In der vorliegenden Diplomarbeit soll die Situation ausländischer allein erziehender Frauen in Freiburg dargestellt werden. Es soll gezeigt werden auf welche Weise man professionell pädagogisch helfen kann beziehungsweise an welchen Punkten sich Verbesserungspotentiale bezüglich der Effizienz der Sozialen Arbeit ergeben. Dabei sollen, von der theoretischen Seite aus betrachtet, zunächst gesellschaftliche Problembereiche erörtert werden. Hierbei wird deduktiv vorgegangen, in dem Sinne, dass zunächst die Situation der Alleinerziehenden allgemein betrachtet wird, wonach auf das Besondere eingegangen wird: Die Situation von ausländischen allein erziehenden Frauen in Freiburg.
Inhaltsverzeichnis
1. Gegenstandsbeschreibung. Betrachtung der Situation allein erziehender Frauen
1.1 Alleinerziehende und Armut
1.1.1 Historische Betrachtung des Begriffs der Armut
1.1.2 Begriffsklärung des Begriffs „Armut“
1.1.3 Interdependenz zwischen Armut und Wohngebiet
1.1.3.1 Fazit.
1.2 Wahrnehmung in Geschlechtstereotypen
1.3 Alleinerziehende Berufstätigkeit
1.4 Alleinerziehende und Überforderung
1.5 Kinder von Alleinerziehenden nach Trennung und Scheidung
1.6 Alleinerziehende und elterliche Sorge
1.7Alleinerziehende und Gesellschaft – Konsequenz der Erwachsenenbildung innerhalb der Sozialen Arbeit mit Alleinerziehenden
1.8 Hilfsangebote für Alleinerziehende allgemein
1.9 Unterschiede zwischen deutschen und ausländischen Alleinerziehenden – Problemlagen ausländischer Alleinerziehender
1.10 Allein erziehende Migrantinnen in der Familienselbsthilfe
1.11 Fazit
2. Denkmodelle und –systeme
2.1 Wissenschaftstheorie
2.1.1 Fazit
2.2 Gesellschaftstheorie
2.3 Menschenbild
2.3.1 Fazit
2.4 Neues Didaktikverständnis
2.5 Neues Kulturverständnis
2.6 Gender Mainstreaming
2.7 Fazit
3. Rechtfertigung der hier verwendeten forschungsmethodischen Vorgehensweise
3.1 Erhebungsinstrumente
3.1.1 Methode Gruppendiskussion
3.1.2 Darstellungsmethode
3.1.3 Auswertungsmethode
3.1.4 Auswertung des Gruppeninterviews
3.1.5 Bewertende Stellungnahme
3.1.5.1 Alleinerziehende und Armut
3.1.5.2 Armut und mangelndes Selbstbewusstsein
3.1.5.3 Depression
3.1.5.4 Ausländisch und allein erziehend, ein Stigma?
3.1.5.5 Ausländische allein erziehende Frauen bekommen keine Arbeit
3.1.5.6 Solidarität und Hilfe zur Selbsthilfe
3.1.6 Thematisches Stichwortverzeichnis
3.2 Methode des problemzentrierten Interviews ausgehend von der Fragestellung: „Welche momentanen Angebote gibt es bei der Diakonie Freiburg e.V. für die ausländischen Alleinerziehenden?“
3.2.1 Auswertung des problemzentrierten Interviews vom Diakonieverein Freiburg e.V.. mit der Auswertungsmethode der qualitativen Inhaltsanalyse
3.2.1.1 Qualitative Inhaltsanalyse des Interviews – Zusammenfassende Inhaltsanalyse
3.2.1.2 Explizierende Inhaltsanalyse: Hinzuziehen von zusätzlichen Materialien (z.B. Informationen über Befragte, andere Interviewpassagen)
3.3 Zur Representativität der Erhebungsmethoden der Gruppendiskussion und des problemzentrierten Interviews
3.4 Fazit
3.4.1 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenssituation ausländischer alleinerziehender Frauen in Freiburg, um Potenziale für eine effizientere professionelle pädagogische Unterstützung in der Sozialen Arbeit zu identifizieren.
- Analyse gesellschaftlicher Problembereiche von Alleinerziehenden (Armut, soziale Isolation).
- Untersuchung der spezifischen Herausforderungen ausländischer Alleinerziehender (Sprachbarrieren, fehlende soziale Netzwerke).
- Einsatz der Gruppendiskussionsmethode zur Ermittlung subjektiver Sichtweisen und Problemwahrnehmungen.
- Erweiterung durch problemzentrierte Experteninterviews mit Fachkräften der Diakonie.
- Reflexion der Rolle der Erwachsenenbildung und Soziale Arbeit zur Stärkung der Eigenkompetenz und Identitätsbildung.
Auszug aus dem Buch
1.1.2 Begriffsklärung des Begriffs „Armut“
Andreß (1999) verwendet für die Festlegung politisch definierter Armutsgrenzen die Leistungen des BSHG (Bundessozialhilfegesetz) für laufende Hilfen zum Lebensunterhalt (HLU). Als Armutsgrenze fungiert im Einzelfall genau der Betrag, den die Mitglieder eines Haushaltes gegebener Größe und Zusammensetzung (zusammen genommen) im „Bedarfsfall“ maximal beanspruchen können (Vgl. S. 91). Doch Armut lässt sich nicht nur in Zahlen fassen. Armut heißt auch, dass eine bestimmte Personengruppe den vorhandenen Wohlstand einer Gesellschaft nicht teilen kann.
Möhring-Hesse (1995) spricht diesbezüglich von Umverteilung des Kuchens; nicht mehr „Wohlstand für alle“, sondern Umverteilung im Sinne von „Wohlstand für mich und Armut für die anderen.“ Er ist der Meinung: „Diese z.T. schleichende, z.T. aber auch aggressive Ausgrenzung der von Armut Betroffenen wird nur selten ausdrücklich beabsichtigt, sie liegt eher in der Logik einer Wohlstandsgesellschaft, die den Wohlstand für alle nicht mehr sichern kann“ (S.10). In der „neuen Armut“ drückt sich nämlich das Versagen der überkommenen Instrumente bundesdeutscher Wirtschafts- und Sozialpolitik aus; sie ist Symptom dafür, dass die BRD mit ihren sozialstaatlichen Sicherungssystemen nicht adäquat auf die soziostrukturellen Veränderungen der Gegenwart hat reagieren können (Vgl. a.a.O., S.10).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gegenstandsbeschreibung - Betrachtung der Situation allein erziehender Frauen: Dieses Kapitel thematisiert die prekäre Lebenssituation von Alleinerziehenden, insbesondere im Hinblick auf Armut, mangelnde Kinderbetreuung und gesellschaftliche Stigmatisierung.
2. Denkmodelle und -systeme: Hier werden die theoretischen Grundlagen (Wissenschaftstheorie, Konstruktivismus, Gender Mainstreaming) dargelegt, die für die Analyse der sozialen Arbeit relevant sind.
3. Rechtfertigung der hier verwendeten forschungsmethodischen Vorgehensweise: Dieses Kapitel begründet den Einsatz qualitativer Methoden wie Gruppendiskussionen und problemzentrierte Interviews, um die subjektive Perspektive der Betroffenen und Expertinnen zu erfassen.
Schlüsselwörter
Alleinerziehende, Ausländische Frauen, Armut, Soziale Arbeit, Gruppendiskussion, Identitätsbildung, Erwachsenenbildung, Freiburg, Diakonie, Sozialhilfe, Integration, Sprachbarriere, Gender Mainstreaming, Empowerment, Lebenssituation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Situation von ausländischen alleinerziehenden Frauen in Freiburg und beleuchtet, wie die Soziale Arbeit diese Zielgruppe professionell unterstützen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Armutsrisiken, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Auswirkungen von Trennung und Scheidung sowie die Bedeutung sozialer Netzwerke und Sprachkompetenz für die Integration.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, Verbesserungspotenziale in der Sozialen Arbeit aufzuzeigen, um die Effizienz der Unterstützung für ausländische Alleinerziehende zu steigern und deren Eigenständigkeit zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet einen qualitativen Forschungsansatz, bestehend aus Gruppendiskussionen mit betroffenen Frauen und einem problemzentrierten Experteninterview mit einer Sozialpädagogin der Diakonie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Denkmodelle in der Sozialpädagogik und einen empirischen Teil, der die Ergebnisse der Gruppendiskussionen und Experteninterviews auswertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Alleinerziehende, Armut, Integration, Soziale Arbeit, Identitätsbildung und Empowerment.
Warum ist gerade für ausländische Alleinerziehende die soziale Vernetzung so wichtig?
Da diese Frauen oft keine Verwandtschaft in Deutschland haben und durch Sprachbarrieren isoliert sind, ist der Aufbau professioneller und privater Netzwerke entscheidend, um den Anforderungen des Alltags und der Erwerbstätigkeit gewachsen zu sein.
Welche Rolle spielt die Sprache für die Integration dieser Frauen?
Sprachkompetenz ist laut der Arbeit nicht nur die Grundvoraussetzung für berufliches Fortkommen, sondern ein wesentliches Instrument für die kulturelle Integration und den Abbau von Missverständnissen im Umgang mit Ämtern.
- Quote paper
- Ilona Pfaff (Author), 2005, Zur Situation von ausländischen Alleinerziehenden in Freiburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68054