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Warum finden die Akteure im Tschetschenienkonflikt nicht aus der derzeitigen kriegerischen Situation heraus? - Der Tschetschenienkonflikt

Titre: Warum finden die Akteure im Tschetschenienkonflikt nicht aus der derzeitigen kriegerischen Situation heraus? - Der Tschetschenienkonflikt

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2004 , 15 Pages , Note: 5 (Schweizer System, 6 = Maximu

Autor:in: Philipp Schär (Auteur), Stéphanie Conrad (Auteur)

Politique - Région: Russie
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Résumé Extrait Résumé des informations

Auch wenn es in letzter Zeit, was Mitteilungen aus dem Tschetschenienkonflikt anbelangt, etwas ruhiger geworden ist: Die Situation ist sich noch lange nicht am entspannen. Die beiden Konfliktparteien - Russland und die Tschetschenischen Rebellen - sind nach wie vor verfeindet und bis heute ist es nicht gelungen, die Region vollständig zu befrieden. Seit über zehn Jahren kommt es nun schon (mit kurzen Unterbrechungen) zu Gefechten und terroristischen Anschlägen, Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen (www.mdr.de, Zugriff: 10.6.2004). Diese Fakten führen uns zu folgender Fragestellung:
Wieso finden die beiden Akteure nicht aus der derzeitigen kriegerischen Situation heraus?
Als anzuwendende Theorie haben wir ein Dilemma der Spieltheorie gewählt: Das Deadlock- Game. Es erklärt, wieso rational handelnde Akteure den Krieg dem Frieden vorziehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung

1.2 Fakten und historische Betrachtung des Konflikts

2. Theorieteil

2.1. Die Spieltheorie

2.2 Das Deadlock-Szenario

2.3. Empirisches Beispiel eines Deadlock-Szenarios: Der Fall Palästina

3. Empirischer Teil

3.1. Der Akteur Russland

3.1.1. Die Nachteile einer Kooperation mit den Tschetschenischen Rebellen

3.1.2. Die Vorteile einer Kooperation mit den Tschetschenischen Rebellen

3.2. Die Tschetschenischen Widerstandskämpfer

3.2.1. Die Nachteile einer Kooperation mit der Russischen Regierung

3.2.2 Die Vorteile einer Kooperation mit der russischen Regierung

3.3 Interpretation

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht mittels spieltheoretischer Modelle, warum die Konfliktparteien im Tschetschenienkonflikt trotz anhaltender kriegerischer Auseinandersetzungen nicht zu einer kooperativen Friedenslösung finden und warum eine Fortsetzung des Konflikts aus rationaler Sicht beider Akteure als vorteilhafter bewertet wird.

  • Anwendung der Spieltheorie zur Analyse internationaler Konflikte
  • Definition und Übertragung des "Deadlock-Szenarios" auf den Tschetschenienkonflikt
  • Gegenüberstellung der strategischen Motive und Anreize von Russland und den tschetschenischen Rebellen
  • Untersuchung der asymmetrischen Machtverhältnisse und der Rolle externer Faktoren

Auszug aus dem Buch

2.2 Das Deadlock-Szenario

Wenn es sich aus Sicht beider Akteure nicht lohnt zu kooperieren, dann spricht man von einem Deadlock, zu deutsch: einer Sackgasse (Abb.2) (AXELROD; KEOHANE 1986: 230).

Die dominante Strategie ist für beide Gegner nicht zu kooperieren, da Sie, egal wie die andere Partei entscheiden mag, mit defektieren besser dastehen (d.h. es gilt für Akteur 1 und 2: 4>2 und 3>1)2. Ein Weiterführen des Krieges ist (wie die Payoffs 3/3 > 2/2 zeigen) der Kooperation, also dem Frieden, vorzuziehen. Die einzig bessere Situation wäre die bedingungslose Kapitulation des Gegners. Dieser würde damit aber hemmungslos ausgenutzt werden und als Rationaldenken der einen solchen Schritt nicht wagen. Also verharren beide Parteien in Kriegsposition.

Auf dieser Theorie basiert unsere Hypothese:

Die Akteure Russland und die Tschetschenischen Rebellen finden aufgrund der Payoffs beim Deadlock-Game nicht aus der derzeit kriegerischen Situation hinaus, d.h. es lohnt sich nach Ansicht beider Parteien nicht, auf einen Friedensschluss hinzuarbeiten. Eine einseitige Kooperation ist aufgrund der extremen Verluste der einen Seite und dem gewaltigen Gewinn der anderen Seite undenkbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der historischen Entwicklung und der anhaltenden Gewalt im Tschetschenienkonflikt, welche zur Forschungsfrage führt, warum die Parteien nicht aus dieser Situation herausfinden.

2. Theorieteil: Einführung in die Spieltheorie sowie die Definition des Deadlock-Szenarios als Erklärungsmodell für rationale, aber konfliktorientierte Akteursentscheidungen.

3. Empirischer Teil: Analyse der spezifischen Beweggründe und Nachteile einer Kooperation für Russland und die tschetschenischen Rebellen, ergänzt durch eine Interpretation mittels der spieltheoretischen Matrix.

4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die bestätigt, dass aus Sicht beider Akteure der Kriegszustand rational gegenüber einem riskanten Kompromiss bevorzugt wird.

Schlüsselwörter

Tschetschenienkonflikt, Spieltheorie, Deadlock-Szenario, Russland, Tschetschenische Rebellen, rationale Akteure, Kooperation, Defektion, asymmetrischer Konflikt, Machtverlust, Krieg, Friedensschluss, politische Strategie, Konfliktlösung, Geopolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den langjährigen bewaffneten Tschetschenienkonflikt und hinterfragt, warum es trotz der negativen Folgen für beide Parteien nicht zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts kommt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Anwendung der Spieltheorie auf reale politische Konflikte, die Analyse rationaler Entscheidungsprozesse in asymmetrischen Machtstrukturen sowie die Untersuchung der spezifischen Hindernisse für einen Friedensprozess.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit sucht nach einer Erklärung, wieso die beteiligten Akteure – die Russische Regierung und die tschetschenischen Rebellen – nicht aus der derzeitigen kriegerischen Situation herausfinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen ein spieltheoretisches Modell, das sogenannte "Deadlock-Game", um die Handlungsoptionen und strategischen Entscheidungen der Akteure modellhaft abzubilden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Spieltheorie und einen empirischen Teil, in dem die strategischen Vorteile und Nachteile einer Kooperation detailliert aus der Perspektive beider Konfliktparteien beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Tschetschenienkonflikt, Spieltheorie, Deadlock-Szenario, rationale Akteure sowie die strategische Abwägung zwischen Kooperation und Defektion.

Welche Rolle spielt der internationale Kontext für die Analyse?

Die Arbeit berücksichtigt, dass Russland den Tschetschenienkonflikt als Teil des globalen "Kriegs gegen den Terrorismus" umdefiniert hat, was den internationalen Handlungsspielraum verändert und Kritik am russischen Vorgehen reduziert hat.

Warum wird im Kontext des Tschetschenienkonflikts von "rationalem Handeln" gesprochen?

In der Spieltheorie wird "rational" als nutzenmaximierendes Verhalten definiert. Die Autoren argumentieren, dass beide Parteien den Krieg dem Frieden vorziehen, weil ein Friedensschluss aus ihrer jeweiligen Perspektive mit existenziellen Risiken oder Machtverlusten verbunden wäre.

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Résumé des informations

Titre
Warum finden die Akteure im Tschetschenienkonflikt nicht aus der derzeitigen kriegerischen Situation heraus? - Der Tschetschenienkonflikt
Université
University of Zurich  (Institut für Politikwissenschaft)
Cours
Internationale Beziehungen
Note
5 (Schweizer System, 6 = Maximu
Auteurs
Philipp Schär (Auteur), Stéphanie Conrad (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
15
N° de catalogue
V67806
ISBN (ebook)
9783638605267
ISBN (Livre)
9783638833189
Langue
allemand
mots-clé
Warum Akteure Tschetschenienkonflikt Situation Tschetschenienkonflikt Internationale Beziehungen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Philipp Schär (Auteur), Stéphanie Conrad (Auteur), 2004, Warum finden die Akteure im Tschetschenienkonflikt nicht aus der derzeitigen kriegerischen Situation heraus? - Der Tschetschenienkonflikt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67806
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Extrait de  15  pages
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