Die folgende Hausarbeit wird sich mit der Stellung der Frau beschäftigen, besonders mit der Rolle, die Platon ihr in seinem Buch Politeia zugedacht hat. Dieses Buch beschreibt ein Zusammentreffen Platons mit einigen Freunden, die über die ideale Form eines Staates philosophieren. Natürlich wird in diesem Gespräch auch die Rolle der Frau in diesem imaginären Staat festgelegt. Die Überlegungen dieser Philosophen und die wirkliche Stellung der Frau in der antiken Welt werden die Hauptpunkte dieser Hausarbeit darstellen. Wie sich im Laufe der Hausarbeit herausstellen wird, sind Frauen in Theorie und Realität deutlich benachteiligt. Eine Erkenntnis, die sicher Niemanden überrascht. Schließlich ist das Problem der Stellung der Frau auch heute noch ein kontroverses Thema ohne Ende, wie ja auch gerade Eva Hermanns Bestseller zu diesem Thema zeigt. Obwohl wir uns in der „westlichen Welt“ daran gewöhnt haben unsere Freiheiten zu genießen, selbst zu entscheiden, was wir mit unseren Leben anfangen und wie wir mit unseren Möglichkeiten umgehen wollen, gibt es immer noch Länder, in denen Frauen nicht die gleichen Rechte besitzen wie Männer, z.B. in der Frage, wen sie heiraten wollen, oder bezüglich des Wahlrechts. Trotz dieser Unterschiede zwischen Mann und Frau - damals wie heute -, gab und gibt es immer noch Frauen, die trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Ungerechtigkeit, ihr Potenzial nutzen wollten. Obwohl Frauen deutlich benachteiligt waren, gibt es einige herausragende Beispiele von Frauen, die schon in der Antike, Aufsehen erregt haben. Wie haben sie es geschafft in einer Männer dominierten Welt nicht unter zu gehen? Über einige dieser Frauen möchte ich zum Ende der Hausarbeit berichten, um deutlich zu machen, dass trotz Benachteiligung durch den Mann Frauen ihren Weg gegangen sind, einen erfolgreichen Weg.
Inhaltsverzeichnis
1. Themenaufriss
2. Das Leben der Frau in der Antike
3. Die Rolle der Frau in Platons Staatenentwurf
4. Bedeutende Frauen, nicht nur für die Antike, sondern auch für die heutige Zeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche und politische Stellung der Frau in der griechischen Antike unter besonderer Berücksichtigung der philosophischen Konzeption Platons in seinem Werk „Politeia“, um aufzuzeigen, wie Frauen trotz systematischer Benachteiligung individuelle Wege der Selbstbehauptung und des Einflusses fanden.
- Soziale und politische Realität der Frau in der Antike
- Platons Vorstellung von Gerechtigkeit und Geschlechterrollen im idealen Staat
- Der Spannungsfeld zwischen theoretischer Benachteiligung und historischer Handlungsfähigkeit
- Biographische Beispiele einflussreicher antiker Frauen (Philosophinnen, Dichterinnen, Hetären)
- Vergleich antiker Geschlechterverhältnisse mit heutigen gesellschaftlichen Strukturen
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Frau in Platons Staatenentwurf
Die Legende erzählt, dass seine Eltern ihn, da er am gleichen Tag wie Apollon geboren war, noch in Windeln auf den Berg Hymettos trugen, um dem Gott zu danken, und während sie dort waren und alle aufmerksam dem religiösen Ritus folgten, setzte sich ein Bienenschwarm auf den Mund des Kindes und füllte ihn mit Honig. Diese Anekdote ist ganz sicher erfunden, zeigt aber wie groß die Bewunderung der antiken Welt für sein Genie war.
Aristokles, genannt Platon, kam um 428v.Chr. im Zeichen des Stiers, als Sohn des Ariston und der Periktione, in Athen zur Welt. Platon war ein Aristokrat und auf Grund seines familiären Hintergrundes: väterlicherseits stammte er vom letzten König Athens Kodros ab, mütterlicherseits war der Urgroßvater seines Urgroßvaters Dropides, der Bruder von Solon und zwei seiner Onkel waren zwei der Dreißig Tyrannen. Somit war es nicht verwunderlich, dass er sich für die Politik interessierte und sich ebenfalls darin versuchen wollte.
In seinem siebten Brief an die Syrakusaner, bestätigte Platon selber sein Interesse an der Politik: „ Als ich noch jung war, ging es mir ebenso wie vielen. Ich war gesonnen, sobald ich zur Selbständigkeit gelangt sein würde, sogleich zur Teilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten mich anzuschicken.“ Nach vielen Enttäuschungen, die er, durch die Demokratie erlitten hatte, verließ er die Politik und widmete sich der Philosophie. Und gründete eine Akademie, in der einige Schüler um sich versammelte, darunter auch zwei Schülerinnen, Lastheneia und Axiothea.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Themenaufriss: Die Einleitung skizziert die Problematik der weiblichen Benachteiligung in Theorie und Realität der Antike und führt in das Forschungsinteresse hinsichtlich der Rolle der Frau bei Platon sowie in der antiken Welt ein.
2. Das Leben der Frau in der Antike: Dieses Kapitel erläutert die sozialen, rechtlichen und bildungspolitischen Beschränkungen der Frau im antiken Alltag, inklusive der Ehe und der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung.
3. Die Rolle der Frau in Platons Staatenentwurf: Hier wird Platons philosophische Auffassung von Geschlechterrollen im Kontext seines Modells vom idealen Staat analysiert, wobei auch der Widerspruch zwischen seiner Theorie und dem allgemeinen antiken Frauenbild beleuchtet wird.
4. Bedeutende Frauen, nicht nur für die Antike, sondern auch für die heutige Zeit: Der Hauptteil porträtiert historische Frauenpersönlichkeiten wie Philosophinnen, Dichterinnen und Hetären, um deren Einflussmöglichkeiten innerhalb der patriarchalen Struktur zu verdeutlichen.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bewunderung für Frauen, die trotz historischer Benachteiligung Wege zur Selbstverwirklichung fanden, und zieht Parallelen zur heutigen globalen Situation.
Schlüsselwörter
Platon, Politeia, Antike, Frauenrolle, Athen, Philosophie, Gerechtigkeit, Geschlechterordnung, Bildung, Hypathia, Agnodike, Sappho, Hetären, Feminismus, Gesellschaftsstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Stellung der Frau in der antiken Welt mit einem speziellen Fokus auf die philosophischen Ansichten Platons im Rahmen seines Werkes „Politeia“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören das Leben antiker Frauen, die politische Rolle der Frau in Platons Modellstaat sowie biographische Analysen bedeutender Philosophinnen, Dichterinnen und Hetären.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit hinterfragt, wie Frauen trotz der damaligen rechtlichen und gesellschaftlichen Benachteiligung Wege fanden, sich in einer männerdominierten Welt zu behaupten und Einfluss zu nehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Quellenanalyse, bei der primäre philosophische Texte von Platon, Xenophon und Aristoteles mit historischen Überlieferungen und modernen Forschungsbeiträgen verknüpft werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die soziale Realität der Frau in Athen, Platons Idealstaat-Konzeption sowie konkrete Lebenswege von Frauen, die trotz der bestehenden Schranken historisch bedeutsam wurden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Platon, Politeia, Antike, Geschlechterrolle, Athen, Philosophie, Bildung sowie die Namen einflussreicher Frauen wie Hypathia oder Sappho.
Wie bewertet Platon die Rolle der Frau in seinem idealen Staat?
Platon betrachtet Frauen zwar als fähig zur Teilhabe an öffentlichen Aufgaben, jedoch bleibt sein Menschenbild stark hierarchisch und die Frau wird primär als dem Manne nachgeordnet und als unterlegen wahrgenommen.
Worin unterschied sich das Leben einer Hetäre von dem einer Ehefrau?
Während Bürgerfrauen in der häuslichen Sphäre isoliert und strengen Normen unterworfen waren, genossen Hetären größere Bewegungsfreiheit, bildeten sich kulturell weiter und hatten durch ihre gesellschaftlichen Kontakte zu Männern der Oberschicht einen indirekten Einfluss.
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- Stephanie Fischer (Author), 2006, Die Stellung der Frau in der Antike unter der besonderen Berücksichtigung der Vorstellungen Platons, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67561