (24 %), gefolgt von Sachbeschädigungen (13,7%), Sexualdelikten (0,26 %) und Mord und Totschlag (0,08 %)[11]. Die Kriminalstatistiken zeigen hinsichtlich fast aller Delikte, dass die Summe der Frauen erheblich unter der der männlichen Bevölkerung liegt: es lässt sich unschwer errechnen dass 2005 unter den Tatverdächtigen nach Straftaten nur 23,7 % Frauen[12] waren.[13]

[...]


[1] Vgl. Rühmkorf, Eva: Wer unten ist, der fällt auch tief. 1977, S. 86. ; Kreft, Dieter, Mielenz, Ingrid (Hrsg.): Wörterbuch Soziale Arbeit. 2005, S. 29.

[2] Vgl. Hellmer, Joachim: Jugendkriminalität. o. J., S. 11.

[3] Vgl. Hellmer, Joachim: Jugendkriminalität. o. J., S. 12.

[4] Vgl. ebd., S. 13.

[5] Vgl. Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2006. 2006, S. 269.

[6] Vgl. Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2005. 2006, S. 74.

[7] Vgl. Bundeskriminalamt: Aufgliederung der Tatverdächtigen –insgesamt- nach Alter ab 1987. S. 1.

http://www.bka.de/pks/zeitreihen/pdf/t20_tv.pdf. (Stand: 17.11.2006).

[8] Vgl. Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2005. 2006, S. 74.

[9] Vgl. ebd. S. 90 f.

[10] Vgl. Hellmer, Joachim: Jugendkriminalität. o. J., S. 27.

[11] Vgl. Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2005. 2006, S. 90 f.

[12] Männliche tatverdächtige Jugendliche und Heranwachsende 2005: 405580; Weibliche tatverdächtige Jugendli-

che und Heranwachsende 2005: 126320.

[13] Vgl. Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2005. 2006, S. 90 f.

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Details

Titel
Ursachen und Formen des gesellschaftlichen Problems der Jugendkriminalität
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
21
Autor
Jahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V67391
ISBN (eBook)
9783638603614
ISBN (Buch)
9783638768238
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ursachen, Formen, Problems, Jugendkriminalität
Arbeit zitieren
Britta Brokate (Autor), 2007, Ursachen und Formen des gesellschaftlichen Problems der Jugendkriminalität , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67391

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