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Die Reaktionen der Parteien und der Öffentlichkeit auf die Wahlerfolge der NPD in der zweiten Hälfte der 60er Jahre

Title: Die Reaktionen der Parteien und der Öffentlichkeit auf die Wahlerfolge der NPD in der zweiten Hälfte der 60er Jahre

Thesis (M.A.) , 2005 , 124 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ingo Deffner (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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(...)
Wie reagierten sowohl die Öffentlichkeit als auch die politischen Parteien auf den Aufstieg der NPD, wie ging man mit dieser unerfreulichen neuen Herausforderung am rechten Rand v.a. im Hinblick auf strategische Abwehrmöglichkeiten um, und welche Interaktionen zwischen den politischen Protagonisten trugen neben den strukturellen Ursachen mit zum Aufstieg und v.a. zur Niederlage der NPD bei?
Offensichtlich gelang es in der zweiten Hälfte der 60er Jahre zumindest phasenweise nicht mehr, sowohl den rechten als auch den linken Rand des politischen Spektrums in die etablierte Parteienlandschaft zu integrieren. Da sich diese Arbeit mit der NPD als Partei des rechten Randes beschäftigt, muss daher auch nach den Ursachen des Aufstiegs und des Niedergangs der NPD gefragt werden. Dabei werden von der Forschung mit einigem Recht hauptsächlich externe Faktoren in den Blick genommen, denen nur von Dudek/Jaschke ein weiterer Aspekt hinzugefügt wird, indem sie den Einfluss der Medien und der politischen Parteien im Bundestagswahlkampf als entscheidend für die Niederlage der NPD benennen. 8 Diese These, die von den Autoren allerdings eher randständig erwähnt und kaum untermauert wird, gab den ersten Anstoß für diese Arbeit und mündete in der Frage, ob sich Belege für deren Richtigkeit finden lassen würden. Eine weitere Leitfrage lautet daher:

Inwieweit waren die Auseinandersetzungen mit der NPD im Bundestagswahlkampf 1969 dafür verantwortlich, dass die NPD an der 5 %-Hürde des Wahlrechts scheiterte?

Nicht zuletzt: Ergaben sich durch die Wahlerfolge der NPD auch direkte oder indirekte Einflüsse auf entscheidende Weichenstellungen in der Innenpolitik? Da diese Frage bei umfassender Beantwortung allein schon eine eigenständige Untersuchung erforderlich machen würde, wird hier allerdings eine Einschränkung gemacht, indem exemplarisch auf die Landtagswahlen des Herbstes 1966 und deren Einfluss auf die Bildung der Großen Koalition fokussiert wird. Der enge zeitliche Zusammenhang spricht dafür, dass es hier zu wechselseitigen Beeinflussungen gekommen sein muss. Im Gesamtzusammenhang der Arbeit sollen die Antworten auf diese Fragestellung Hinweise darauf liefern, ob es auch jenseits von direkter politischer Einflussnahme Interaktionen zwischen den großen Parteien und der NPD gegeben hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

I AUFSTIEG UND FALL DER NPD IN DEN 60ER JAHREN

1 VON DER DRP ZUR NPD- PERSONELLE UND ORGANISATORISCHE KONTINUITÄTEN

1.1 Die Entstehungsbedingungen der NPD

1.2 Gründung und Konsolidierung der NPD

2 DIE NPD ALS WAHLPARTEI

2.1 Die Wahlerfolge der NPD bis zur Niederlage bei der Bundestagswahl 1969

2.2 Die Determinanten der NPD- Wahlerfolge und –niederlagen

2.3 Die Sozialstruktur der NPD-Mitglieder und Wähler

3 DIE IDEOLOGISCHEN UND PROGRAMMATISCHEN SCHWERPUNKTE DER NPD

3.1 Die Programmatik der NPD in ihren offiziellen Verlautbarungen

3.2 Die NPD-Ideologie im Überblick

II DER AUFSTIEG DER NPD BIS ZUR BUNDESTAGSWAHL 1969 IM SPIEGEL DER ÖFFENTLICHEN MEINUNG

1 GRÜNDUNG UND KONSOLIDIERUNG DER NPD

1.1 Die Berichterstattung über die zunehmende Veranstaltungstätigkeit der NPD im Vorfeld der Bundestagswahl 1965

1.2 Der Umgang der demokratischen Parteien mit der NPD im Bundestagswahlkampf 1965

1.3 Die Auseinandersetzungen außerparlamentarischer Gruppen mit der NPD

1.4 Zwischen wachsender Besorgnis und Anbiederung- die bayerischen Kommunalwahlen im Februar 1965

1.4.1 Die anwachsende Besorgnis bei den Gewerkschaften und der SPD nach den Bundestagswahlen 1965

1.4.2 Die Auseinandersetzungen um das „Kulmbacher Wahlbündnis“ bei den bayerischen Kommunalwahlen im Februar 1966

1.4.3 Die Reaktionen auf den Erfolg der NPD bei den Kommunalwahlen in Bayern

2 VON HESSEN NACH BADEN-WÜRTTEMBERG: DIE PHASE DER LANDTAGSWAHLERFOLGE DER NPD VON NOVEMBER 1966 BIS APRIL 1968

2.1 Die innenpolitische Ausgangslage im Herbst 1966 und deren Auswirkungen auf die Wahlchancen der NPD in Hessen und Bayern

2.2 Der Schock der Landtagswahlen in Hessen und Bayern im November 1966

2.2.1 Die Reaktionen der politischen Parteien auf den Wahlschock in Hessen

2.2.1.1 Die Haltung der Bundesregierung und führender Unionspolitiker

2.2.1.2 Die Kommentierung des Wahlausgangs in Hessen durch die SPD vor dem Hintergrund der Bonner Regierungskrise

2.2.2 Die Einordnung des NPD-Wahlerfolgs in Hessen durch die politischen Beobachter in den Medien

2.2.3 Die Reaktionen der Parteien und der politischen Beobachter auf den Einzug der Nationaldemokraten in den bayerischen Landtag

2.2.4 Das Echo des hessischen und bayerischen Wahldebakels im Ausland

2.2.5 Die Bedeutung der NPD-Erfolge in Hessen und Bayern für die Bildung der Großen Koalition in Bonn

2.3 Die innerparteilichen Auseinandersetzungen der NPD nach den Landtagswahlen in Hessen und Bayern

2.4 Die Reaktionen der Volksparteien auf die Landtagswahl in Baden-Württemberg 1968

III DER BUNDESTAGSWAHLKAMPF ODER DER MARSCH AUF BONN

1 DIE AUSEINANDERSETZUNGEN UM EIN VERBOT DER NPD

1.1 Der Verlauf der Verbotsdebatte

1.2 Die öffentliche Diskussion der Verbotsfrage nach der offiziellen Kabinettsentscheidung

2 DIE PARTEIEN IM BUNDESTAGSWAHLKAMPF

2.1 Die Wahlkampfstrategie der NPD

2.2 Die Taktik der demokratischen Parteien im Bundestagswahlkampf

2.3 Die Diskussionen um die richtige Taktik der demokratischen Parteien

3 DIE AUßERPARLAMENTARISCHEN AUSEINANDERSETZUNGEN MIT DER NPD IM WAHLKAMPF

3.1 Die Ereignisse rund um den Frankfurter Cantate-Saal am 25. Juli 1969

3.1.1 Der Verlauf der Ereignisse

3.1.2 Die Reaktionen auf die Ereignisse im Cantate-Saal

3.2 Die Deutschlandfahrt Adolf von Thaddens im Wahlkampf

3.3 Die Bedeutung militanter Widerstandsformen für die Wahlchancen der NPD

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie politische Parteien und die breite Öffentlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre auf die Wahlerfolge der NPD reagierten. Im Zentrum steht dabei die Analyse, inwiefern diese Reaktionen und die damit verbundenen strategischen Abwehrmaßnahmen sowohl den Aufstieg als auch den letztlichen Niedergang der NPD beeinflussten und welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die innenpolitischen Weichenstellungen, insbesondere die Bildung der Großen Koalition, hatten.

  • Aufstieg und Konsolidierung der NPD sowie deren ideologische Ausrichtung
  • Reaktionen der etablierten Parteien (CDU/CSU, SPD, FDP) auf NPD-Wahlerfolge
  • Die Rolle der NPD im Kontext der Bildung der Großen Koalition 1966
  • Außerparlamentarische Proteste und deren Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung der NPD
  • Die Verbotsdebatte und die Strategie des „Totschweigens“ gegenüber dem Rechtsextremismus

Auszug aus dem Buch

3.2 Die NPD-Ideologie im Überblick

Zusammengenommen ergibt sich ein durch die verschiedenen Analysen umfassend gestütztes Bild der programmatischen Ausrichtung der NPD in der zweiten Hälfte der 60er Jahre. Danach wurde die Ideologie der NPD von den postfaschistischen Meinungsführern, die zum überwiegenden Teil aus der DRP stammten, hauptsächlich als flexibles Instrument zur Gewinnung von Anhängern gesehen und bestand aus Reflexen auf die Ressentiments der ins Visier genommenen Bezugsgruppen der „Heimatlosen Rechten“ und möglicher Anhänger innerhalb des rechtskonservativen Spektrums der etablierten Parteien ebenso wie derjenigen Arbeiter, die unter wirtschaftlichen Strukturkrisen zu leiden hatten. Dementsprechend kann von einer einheitlichen Parteiideologie nicht gesprochen werden; vielmehr wurden verschiedene Versatzstücke aus den Wortfeldern „Recht und Ordnung“, „Deutschland“ „Kriegsschuld“ „Volksgemeinschaft“ „Antikommunismus“ mit Anspielungen auf die angeblich positiven Elemente der NS-Ideologie vermengt und unter der gebetsmühlenhaften Betonung des Bekenntnisses zur Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland je nach Bedarf unterschiedlich in die Propaganda eingebracht.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die Ausgangslage der NPD in der Bundesrepublik der 60er Jahre und stellt die Leitfragen zur Interaktion zwischen NPD, etablierten Parteien und Öffentlichkeit dar.

I AUFSTIEG UND FALL DER NPD IN DEN 60ER JAHREN: Dieses Kapitel behandelt die personelle und organisatorische Kontinuität von der DRP zur NPD, die Entwicklung der NPD als Wahlpartei und ihre programmatischen Grundlagen.

II DER AUFSTIEG DER NPD BIS ZUR BUNDESTAGSWAHL 1969 IM SPIEGEL DER ÖFFENTLICHEN MEINUNG: Der Abschnitt analysiert die Reaktionen auf die NPD-Erfolge bei Kommunal- und Landtagswahlen sowie deren Einfluss auf die Bildung der Großen Koalition.

III DER BUNDESTAGSWAHLKAMPF ODER DER MARSCH AUF BONN: Das Kapitel fokussiert auf die Verbotsdebatte, die Strategien der Parteien im Bundestagswahlkampf 1969 und die Bedeutung außerparlamentarischer Auseinandersetzungen.

Schlüsselwörter

NPD, Rechtsextremismus, Bundestagswahl 1969, Große Koalition, politische Öffentlichkeit, Parteienforschung, DRP, Wahlkampfstrategie, Verbot der NPD, Wirtschaftsgeschichte, BRD 1960er Jahre, Protestwahl, Ideologie, politische Radikalisierung, APO

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Reaktionen von Parteien und Öffentlichkeit auf die NPD-Wahlerfolge in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre und deren Auswirkungen auf die politische Landschaft der alten Bundesrepublik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entstehung und Ideologie der NPD, der politische Umgang der etablierten Parteien mit dieser Herausforderung sowie die Rolle, die die NPD bei der Entstehung der Großen Koalition spielte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, wie die Öffentlichkeit und Parteien auf den NPD-Aufstieg reagierten, welche strategischen Abwehrmöglichkeiten genutzt wurden und inwieweit diese Interaktionen zum Aufstieg und letztlichen Scheitern der Partei an der 5%-Hürde beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen und politikwissenschaftlichen Analyse, die sich auf zeitgenössische Quellen, Pressearchive und umfangreiche Literatur zur Parteien- und Rechtsextremismusforschung stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Aufstieg und Fall der NPD, die Reaktionen im Vorfeld von Wahlen (Hessen, Bayern, Baden-Württemberg) sowie die Strategien im Bundestagswahlkampf 1969 detailliert beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind NPD, Rechtsextremismus, Bundestagswahl 1969, Große Koalition und politische Öffentlichkeit.

Warum scheiterte die NPD letztlich an der Bundestagswahl 1969?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Scheitern neben eigenen strategischen Fehlern der NPD und der Konsolidierung der Großen Koalition auch auf die zunehmende Distanzierung der Wählerschaft aufgrund der mit Krawallen verbundenen öffentlichen Wahrnehmung der NPD zurückzuführen ist.

Welche Bedeutung hatte das Kulmbacher Wahlbündnis?

Das Bündnis in Kulmbach gilt als Beispiel für das taktische Lavieren demokratischer Parteien und die daraus resultierende öffentliche Kritik, da es der NPD durch die Zusammenarbeit ungewollte Legitimität verlieh.

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Details

Title
Die Reaktionen der Parteien und der Öffentlichkeit auf die Wahlerfolge der NPD in der zweiten Hälfte der 60er Jahre
College
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Geschichtswissenschaft)
Grade
1,3
Author
Ingo Deffner (Author)
Publication Year
2005
Pages
124
Catalog Number
V68155
ISBN (eBook)
9783638594226
ISBN (Book)
9783640204076
Language
German
Tags
Reaktionen Parteien Wahlerfolge Hälfte Jahre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ingo Deffner (Author), 2005, Die Reaktionen der Parteien und der Öffentlichkeit auf die Wahlerfolge der NPD in der zweiten Hälfte der 60er Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68155
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