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Die Weiße Rose - Einordnung in ausgewählte Widerstandsdefinitionen

Titel: Die Weiße Rose - Einordnung in ausgewählte Widerstandsdefinitionen

Seminararbeit , 2005 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Nele Pohl (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

[…]
Als Adolf Hitler am 30.1.1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, begann das zweifellos dunkelste Kapitel deutscher Geschichte, das die Zeit zwischen 1933 und 1945 umfasst. […]
Früh erkannten die Nationalsozialisten, dass demjenigen die Zukunft gehört, der die Jugend hat. Das Regime beanspruchte daher „[…] sowohl die Gesamtheit der Jugend, wie auch den gesamten Lebensbereich der jungen Deutschen [lückenlos zu] erfassen.“ Die bis 1938/39 dazu erlassenen Verbote und Gesetze schalteten alle bis dahin existierenden Jugendverbände durch Verpflichtung zur Mitgliedschaft in der Hitlerjugend (HJ) oder im Bund Deutscher Mädel (BDM) bzw. im Deutschen Jungvolk und im Jungmädelbund gleich.
[…]
Trotz aller Gleichschaltung innerhalb jugendlichen Lebens durch diese Zwangsorganisationen gab es jedoch auch Jugendliche und Studenten, die sich nach mehr Selbstbestimmung und freien Entfaltungsmöglichkeiten sehnten und daher gegen das NS-Regime eingestellt waren.
Mein Interesse in der vorliegenden Arbeit gilt einer studentischen Gruppierung, der Weißen Rose, deren Entdeckung, die deren Zerschlagung und die Verurteilung zahlreicher Mitglieder nach sich zog […].
In dieser Arbeit möchte ich versuchen, die Frage zu klären, wie die Versuche der Weißen Rose, die NS-Herrschaft einschränken zu wollen, einzuordnen sind, und inwiefern sie die Bezeichnung des Widerstandes für sich beanspruchen kann.
Dazu erachte ich es für erforderlich, zunächst einmal den Begriff Widerstand näher zu definieren. Dies scheint mir vor allem im Hinblick auf die kontroverse Diskussion, die allein die Einführung des Begriffs der Resistenz durch Martin Broszat im Rahmen des Projektes „Bayern im Nationalsozialismus ausgelöst hatte, wichtig zu sein. Ich beschränke mich in dieser Arbeit auf drei Definitionsansätze, die ich weitgehend unkommentiert darstellen möchte. Zum einen auf den Martin Broszats, und zum anderen auf den Eberhard Bethges und Richard Löwenthals.
Nachfolgend werde ich in einem darstellenden Teil auf die Weiße Rose, die verschiedenen Phasen und einiger ihrer Mitglieder eingehen. Abschließend werde ich auf der Grundlage der erarbeiteten Hintergründe die Weiße Rose den unterschiedlichen Widerstandsdefinitionen zuordnen und versuchen die eigentliche Leitfrage dieser Arbeit versuchen zu beantworten: Ist die Weiße Rose eine Widerstandsbewegung gewesen und wenn ja, welche Form von Widerstand hat sie geleistet?
[…]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Widerstand

2.1. Der Widerstandsbegriff

2.2. Formen des Widerstandes

3. Die Weiße Rose

3.1. Wer war die weiße Rose?

3.2. Die erste Phase

3.3. Die zweite Phase

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die studentische Widerstandsgruppe "Weiße Rose" und analysiert, inwieweit deren Handlungen unter Berücksichtigung verschiedener wissenschaftlicher Widerstandsdefinitionen als Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime eingestuft werden können.

  • Definition des Begriffes "Widerstand" in der zeithistorischen Forschung.
  • Untersuchung der Entstehung und Entwicklung der "Weißen Rose" in zwei Phasen.
  • Analyse der Flugblätter als Ausdruck von Widerstand und intellektueller Auseinandersetzung.
  • Einordnung der Gruppe in die Widerstandsmodelle von Bethge, Broszat und Löwenthal.
  • Beantwortung der Frage nach dem Charakter der "Weißen Rose" als Widerstandsbewegung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Wer war die weiße Rose?

Den Kern der Weißen Rose bildeten fünf Münchener Studenten bürgerlich- christlicher Herkunft: Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Willi Graf und Christoph Probst.

Im Laufe des Jahres 1942 bildete sich um sie ein kleiner Kreis, der durch freundschaftliche Bande, gemeinsame musische, literarische und künstlerische Interessen gekennzeichnet war.

Sie trafen sich zu Leseabenden ohne feste Zielsetzungen, zu denen auch lebenserfahrene Männer, wie beispielsweise die theologischen Publizisten Theodor Haecker, Professor Carl Muth und der Philosophieprofessor Kurt Huber eingeladen wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die nationalsozialistische Jugendpolitik sowie die Entstehung der "Weißen Rose" vor dem Hintergrund des studentischen Verlangens nach Selbstbestimmung und Opposition.

2. Widerstand: In diesem Kapitel werden verschiedene wissenschaftliche Definitionen von Widerstand, insbesondere die Modelle von Eberhard Bethge, Martin Broszat und Richard Löwenthal, einander gegenübergestellt.

3. Die Weiße Rose: Dieser Abschnitt beschreibt die personelle Zusammensetzung des Zirkels sowie den inhaltlichen und organisatorischen Verlauf ihrer Widerstandsaktivitäten in zwei Phasen.

4. Fazit: Das Fazit bewertet die Aktionen der "Weißen Rose" anhand der vorgestellten Definitionen und ordnet die Gruppe als Widerstandsbewegung ein, die trotz ihrer Niederlage ein moralisches Fundament schuf.

Schlüsselwörter

Weiße Rose, Widerstand, Nationalsozialismus, studentischer Widerstand, NS-Regime, Flugblätter, Sophie Scholl, Hans Scholl, Widerstandsdefinition, Resistenz, politischer Widerstand, München, Drittes Reich, gesellschaftliche Verweigerung, Opposition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der studentischen Widerstandsgruppe "Weiße Rose" im Nationalsozialismus und deren Einordnung in wissenschaftliche Widerstandsdefinitionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition des Widerstandsbegriffs im historischen Kontext und die Analyse der Handlungen der "Weißen Rose" als Widerstand gegen das NS-Regime.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab zu klären, wie die Versuche der "Weißen Rose", die NS-Herrschaft einzuschränken, einzuordnen sind und inwiefern sie den Begriff "Widerstand" für sich beanspruchen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine theoretisch-analytische Methode an, indem sie verschiedene Definitionsansätze (Bethge, Broszat, Löwenthal) auf das historische Beispiel der "Weißen Rose" anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung und eine detaillierte Darstellung der Entstehung sowie der zwei Phasen der "Weißen Rose" inklusive ihrer Flugblattaktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Weiße Rose", "Widerstand", "NS-Regime", "Flugblätter" und "gesellschaftliche Verweigerung" charakterisiert.

Welche Rolle spielt die "gesellschaftliche Verweigerung" nach Löwenthal?

Löwenthal nutzt diesen Begriff, um Aktivitäten zu beschreiben, die sich praktisch und offen gegen das System richten, was die Autorin für die Einordnung der "Weißen Rose" als am passendsten erachtet.

Warum unterscheidet die Autorin zwischen zwei Phasen der Gruppe?

Die erste Phase war durch studentische Lesezirkel und erste Flugblätter geprägt, während die zweite Phase durch einen Zuwachs an Realitätssinn, eine breitere Vernetzung und den Versuch einer organisierten Mobilisierung gekennzeichnet war.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Weiße Rose - Einordnung in ausgewählte Widerstandsdefinitionen
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Veranstaltung
Pädagogik und Alltag- Jugend im "Dritten Reich"
Note
1,3
Autor
Nele Pohl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V67899
ISBN (eBook)
9783638605762
ISBN (Buch)
9783640252534
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weiße Rose Einordnung Widerstandsdefinitionen Pädagogik Alltag- Jugend Dritten Reich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nele Pohl (Autor:in), 2005, Die Weiße Rose - Einordnung in ausgewählte Widerstandsdefinitionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67899
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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