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László Darvasis 'Die Hundejäger von Loyang' unter Einbeziehung der postkolonialen Theorie 'Verortungen der Kultur' von Homi K. Bhabha

Title: László Darvasis 'Die Hundejäger von Loyang' unter Einbeziehung der postkolonialen Theorie 'Verortungen der Kultur' von Homi K. Bhabha

Term Paper , 2006 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Janina Richts (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

„Wenn Grausamkeit sich mit Erfindungsreichtum paart, sind wir dem Wesen
der Kunst nahe.“ (1)

Diese Einstellung Darvasis spiegelt sich in seinem Werk Die Hundejäger von Loyang deutlich wieder. Seine chinesischen Kurzgeschichten sind grausam, dennoch aber voller künstlerischer Raffinesse. Dieser Gegensatz ist einer von vielen, von denen seine Erzählungen leben. Sie erscheinen phantasievoll, aber gleichzeitig rätselhaft und irritierend. Darauf soll in dieser Arbeit genauer eingegangen werden, indem die befremdlich wirkenden Elemente des Buches, wie die Pointenlosigkeit und das Metaphysische, genauer betrachtet werden.
Während des Lesens fällt jedoch auf, dass sich einiges mit der Theorie des postkolonialen Theoretikers Homi K. Bhabha erklären lässt, der sich in seinem Werk Verortungen der Kultur Gedanken über die Hybridität von Kulturen macht. Es ist nahe liegend, diesen Text auf Darvasis Buch anzuwenden, da dessen Geschichten im alten China spielen, während er selbst ein moderner, ungarischer Autor ist, den die Probleme seiner Zeit und Kultur interessieren.
Somit soll zunächst Bhabhas Theorie kurz erläutert und anschließend geprüft werden, inwiefern diese in Die Hundejäger von Loyang zum Tragen kommen könnte. Dabei fallen als Schnittstellen zwischen den beiden Werken besonders das Verhältnis zwischen Herrschern und Untertanen und zwischen Gegenwart und Vergangenheit auf, sowie der „Dritte Ort“, der ein gedankliches Konstrukt Bhabhas ist und als Zwischenraum konstituiert wird.
Die Arbeit soll also Verbindungen zwischen einem theoretischen und einem literarischen Text herstellen.

(1) Darvasi, László: F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main, auf http://www.buecher.de/verteiler.asp?site=artikel_faz.asp&wea=1100485&artikelnummer=000001300945

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Hundejäger von Loyang

2.1. Erster Teil

2.1.1. Das Imaginäre

2.1.2. Die Pointenlosigkeit

2.2. Zweiter Teil - Die Tsin-Akademie

3. Verortungen der Kultur

4. Verortungen der Kultur in Die Hundejäger von Loyang

4.1. Werkimmanente Betrachtung

4.1.1. Herrscher und Untertanen

4.1.2. Der "Dritte Ort" bei Darvasi

4.1.3. Die prozessuale Gegenwart

5. Ergebnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht László Darvasis Erzählband „Die Hundejäger von Loyang“ unter Anwendung der postkolonialen Theorie von Homi K. Bhabha, insbesondere dessen Konzept der „Verortungen der Kultur“. Ziel ist es, Verbindungen zwischen dem theoretischen Modell der kulturellen Hybridität und dem literarischen Text herzustellen, um die Darvasi-spezifische Darstellung von Machtverhältnissen, Metaphysik und kulturellen Identitäten zu analysieren.

  • Analyse der narrativen Besonderheiten in Darvasis Kurzgeschichten.
  • Anwendung von Bhabhas Konzept des „Dritten Ortes“ auf das fiktive China.
  • Untersuchung des Machtgefüges zwischen Herrschern und Untertanen.
  • Betrachtung von Hybridität und prozessualer Identitätsbildung.
  • Erforschung der Schnittstellen zwischen Tradition und Moderne.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Herrscher und Untertanen

Genauso kann man Bhabhas Theorie aber auch nur auf das Buch an sich beziehen. So wie in „Verortungen der Kultur“ das Verhältnis zwischen Kolonialherren und Kolonisierten beschrieben wird, ist hier das Verhältnis zwischen den Herrschern und den Untertanen zu sehen. Ihre wechselseitige Beziehung ermöglicht es keiner Partei, sich seiner kulturellen Identität zu versichern, womit wieder der Gedanke der Hybridität aufgegriffen wird. Die Figuren in Darvasis Buch sind typisiert. Die Untertanen identifizieren sich über ihre Herrscher. Sie sind passiv und leben nur für die Wünsche ihrer Kaiser und Fürsten. Die Herrscher wiederum identifizieren sich in der Weise über ihre Knechte, indem sie nur durch sie überhaupt ihre Macht behaupten können. Diese binäre Logik, aufgrund derer Identitäten auf Differenz beruhen, wird in Bhabhas Text in Anlehnung an die afroamerikanische Künstlerin Renée Green beschrieben. Die Minderwertigkeit des einen und die Überlegenheit des anderen befinden sich jedoch in „neurotischer Übereinstimmung“:

„Die Position des Einheimischen kulminiert in der Fantasie, die Stelle des Herrn einzunehmen und gleichzeitig seinen Platz als wütender Sklave zu behalten. Das Instrumentarium Freuds und Lacans gestattet es, die Gespaltenheit beider Subjekte ins Blickfeld zu rücken, denn auch der Kolonialherr ist hin- und hergerissen zwischen Verachtung und heimlichem Begehren.“

Diese Wechselseitigkeit der Beziehungen verdeutlicht sich zum Beispiel in der Geschichte „Senyün, der Versteckkünstler“. Hier schafft es ein armer Untertan sich sein ganzes Leben lang im Garten eines Kaisers zu verstecken, ohne dass dieser ihn findet. Senyün scheint ihm also übermächtig zu sein und genau damit kann sich der Kaiser nicht abfinden. Er will hier also den Platz Senyüns einnehmen und genauso so schlau sein wie er. Dies gelingt ihm aber aufgrund der Einmischung des Imaginären in die Realität nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die Absicht, Darvasis literarisches Werk durch die postkoloniale Theorie von Homi K. Bhabha zu beleuchten.

2. Die Hundejäger von Loyang: Dieses Kapitel beschreibt den Erzählstil Darvasis, der durch grausam-phantastische Elemente, Pointenlosigkeit und eine Verfremdung traditioneller chinesischer Stoffe geprägt ist.

3. Verortungen der Kultur: Hier wird die theoretische Grundlage von Homi K. Bhabha erörtert, insbesondere die Konzepte der Hybridität und des „Dritten Ortes“ als kulturelle Zwischenräume.

4. Verortungen der Kultur in Die Hundejäger von Loyang: In diesem Hauptteil wird Bhabhas Theorie direkt auf Darvasis Texte angewandt, um Machtstrukturen und Identitätsentwürfe sowie die prozessuale Natur von Vergangenheit und Gegenwart zu dekonstruieren.

5. Ergebnis: Das Fazit bestätigt die Anwendbarkeit von Bhabhas Theorie, merkt jedoch kritisch an, ob die bewusste Irritation durch den Autor nicht gegen eine rein theoretische Deutung spricht.

Schlüsselwörter

László Darvasi, Die Hundejäger von Loyang, Homi K. Bhabha, Verortungen der Kultur, Postkoloniale Theorie, Hybridität, Dritter Ort, Identität, Literaturwissenschaft, Machtverhältnisse, Chinesische Literatur, Metaphysik, Kulturtheorie, Ambivalenz, Interkulturalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das literarische Werk „Die Hundejäger von Loyang“ von László Darvasi vor dem theoretischen Hintergrund der postkolonialen Literaturtheorie von Homi K. Bhabha.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Begriffe der Hybridität, die Dynamik zwischen Herrschern und Untertanen, das Verhältnis von Realität und Imagination sowie die Bedeutung des „Dritten Ortes“.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bhabhas Theorie der „Verortungen der Kultur“ dazu dienen kann, Darvasis verfremdete Erzählweise und die darin eingebetteten Machtstrukturen besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin kombiniert eine werkimmanente literarische Analyse mit einem komparativen Ansatz, bei dem theoretische Konzepte der Kulturwissenschaft auf einen spezifischen Erzähltext angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des literarischen Werks, die Erläuterung der Theorie Bhabhas und deren spezifische Anwendung auf Darvasis Texte hinsichtlich Machtstrukturen und Identitätsbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen neben den Autorennamen vor allem Hybridität, Dritter Ort, Interkulturalität und Postkolonialismus.

Welche Rolle spielt das „Metaphysische“ in Darvasis Geschichten laut der Analyse?

Das Metaphysische fungiert als störendes Element, das die absolute Macht der Herrscher untergräbt und somit den „Dritten Ort“ markiert, in dem bekannte Vorstellungen neu verhandelt werden.

Wie bewertet die Autorin die Anwendung der Theorie auf Darvasis „pointenlose“ Geschichten?

Die Autorin hinterfragt am Ende kritisch, ob eine theoretische Überformung sinnvoll ist, da Darvasi durch die bewusste Auslassung von Sinn und Moral möglicherweise gezielt provoziert und verzaubern möchte.

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Details

Title
László Darvasis 'Die Hundejäger von Loyang' unter Einbeziehung der postkolonialen Theorie 'Verortungen der Kultur' von Homi K. Bhabha
College
University of Paderborn  (Germanistik)
Course
Literatur Osteuropas
Grade
1,0
Author
Janina Richts (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V68120
ISBN (eBook)
9783638606530
ISBN (Book)
9783638824484
Language
German
Tags
László Darvasis Hundejäger Loyang Einbeziehung Theorie Verortungen Kultur Homi Bhabha Literatur Osteuropas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina Richts (Author), 2006, László Darvasis 'Die Hundejäger von Loyang' unter Einbeziehung der postkolonialen Theorie 'Verortungen der Kultur' von Homi K. Bhabha , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68120
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