Interkulturelles Lernen beschreibt einen Lernvorgang der in mehreren Stufen abläuft und dessen Ziel die Erlangung interkultureller Kompetenz ist. Welche Konzepte gibt es mit deren Hilfe man diesen Lernprozess unterstützen kann? Dies soll im Folgenden geklärt werden. Doch zunächst werde ich einen kleinen Einblick, in Fakten und Zahlen sowie den rechtlichen Umständen in der BRD, zur Zuwanderung geben. Hieran anschließend werde ich mich genauer mit verschiedenen Arten des interkulturellen Lernens beschäftigen und versuchen diese voneinander zu unterscheiden. Danach werde ich zwei verschiedene Konzepte zu interkulturellen Lernen als sozialem Lernen genauer beleuchten. Zum Schluss möchte ich dann versuchen ein kleines Fazit aus dem Gesagten zu ziehen, auch sollen hier einige kritische Anmerkungen zu den Konzepten und verschiedenen Definitionsansätzen folgen.
Inhaltsverzeichnis
1. WAS IST INTERKULTURELLES LERNEN?
2. GRUNDLEGENDE FAKTEN ZUR ZUWANDERUNG IN DEUTSCHLAND
3. RECHTLICHE GEGEBENHEITEN IN DER BRD
4. INTERKULTURELLES LERNEN ALS SOZIALES LERNEN
5. DAS KONZEPT DES COOPERATIVE LEARNING
5.1. Student Teams Achievment Devision (STAD)
5.2. Teams Games Tournament (TGT)
6. EINSTELLUNGSÄNDERUNG DURCH ROLLENSPIEL NACH SCHMITT
6.1. Fragestellung und Leitsätze
6.2. theoretischer Hintergrund
6.3. praktische Umsetzung
7. KRITIK AN DEN ANSÄTZEN
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie interkulturelles Lernen effektiv als soziales Lernen in Bildungseinrichtungen umgesetzt werden kann, um Vorurteile abzubauen und interkulturelle Kompetenz zu fördern. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche pädagogischen Konzepte geeignet sind, um Kinder und Jugendliche zu einem respektvollen und solidarischen Miteinander in einer pluralistischen Gesellschaft zu befähigen.
- Grundlagen des interkulturellen Lernens und der Zuwanderungsgeschichte in Deutschland
- Rechtliche Rahmenbedingungen für Zuwanderung und Asyl
- Theorie und Praxis des „Cooperative Learning“ nach Slavin
- Einsatz von Rollenspielen zur Einstellungsänderung nach Schmitt
- Kritische Reflexion über die Umsetzbarkeit pädagogischer Konzepte
Auszug aus dem Buch
6.3. praktische Umsetzung
Zur praktischen Umsetzung der verschiedenen Ziele und Erkenntnisse geht Schmitt in mehreren Stufen und unterschiedlichen Formen des Unterrichts vor. Er möchte vor allem eine Aktivierung der Kinder durch ein Handlungsorientiertes Angebot erreichen. Hierzu geht er in verschiedenen Phasen vor. In der Informationsphase wird ein Grundbestand an Kenntnissen zum Thema vermittelt (vor allem durch Bildmaterial, Geschichten, etc.). Hieran schließt sich eine persönliche Begegnung (beispielsweise der Besuch eines Klassenkameraden mit Migrationshintergrund) an. Diese dient der Herstellung der Nähe zur Lebenswirklichkeit der Kinder. Um allerdings auch den emotionalen Bewertungshintergrund der Kinder zu verändern, müssen sie beispielsweise nachempfinden können, wie es sich anfühlt gehänselt oder ausgegrenzt zu werden. Zu diesem Zweck verwendet Schmitt das problembezogene Rollenspiel. Hier werden entsprechende Situationen (Stichwort: Außenseiter) vorbereitet und simuliert. (vgl. Schmitt, 1979, S. 228 ff.)
Auf die nähere Form der Durchführung eines derartigen Rollenspiels möchte ich hier nicht eingehen. In der von mir gehaltenen Stunde zum Thema, habe ich jedoch mit meinen Kommilitonen ein kleines Rollenspiel durchgeführt. Die Äußerungen im Anschluss hieran wiesen darauf hin, dass sich viele meiner Kommilitonen vorstellen konnten, dass ein derartiges Nachempfinden von Situationen den emotionalen Bewertungshintergrund verändert und somit Einfluss auf die zukünftige Bewertung und die daraus resultierenden Verhaltensweisen hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. WAS IST INTERKULTURELLES LERNEN?: Dieses Kapitel definiert interkulturelles Lernen als Prozess zur Erlangung interkultureller Kompetenz und beschreibt das Modell von Leenen und Grosch.
2. GRUNDLEGENDE FAKTEN ZUR ZUWANDERUNG IN DEUTSCHLAND: Es werden die drei Phasen der Zuwanderung in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands sowie statistische Entwicklungen der Zuwandererzahlen skizziert.
3. RECHTLICHE GEGEBENHEITEN IN DER BRD: Das Kapitel bietet einen Einblick in das Asylrecht und die Bedingungen der Arbeitsmigration in der Bundesrepublik.
4. INTERKULTURELLES LERNEN ALS SOZIALES LERNEN: Hier wird der Fokus auf den Erwerb sozialer Fähigkeiten in interkulturellen Situationen gelegt, wobei solidarisches Verhalten im Zentrum steht.
5. DAS KONZEPT DES COOPERATIVE LEARNING: Das Kapitel stellt die Methoden STAD und TGT nach Slavin vor, die durch kooperative Gruppenarbeit den Zusammenhalt fördern sollen.
6. EINSTELLUNGSÄNDERUNG DURCH ROLLENSPIEL NACH SCHMITT: Es wird analysiert, wie durch Rollenspiele kindliche Vorurteile abgebaut und die Bereitschaft zu solidarischem Verhalten gestärkt werden kann.
7. KRITIK AN DEN ANSÄTZEN: Abschließend werden die vorgestellten Ansätze kritisch hinsichtlich ihrer praktischen Wirksamkeit und ihres Umsetzungsaufwands bewertet.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Lernen, Soziales Lernen, Zuwanderung, Interkulturelle Kompetenz, Cooperative Learning, STAD, TGT, Rollenspiel, Einstellungsänderung, Solidarität, Diskriminierung, Migrationshintergrund, Schulpädagogik, Vorurteilsabbau, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie interkulturelles Lernen innerhalb der Schule als soziales Lernen verstanden und durch pädagogische Konzepte gefördert werden kann.
Welche Schwerpunkte werden in der Arbeit behandelt?
Neben den theoretischen Definitionen interkulturellen Lernens stehen die Konzepte des „Cooperative Learning“ von Slavin und das rollenspielbasierte Modell von Schmitt im Fokus.
Was ist das Hauptziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch gezielte Lernangebote bei Kindern und Jugendlichen Empathie, Toleranz und solidarisches Verhalten gegenüber Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund gestärkt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Die Arbeit ist eine Hauptseminararbeit, die auf einer theoretischen Aufarbeitung bestehender pädagogischer Ansätze und deren kritischer Reflexion basiert.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Zuwanderungssituation, die Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie eine detaillierte Erläuterung der pädagogischen Konzepte von Slavin und Schmitt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Interkulturelles Lernen, Cooperative Learning, Rollenspiele, Einstellungsänderung und soziale Integration.
Warum ist laut Autor das „Cooperative Learning“ für interkulturelle Gruppen geeignet?
Durch die erzwungene Kooperation in leistungsgemischten Gruppen lernen sich Schüler unterschiedlicher Herkunft besser kennen und schätzen, was Toleranz und soziale Kompetenz fördert.
Wie unterscheidet sich Schmitts Ansatz von dem rein kognitiven Wissenserwerb?
Schmitt argumentiert, dass alleiniges Wissen nicht ausreicht; stattdessen müsse man durch Rollenspiele auch den „affektiven Bewertungshintergrund“ der Kinder beeinflussen, um eine nachhaltige Einstellungsänderung zu bewirken.
Welches Fazit zieht der Autor zur praktischen Umsetzung?
Der Autor bleibt skeptisch und bezeichnet es als „frommen Wunsch“, dass die Pädagogik einfache und wirksame Rezepte findet, da die Übernahme von Vorurteilen oft einfacher ist als der mühsame Weg zu echter interkultureller Identität.
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- Florian Rößle (Author), 2006, Interkulturelles Lernen als soziales Lernen - eine kritische Betrachtung verschiedener Umsetzungsversuche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67476