State-of-the-art von Auktionen


Seminararbeit, 2007

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungs- und Akronymverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Motivation und Zielsetzung dieser Arbeit

2 Einführung in Auktionen
2.1 Begriff und allgemeiner Ablauf von Auktionen
2.2 Historische Entwicklung und Anwendungsbereiche von Auktionen
2.3 Grundlagen der Auktionstheorie für Eingutauktionen

3 Standardauktionen
3.1 Englische Auktion
3.2 Holländische Auktion
3.3 Verdeckte Höchstpreisauktion
3.4 Vickrey-Auktion

4 Modifizierte Auktionen
4.1 Allgemeine Modifikation
4.2 Mehrgüterauktionen
4.2.1 Einheitspreisauktion
4.2.2 Vickrey-Mehrgüterauktion
4.2.3 Preisdiskriminierende Auktion
4.2.4 Simultane Mehrrundenauktion
4.2.5 Matrixauktion

5 Hybride Auktionen
5.1 Anglo-Dutch Auktion
5.2 Dutch-Vickrey Auktion
5.3 Dutch-Anglo Auktion
5.4 Mehrstufige erweiterte Vickrey-Auktion (MEVA)

6 Strukturierung und Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abkürzungs- und Akronymverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Beispiel einer Gebotsmatrix

Abbildung 2 : Strukturierung der Auktionen

1 Motivation und Zielsetzung dieser Arbeit

Auktionen spielen als Verkaufsform von Gütern in modernen Volkswirtschaften bis heute eine eher untergeordnete Rolle. Sie gewinnen aber besonders im Business-to-Business-Bereich und Government-to-Business-Bereich immer mehr an Bedeutung[1]. Im Zuge dieser Arbeit soll dem Leser zunächst ein Überblick über die Standardauktionen sowie deren Modifikationen gegeben werden. Anschließend werden Hybride Auktionen behandelt, die besonders im Government-to-Business-Bereich zum Einsatz kommen. Darüber hinaus, wird eine selbst entwickelte Strukturierung in Form eines Schaubildes vorgenommen, welche es in dieser Form bisher in der Literatur nicht gibt. Sie erklärt Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Auktionen und stellt diese grafisch dar.

Kapitel 2 befasst sich zunächst mit dem Begriff der Auktion sowie deren allgemeiner Ablauf und Anwendungsmöglichkeiten. Anschließend werden die historische Entwicklung und allgemeine Grundlagen der Auktionstheorie näher beleuchtet. Im weiteren Verlauf beschreibt Kapitel 3 die vier Standardauktionsvarianten und geht in verkürzter Form auf die jeweiligen Bietstrategien ein. Kapitel 4 und 5 befassen sich mit Modifizierten bzw. Hybriden Auktionen. Es werden Problemfelder aufgezeigt, die die Notwendigkeit einer Entwicklung dieser Auktionen erklären. Weiterhin werden typische Beispiele von Modifizierten und Hybriden Auktionen beschrieben. Abschließend werden in Kapitel 6 deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den Standardauktionsvarianten in Form einer grafischen Strukturierung dargestellt.

2 Einführung in Auktionen

Dieses Kapitel definiert den Begriff der Auktion und beschreibt ihren allgemeinen Ablauf. Im Anschluss daran werden die historische Entwicklung und einführende Grundlagen der Auktionstheorie beschrieben.

2.1 Begriff und allgemeiner Ablauf von Auktionen

Auktionen sind Marktinstitutionen mit klar definierten Regeln zur Güterverteilung und Preisfestlegung auf der Basis von Geboten der Teilnehmer[2]. Damit fungieren Auktionen als Preisfindungsmechanismus, der angibt, wie der Gewinner ermittelt wird und welchen Betrag er zu zahlen hat[3]. Im Rahmen der Regeln, deren Spezifikation vor Beginn der Auktion der Versteigerer oder Auktionator vornimmt und bekannt gibt, werden von den potenziellen Käufern ­– den Bietern – Gebote abgegeben. Den Zuschlag erhält, abhängig vom Auktionsmechanismus, das beste Gebot, welches in aller Regel das höchste ist. Spiegelbildlich verhält es sich bei Ausschreibungen, bei denen das niedrigste abgegebene Gebot eines Anbieters den Zuschlag bekommt. Aus Sicht des Anbieters sind Versteigerungen immer dann von Vorteil gegenüber einem Festpreissystem, wenn hohe Unsicherheit über den Wert eines Gutes besteht[4]. Dies trifft zu, falls das Gut zu einem bestimmten Zeitpunkt stark schwankender Angebots- und Nachfragestrukturen unterliegt[5], z.B. bei verderblicher Ware wie frischer Fisch oder Schnittblumen. Ebenso besteht hohe Unsicherheit bei der Veräußerung von limitierten Objekten, deren Wert maßgeblich von der persönlichen Wertschätzung der Bieter abhängt, wie z.B. bei Gemälden oder Antiquitäten[6].

2.2 Historische Entwicklung und Anwendungsbereiche von Auktionen

Auktionen haben eine weit zurückreichende Geschichte. Schon seit Jahrtausenden werden Auktionen für den Kauf und Verkauf von Waren verwendet. Bereits 500 v. Chr. wurden in Babylon Auktionen für den Handel mit heiratsfähigen Frauen eingesetzt. Im antiken Rom wurden Auktionen für den kommerziellen Handel genutzt, etwa um Grundbesitz oder Kriegsbeute zu verkaufen[7].

Heutzutage werden Auktionen in den unterschiedlichsten Bereichen für den Handel von Waren und Dienstleistungen eingesetzt[8]. Weit verbreitet sind Versteigerungen von Kunstgegenständen oder anderen limitierten Objekten, wie z.B. Münzen, Briefmarken oder Antiquitäten. Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat sich, insbesondere aufgrund der kommerziellen Nutzung des Internet, die Reichweite der über Auktionen verkauften Güter sowie das Interesse mit ihnen neue Märkte zu erschließen, stark vergrößert[9]. So finden sich weitere Anwendungsbereiche bei Refinanzierungsgeschäften der Zentralbanken, Ausschreibungen von Aufträgen und bei Versteigerungen von Edelmetall- oder Ölförderungsrechten. Aktuell am bedeutendsten sind Auktionen für Telekommunikations-lizenzen, Emissionsrechten und Internetauktionen[10].

2.3 Grundlagen der Auktionstheorie für Eingutauktionen

Für die Standardauktionen, welche in Kapitel 3 behandelt werden, hat sich in der Literatur eine weitgehend einheitliche Theorie entwickelt, die als Erklärungsinstrument für Eingutauktionen dient. Im Folgenden soll kurz auf zwei grundlegende Ansätze dieser Auktionstheorie eingegangen werden - dem Independent-Private-Values-Ansatz (IPV-Ansatz) und dem Common-Values-Ansatz (CV-Ansatz). Der IPV-Ansatz beruht auf der Annahme, dass jeder Bieter risikoneutral ist und eine persönliche Wertschätzung für das zu ersteigernde Gut hat, welche nur er kennt. Darüber hinaus wird angenommen, dass alle Bieter eine unterschiedliche Wertschätzung haben und sich nicht von Wertschätzungen der anderen Bieter beeinflussen lassen. Weiterhin beruht der Ansatz darauf, dass nur ein einziges Gut versteigert wird[11]. Häufig sind diese Annahmen bei Kunstgegenständen gegeben, die eher einen ideellen Wert für jeden Bieter haben und nicht für den Weiterverkauf bestimmt sind[12]. Unter diesen Annahmen führen alle vier Standardauktionsvarianten zum gleichen erwarteten Erlös. Man spricht hierbei in der Literatur vom Revenue-Equivalence-Theorem[13].

Beim CV-Ansatz haben alle Bieter eine ungefähr gleiche Wertschätzung für das Objekt, kennen aber nicht ihren tatsächlichen Wert. Die individuelle Wertschätzung beruht auf privaten Informationen jedes einzelnen Bieters. Je besser diese Informationen sind, umso genauer kann ein Bieter den tatsächlichen Wert schätzen. In der Regel tritt eine Common-Values-Komponente bei Auktionsgegenständen auf, die ein Bieter kommerziell nutzen möchte. Daher interessiert ihn auch, was das Gut für die Mitbieter wert sein könnte. Aus dieser Überlegung heraus lässt sich ein Bieter vom Bietverhalten der anderen beeinflussen[14].

Angenommen sei beispielsweise eine Englische Auktion, bei der im Verlauf die Bieter ihre privaten Informationen durch deren Bietverhalten enthüllen. Ein Bieter kann somit seine Konkurrenten beobachten und lernt aus deren Verhalten. Wenn viele Bieter frühzeitig aus der Auktion aussteigen, überdenken die übrigen Bieter womöglich ihre eigene Wertschätzung und bieten weniger als zuvor geplant. Genau umgekehrt verhält es sich, wenn die Bieter aggressiv bieten. Die eigene Wertschätzung erhöht sich, wenn ein Bieter den Eindruck gewinnt, dass viele Bieter das Objekt ersteigern wollen[15].

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es unter diesen Umständen sehr wahrscheinlich ist, dass der Gewinner einer solchen Auktion zuviel für das Gut bezahlt. Begründet wird dies mit der einfachen Überlegung, dass der Gewinner der Auktion erkennen muss, dass seine Wertschätzung die optimistischste von allen ist und seine Informationen womöglich nicht korrekt sind. Man spricht hierbei vom Fluch des Siegers. Daher muss der rationale Bieter das Phänomen des Fluchs des Siegers in seiner Überlegung zur Bietstrategie berücksichtigen[16]. Beispiele finden sich bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen im Jahre 2000 oder bei Schürf- und Bohrrechten, bei denen der erwartete Erlös von den Bietern deutlich überschätzt wurde.

3 Standardauktionen

In der Literatur sowie in der Praxis sind die folgenden vier Auktionsvarianten weit verbreitet und werden häufig angewendet – die Englische Auktion, die Holländische Auktion, die verdeckte Höchstpreisauktion und die Vickrey-Auktion[17]. Im folgenden Kapitel werden diese nun in Hinblick auf deren Ablauf und dominante Bietstrategie beschrieben. Alle Standardauktionen unterliegen der Annahme, dass jeweils nur ein einziges Gut versteigert wird. Es liegt ein 1:n Verhältnis vor, d.h. ein Verkäufer sieht sich einer endlichen Zahl von Bietern gegenüber. Weiterhin seien keine preislichen oder zeitlichen Restriktionen angenommen. Die Auktion sei stets beendet, wenn nur noch ein Bieter übrig bleibt. Zur Vereinfachung wird angenommen, dass die Bieter risikoneutral sind.

3.1 Englische Auktion

Diese Standardauktionsvariante wird als die klassische Auktion angesehen und ist von allen Varianten am weitesten verbreitet. Bei der Englischen Auktion, welche auch als aufsteigende Auktion bezeichnet wird, handelt es sich in der Regel um eine Eingutauktion, d.h. es wird genau ein Objekt zum Verkauf angeboten. Im Basisfall wird der Preis durch gegenseitiges Überbieten der Bieter solange erhöht, bis niemand mehr bereit ist ein höheres Gebot abzugeben. Der Bieter, der den höchsten Preis für das angebotene Gut bietet, gewinnt somit die Auktion[18].

[...]


[1] Vgl. REICHWALD/HERMANN/BIEBERBACH (2000), S. 2.

[2] Vgl. MCAFEE/MCMILLAN (1987), S. 701.

[3] Vgl. WOLFSTETTER (1994), S. 5.

[4] Vgl. REICHWALD/HERMANN/BIEBERBACH (2000) S. 3.

[5] Vgl. MCAFEE/MCMILLAN (1987), S. 701.

[6] Vgl. REICHWALD/HERMANN/BIEBERBACH (2000) S. 3.

[7] Vgl. WOLFSTETTER (1994), S. 7.

[8] Vgl. BERNINGHAUS/EHRHART/GÜTH (2005), S. 255.

[9] Vgl. KLEMPERER (2004), S. 1 (Introduction).

[10] Vgl. BERNINGHAUS/EHRHART/GÜTH (2005), S. 255.

[11] Vgl. BERNINGHAUS/EHRHART/GÜTH (2005), S. 235.

[12] Vgl. KLEMPERER (2004), S. 13 (Chapter: A Survey of Auction Theory).

[13] Vgl. MENEZES/MONTEIRO (2005), S. 20.

[14] Vgl. KLEMPERER (2004), S. 14.

[15] Vgl. NIEMEIER (2002), S. 57.

[16] Vgl. NIEMEIER (2002), S. 55.

[17] Vgl. BOLTON/DEWATRIPONT (2005), S. 267 f.; NIEMEIER (2002), S. 30 ff.

[18] Vgl. BERNINGHAUS/EHRHART/GÜTH (2005), S. 228.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
State-of-the-art von Auktionen
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Institut für Produktion und Industrielles Informationsmanagement)
Note
1,0
Autoren
Jahr
2007
Seiten
24
Katalognummer
V67422
ISBN (eBook)
9783638603805
ISBN (Buch)
9783638672016
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sinn und Zweck der Arbeit ist eine plausible Strukturierung von Auktionen. Eine Vielzahl von Auktionsformen und deren Varianten werden erläutert sowie deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten beschrieben. Abschließend wird die entwickelte Struktur in ein grafisches Schaubild überführt.
Schlagworte
State-of-the-art, Auktionen
Arbeit zitieren
Christian Becker (Autor:in)Timo Gutsche (Autor:in), 2007, State-of-the-art von Auktionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67422

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