Möglichkeiten der Spieltherapie nach sexueller Misshandlung


Hausarbeit, 2007

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. SEXUELLER MISSBRAUCH

3. THERAPEUTISCHE HILFEN NACH SEXUELLER MISSHANDLUNG

4. SPIELTHERAPIE NACH SEXUELLER MISSHANDLUNG
4.1. Ausgangssituation
4.2. Ziele
4.3. Therapeutische Beziehungsgestaltung
4.4. Dimensionen des Spiels
4.5. Besondere Schwierigkeiten im Rahmen der Therapie

5. ABSCHLIEßENDE ÜBERLEGUNGEN

LITERATURANGABEN

1. EINLEITUNG

Entsprechend meiner bisherigen Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen galt auch bei der Suche nach einem geeigneten Thema für diese Hausarbeit im Rahmen der „Einführung in die heilpädagogische Spieltherapie“ mein größtes Interesse den Möglichkeiten der Spieltherapie bei der Unterstützung von Kindern in besonderen Situationen. Neben Texten zur Spieltherapie bei ängstlichen, aggressiven oder auch perfektionistischen Kindern entschied ich mich schließlich für das Thema des sexuellen Missbrauchs.

Ausgehend von einem kurzen thematischen Einstieg im Sinne eines Versuches einer Definition sollen im Folgenden therapeutische Hilfen im Allgemeinen aufgezeigt werden, bevor in einem vierten Teil die Möglichkeiten der Spieltherapie nach sexueller Misshandlung ausführlicher dargestellt werden sollen.

Insgesamt kann eine Hausarbeit in diesem Rahmen wichtige Punkte jedoch nur „erläuternd benennen“; ebenso, wie, der Zielgruppe der Spieltherapie entsprechend, ausschließlich von betroffenen Kindern die Rede sein wird. Spezielle Formen des sexuellen Missbrauchs wie zum Beispiel der Missbrauch unter Kindern und Jugendlichen sowie die spezielle Erwähnung geschlechtsspezifischer Unterschiede – sowohl bezogen auf die Opfer als auch auf die TäterInnen – finden an dieser Stelle keine gesonderte Berücksichtigung.

In einem fünften Teil schließlich sollen eigene kritische Überlegungen die Hausarbeit abrunden.

2. SEXUELLER MISSBRAUCH

In sich um eine eindeutige Definition sexuellen Missbrauchs bemühender Literatur findet sich immer wieder gleich zu Anfang die Schwierigkeit der Diskussion über die Definition sexuellen Missbrauchs an Mädchen und Jungen benannt. Im Rahmen der Kontroverse, die auch unter WissenschaftlerInnen andauert, besteht dennoch Einigkeit gegenüber folgenden Punkten:

- Sexueller Gewalt gegen Kinder sind alle Handlungen zuzuordnen, „die durch Drohungen und körperliche Gewalt erzwungen werden“ (Julius/Boehme 1997 in Bange in Enders, 2006).
- Kriterium: „gegen den Willen des Kindes“ (Bange in Enders, 2006)

„Fachliche Kontroversen bestehen auch in der Frage, ob sexualisierte Blicke und Exhibitionismus – d.h. Übergriffe ohne Körperkontakt – sexuellem Missbrauch zugedacht werden oder nicht“ (Bange in Enders, 2006).

Viele ForscherInnen raten zudem davon ab, „sexuellen Missbrauch in Abhängigkeit von möglichen Folgen zu definieren“ (Bange in Enders, 2006), auch wenn dies einem der wohl gängigsten Argumente gegen Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern Rechnung tragen würde, das Kind werde durch den Missbrauch geschädigt. So besteht in diesem Zusammenhang die Schwierigkeit, dass sich nicht jeder sexuelle Missbrauch als traumatisierend erweist. Kindern, die über ausreichend Bewältigungsmöglichkeiten verfügen, würde damit abgesprochen werden, einen sexuellen Missbrauch erlebt zu haben (vgl. Amann / Wipplinger in Bange in Enders 2006).

Zudem sind nicht bei allen Kindern Verhaltensauffälligkeiten in direkter Folge festzustellen; vielmehr zeigen sich Schädigungen oftmals erst im Laufe der Jahre (vgl. Finkelhor / Berliner 1995 in Bange in Enders 2006).

Bestehen bezüglich der zu beachtenden Altersgrenzen auch Meinungsverschiedenheiten, so vertritt der Gesetzgeber diesbezüglich doch eine klare Position und stellt jeglichen sexuellen Kontakt einer volljährigen Person mit Kindern unter 14 Jahren unter Strafe.

Daneben berücksichtigt der § 174 StGB neben körperlichen Berührungen mit sexueller Absicht auch das Zeigen pornographischer Darstellungen und entsprechender verbaler Beeinflussungen. Zudem bestehen weitere Formulierungen in Bezug auf den „sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen“ (vgl. Tröndle/Fischer 1999: 49 in Bange in Enders, 2006).

Dass sexuelle Gewalt gegen Kinder leider auch heute noch ein alltägliches Delikt ist, wurde und wird in vielen Studien mit den unterschiedlichsten Ansätzen immer wieder erforscht. Entsprechend den Ergebnissen der methodisch anspruchsvolleren Untersuchungen muss davon ausgegangen werden, dass 10 – 15 % der Frauen und 5 – 10 % der Männer bis zum Alter von 14 oder 16 Jahren mindestens einmal einen unerwünschten oder durch Gewalt erzwungenen sexuellen Körperkontakt erlebt haben.

Neben oben genannten Definitionskriterien lässt sich sexueller Missbrauch aus psychologischer Sicht betrachtet als „Verletzung einer Grenze bzw. Überschreitung tabuisierter Intimbereiche des Kindes verstehen“ (Goetze, 2002). Man geht davon aus, dass in betroffenen Familien auch schon vor Missbrauchsbeginn „Schwierigkeiten im Umgang mit persönlichen Grenzziehungen“ (Goetze, 2002) bestehen. Insgesamt stellt sich das Thema der Grenzen in der Literatur als ein zentrales dar, welches sich dementsprechend auch wiederfinden wird in der konkreten therapeutischen Arbeit.

3. THERAPEUTISCHE HILFEN NACH SEXUELLER MISSHANDLUNG

Es ist davon auszugehen, dass sich viele Kinder dem Missbrauch schutzlos ausgeliefert fühlen, „wodurch ihnen die Möglichkeit genommen ist, sich zu wehren und aktiv handelnd selbst dagegen vorzugehen“ (Goetze, 2002).

Sind die Symptome und Indikatoren für sexuellen Missbrauch auch sehr unterschiedlich, so lassen sich kurzgefasst dennoch einige konkrete Indikatoren benennen, welche in der Fachliteratur, so zum Beispie bei Julius und Böhme (1998), ausführlich diskutiert und beschrieben werden:

- Aggressivität
- Sexualisiertes Verhalten
- Schulisches Versagen bzw. besonders stark ausgeprägte schulische Anstrengungen
- Auf die eigene Person gerichtetes, selbstverletzendes Verhalten
- Depressives Verhalten
- Regressionen
- Dissoziationen und Amnesien
- Schlafstörungen und Albträume
- Psychosomatische Beschwerden

Hinzu kommen langfristig zu einem sehr negativen Selbstbild führende Gefühle des Kindes wie Ängstlichkeit, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Depression, Scham- und Schuldgefühle, Wut und Aggression (vgl. Goetze, 2002).

Gerade auch aufgrund der hier in aller Kürze anskizzierten enormen Belastungssituation scheint es geradezu erschreckend, auch in einschlägiger Literatur immer wieder die Anmerkung vorzufinden, die Notwendigkeit therapeutischer Hilfen für betroffene Kinder sei noch immer nicht im Blickpunkt der Fachkräfte, geschweige denn der Öffentlichkeit angekommen. So habe zwar eine schrittweise Enttabuisierung des Themas sexueller Missbrauch an und für sich stattgefunden – beinahe täglich greifen die Medien derartige Meldungen auf – der Notwendigkeit der (therapeutischen) Hilfe für die Opfer wird jedoch auch von Fachkräften oftmals nicht in angemessener Art und Weise Rechnung getragen.

In einer der Kürze dieser Arbeit entsprechenden Form möchte ich im Folgenden mögliche Therapieformen erwähnen, um dann in einem vierten Teil näher auf die Möglichkeiten der Spieltherapie nach sexueller Misshandlung einzugehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten der Spieltherapie nach sexueller Misshandlung
Hochschule
Katholische Hochschule Freiburg, ehem. Katholische Fachhochschule Freiburg im Breisgau
Veranstaltung
Heilpädagogische Spieltherapie
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V67939
ISBN (eBook)
9783638586733
ISBN (Buch)
9783656792918
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Möglichkeiten, Spieltherapie, Misshandlung, Heilpädagogische, Spieltherapie
Arbeit zitieren
Judith Bott (Autor:in), 2007, Möglichkeiten der Spieltherapie nach sexueller Misshandlung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67939

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