Der amerikanische Staat hat die höchsten Gesundheitsausgaben der Welt: im Jahr 2000 betrugen sie 4600 Dollar pro Einwohner im Vergleich zu 2541 Dollar in Deutschland. 45 Millionen Bürger sind nicht einmal krankenversichert. Den Zahlen zufolge ist unschwer zu erkennen, dass das Land umfassender Reformen bedarf.
Unter der Präsidentschaft von George W. Bush wurde 2003 die erste umfassende Gesundheitsreform seit 40 Jahren beschlossen. Bei einer eingehenden Betrachtung des gegenwärtigen Gesundheitssystems der USA versucht der vorliegende Text die Frage zu beantworten, ob die Reformansätze der Bush-Administration in der ersten und zweiten Amtszeit - unter Berücksichtigung der Thematisierung gesundheitspolitischer Fragen im Wahlkampf - realisiert werden, bzw. überhaupt realisierbar sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Gesundheitssystem
3. Versicherungsoptionen
4. Die Nicht-Versicherten
5. Die erste Legislaturperiode unter George W. Bush
6. Gesundheitspolitik im Wahlkampf
7. Die zweite Legislaturperiode unter George W. Bush
8. Resumee
9. Literaturliste
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten und analysiert, inwieweit die gesundheitspolitischen Reformansätze der Bush-Administration während der ersten Amtszeit sowie zu Beginn der zweiten Amtszeit realisiert wurden oder realisierbar sind.
- Struktur und Funktionsweise des US-Gesundheitssystems
- Versicherungsoptionen und die Problematik der Nicht-Versicherten
- Einfluss der Gesundheitspolitik auf den Wahlkampf 2004
- Analyse der Reformen unter George W. Bush (z.B. Medicare Modernization Act)
- Zukünftige Herausforderungen und ökonomische Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
Das Gesundheitssystem
"From the beginning, health care in the United States was organized on an individualistic and private basis."9 Grundsätzlich unterscheidet sich das Gesundheitssystem der USA von anderen Systemen darin, dass es als ein Wirtschaftssektor unter vielen angesehen und behandelt wird (Health Care Industry). Präsident George W. Bush betonte bei seinem zweiten Amtsantritt, er wolle eine "Gesellschaft von Eigentümern" errichten. Entsprechend der amerikanischen Grundsätze, wonach private Eigeninitiative vor regulierenden Maßnahmen der Regierung steht, solle jeder Herr über sein eigenes Schicksal sein.10 Damit betont Bush außerdem den marktwirtschaftlichen Ansatz, der auch dem gesundheitlichen Sektor zugrunde liegt.
Doch in den USA besteht bereits in Ansätzen ein kollektiv finanziertes Gesundheitswesen und das langfristige Ziel der Regierung ist es, alle US-Bürger krankenzuversichern. Zumindest aus diesem Grund muss sich die Politik darum bemühen die Verteilung medizinisch knapper Ressourcen möglichst effizient zu gewährleisten und diese Ressourcen langfristig zu vermehren.11 Die Regierung sollte sich daher keinesfalls aus diesem Bereich der Sozialpolitik heraushalten. Das Ziel der staatlichen Regulierung sollte also sein
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Beschreibt die kritische Ausgangslage des US-Gesundheitssystems, das durch hohe Kosten und eine große Zahl unversicherter Bürger gekennzeichnet ist.
Das Gesundheitssystem: Erläutert die historische und ideologische Grundlage des US-Gesundheitswesens als marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftssektor.
Versicherungsoptionen: Stellt die drei zentralen Wege der Krankenversicherung in den USA vor: staatliche Programme, private Versicherungen und arbeitgeberbasierte Absicherung.
Die Nicht-Versicherten: Analysiert die Problematik der Bevölkerungsgruppen ohne Versicherungsschutz und die damit verbundenen sozioökonomischen Auswirkungen.
Die erste Legislaturperiode unter George W. Bush: Untersucht die gesundheitspolitischen Vorhaben und den Reformdruck zu Beginn der Amtszeit bis hin zum Medicare Modernization Act.
Gesundheitspolitik im Wahlkampf: Beleuchtet den Stellenwert gesundheitspolitischer Themen bei den Wählern sowie die Strategien der Präsidentschaftskandidaten im Wahljahr 2004.
Die zweite Legislaturperiode unter George W. Bush: Gibt einen Ausblick auf die weitere Agenda der Regierung unter Einbeziehung des HHS-Budgets für 2006.
Resumee: Fasst die kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung des US-Gesundheitssektors zusammen.
Literaturliste: Dokumentiert die verwendeten Quellen, Studien und Internetverweise der Arbeit.
Schlüsselwörter
Gesundheitssystem, USA, George W. Bush, Krankenversicherung, Reform, Managed Care, Medicare, Medicaid, Nicht-Versicherte, Gesundheitskosten, Gesundheitspolitik, Wahlkampf, Marktwirtschaft, Sozialpolitik, Gesundheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten sowie die gesundheitspolitischen Reformbemühungen unter der Regierung von George W. Bush.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Struktur des Gesundheitssystems, den Versicherungsoptionen für US-Bürger, der Situation der Nicht-Versicherten und den politischen Entscheidungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll beantwortet werden, ob die Reformansätze der Bush-Administration in den beiden Amtszeiten realisiert wurden oder ob diese Ziele überhaupt umsetzbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und aktuellen gesundheitspolitischen Berichten der Bush-Regierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Status Quo, die Analyse der Reformschritte (wie den Medicare Modernization Act) und die Untersuchung der gesundheitspolitischen Bedeutung im Wahlkampf 2004.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Gesundheitssystem, Reform, Krankenversicherung, Medicare/Medicaid sowie die spezifischen marktwirtschaftlichen Ansätze der US-Regierung.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Marktes im US-Gesundheitswesen?
Der Autor zeigt auf, dass das System stark auf marktwirtschaftlichen Prinzipien basiert, weist jedoch darauf hin, dass diese Mechanismen bei der Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung oft an ihre Grenzen stoßen.
Warum wird im Dokument explizit auf den "Medicare Modernization Act" eingegangen?
Dieses Gesetz stellt die umfassendste Gesundheitsreform seit 40 Jahren dar und ist daher zentral für die Bewertung der gesundheitspolitischen Bilanz unter George W. Bush.
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- Annika Poloczek (Author), 2005, Das Gesundheitssystem der USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67626