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In jeder Sprache ist man ein anderer Mensch. Sprachwelten und Identität der türkischstämmigen Jugendlichen in Deutschland

Title: In jeder Sprache ist man ein anderer Mensch. Sprachwelten und Identität der türkischstämmigen Jugendlichen in Deutschland

Bachelor Thesis , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Anna-Lisa Esser (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Zunächst soll ein kurzer Überblick über die Hintergründe und den Verlauf der türkischen Migrationsbewegung sowie über die aktuelle Situation der türkischstämmigen Menschen in Deutschland auch im Hinblick auf Sprache und Identität gegeben werden. Anschließend skizziere ich anhand verschiedener theoretische Konzepte, inwiefern Sprache als kultureller Ausdruck zu verstehen ist und welchen Beitrag sie zur Konstituierung von Identität leistet. Daran anknüpfend wird die gemischte Sprache, die so genannte „Kanak Sprak“, vorgestellt und die unterschiedlichen Formen und Funktionen ihrer Anwendung herausgearbeitet. Im Anschluss daran soll der Zusammenhang zwischen der „Kanak Sprak“ und der Identität der Jugendlichen diskutiert werden. Des Weiteren wird der Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit dem Sprachphänomen dargestellt und untersucht werden, welche Auswirkungen das Phänomen „Kanak Sprak“ auf die Gesellschaftsstrukturen in Deutschland hat. In einer kurzen Schlussbemerkung fasse ich die Ergebnisse der Arbeit nochmals zusammen und gehe der Frage nach, ob das Sprachphänomen in Zusammenhang mit Identität zu Schwierigkeiten führen kann und wie diese möglicherweise behoben werden können.

Excerpt


Gliederung

1 Einleitung

2 Türken in Deutschland: Hintergründe und aktuelle Situation

3 Sprache als Identitätsmerkmal

3.1 Sprache als kultureller Ausdruck

3.2 Sprache als identitätsstiftendes Merkmal

4 Der Ethnolekt "Kanak Sprak"

4.1 Begriffsbestimmung des Ethnolekts „Kanak Sprak“

4.2 Die Grundelemente der "Kanak Sprak"

4.3 Merkmale der "Kanak Sprak"

4.3.1 Zur Begriffsbestimmung von Code-Switching und Code-Mixing

4.3.2 Funktionen des Code-Switchings

4.3.3 Formen des Code-Switchings

4.3.4 Beurteilung des Code-Switchings

5 Zusammenhang zwischen der „Kanak Sprak“ und Identität

5.1 Die Identität der türkischstämmigen Jugendlichen

5.2 „Kanak Sprak“ als Ausdruck der Identität

5.3 Reaktionen der Mehrheitsgesellschaft auf die „Kanak Sprak“

5.4 Formierung einer neuen Gesellschaft

6 Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die zweite und dritte Generation türkischstämmiger Jugendlicher in Deutschland deutsche und türkische Sprach- und Kultursysteme in ihr Identitätskonzept integriert. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der als „Kanak Sprak“ bezeichneten Sprachmischung und deren Bedeutung für die hybride Identitätsbildung der Jugendlichen sowie deren Auswirkungen auf die Gesellschaftsstruktur.

  • Migration und aktuelle Situation der türkischstämmigen Bevölkerung in Deutschland
  • Sprache als kultureller Ausdruck und identitätsstiftendes Merkmal
  • Linguistische Analyse des Ethnolekts „Kanak Sprak“ (Code-Switching/Code-Mixing)
  • Zusammenhang zwischen Sprachgebrauch und hybrider Identität
  • Reaktionen der Mehrheitsgesellschaft und Entwicklung neuer Identitätsmuster

Auszug aus dem Buch

4.3.2 Funktionen des Code-Switchings

Die Gründe, warum von einer Sprache in die andere gewechselt wird, sind individuell verschieden. Zum einen können sie willkürlich erfolgen. Zum anderen bieten die Umschaltungen dem Sprecher die Möglichkeit, durch die zweisprachige Gestaltung seiner Rede bestimmte Ziele zu erreichen. Diese Ziele sind vielgestaltig, trotzdem können Regelmäßigkeiten beobachtet werden, die die Sprachwissenschafter René Appel und Pieter Muysken (1987, 119-120) in sechs Bereiche gliedern.

• Referenzielle Funktion: Hier liegt der Grund für das Code-Switching darin, dass dem Sprecher das entsprechende Wort in der jeweiligen Sprache nicht einfällt und er das Äquivalent aus der anderen Sprache benutzt. Der Sprecher greift auf das am schnellsten verfügbare Wort, egal aus welcher der beiden ihm zur Verfügung stehenden Sprache es stammt, zurück. Ähnlich verhält es sich, wenn der Sprecher etwas ausdrücken möchte, das als Begriff nur in einer der beiden Sprachen existiert.

• Direkte Funktion: Die Sprachumschaltung erfolgt aufgrund einer Veränderung der Situation. Hierbei sind zwei Funktionen zu beobachten: Betritt ein neuer Sprecher die Gruppe, dann kann ihm durch die Umschaltung der Einstieg ins Gespräch erleichtert werden. Gleichzeitig kann der Sprachaustausch dazu dienen eine bestimmte Person aus der Konversation auszuschließen.

• Expressive Funktion: Das Code-Switching übt hierbei die Funktion eines Markierungselements aus. Es soll zeigen, dass der Sprecher bilingual ist.

• Phatische Funktion: Auch um den Tonfall in einer Konversation zu ändern, um Vertraulichkeit oder Abstand zum Ausdruck zu bringen oder um einen bestimmten Teil des Gesprächs besonders hervorzuheben, nutzen bilinguale Sprecher das Code-Switching.

• Metalinguistische Funktion: Die Aufgabe des Sprachwechsels besteht darin, dass sich die Sprecher über die Sprache, die sie verwenden, definieren können.

• Poetische Funktion: Besonders für Wortspiele und Witze wird das Code-Switching genutzt. Der Wechsel in die andere Sprache schmückt das Gesagte aus oder versetzt es mit Humor.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Identitätsbildung im Kontext von Migration und Mehrsprachigkeit ein und definiert den Fokus auf die Sprachmischung „Kanak Sprak“.

2 Türken in Deutschland: Hintergründe und aktuelle Situation: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Anwerbeabkommen und die darauffolgende Etablierung türkischstämmiger Menschen als fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft.

3 Sprache als Identitätsmerkmal: Es wird theoretisch dargelegt, wie Sprache als kulturelles Werkzeug fungiert und untrennbar mit der Konstruktion persönlicher und sozialer Identität verbunden ist.

4 Der Ethnolekt "Kanak Sprak": Dieses Kapitel definiert und analysiert die „Kanak Sprak“ als Ethnolekt und untersucht linguistische Phänomene wie Code-Switching und deren Funktionen.

5 Zusammenhang zwischen der „Kanak Sprak“ und Identität: Hier wird der Konnex zwischen den hybriden Sprachmustern der Jugendlichen und ihrer bikulturellen Identität sowie die gesellschaftliche Wahrnehmung dieses Phänomens untersucht.

6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Sprachmischungen nicht als Sprachmangel, sondern als Ausdruck hybrider Identitätskompetenzen zu werten sind und plädiert für eine stärkere Anerkennung dieser Mehrsprachigkeit.

7 Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Kanak Sprak, Identität, Migration, Sprachmischung, Code-Switching, Code-Mixing, Ethnolekt, Mehrsprachigkeit, hybride Identität, Integration, türkischstämmige Jugendliche, Soziolinguistik, bikulturell, Sprachwechsel, Gastarbeiter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Sprachverhalten türkischstämmiger Jugendlicher in Deutschland, insbesondere den Gebrauch des Ethnolekts „Kanak Sprak“, und dessen Zusammenhang mit ihrer Identitätsentwicklung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Migration, Identitätsbildung, Soziolinguistik, Mehrsprachigkeit und der Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit sprachlichen Mischformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Sprachmischungen wie „Kanak Sprak“ kein Zeichen von Sprachdefiziten sind, sondern Ausdruck hybrider Identitätskonzepte junger Menschen mit Migrationshintergrund.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziolinguistischer Konzepte und aktueller Studien zu Migration, Identität und Sprachverhalten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Hintergründe der Migration, die soziologische Bedeutung von Sprache für die Identität, eine linguistische Einordnung von „Kanak Sprak“ sowie die Diskussion über hybride Identitäten im Kontext der Mehrheitsgesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Kanak Sprak, hybride Identität, Code-Switching, Migration, Mehrsprachigkeit und Ethnolekt.

Wie unterscheidet sich "Kanak Sprak" laut der Autorin von anderen Sprachformen?

Sie wird als Varietät definiert, die durch das bewusste Mischen von Deutsch und Türkisch entsteht, wobei sie als Ausdruck einer bikulturellen Identität dient, anstatt nur ein "falsches" Deutsch zu repräsentieren.

Was bedeutet das Konzept der "Dritten Stühle" in der Arbeit?

Der Begriff beschreibt eine soziale Kategorie für Jugendliche, die sich weder ausschließlich als "deutsch" noch ausschließlich als "türkisch" definieren, sondern ein neues, hybrides Identitätsmuster aus beiden Kulturen entwickelt haben.

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Details

Title
In jeder Sprache ist man ein anderer Mensch. Sprachwelten und Identität der türkischstämmigen Jugendlichen in Deutschland
College
Bielefeld University  (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaften)
Course
Mehrsprachigkeit
Grade
1,1
Author
Anna-Lisa Esser (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V67891
ISBN (eBook)
9783638594073
ISBN (Book)
9783638672467
Language
German
Tags
Sprache Mensch Sprachwelten Identität Jugendlichen Deutschland Mehrsprachigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna-Lisa Esser (Author), 2006, In jeder Sprache ist man ein anderer Mensch. Sprachwelten und Identität der türkischstämmigen Jugendlichen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67891
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