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Das Amt des Bundespräsidenten - Eine Entwicklung mit Hindernissen

Title: Das Amt des Bundespräsidenten - Eine Entwicklung mit Hindernissen

Term Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katrin Schulze (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Dieser Arbeit liegen die unterschiedlichen Befugnisse des Staatsoberhauptes der Weimarer Republik und des Staatsoberhauptes der Bundesrepublik Deutschland zugrunde. Die Arbeit im Parlamentarischen Rat und die dortigen Entscheidungsfindungsprozesse, die das Amt des Bundespräsidenten betreffen, werden ebenso erläutert, wie die historischen innen- und außenpolitischen Verhältnisse, die weitere Argumente für das vorwiegend repräsentativ ausgelegte Präsidentenamt liefern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gestaltung des Amtes des Bundespräsidenten

2.1 Die Befugnisse des Reichspräsidenten

2.2 Die Befugnisse des Bundespräsidenten

2.3 Die Arbeit im Parlamentarischen Rat - die Entwicklung des Amtes des Bundespräsidenten

2.4 Die außen- und innenpolitische Lage als zusätzliche Gründe für die Entscheidungsfindung im Parlamentarischen Rat

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die verfassungsrechtliche Neugestaltung des Amtes des Bundespräsidenten in der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund der negativen Erfahrungen mit der Machtfülle des Reichspräsidenten in der Weimarer Republik. Dabei wird untersucht, wie der Parlamentarische Rat durch eine bewusste Beschränkung der präsidentiellen Befugnisse und die Einführung eines parlamentarischen Systems eine erneute Diktaturbildung zu verhindern suchte und welche Rolle dabei die historische sowie machtpolitische Konstellation nach 1945 spielte.

  • Vergleich der Befugnisse des Reichspräsidenten und des Bundespräsidenten
  • Die Arbeit und Entscheidungsfindung im Parlamentarischen Rat
  • Einfluss der Weimarer Erfahrungen auf die Verfassungsgestaltung
  • Auswirkung der außenpolitischen Lage (Kalter Krieg) auf das Grundgesetz
  • Die Rolle der politischen Mentalität der Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Befugnisse des Reichspräsidenten

Der Reichspräsident war das Staatsoberhaupt der Weimarer Republik von 1919 bis 1934. Er wurde gemäß Artikel 41 der Weimarer Verfassung direkt vom Volk für die Dauer von sieben Jahren gewählt. Somit wurde dem vom Volk gewählten Parlament, ein zweites, ebenfalls vom Volk gewähltes Organ an die Seite gestellt, dass ein klares Machtübergewicht hatte, wenn es denn wollte. Die plebiszitäre Wahl und die Befugnisse des Reichspräsidenten gingen auf die Liberalen der damaligen Zeit zurück, die [...] „von tiefem Misstrauen gegen die reine Parlamentherrschaft erfüllt waren und statt dieser eine auf Gewaltenteilung und Balancedenken fußende Verfassungsordnung schaffen wollten; an die Stelle der konstitutionellen Monarchie sollte eine „konstitutionelle Demokratie“ treten.“ „In dieser Konstruktion des Parlamentarismus sah man eine glückliche Verbindung der Vorzüge des amerikanischen und des französischen Systems, einen Mittelweg zwischen der Selbstständigkeit des amerikanischen Präsidenten gegenüber dem Parlament und der parlamentarischen Abhängigkeit des französischen Präsidenten.“ Trotzdem orientierte sich die Figur des Reichspräsidenten eher am deutschen Kaiser, als an seinen ausländischen Vorbildern.

Die Stellung des Reichspräsidenten entsprach der eines „Ersatzkaisers“ mit durchaus beachtlichen Befugnissen. So besaß er den Oberbefehl über die Reichswehr, hatte das Recht zur Ernennung und Entlassung der Reichsregierung und nach Artikel 25 der Weimarer Reichsverfassung das Recht zur Auflösung des Reichstages. Zudem konnte er auf der Grundlage des Artikels 48 den Ausnahmezustand verhängen und die Notstandsgesetzgebung ausrufen. Der Reichstag hatte das Recht die Absetzung des Reichspräsidenten durch eine Volksabstimmung herbeizuführen und ihn vor dem Staatsgerichtshof anzuklagen, hatte von diesem Recht aber nie Gebrauch gemacht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die schwierigen Bedingungen der Verfassungsgebung nach 1948 und stellt die Forschungsfrage nach den Gründen für die explizit repräsentative Ausgestaltung des Amtes des Bundespräsidenten unter Berücksichtigung der Weimarer Erfahrungen.

2. Die Gestaltung des Amtes des Bundespräsidenten: Dieses Hauptkapitel analysiert im Detail die rechtliche Stellung des Reichspräsidenten im Vergleich zum Bundespräsidenten, den historischen Entwicklungsprozess im Parlamentarischen Rat sowie den Einfluss geopolitischer und innenpolitischer Faktoren auf diese Struktur.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die bewusste Beschränkung des Amtes eine direkte Reaktion auf die Fehlentwicklungen der Weimarer Zeit war, wodurch das Staatsoberhaupt als repräsentative Instanz statt als machtvolle Lenkungsfigur positioniert wurde.

Schlüsselwörter

Parlamentarischer Rat, Bundespräsident, Reichspräsident, Grundgesetz, Weimarer Republik, Gewaltenteilung, Machtmissbrauch, Artikel 48, Parlamentarismus, Präsidialkabinette, Souveränität, Repräsentationsfunktion, Verfassungsgeschichte, Demokratie, Zweiter Weltkrieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die verfassungsrechtliche Entwicklung und die spezifische Gestaltung des Amtes des Bundespräsidenten durch den Parlamentarischen Rat nach 1948.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die historischen Erfahrungen mit der Weimarer Verfassung, die Machtbefugnisse früherer Staatsoberhäupter, die Prozesse im Parlamentarischen Rat sowie die politische Gesamtlage nach dem Zweiten Weltkrieg.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum das Amt des Bundespräsidenten bewusst als weitgehend repräsentative Rolle konzipiert wurde, um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Analyse zugrunde?

Die Arbeit nutzt eine historisch-vergleichende Analyse der Verfassungstexte und die Auswertung relevanter politikwissenschaftlicher Fachliteratur zur Entstehungsgeschichte des Grundgesetzes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Gegenüberstellung der Befugnisse des Reichs- und des Bundespräsidenten, die Entwicklung dieser Ämter im Parlamentarischen Rat sowie den Einfluss der außen- und innenpolitischen Rahmenbedingungen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Schlagworte sind Parlamentarischer Rat, Weimarer Erfahrungen, Machtbefugnisse, Repräsentationsfunktion, Grundgesetz und demokratische Stabilität.

Welche Rolle spielte der "Ersatzkaiser"-Status des Reichspräsidenten für die heutige Gestaltung?

Die Erfahrung, dass der Reichspräsident durch seine weitreichenden Befugnisse und die Notverordnungspraxis maßgeblich zur Destabilisierung der Republik beitragen konnte, führte im Parlamentarischen Rat zur bewussten Schwächung dieser Position.

Inwieweit beeinflusste der Kalte Krieg die Entscheidungen im Parlamentarischen Rat?

Der enorme Druck der Siegermächte und die Notwendigkeit, schnell einen souveränen und stabilen westdeutschen Staat zu etablieren, beeinflussten die Verfassungsgeber darin, eine robuste, aber nicht autoritäre Regierungsform zu wählen.

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Details

Title
Das Amt des Bundespräsidenten - Eine Entwicklung mit Hindernissen
College
University of Applied Sciences Potsdam  (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Vergleichende Demokratieforschung. Eine Einführung in Analyse und Vergleich
Grade
1,0
Author
Katrin Schulze (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V67779
ISBN (eBook)
9783638605090
ISBN (Book)
9783638793650
Language
German
Tags
Bundespräsidenten Eine Entwicklung Hindernissen Vergleichende Demokratieforschung Eine Einführung Analyse Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Schulze (Author), 2005, Das Amt des Bundespräsidenten - Eine Entwicklung mit Hindernissen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67779
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