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Persistenz oder Wandel? Soziale Merkmale des Managers in Ost- und Westdeutschland im Vergleich

Title: Persistenz oder Wandel? Soziale Merkmale des Managers in Ost- und Westdeutschland im Vergleich

Seminar Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Juliane Sarnes (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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In dieser Seminararbeit bildet folgende Forschungsfrage den roten Faden: Inwiefern unter-scheiden sich die sozialen Merkmale des Managers in Ost- und Westdeutschland? Das Alter, insbesondere aber die soziale Herkunft und der Bildungshintergrund der ost- und westdeutschen Manager sollen hierbei betrachtet werden. Eine Studie des Sonderforschungsbereichs 580 „Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch" der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Friedrich Schiller Universität liefert den Stand der empirischen Forschung, anhand welchem die Hypothese: „Je länger der Systemumbruch zeitlich zurückliegt, desto mehr ostdeutsche Manager werden akademischen/unternehmerischen Milieus entstammen.“ Entwickelt wird. Im Anschluss wird besagte Hypothese mit den Theorien Pierre Bourdieus und Richard Sennets soziologisch betrachtet.

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Inhaltsverzeichnis

I. Was ist ein Manager?

II. Persistenz oder Wandel? – Soziale Merkmale des Managers in Ost- und Westdeutschland im Vergleich

1. Der aktuelle Forschungsstand

1.1 Soziale Merkmale der Unternehmensleiter im Vergleich -Ergebnisse der Manager-Befragung durch den SFB 580

1.1.1 Die Unternehmensleiter und Betriebe

1.1.2 Das Alter der Manager

1.1.3 Die soziale Herkunft der Manager

1.1.4 Das Qualifikationsniveau der Manager

2. Die soziologische Perspektive – Theorieanbindung

2.1 Die Illusion der Chancengleichheit im Bildungssystem

2.1.1 Das deutsche Bildungssystem seit 1945

2.1.2 Das gesamtdeutsche Bildungswesen nach der Wiedervereinigung 1990

2.1.3 Pierre Bourdieu über die „Illusion der Chancengleichheit“

2.1.4 Der Habitus nach Pierre Bourdieu

2.2 Die Perpetuierung sozialer Hierarchien nach Richard Sennett

3. Methodisches Vorgehen bei der Überprüfung der Hypothese

III. Zusammenfassung

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht, inwiefern sich soziale Merkmale, wie Alter, soziale Herkunft und Bildungshintergrund, von Führungskräften in ostdeutschen gegenüber westdeutschen Unternehmen unterscheiden. Ziel ist es, unter Einbeziehung soziologischer Theorien zu prüfen, ob eine Angleichung der sozialen Struktur ostdeutscher Manager an westdeutsche Standards über die Zeit hinweg feststellbar ist.

  • Vergleich der sozialen Herkunft und Bildung von Führungskräften in Ost- und Westdeutschland.
  • Analyse der Auswirkungen des Systemumbruchs auf die Rekrutierung von Managern.
  • Theoretische Fundierung durch die Konzepte von Pierre Bourdieu (Habitus, Illusion der Chancengleichheit).
  • Untersuchung der Perpetuierung sozialer Hierarchien nach Richard Sennett.
  • Entwurf eines methodischen Vorgehens für eine Längsschnittstudie zur Überprüfung der Angleichungshypothese.

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Pierre Bourdieu über die „Illusion der Chancengleichheit“

Alarmierend sind jedoch nicht nur die vergleichsweise schlechten Testresultate der deutschen Schüler, sondern auch die Tatsache, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und schulischer Leistung in keinem der getesteten Länder so ausgeprägt ist wie in der BRD. Dies ist besonders schockierend, da gerade in postmodernen Industrienationen wie Deutschland der demokratische Gleichheitsgedanke in allen Systemen und Subsystemen der Gesellschaft vorherrschend ist; und eine derartige institutionalisierte Chancenungleichheit auf dem Gebiet der Bildung keinesfalls existieren dürfte.

Doch dies deckt sich mit der Theorie des französischen Soziologen Pierre Bourdieu (1930-2002), demzufolge Bildungshierarchien größtenteils reproduzierte soziale Hierarchien seien. Die Gefahr bei der Analyse des Bildungssystems besteht laut Bourdieu darin, dass einerseits nur die ökonomische (technokratische) Funktion oder andererseits nur die kulturelle Funktion berücksichtigt wird. Bei einer Reduktion auf die ökonomische Funktion sei das Bildungswesen einzig mit der Aufgabe betraut, Spezialisten je nach Bedarf des Wirtschaftssystems zu produzieren. Bestehende Schranken, die durch Klassen- bzw. Geschlechtszugehörigkeit existieren, würden hierbei nicht berücksichtigt. Ebenso unzulänglich ist es, dem Bildungssystem eine ausschließlich kulturelle Funktion zu zuschreiben, die darin besteht die jeweilige Nationalkultur zu überliefern. Hierbei wird die relative Autonomie des Bildungssystems übersehen und seine Systemwirkung vernachlässigt. Beide Ansätze (technokratischer und kultureller Grundgedanke) verschleiern die Abhängigkeit des Bildungssystems von der Struktur der Klassenbeziehungen dadurch, dass sie einerseits auf den Begriff „Nationalökonomie“ (technokratische Methode) und andererseits auf den Begriff „Nationalkultur“ (kulturelle Methode) verweisen. Die kulturalistische Soziologie trägt auf diese Weise dazu bei, dass durch das Bildungswesen die Ungleichheit in der Verteilung des kulturellen Kapitals (und somit auch die Sozialstruktur) einer Gesellschaft reproduziert, perpetuiert und legitimiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Was ist ein Manager?: Dieses Kapitel definiert den Managerbegriff aus einer soziologischen Perspektive als Führungskraft mit hoher Verfügungsgewalt und beleuchtet kurz dessen Entwicklungsgeschichte.

II. Persistenz oder Wandel? – Soziale Merkmale des Managers in Ost- und Westdeutschland im Vergleich: Hier wird der Forschungsstand empirisch analysiert und die theoretische Basis durch Bourdieu und Sennett geschaffen, um die Hypothese der Angleichung sozialer Merkmale zu untermauern.

1. Der aktuelle Forschungsstand: Basierend auf einer Studie des SFB 580 werden soziale Merkmale wie Alter, Herkunft und Bildung ost- und westdeutscher Unternehmensleiter gegenübergestellt.

2. Die soziologische Perspektive – Theorieanbindung: Dieses Kapitel verknüpft den empirischen Befund mit soziologischen Theorien, um die Mechanismen hinter Bildungs- und Klassenstrukturen zu verstehen.

3. Methodisches Vorgehen bei der Überprüfung der Hypothese: Es wird ein Forschungsdesign entwickelt, welches die langfristige Überprüfung der Hypothese durch eine Trendstudie vorsieht.

III. Zusammenfassung: Die zentralen Ergebnisse der Analyse und die aufgestellte Hypothese zur Angleichung der Managerprofile werden rekapituliert.

IV. Fazit: Das Fazit bewertet die Plausibilität der Hypothese und betont die Notwendigkeit einer empirischen Längsschnittprüfung.

Schlüsselwörter

Managementsoziologie, Manager, Ostdeutschland, Westdeutschland, Soziale Herkunft, Bildungssystem, Chancengleichheit, Pierre Bourdieu, Habitus, Richard Sennett, Elitenreproduktion, Systemumbruch, Trendstudie, Führungskräfte, Sozialstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob sich die sozialen Merkmale von Managern in Ost- und Westdeutschland unterscheiden und ob eine zunehmende Angleichung dieser Gruppen über die Zeit hinweg erkennbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Rekrutierung von Führungskräften, den Einfluss sozialer Herkunft und Bildung sowie die soziologische Theoriebildung zur Reproduktion sozialer Hierarchien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern unterscheiden sich die sozialen Merkmale des Managers in Ost- und Westdeutschland, und lässt sich eine Angleichung der ostdeutschen an die westdeutschen Merkmale im Zeitverlauf feststellen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Sekundäranalyse des bestehenden Forschungsstandes (SFB 580) und entwickelt für die zukünftige Überprüfung der Hypothese ein methodisches Design für eine quantitative Trendstudie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der aktuellen Managerprofile, die theoretische Fundierung mittels Bourdieu und Sennett sowie den methodischen Entwurf zur weiteren Untersuchung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Managementsoziologie, Soziale Herkunft, Habitus, Elitenreproduktion, Systemumbruch und Chancengleichheit.

Welche Rolle spielt Pierre Bourdieu in der Argumentation?

Bourdieu liefert mit seinen Theorien zum „Habitus“ und zur „Illusion der Chancengleichheit“ die Erklärung dafür, wie das Bildungssystem soziale Ungleichheiten reproduziert und als legitim erscheinen lässt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Bildungssystems in Ost und West?

Trotz formaler Angleichung der Strukturen nach 1990 sieht die Autorin weiterhin Mechanismen, die bildungsnahe Schichten bevorzugen und damit eine soziale Schließung der Chefetagen begünstigen.

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Details

Title
Persistenz oder Wandel? Soziale Merkmale des Managers in Ost- und Westdeutschland im Vergleich
College
LMU Munich
Course
Soziologie des Managements
Grade
1,3
Author
Juliane Sarnes (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V68002
ISBN (eBook)
9783638602112
ISBN (Book)
9783638919609
Language
German
Tags
Persistenz Wandel Soziale Merkmale Managers Ost- Westdeutschland Vergleich Soziologie Managements
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Sarnes (Author), 2006, Persistenz oder Wandel? Soziale Merkmale des Managers in Ost- und Westdeutschland im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68002
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