Die Ilias und der Schild des Achilles - Ein Vorbild für Schildbeschreibungen in literarischen Texten


Hausarbeit, 2005
19 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Die Ilias und ihr Einfluss
2.1 Entstehung der Philosophie
2.2 Auswirkungen auf die Politik

3. Die Figuren
3.1 Helden
3.2 Götter

4. Die Sprache
4.1 Von der Oralität zur Literalität
4.2 Der Stil

5. Inhaltlicher Überblick

6. Der Schild des Achilles
6.1 Die Schildbeschreibung
6.1.1 Inhalt
6.1.2 Die Kunst des Schildes
6.1.3 Deutung
6.1 Der 19. Gesang

7. Der 20. Gesang - Aeneias

8. Ergebnis

„Ein Dichter behandelt seinen Stoff gemein, wenn er unwichtige Handlungen

ausführt und über wichtige flüchtig hinweggeht. Er behandelt ihn groß, wenn

er ihn mit dem Großen verbindet.“

(Friedrich Schiller)

1 Einleitung

Homer verstand es, den Schild des Achilles sehr geistreich zu behandeln, obgleich die Herstellung eines Schildes eigentlich etwas sehr Gemeines ist. Er schaffte ein regelrechtes dichterisches Kunstwerk, welches zum Vorbild für literarische Schildbeschreibungen wurde. So orientierten sich beispielsweise Vergil („Aeneis“, 29 bis 19 v. Chr.), Tasso („Gerusalemme literata“,1575) und Cheraskov („ Rossijada“,1779) an Homers Beschreibung des Achillesschildes.

Auf diesen gottgeschaffenen Schild, der im 18.Gesang beschrieben wird, soll im Verlauf der Arbeit eingegangen werden.

Die Arbeit soll jedoch zunächst einen Gesamtüberblick über die Ilias geben, um sich der griechischen Antike ein wenig anzunähern, bevor auf die Schildbeschreibung im 18.Gesang eingegangen wird.

Um die tatsächliche Bedeutung der Ilias zu verdeutlichen, scheint es angemessen, am Anfang der Arbeit einige der enormen Auswirkungen zu nennen, die sie auf verschiedene Bereiche, wie die Philosophie, die Religion oder die Politik hatte.

Anschließend werden kurz die zentralen Figuren der Ilias, nämlich die Helden und die Götter, angesprochen. Ohne Kenntnisse der griechischen Götterwelt, sowie Verständnis der Handlungsmotive der Helden, ist es kaum möglich, das homerische Epos zu verstehen.

Da die Ilias Vorbild für spätere Dichtungen war, muss natürlich ebenfalls geklärt werden, was überhaupt das Typische an ihr ist. Dazu sollen die in ihr vorherrschenden literarischen Strukturen und Erzählelemente aufgezeigt und ein kleiner Einblick in die homerische Grammatik und Metrik gegeben werden.

Schließlich soll dann auf den Schild des Achilles eingegangen werden. Ziel ist es, zu zeigen, wie ausführlich er dargestellt und wie hoch er gepriesen wird und damit zu verdeutlichen, welch enorme Bedeutung solch ein Gegenstand in der griechischen Antike gehabt haben muss.

Zwischendurch wird immer wieder auf die inhaltlichen Aspekte des Epos eingegangen und vor allem die Handlungen des 18., 19. und 20. Gesanges werden kurz dargestellt, jedoch nicht weiter analysiert, da ihre Zusammenfassungen lediglich dazu dienen sollen, einen groben Gesamtüberblick bewahren zu können. Ebenso wird sich bei der Analyse des 18. Gesanges auf die Schildbeschreibung konzentriert und der restliche Teil des Gesanges außer Betracht gelassen, da eine Komplettanalyse zu umfassend wäre und vor allem nicht das Thema der Arbeit repräsentieren würde.

2. Die Ilias und ihr Einfluss

Der homerische Epos die „Ilias“ beschreibt einen Teil der Geschehnisse des Trojanischen Krieges, der 10 Jahre lang zwischen den Griechen und den Trojanern stattfand und etwa auf 1200 v. Chr. datiert wird.

Der Name „Ilias“ ist wahrscheinlich abgeleitet von „Ilion“, was einigen Quellen zufolge der zweite Name der Stadt Troja gewesen sei, während andere davon ausgehen, dass die Stadtburg Trojas diesen Namen trug.

Die Ilias entstand um 750 v. Chr. und gilt als das älteste Werk der griechischen, und damit auch der abendländischen, Literatur.

Ihre bekannteste Übersetzung stammt von Johann Heinrich Voß, der diese gegen Ende des 18.Jahrhunderts verfasste.

„Die Ilias ist als ästhetisches zugleich ein bedeutendes geschichtliches Phänomen“[1], ein Werk, das immer wieder auf das Weltgeschehen Einfluss nahm. Sie hatte erstaunliche Auswirkungen auf ganz unterschiedliche Bereiche, wie die Politik oder die Religion. Beispielsweise wurden in ihr zum ersten Mal die zwölf olympischen Götter mit all ihren Funktionen und Kompetenzen detailliert beschrieben. Spätere Generationen bauten nach diesen Beschreibungen die Tempel für die einzelnen Götter.

2.1 Entstehung der Philosophie

Erst durch die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Ilias entwickelte sich die griechische Philosophie. „War sie historische Wahrheit oder am Ende nur ein Mythos?“[2]

„Der Krieg ist der Vater aller Dinge und der König aller. Die einen

macht er zu Göttern, die anderen zu Menschen, die einen zu

Sklaven, die anderen zu Freien.“,

(Heraklit von Ephesus, griechischer Philosoph, um 559 bis um 480 v.Chr.)

Die Ilias schildert eine Lebenswelt, die von Kampf und Krieg geprägt ist. Als Odysseus zu Agamemnon spricht, gibt er deutlich zu verstehen, dass Krieg für die Helden des Epos kein Ausnahmezustand ist, „sondern ein vom höchsten Gott Zeus gegebener Lebensumstand, der die Heroen bis ans Ende ihrer Existenz begleitet.“[3]

2.2 Auswirkungen auf die Politik

Enorm stark zeigen sich die Auswirkungen der Ilias in der Politik, ganz besonders im Mittelalter. So führten beispielsweise mittelalterliche Fürsten und Herrschaftsgeschlechter die Legitimation ihrer Herrschaft indirekt auf Troja zurück. Zudem fühlten sie durch die Ilias ihre Ideale, wie den Minnedienst und die Ritterlichkeit, bestätigt. „Die Troja-Begeisterung war im Mittelalter grenzenlos und führte zu bizarren Vorstellungen“.[4] Man glaubte beispielsweise, dass die Städte Xanthen und Bonn von trojanischen Helden gegründet wurden und sogar die Habsburger wollten beweisen, dass sie trojanischer Abstammung seien.

[...]


[1] Schadewaldt, Wolfgang: Iliasstudien, Akademie-Verlag, 1987, S.11

[2] Heraklit: Fragmente (Über die Natur, um 500v.Chr), Wiss.Buchges., 1995, S.32

[3] Hellmann, Oliver: Die Schlachtszenen der Ilias, Franz Steiner Verlag Stuttgart, 2000, S.11

[4] Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Ilias

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Ilias und der Schild des Achilles - Ein Vorbild für Schildbeschreibungen in literarischen Texten
Hochschule
Universität Paderborn  ( Institut zur interdisziplinaeren Erforschung des Mittelalters)
Veranstaltung
Proseminar „Heraldik und ihre Rezeption in der mittelalterlichen Literatur“
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V68115
ISBN (eBook)
9783638606493
ISBN (Buch)
9783638824477
Dateigröße
413 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ilias, Schild, Achilles, Vorbild, Schildbeschreibungen, Texten, Proseminar, Rezeption, Literatur“
Arbeit zitieren
Janina Richts (Autor), 2005, Die Ilias und der Schild des Achilles - Ein Vorbild für Schildbeschreibungen in literarischen Texten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68115

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