Die Arbeit Die Wahrnehmung des US-Amerikanischen Einflusses in den ehemaligen Sowjetrepubliken untersucht die Popularität der USA in diesen Gebieten, basierend auf Meinungsumfragen. Dabei wird das Zusammenspiel von harter und weicher Macht untersucht, Hard Power-Interessen der USA in diesen Gebieten sowie Public Diplomacy und weiche Macht.
Die Theorien, auf welche wir uns hauptsächlich abstützen stammen von Nye (Soft Power. The Means to Success in World Politics; Das Paradox der amerikanischen Macht. Warum die einzige Supermacht der Welt Verbündete braucht) und Huntington (The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order; The Lonely Superpower). Wichtig bei Huntington sind für diese Arbeit vor allem seine Annahmen im Zusammenhang mit dem Konzept einer uni-multipolaren Welt, die die Tendenz von kleineren Staaten, sich mit der einzigen Supermacht zu verbünden, um dem Einfluss der Regionalmacht zu kontern, beinhaltet.
Bei Nye spielen die drei Ebenen weicher Macht, nämlich "Tägliche Kommunikation", "Strategische Kommunikation" und "Beziehungen mit Schlüsselfiguren" eine wichtige Rolle für diese Arbeit.
Untersucht wird auch die Rolle Russlands, der kulturelle Einfluss auf unsere Fragestellung sowie der Einfluss des Entwicklungsstandes in unseren untersuchten Staaten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Uni-multipolare Weltordnung und Herleitung der Fragestellung
1.2. Relevanz der Forschungsfrage
1.3. Forschungsstand
2. Theorieteil
2.1. US Aussenpolitik: Macht und Einfluss
2.2. Konzeption von Macht nach Nye
2.3. Einfluss
2.4. Zusammenspiel von harter und weicher Macht
2.5. Kontextabhängigkeit (theoretische Fallauswahl)
3. Hypothesen
3.1. Hard Power-Interessen der USA
3.2. Public Diplomacy und weiche Macht
3.3. Beziehungen mit Russland
3.4. Kontrollvariable 1: Kultureller Einfluss
3.5. Kontrollvariable 2: Entwicklungsstand
3.6. AV Einfluss und öffentliche Meinung
4. Operationalisierung
4.1. AV Wahrnehmung des US-Amerikanischen Einflusses
4.2. UV Hard Power-Interessen der USA
4.3. UV Public Diplomacy
4.4. UV Beziehungen mit Russland
4.5. Kontrollvariable 1: Kultur
4.6. Kontrollvariable 2: Entwicklung
5. Indikatoren und Datengrundlage
5.1. AV Wahrnehmung des US-Amerikanischen Einflusses
5.2. UV Hard Power-Interessen der USA
5.3. UV Public Diplomacy
5.4. UV Abhängigkeit von Russland
5.5. Kontrollvariable 1: Kultur
5.6. Kontrollvariable 2: Entwicklung
6. Quantitative Analyse
6.1. Vorgehen und Modell
6.2. Bivariate Korrelationen
6.2.1. UV Hard Power-Interessen der USA
6.2.2. UV Public Diplomacy
6.2.3. UV Abhängigkeit von Russland
6.3. Kulturelle Unterschiede in den Ex-Sowjetrepubliken
6.4. Multivariate Regression und Kontrollvariablen
6.5. Multivariate Regression
7. Ausgewählte Fallstudien
7.1. Georgien
7.2. Lettland
7.3. Tadschikistan
8. Zusammenfassung/Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren, die eine unterschiedliche Wahrnehmung des US-amerikanischen Einflusses in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion erklären. Im Fokus steht dabei die Anwendung des Konzepts der "uni-multipolaren" Weltordnung nach Huntington sowie des Zusammenspiels von harter Macht und "Soft Power" nach Nye auf diese spezifische Staatengruppe.
- Analyse der US-Außenpolitik im Kontext einer uni-multipolaren Machtstruktur.
- Untersuchung des Einflusses von "Hard Power"-Interessen (militärisch/wirtschaftlich) auf die öffentliche Wahrnehmung der USA.
- Evaluation der Rolle von "Public Diplomacy" zur Stärkung der amerikanischen "Soft Power".
- Quantifizierung asymmetrischer Interdependenzen zwischen den ehemaligen Sowjetrepubliken und Russland.
- Überprüfung der Bedeutung von kulturellen Hintergründen und des Entwicklungsstandes der untersuchten Staaten als Kontrollvariablen.
Auszug aus dem Buch
2.4. Zusammenspiel von harter und weicher Macht
Wer viel harte Macht hat, jedoch über sehr wenig weiche Macht verfügt, kann mit Bedrohung, Bestrafung oder finanzieller Begünstigung Einfluss ausüben. Der Einfluss jedoch, so Josef Joffe, hört in solchen Fällen genau dort auf, wo die Reichweite der harten Macht endet (Nye 2004: 11). Weiche Macht kann jedoch auch Menschen ausserhalb der Reichweite der harten Macht erreichen und beeinflussen. Es ist zudem durchaus möglich, ohne harte Machtressourcen Einfluss zu nehmen (Nye 2004: 9). Stalin, ohne Zweifel ein Politiker, der seine Politik auf harte Macht ausrichtete, soll auf den Vorschlag des französischen Aussenministers, den Katholizismus in der Sowjetunion zu tolerieren um den Papst zu beschwichtigen, folgendermassen reagiert haben: „Der Papst? Wie viele Divisionen hat er denn?“ (Anderson/Lieb 2005: 1). Hätte Stalin das Ende der Sowjetunion miterlebt, würde er diese Aussage wahrscheinlich nicht mehr wiederholen. Gorbatschow gestand im Jahr 1992 während einer Rede ein, dass ohne die Präsenz des Papstes die Transformation in Osteuropa nicht möglich gewesen wäre (Anderson/Lieb 2005: 1). Stalin scheint die Bedeutung weicher Macht nicht richtig verstanden zu haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Herleitung der Fragestellung zur Wahrnehmung des US-Einflusses in den ehemaligen Sowjetrepubliken vor dem Hintergrund einer uni-multipolaren Weltordnung.
2. Theorieteil: Definition zentraler Machtbegriffe, insbesondere die Abgrenzung von "Hard Power" und "Soft Power" sowie deren Zusammenspiel im Kontext von Einflussnahme.
3. Hypothesen: Formulierung von Annahmen bezüglich geostrategischer Interessen, Public Diplomacy, Abhängigkeit von Russland sowie kultureller und sozioökonomischer Kontrollvariablen.
4. Operationalisierung: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise zur Messung der abhängigen Variable (öffentliche Wahrnehmung) und der unabhängigen Variablen (Interessen, Public Diplomacy, Abhängigkeiten).
5. Indikatoren und Datengrundlage: Darstellung der verwendeten Datensätze und Indikatoren zur quantitativen Erfassung der untersuchten Phänomene in den betroffenen Staaten.
6. Quantitative Analyse: Statistische Überprüfung der Hypothesen durch bivariate Korrelationen und multivariate Regressionsmodelle sowie Diskussion der Ergebnisse.
7. Ausgewählte Fallstudien: Detaillierte Betrachtung der Länderbeispiele Georgien, Lettland und Tadschikistan zur Verifizierung der quantitativen Ergebnisse.
8. Zusammenfassung/Fazit: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage zur unterschiedlichen Wahrnehmung des US-amerikanischen Einflusses in den Nachfolgestaaten.
Schlüsselwörter
USA, ehemaliges Sowjetunion, Ex-Sowjetrepubliken, Public Diplomacy, Soft Power, Hard Power, geostrategische Interessen, Russland, asymmetrische Interdependenz, Demokratieförderung, Wahrnehmung, internationale Beziehungen, Außenpolitik, Transformationsprozesse, Regierungsführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren die Wahrnehmung des US-amerikanischen Einflusses in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion maßgeblich beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Studie verknüpft Konzepte der internationalen Beziehungen (uni-multipolare Weltordnung) mit konkreten Faktoren wie militärischen Interessen, ökonomischer Abhängigkeit, Public Diplomacy und kulturellen Merkmalen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu erklären, warum der US-Einfluss in den verschiedenen ehemaligen Sowjetrepubliken trotz einer gemeinsamen sowjetischen Vergangenheit unterschiedlich wahrgenommen wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein quantitativer Ansatz gewählt, der durch eine multivariate Regressionsanalyse gestützt wird. Ergänzend werden drei Fallstudien (Georgien, Lettland, Tadschikistan) zur tiefergehenden Analyse herangezogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die Hypothesenbildung, die Operationalisierung der Variablen, die quantitative statistische Auswertung und die qualitative Vertiefung durch Fallstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie "Soft Power", "Hard Power", "Public Diplomacy", "asymmetrische Interdependenz" und die geopolitische Lage der ehemaligen Sowjetrepubliken geprägt.
Warum spielt der "Public Diplomacy Index" eine so große Rolle für die Ergebnisse?
Die Analyse zeigt, dass Aufwendungen im Bereich der Public Diplomacy einer der wenigen Faktoren sind, die einen signifikanten positiven Einfluss auf die Wahrnehmung der USA in der Bevölkerung der untersuchten Staaten haben.
Welche unerwartete Rolle spielt der Entwicklungsstand eines Staates?
Entgegen mancher Annahmen zeigt die Studie, dass in Staaten mit einem niedrigeren Entwicklungsstand eine positivere Wahrnehmung des US-amerikanischen Einflusses vorherrscht.
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- Philipp Schär (Author), Daniel Wunderli (Author), Flavio Kaufmann (Author), 2006, Die Wahrnehmung des US-amerikanischen Einflusses in den ehemaligen Sowjetrepubliken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67797