Die Polizei ist zweifelsohne das „Hauptexekutivorgan“ des staatlichen Gewaltmonopols, denn im Gegensatz zu fast allen anderen Organen oder Personen ist der Polizei die Anwendung unmittelbarer Gewalt durch unmittelbaren Zwang innerhalb gesetzlicher Grenzen erlaubt, unter anderem auch die zeitweilige Außerkraftsetzung von Grundrechten. Nur wenige Gewalthandlungen sind ihr grundsätzlich untersagt. In der Bundesrepublik Deutschland sind es Exekution und Folter. Die Polizei hat in den meisten Staaten die Aufgaben die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten und als Strafverfolgungsbehörde zu agieren.
Die Probleme die sich mit der Ausübung des Gewaltmonopols ergeben, sollen in dieser Arbeit erläutert werden. Das Problem der Polizei als Freund und Helfer auftreten zu wollen, dabei aber immer Staatsdiener zu bleiben, sowie der Missbrauch des Gewaltmonopols werden ebenso thematisiert, wie persönliche Defizite, politische Einmischung und gesellschaftliches Ansehen der Institution Polizei. Um den aufgezeigten Defiziten und Problemen entgegenzuwirken, sollen im zweiten Teil der Arbeit Lösungsansätze dargelegt werden.
Inhaltsverzeichnis
2. Vorwort:
3. Probleme der Polizei mit dem staatlichen Gewaltmonopol
3.1. Probleme innerhalb Institution
3.2. Probleme mit der Gesellschaft
4. Lösungsansätze
5. Fazit:
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem staatlichen Gewaltmonopol der Polizei und deren praktischer Umsetzung im polizeilichen Alltag. Dabei wird analysiert, inwiefern institutionelle Vorgaben, gesellschaftliche Erwartungen und individuelle psychische Belastungen zu Defiziten sowie zum Missbrauch von Gewalt führen können, und es werden Lösungswege zur Verbesserung der Polizeiarbeit aufgezeigt.
- Strukturelle Probleme der Polizeiorganisation (Recht, Bürokratie, Institutionen).
- Die Auswirkungen der „Cop Culture“ auf das berufliche Handeln.
- Die Rolle der Polizei im gesellschaftlichen Spannungsfeld und bei der Wahrnehmung durch den Bürger.
- Möglichkeiten zur Verbesserung von Aus- und Weiterbildung.
- Notwendigkeit effektiverer interner und externer Kontrollmechanismen.
Auszug aus dem Buch
3.1. Probleme innerhalb Institution
Die Probleme der Institution resultieren aus zwei großen Bereichen. Einerseits aus dem riesigen Apparat der administrativen Bestimmungen und andererseits aus den Persönlichkeiten der Beamten selbst.
Die Befugnisse und die spezifische Handlungsweise der Polizei richten sich nach der Verfassung, dem Polizeirecht und verschiedenen Prinzipien, die in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausgelegt sein können.
Das Legalitätsprinzip gilt im gesamten Bereich der Strafverfolgung und ist, am Beispiel Deutschland betrachtet, die Verpflichtung der Strafverfolgungsbehörden, Staatsanwaltschaft und Polizei, ein Ermittlungsverfahren zu eröffnen, wenn sie Kenntnis von einer Straftat erlangt haben, beispielsweise durch Anzeigeerstattung. Die Staatsanwaltschaft agiert dabei als „Kopf ohne Hände“. Sie selbst kann keine Durchsuchungen oder Verhaftungen vornehmen, dazu benötigt sie das Exekutivorgan Polizei. Andererseits kann die Polizei nicht einfach willkürlich festhalten wen sie möchte, auch sie braucht die Unterstützung der Staatsanwaltschaft. Dies kann eine sehr spannungsvolle Wechselbeziehung darstellen, denn ein Polizist, eine Polizistin hat sich den Anweisungen der Staatsanwaltschaft, solange sie sich nicht offensichtlich rechtswidrig verhalten, zu fügen und ihre Instruktionen auszuführen. Es kann also durchaus Situationen geben, die den Beamten zuwider sind und nicht im Einklang mit ihren persönlichen Prinzipien stehen, sie haben jedoch kaum eine Möglichkeit sich dagegen zur Wehr zu setzen.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Erläutert das Konzept des staatlichen Gewaltmonopols als zivilisatorischen Fortschritt und definiert die Rolle der Polizei als Hauptexekutivorgan.
Probleme der Polizei mit dem staatlichen Gewaltmonopol: Analysiert institutionelle Schwachstellen sowie die spannungsgeladene Interaktion zwischen der Polizei und der Gesellschaft.
Probleme innerhalb Institution: Behandelt die administrativen Rahmenbedingungen, das Legalitätsprinzip, das Ermessensprinzip und die Problematik der sogenannten „Cop Culture“.
Probleme mit der Gesellschaft: Untersucht die Frustrationsprobleme der Polizei, die Wahrnehmung durch den Bürger sowie den politischen Einfluss auf polizeiliches Handeln.
Lösungsansätze: Schlägt Reformen in der Aus- und Fortbildung, eine kontinuierliche Rotation und die Stärkung von Kontrollmechanismen vor.
Fazit: Resümiert, dass die Polizei eine Stärkung ihres Selbstverständnisses sowie eine offene Diskussion über interne Probleme benötigt, um das Vertrauen der Bürger zu wahren.
Schlüsselwörter
Gewaltmonopol, Polizei, Polizeiarbeit, Cop Culture, Gewaltmissbrauch, Rechtsstaat, Exekutive, Bürgerpolizei, Polizeirecht, Legalitätsprinzip, Verwaltungsaufwand, Deeskalation, Führungskultur, Polizeiforschung, Innere Sicherheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Rolle der Polizei als Träger des staatlichen Gewaltmonopols und beleuchtet die damit verbundenen Konflikte zwischen staatlichen Dienstpflichten und dem polizeilichen Arbeitsalltag.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die interne Organisation der Polizei, die rechtlichen Grundlagen ihres Handelns, die Auswirkungen der „Cop Culture“ sowie das angespannte Verhältnis zur Bevölkerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Ursachen für polizeiliche Probleme und Fehlverhalten zu identifizieren sowie praxisorientierte Lösungsansätze zur Verbesserung der Professionalität und des gesellschaftlichen Ansehens zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischer Fachliteratur zur Polizeiforschung und analysiert dabei bestehende Konflikte und strukturelle Defizite der Institution.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung institutioneller Probleme wie Verwaltungsabläufe und rechtliche Prinzipien sowie die Analyse gesellschaftlicher Herausforderungen und das Phänomen der „Cop Culture“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Gewaltmonopol, Polizeiarbeit, Cop Culture, Rechtsstaat, Gewaltmissbrauch und Innere Sicherheit beschreiben.
Was bedeutet das im Text erwähnte „Spannungsverhältnis zwischen Alltag und Verwaltung“ konkret?
Es beschreibt den Konflikt zwischen den oft starren, theoretischen Dienstvorschriften der Verwaltungsbehörden und den komplexen, unvorhersehbaren Situationen, in denen Polizisten im Dienst unter hohem Druck eigenverantwortlich entscheiden müssen.
Wie trägt der „Cop Culture“-Ansatz zur Erklärung von Gewalt bei?
Der Ansatz erklärt, dass sich innerhalb der Polizei eine Subkultur bildet, die das Gefühl der Zusammengehörigkeit stärkt und eigene Handlungen sowie die von Kollegen oft vorschnell als legal bewertet, was die Schwelle für Gewaltanwendung senken kann.
Welche konkreten Lösungsansätze werden für das Führungsproblem vorgeschlagen?
Vorgeschlagen werden eine bessere Kommunikation jenseits von Befehlen, eine höhere Transparenz bei Entscheidungen, die Enttabuisierung des Gewaltthemas sowie ein vorbildliches Verhalten der Führungskräfte im Einzelfall.
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- Katrin Schulze (Author), 2006, Das Gewaltmonopol der Polizei im Spannungsverhältnis zwischen Alltag und Verwaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67780