Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Politics, Majorities, Minorities

Die Wiederherstellung einer Bildungsnation. Die PISA-Studie und ihre Konsequenzen für die deutsche Bildungspolitik

Title: Die Wiederherstellung einer Bildungsnation. Die PISA-Studie und ihre Konsequenzen für die deutsche Bildungspolitik

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Juliane Sarnes (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die internationale Schülerleistungsvergleichs-Studie der OECD (PISA) hat eine breite öffentliche und politische Debatte um die Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems ausgelöst. Alarmierend sind nicht nur die vergleichsweise schlechten Testresultate der deutschen Schüler, sondern auch die Tatsache, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und schulischer Leistung in keinem der getesteten Länder so ausgeprägt ist wie in der BRD. Diese Seminararbeit geht in Anlehnung an die aktuelle politische Debatte der Frage nach, wie eine gelungene Bildungsreform in Deutschland aussehen könnte. Dabei werden sowohl politische, als auch soziologische Aspekte (Sennett, Bourdieu) in Betracht gezogen. Ferner wird untersucht, ob und wie die Reformvorschläge bereits in die Schulpraxis Einzug gehalten haben.

The results of the international student assessment programme initiated by the OECD (PISA) have triggered off a lively public debate about the performance of the German educational system. Not only the comparatively mediocre testing results of the German students were alarming, but also the fact that a student’s social background and his/her academic performance are in none of the participating countries as closely linked as in Germany. Following the current political debate, this paper raises the question what a successful reform of the German educational system should resemble. This includes a thorough elucidation of political as well as sociological aspects. Furthermore, the implementation of the proposals of reform in every day school practice shall be examined.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Bildungsnotstand in Deutschland

B. Die Wiederherstellung einer Bildungsnation – Die PISA-Studie & ihre Konsequenzen für die deutsche Bildungspolitik

1. Das deutsche Bildungssystem seit 1945

1.1 Das gesamtdeutsche Bildungswesen nach der Herstellung der Einheit 1990

2. Die PISA-Studie: Ein Wegweiser aus der Bildungskrise?

2.1 Erläuterung von Zielen und Inhalten der PISA-Studi

2.2 Resümee der Ergebnisse

3. Eckpunkte einer Bildungsreform: Aktuelle Vorschläge und ihre Umsetzbarkeit

3.1 Instrumente der Schulpolitik und ihre Wirksamkeit

3.2 Verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen des deutschen Schulwesens (Besonderes Verwaltungsrecht – Schulrecht)

3.3 Standortnachteil oder Innovationsquell? - Die Debatte um den Kulturföderalismus

3.4 Über die Stärkung schulischer Autonomie

3.5 Der Ausbau schulischer Ganztagsangebote

3.5.1 Das deutsche Halbtagsschulsystem – heute noch zeitgemäß?

4. Mögliche Reformschwierigkeiten – Ein soziologischer Einwand

4.1 Die Illusion der Chancengleichheit im Bildungssystem (Pierre Bourdieu)

4.2 Die Perpetuierung sozialer Hierarchien (Richard Sennett)

C. PISA – Ein lehrreiches Desaster für die Bundesrepublik?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie eine erfolgreiche Bildungsreform in Deutschland vor dem Hintergrund der PISA-Studie aussehen kann, wobei politische Reformvorschläge kritisch analysiert und soziologische Barrieren für Chancengleichheit beleuchtet werden.

  • Analyse des deutschen Bildungssystems seit 1945 und der PISA-Ergebnisse.
  • Untersuchung politischer Reforminstrumente wie Kulturföderalismus, Schulautonomie und Ganztagsschulausbau.
  • Kritische Betrachtung soziologischer Theorien zur sozialen Reproduktion von Ungleichheit (Bourdieu, Sennett).
  • Bewertung der Umsetzbarkeit von Reformen innerhalb der verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Illusion der Chancengleichheit im Bildungssystem (Pierre Bourdieu)

Wie bereits im Punkt 2.2 (Resümee der Ergebnisse) erläutert, hat sich der familiäre Hintergrund deutscher Schüle in der OECD-Studie PISA als der Faktor mit dem stärksten Einfluss auf die schulischen Leistungen erwiesen. Dies deckt sich mit der Theorie des französischen Soziologen Pierre Bourdieu (1930-2002), demzufolge Bildungshierarchien größtenteils reproduzierte soziale Hierarchien seien. Nach seinem dafürhalten ist dies vor allem darauf zurückzuführen, dass die „doppelte Wahrheit“ des Bildungssystems, welches der ihm äußerlichen Funktion die innere Logik seines Funktionierens (Eigenfunktion) nutzbar zu machen versteht, nicht erkennbar ist.

Unter der äußerlichen Funktion versteht Bourdieu die Aufgabe „Kultur“ (Werte und Normen) zu vermitteln und der Gesellschaft Individuen mit verschiedenen Fähigkeiten zu „liefern“. Die Eigenfunktion hingegen beinhaltet die Selbsterhaltung des eigenen Systems, welche dem Bildungssystem durch ununterbrochenes Ausbilden und Einsetzen von Lehrpersonal eine besondere Autonomie verleiht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das deutsche Bildungssystem seit 1945: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Bildungswesens in den Besatzungszonen nach 1945 und den administrativen Umbau nach der Wiedervereinigung 1990.

2. Die PISA-Studie: Ein Wegweiser aus der Bildungskrise?: Hier werden die methodischen Hintergründe und Ziele der PISA-Studie dargelegt sowie die Ergebnisse zusammengefasst, die ein kritisches Licht auf das deutsche Bildungssystem warfen.

3. Eckpunkte einer Bildungsreform: Aktuelle Vorschläge und ihre Umsetzbarkeit: Dieses Kapitel analysiert politische Reformansätze wie die Stärkung schulischer Autonomie, den Ausbau von Ganztagsschulen und die Debatte um den Kulturföderalismus hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und verfassungsrechtlichen Umsetzbarkeit.

4. Mögliche Reformschwierigkeiten – Ein soziologischer Einwand: Es wird untersucht, wie soziologische Faktoren und die Reproduktion sozialer Hierarchien nach Bourdieu und Sennett die Umsetzung von Chancengleichheit in der Schulpraxis erschweren.

Schlüsselwörter

PISA-Studie, Bildungsreform, Chancengleichheit, Kulturföderalismus, Schulautonomie, Ganztagsschule, soziale Selektion, Pierre Bourdieu, Richard Sennett, Bildungssystem, Bildungskrise, Bildungspolitik, soziale Hierarchien, Erziehung, Schulpraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der PISA-Studie auf die deutsche Bildungspolitik und diskutiert, wie Bildungsreformen trotz komplexer politischer und soziologischer Hindernisse umgesetzt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören der Föderalismus im Bildungswesen, die Forderung nach mehr Schulautonomie, der Ausbau von Ganztagsangeboten sowie soziologische Erklärungen für soziale Ungleichheit im Bildungserfolg.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, den Reformbedarf des deutschen Schulsystems aufzuzeigen und zu erörtern, ob die vorgeschlagenen politischen Instrumente tatsächlich zur Verbesserung der Bildungsqualität beitragen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine politiksoziologische Analyse, die auf der Auswertung von Primärdaten der PISA-Studie, rechtlichen Rahmenbedingungen des Grundgesetzes und soziologischen Theorien (insbesondere Bourdieu und Sennett) basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des deutschen Schulsystems, die Diskussion über politische Reformmöglichkeiten innerhalb der verfassungsrechtlichen Grenzen und die Auseinandersetzung mit soziologischen Einwänden zur Chancengleichheit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind PISA-Studie, Chancengleichheit, Bildungsreform, Kulturföderalismus, Schulautonomie und soziale Selektivität.

Inwiefern beeinflusst der Kulturföderalismus die Reformfähigkeit?

Der Föderalismus wird sowohl als Innovationsquelle als auch als Hindernis gesehen, da die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern oft machtpolitische Interessen über die pädagogische Notwendigkeit stellt.

Wie erklären Bourdieu und Sennett die Schwierigkeiten bei der Bildungsreform?

Beide Autoren argumentieren, dass das Bildungssystem soziale Hierarchien reproduziert. Bourdieu verweist auf das Beharrungsvermögen des Systems ("Eigenfunktion"), während Sennett betont, wie Lehrer durch unbewusste Erwartungshaltungen zur Stigmatisierung von Schülern aus bildungsferneren Schichten beitragen.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Die Wiederherstellung einer Bildungsnation. Die PISA-Studie und ihre Konsequenzen für die deutsche Bildungspolitik
College
LMU Munich
Course
Föderalismus zwischen Kooperation und Wettbewerb
Grade
1,0
Author
Juliane Sarnes (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V68013
ISBN (eBook)
9783638017978
ISBN (Book)
9783638919289
Language
German
Tags
Wiederherstellung Bildungsnation PISA-Studie Konsequenzen Bildungspolitik Föderalismus Kooperation Wettbewerb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Sarnes (Author), 2005, Die Wiederherstellung einer Bildungsnation. Die PISA-Studie und ihre Konsequenzen für die deutsche Bildungspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68013
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  29  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint